Die Dreikantige Wolfsmilch richtig schneiden

Die Dreikantige Wolfsmilch (Euphorbia trigona) wird aufgrund ihrer exotischen Optik (botanisch unrichtig) auch oft als "Westernkaktus" bezeichnet, wobei die Pflegebedürfnisse dieser als sukkulente Zimmerpflanze verbreiteten Unterart der Wolfsmilchgewächse durchaus an diejenigen der Kakteen erinnern. Wenn eine Dreikantige Wolfsmilch geschnitten werden soll, so sind stets Schutzmaßnahmen vor dem giftigen, milchigen Pflanzensaft zu ergreifen.

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Beim Schneiden der Dreikantigen Wolfsmilch ist mit großer Vorsicht vorzugehen

Gründe für den Rückschnitt

Eigentlich ist die Euphorbia trigona ja nicht zuletzt deshalb eine sehr dankbare Zimmerpflanze, da sie keine besonders hohen Ansprüche stellt und auch mit sehr trockener Raumluft und spärlichem Nährstoffangebot sehr gut umgehen kann. Selbst ein relativ kleiner Pflanztopf kann die Dreikantige Wolfsmilch in vielen Fällen nicht davon abhalten, im Laufe der Zeit Wuchshöhen von über zwei Metern zu erreichen. Da diese Ausmaße in Innenräumen durchaus unpraktisch sein können, kann ein rechtzeitiger Rückschnitt für eine wirksame Begrenzung des Höhenwachstums sorgen. Außerdem fördert der Schnitt mitunter auch die Verzweigung der einzelnen Triebe, die ansonsten oftmals wie gerade Säulen in den Himmel schießen. In optischer Hinsicht sind alle Schnittmaßnahmen sehr bewusst zu platzieren, da die durch den Schnitt entstehenden Narben an der Pflanzenhaut durchaus lange sichtbar bleiben und so die ästhetische Wirkung einer Euphorbia trigona nicht unwesentlich beeinträchtigen können. Immerhin können die beim Rückschnitt entfernten Pflanzenteile unkompliziert für die Stecklingsvermehrung genutzt werden.

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Stecklinge zu Vermehrungszwecken richtig schneiden

Mitunter kann es vorkommen, dass besonders hohe Exemplare der Euphorbia trigona bei einem Rückschnitt sehr massiv eingekürzt werden. Verwenden Sie in diesem Fall für die Vermehrung nur das jeweils oberste Teilstück mit einer Länge von etwa 15 bis 30 cm. “Mittelstücke” aus dem gewonnenen Schnittmaterial sind aufgrund der doppelten Wundoberfläche nicht nur anfälliger, sondern auch optisch unansehnlich. Nach dem Schnitt sollten die Stecklinge zunächst einige Tage lang antrocknen können, bevor sie schließlich in geeignete Sukkulentenerde gesteckt werden.

Keine Panik: Bewusst vorgehen und Risiken minimieren

Die Gefahren einer Berührung mit dem giftigen Milchsaft der Wolfsmilchgewächse sollten besonders bei Kleinkindern und Haustieren nicht unterschätzt werden. Trotzdem sollten Sie angesichts dieser Pflanzengattung auch nicht in Panik verfallen, sondern vielmehr gewisse Vorsichtsmaßnahmen bewusst ergreifen:

  • Hohe Exemplare durch Anbinden gegen das Umfallen (und Abbrechen) sichern
  • Kinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt im selben Raum lassen
  • bei Pflegemaßnahmen stets Gummihandschuhe tragen

Tipps

Die Gerinnung des Milchsafts an den Schnittstellen einer Euphorbia trigona kann durch das Auflegen eines mit (nicht kochend) heißem Wasser befeuchteten Stofflappens beschleunigt werden. Dieser sollte aufgrund der giftigen Inhaltsstoffe im Anschluss sicher entsorgt werden.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: Yauheniya Stryzhak/Shutterstock

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