Sind Engerlinge im Garten immer schlecht?

Mit ihrer dickfleischigen, hellen, raupenartigen Erscheinung sehen Engerlinge nicht gerade appetitlich und vor allem nicht nach Nützlingen aus. In der Tat können die Käferlarven im Garten ziemlich schädlich sein. Manche Arten sind allerdings auch sehr nützlich!

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Maikäferlarven fressen die Wurzeln unseres Gemüses an

Gute und böse Engerlinge

Ganz so schwarzweiß wie im Märchen kann man es nun auch nicht sehen, aber aus Gärtnersicht lassen sich Engerlinge schon in schädliche und nützliche Arten einteilen. Denn sie ernähren sich entweder nur von lebendem oder nur von totem Pflanzenmaterial.

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Die Larven, die sich über lebende Pflanzenteile, genauer gesagt über Wurzeln hermachen, können natürlich entsprechend Schaden anrichten. Betroffen sind vor allem Gräser, junges Knollengemüse, Erdbeeren oder Salat. Kümmernde Blätter und Früchte und inselartig absterbende Rasenstücke sind das Ergebnis der unterirdischen Fraßtätigkeit solcher Engerlinge. Die Käferarten, deren Larven Ihren Gartenpflanzen auf diese Weise ihre Lebensgrundlage entziehen, sind zum Beispiel:

  • Maikäfer
  • Junikäfer (gerippter Brachkäfer)
  • Gartenlaubkäfer

Diese Käferarten legen ihre Eier den kulinarischen Vorlieben ihrer Larven gemäß im freien Gartenboden, in Beeten oder auch in Blumentöpfen ab. Wenn die Larven geschlüpft sind, durchlaufen sie eine lange Entwicklungszeit von 2 bis 4 Jahren. So lange bleiben sie in der Erde und fressen anfangs Humus, dann die zarten Wurzeln kleinerer Pflanzen und gegen Ende vor der Verpuppung schließlich noch Baumwurzeln.

Schädliche Engerlinge loswerden bzw. gar nicht erst zulassen

Meist ist der Schaden allerdings relativ begrenzt, da auch die Bestände der genannten Käferarten längst nicht mehr so invasiv sind wie noch vor etwa 70 Jahren. Um einem akuten Befall entgegenzuwirken, sollten die Engerlinge dennoch ausgegraben und eingesammelt oder auch mithilfe von Raub-Nematoden dezimiert werden. In Mai- und Junikäferjahren empfiehlt es sich außerdem, während ihrer Flugzeiten Beete, Blumenkübel und eventuell auch Rasenflächen mit Insektenschutznetzen zu versehen, um die Eiablage zu verhindern.

Nützliche Engerlinge gibt es auch

Wenn Sie typisch C-förmige, cremeweiße Engerlinge auf dem Komposthaufen entdecken, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Vielmehr sollten Sie diese Gesellen willkommen heißen. Denn mit großer Sicherheit handelt es sich bei ihnen um nützliche Engerlinge von Rosen- oder Nashornkäfern, die sich nur von totem Pflanzenmaterial ernähren und dabei wertvollen Dauerhumus produzieren. Lassen Sie sie also im Kompost wohnen und freuen sich über ihre kostenlose Verwertungsarbeit.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Alexandr Nagornyh/Shutterstock

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