Wie Sie Engerlinge im Blumentopf bekämpfen können

Engerlinge in Blumentöpfen sind natürlich ärgerlich, aber keine Katastrophe. Denn im Gegensatz zu einem Befall im offenen Gartenboden ist der Befallradius hier klar begrenzt. Um die Schädlinge loszuwerden, empfehlen sich einfache, mechanische und biologisch schondende Maßnahmen.

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Engerlinge können durch Nässe an die Oberfläche getrieben werden

Bekämpfungsmaßnahmen

Wenn eine Kübelpflanze kümmert, kann das ein Indiz für einen Engerlingbefall sein. Engerlinge fressen nämlich Wurzeln lebender Pflanzen und das nicht nur im Freiland. Wenn Sie einen Befall feststellen, sind folgende Bekämpfungsmaßnahmen ratsam:

  • Händisches Aussammeln
  • Ausschwemmen
  • Durch Nässe nach oben treiben
  • Nematoden

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Händisches Aussammeln

Die naheliegendste und direkteste Methode ist das händische Aussammeln. Lösen Sie dazu den Wurzelballen aus dem Kübel, schütteln die Erde vorsichtig ab und lesen die Larven möglichst gründlich aus. Wegen ihrer gelblich-cremeweißen Farbe und ihrer Größe von etwa 5-7 Zentimetern sind sie in der dunklen Erde auch gut zu erkennen.

Problematisch bei der Methode ist, dass sie etwas mühsam ist. Zum anderen werden Sie kaum alle Engerlinge entdecken. Außerdem taugt sie nichts bei Pflanzen mit dichtem, mit den Fingern undurchdringbarem Wurzelwerk.

Ausschwemmen

Gerade bei dichtwurzligen Pflanzen können Sie die Schädlinge auch mit einem starken Wasserstrahl versuchen, auszuschwemmen. Natürlich muss das Wurzelwerk ausreichend robust sein, um dabei keinen Schaden zu nehmen. Aber auch bei dieser Methode können einem einige Engerlinge durchs Netz gehen oder mit dem Wasserfluss außer Sichtweite geraten, sodass sie sich ein paar Meter erneut ihr Unwesen treiben.

Durch Nässe nach oben treiben

Engerlinge werden wie Regenwürmer bei Regen an die Erdoberfläche getrieben. Diese Angewohnheit können Sie nutzen. Geben Sie den Wurzelballen Ihrer Kübelpflanze in ein Tauchbad und warten, bis die Tiere sich an der Oberfläche zeigen. Dort können Sie sie dann absammeln. Doch auch diese Methode erhebt keinen Anspruch auf vollständige Entfernung.

Nematoden

Eine ziemlich effektive und biologische Variante ist die Bekämpfung durch Raub-Nematoden. Bestimmte Fadenwürmer der räuberischen Gattung Heterorhabditis nutzen Larven von Schädlingen wie Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern oder auch Dickmaulrüsslern als Wirte und töten sie dabei ab. Passende Nematoden können Sie im Gartenfachhandel oder im Internet erwerben. Die in Tongranulat eingeschlossenen Tiere können einfach mit dem Gießwasser ausgebracht werden.

Vorbeugungsmaßnahmen

Regelmäßig umtopfen

Engerlinge mögen festen Boden. Deshalb gilt es wie im offenen Gartenboden auch bei Kübelpflanzen, die Erde locker und unkrautfrei zu halten. Lassen Sie Pflanzen nie so lange im Topf, dass der Wurzelballen vollkommen fest und verdichtet wird. Das ist für die Pflanze sowieso nicht gut.

Insektennetz bei Käferflug

Um Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer davon abzuhalten, ihre Eier in Ihren Blumentöpfen abzulegen, empfiehlt es sich, während ihrer jeweiligen Flugzeiten Insektennetze über die Kübel zu spannen. Das ist nicht besonders aufwändig und eben nur nötig, wenn die adulten Käfer fliegen – und das passiert vor allem bei Mai- und Junikäfern nur alle paar Jahre und dauert nur ein paar Wochen im Mai und Juni.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: yod67/Shutterstock

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