Engerlinge im Hochbeet

Engerlinge sind an sich schon oft ein Ärgernis, denn sie schädigen Gartenpflanzen quasi unsichtbar auf unterirdischem Niveau. Ein Befall im Hochbeet kann wegen der gezielten Erntebepflanzung besonders lästig sein. Aber auch im Hochbeet ist den Schädlingen beizukommen.

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Im Hochbeet werden Engerlinge am besten per Hand ausgegraben

Engerlinge im Hochbeet identifizieren

Wenn Sie im Frühjahr bei der Bepflanzungs-Vorbereitung Ihres Hochbeets gekrümmte, weißliche Larven entdecken, haben Sie es in aller Regel mit schädlichen Engerlingen zu tun. Die Käferarten, deren Larven sich nämlich von den Wurzeln lebender Pflanzen ernähren, pflegen ihre Eier nämlich auch an passenden Stellen abzulegen. Also eben dort, wo Gräser, Kräuter und zarte Gemüsepflanzen wachsen. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammen Engerlinge im Hochbeet von

  • Maikäfern
  • Junikäfern oder
  • Gartenlaubkäfern

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Die Larven all dieser Käferarten sehen sich sehr ähnlich, vor allem die von Mai- und Junikäfern. Gartenlaubkäfer-Engerlinge sind allerdings mit nur etwa einem Zentimeter Länge deutlich kleiner als die 5-7 cm langen Maikäfer- und Junikäfer-Engerlinge. Alle haben aber die typisch C-förmige, dickfleischige, gelblich-weißliche Erscheinungsform mit drei geknickten Brustbeinpaaren.

Maßnahmen gegen Hochbeet-Engerlinge

Methoden vor der Bepflanzung

Wenn das Hochbeet noch nicht bepflanzt ist, ist es noch relativ leicht, die Engerlinge zu entfernen. Denn schließlich muss jetzt noch nicht auf (noch nicht befallene) Pflanzen Rücksicht genommen werden und man hat freien Zugang zur Erde.

Per Hand auslesen

Wenn Sie die lästigen Larven vor der Bepflanzung entdecken, können Sie noch relativ gut per Hand eine Säuberungsaktion durchführen. Lesen Sie dazu die Tiere möglichst vollständig aus der Erde heraus.

Erde austauschen

Eine weitere Maßnahme, die VOR der Bepflanzung anbietet, ist das vollständige Austauschen der Erde. Das ist natürlich ein bisschen aufwändig und macht viel neue Erde notwendig. Dafür werden Sie die Engerlinge – sofern Sie nicht nachlässig vorgehen – aber auch komplett los.

Bei bestehender Bepflanzung

Wenn Sie einen Engerling-Befall im Hochbeet während der Kulturphase feststellen, etwa durch kümmernde Gemüsepflanzen oder bei tiefergehender Erdarbeit, ist die Bekämpfung schon schwieriger. Denn jetzt sind schließlich die Pflanzen „im Weg“. Hier müssen etwas raffiniertere Methoden angewandt werden.

Regen simulieren

Sie können sich auch die besondere Angewohnheit der Engerlinge, bei Nässe an die Erdoberfläche zu kriechen, zunutze machen. Wässern Sie die Hochbeeterde und simulieren dadurch Regen. Nach einer Weile werden sich die Engerlinge an der Oberfläche zeigen, sodass Sie sie einfach einsammeln können.

Nematoden einsetzen

Das Einsammeln ist zwar ein sehr direkter und einfacher Weg, wird aber höchstwahrscheinlich nicht alle Engerlinge erwischen. Stattdessen oder ergänzend können Sie Raub-Nematoden einsetzen. Die Fadenwürmer der parasitären Gattung Heterorhabditis befallen die Engerlinge und bringen sie durch abgesonderte Bakterien zum Absterben.

Alle Methoden, die sich für die Kulturphase eignen, können natürlich auch vor der Bepflanzung angewandt werden.

Kleiner Tipp: Wenn Sie Engerlinge in Ihrem Hochbeet identifizieren, untersuchen Sie auch Ihren restlichen Garten auf etwaigen Befall. Es ist nämlich unwahrscheinlich, dass die adulten Käfer sich bei der Eiablage nur auf das Hochbeet beschränkt haben.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: IURII KRUGLIKOV/Shutterstock

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