Mit geschultem Auge Engerlinge bestimmen

Engerling ist nicht gleich Engerling. Vor allem im Hinblick auf ihre Nützlichkeit oder Schädlichkeit. Wenn Sie Exemplare solcher Käferlarven in Ihrem Garten entdecken, ist es also gut, ihre Art identifizieren zu können. Dabei können Sie glücklicherweise nicht nur äußere Erscheinungsmerkmale heranziehen.

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Junikäfer-Engerlinge (hier abgebildet) richten großen Schaden an

Welche Engerling-Arten Sie in Ihrem Garten erwarten können

Als Engerlinge werden die Larven von Blatthornkäfern bezeichnet. Diese Überfamilie innerhalb der Ordnung der Käfer umfasst eine große Vielzahl an Arten und Gattungen – aktuell liegen die sich stetig erweiternden Zahlen bei etwa 35000 Arten und 2500 Gattungen weltweit. Natürlich kommen davon längst nicht alle in Deutschland vor.

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Bei uns bekannte Arten und (Unter-)Familien sind vor allem:

  • Mistkäfer
  • Maikäfer
  • Junikäfer
  • Hirschkäfer
  • Rosenkäfer
  • Gartenlaubkäfer
  • Nashornkäfer

Von diesen kommen im Garten hauptsächlich Mai- und Junikäfer, Gartenlaubkäfer, Rosenkäfer und Nashornkäfer vor.

Warum ist die Unterscheidung so wichtig?

Die Engerling-Arten differenzieren zu können, ist sowohl für eine kluge Gartenbewirtschaftung, als auch für den allgemeinen Naturschutz sinnvoll. Denn die Käferlarven sind je nach Art schädlich oder nützlich für den Garten. Außerdem genießen einige – nützliche – Arten einen besonderen Schutzstatus von Seiten des Bundesnaturschutzgesetzes. Dazu gehören vor allem Rosen- und Nashornkäfer. Sie in irgendeiner ihrer Entwicklungsformen zu schädigen, zu fangen oder zu töten, steht unter strenger Strafe.

Erkennungsmerkmale der verschiedenen Arten

Engerling-Arten lassen sich mit geübtem Auge zum einen über ihr Äußeres identifizieren, zum anderen aber auch anhand ihrer Lebens- und Verhaltensweisen.

Maikäfer-Engerlinge

Sie gehören zu den schädlichsten Engerling-Arten, die sich über die Wurzeln lebender Pflanzen wie Gras oder Gemüsepflanzen wie Salat, Kohlrabi und Rüben hermachen. Die Larven erreichen eine mittlere Länge von etwa 5-6 Zentimetern und sind engerlingtypisch C-förmig gekrümmt. Der Hinterleib ist nur leicht verdickt und im Kontrast zum ansonsten gelblich-hellen Körper dunkel. Vorn hinter dem braun gefärbten Kopf setzen 3 Beinpaare mit typischen Knicken an. Weil sie sich nur von lebendem Pflanzenmaterial ernähren, sind sie auf Komposthaufen nie zu finden.

Junikäfer-Engerlinge

Junikäfer-Engerlinge sind nur schwer von Maikäfer-Engerlingen zu unterscheiden. Allerdings ist aufgrund ihrer Schädlichkeit auch in gleicher Weise mit ihnen umzugehen. Mit 5-7 Zentimetern können sie minimal größer werden, haben aber quasi dieselbe Färbung – von den Maikäfer-Engerlingen zu unterscheiden sind sie am besten über ihre Fortbewegungsart: im Gegensatz zu den seitlich und schlängelnd kriechenden Maikäferlarven bewegen sie Junikäferlarven nämlich bäuchlings fort.

Gartenlaubkäfer-Engerlinge

Die Larven des ebenfalls schädlichen Gartenlaubkäfers sind sehr klein: Sie erreichen nur etwa einen Zentimeter Länge. Die adulten Käfer sind sogar noch kleiner. Durch ihre geringe Größe ist ihre Schadwirkung allerdings auch vernachlässigbar.

Rosenkäfer-Engerlinge

Die nützlichen, weil Totmaterial fressenden Larven des Rosenkäfers sind mit um die 3 Zentimetern Länge mittelgroß. Ihr Hinterleib ist nicht verdickt, sondern verjüngt sich sogar etwas. Die vorderen Beinpaare sind nur sehr kurz. Insgesamt haben sie einen sehr dickfleischigen Körper. Die Färbung ist vollständig beige-gelblich. Charakteristisch und interessant ist ihre Fortbewegung in Rückenlage.

Nashornkäfer-Engerlinge

Sie sind die größten unter den hierzulande anzutreffenden Engerlingen: bis zu stattliche 10 Zentimeter können sie lang werden. Ein weiteres, aber angesichts der auffälligen Größe vernachlässigbares Erkennungsmerkmal ist die fehlende Dörnchenreihe am Hinterleib.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: S.O.E/Shutterstock

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