Wie lassen sich Engerlinge chemisch bekämpfen?

Engerlinge können im Garten ganz schön zur Last fallen, vor allem wegen ihres vergleichsweise langen Lebenszyklus. Biologische, schonende Bekämpfungsmaßnahmen sollten immer erste Wahl sein. Allenfalls bei ganz hartnäckigen Fällen sollten chemische Mittel zum Einsatz kommen - unter penibler Anwendungssorgfalt.

engerlinge-chemisch-bekaempfen
Chemische Bekämpfungsmittel schaden Mensch und Umwelt ebenso wie den Engerlingen

Biologische Engerlingbekämpfung hat Vorrang

Engerlinge im Rasen, im Gemüsebeet oder in Blumenkübeln können lästig sein, keine Frage. Über abgestorbene Grasinseln und Salatköpfe, auf die man sich seit der Saat so gefreut hat, freut sich niemand. Dennoch schaden Sie dem biologischen Gleichgewicht Ihres Gartens und auch sich selbst, wenn Sie eine Wut gegen die Käferlarven aufbauen und allzu rabiat gegen sie vorgehen.

Lesen Sie auch

Schonende, ökologisch vertretbare Methoden sollten immer möglichst ausgereizt werden, bevor man zu chemischen Insektiziden greift – auch wenn das mehr Eigenleistung und Geduld erfordert. Ein wenig weise Akzeptanz gegenüber den Schöpfungen der Natur ist in jedem Fall wertvoller als einwand- und verlustfreie Kulturpflanzen im Garten.

Chemische Engerlingbekämpfungsmittel auf dem Markt

Im Gartenfachhandel und natürlich im Internet werden einige Insektizide und Pflanzenschutzmittel angeboten, die gezielt oder unter anderem auch gegen Engerlinge wirken. Bei solchen Mitteln ist immer zu bedenken, dass sie nicht nur für die unerwünschten Schädlinge toxisch sind, sondern auch für andere, nützliche Organismen und Pflanzen im Boden. Außerdem besteht eine nicht unbeträchtliche Gesundheitsgefahr für den anwendenden Menschen. Mögliche chemische Mittel gegen Engerlinge sind:

  • Agritox – EngerlingFrei
  • Nurelle D 550EC Dow Agro
  • Pyrinex 480 EC – Adama
  • Perlka Kalkstickstoff

Agritox EngerlingFrei ist ein Insektizid und bekämpft in erster Linie Engerlinge, Drahtwürmer und auch Blatt- und Schildläuse. Sein Wirkstoff Chlorpyrifos wirkt als Kontakt-, Fraß- und Atemgift und ist voraussichtlich noch bis Anfang 2020 in der EU als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Studien zeigen aber, dass mit dem Mittel gespritzte Gemüsepflanzen Rückstände zurückbehalten, die auch für den Menschen bei der Aufnahme toxisch sind.

Agritox – EngerlingFREI wird mit Wasser verdünnt zu einer Spritzbrühe angerührt, wobei sehr genau auf die richtige Dosierung geachtet werden muss.

Nurelle D 550EC Dow Agro und Pyrinex 480 EC – Adama basieren ebenfalls auf Chlorpyrifos, sind allerdings noch deutlich höher konzentriert.

Perlka Kalkstickstoff: Kalkstickstoff besteht aus Kalk, Nitrat und Calciumcyanamid, das bei der Ausbringung in Löschkalk und giftiges Cyanamid aufgespalten wird. Dieses wird aber innerhalb von 2 Wochen durch Mikroorganismen vollständig abgebaut.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Marko Aliaksandr/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.