Sind das Maden in meinem Rasen?

Beim Umgraben oder beim Anlegen eines neuen Beetes kann so manches zum Vorschein kommen - auch unschöne Überraschungen in Form von weißlichen, dicken, wurmartigen Tierchen. Dabei handelt es sich zwar nicht um Maden, aber um andere Larven, die durchaus kritisch zu betrachten sind.

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Bei fetten, weißen Maden im Rasen handelt es sich um Engerlinge

Was sind das nun für Bodenbewohner?

Wenn Sie beim Aufgraben Ihres Gartenrasens auf kleine, weißliche Kerlchen stoßen, die Sie spontan als Maden einstufen, haben sie wahrscheinlich folgende Merkmale:

  • Wurmartige, raupenartig segmentierte Erscheinung
  • C-förmig gekrümmt
  • 4-7 cm lang
  • Helle, cremeweiße bis gelbliche Farbe
  • 3 geknickte Brustbeinpaare
  • Dunkle Kopf- und Hinterleibpartie

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Sie können an all diese Erscheinungsmerkmale ein Häkchen setzen? Dann haben Sie es mit Engerlingen zu tun. Das sind keine Maden (Maden bilden innerhalb der Insektenlarven eine besondere Gruppe), sondern die Larven bestimmter Käferarten. Sie unterscheiden sich von Maden durch ihre vorhandene Kopfkapsel und ihre Beingliedmaßen. Wenn Engerlinge im Rasenboden wohnen, stammen sie mit großer Wahrscheinlichkeit von Mai-, Juni- oder Gartenlaubkäfern.

Sind die Tiere schädlich?

Ja, Engerlinge von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern werden im Gegensatz zu anderen Engerling-Arten, etwa denen von Rosen- und Nashornkäfern, als Schädlinge eingestuft. Denn sie ernähren sich von den Wurzeln lebender Pflanzen, bevorzugt eben von Graswurzeln. Das Ergebnis sind verkümmerte, gelbliche Inseln im Rasen, die sich einfach ablösen lassen. Aber auch im Gemüsebeet können Engerlinge den Hobbygärtner unterirdisch um seine Kulturpflanzen bringen.

Was ist zu tun?

Händisch einsammlen

Um sich der Engerlinge zu entledigen, sollten Sie als erstes einfache, mechanische Maßnahmen ergreifen: Am besten graben Sie die Stellen, an denen Sie Engerlinge bereits gefunden haben, gründlich um und sammeln die weißlichen Larven per Hand ein. Untersuchen Sie auch den restlichen Garten auf kümmernde Pflanzen und graben dort nach etwaigen weiteren Engerlingen. Hilfreich beim Einsammeln kann es sein, die Erde zu wässern. Das treibt die Engerlinge nach oben.

Langzeitbehandlung

Das direkte Einsammeln ist erst einmal die unmittelbarste Maßnahme. Angesichts der mehrjährigen Lebensdauer der Engerlinge muss aber langfristig gehandelt werden. Nützlich ist vor diesem Hintergrund eine Falle in Form eines mit Pferdemist gefüllten Eimers, den Sie in den Boden eingraben. Er zieht die Larven stark an und sammelt sie über ein Jahr hinweg, sodass sie dann einfach mitsamt dem Eimer aus dem Boden genommen werden können.

Ergänzend empfiehlt sich der Einsatz von Raub-Nematoden, die die Larven parasitieren und abtöten.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: S.O.E/Shutterstock

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