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Maden im Rasen: Schädlich und was kann man tun?

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Kahle Stellen und welke Halme im Rasen? Oft stecken Schädlinge dahinter. Dieser Artikel hilft Ihnen, Engerlinge und Tipula-Larven zu identifizieren und effektiv zu bekämpfen.

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Bei fetten, weißen Maden im Rasen handelt es sich um Engerlinge

Schädlinge im Rasen erkennen

Braune Flecken und absterbende Grassoden können auf Schädlingsbefall hinweisen. Graben Sie einen Teil der betroffenen Fläche um und suchen nach Larven, um festzustellen, ob Engerlinge oder Tipula-Larven die Ursache sind.

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Tipula-Larven

Tipula-Larven, auch Wiesenschnakenlarven genannt, sind grau-braun, walzenförmig und bis zu 4,5 cm lang. Sie fressen die Grashalme direkt über dem Boden ab, was kahle Stellen verursacht. Die Eiablage erfolgt im Spätsommer, und der Hauptschadfraß tritt im darauffolgenden Frühjahr auf.

Engerlinge

Engerlinge sind Larven verschiedener Käferarten, darunter Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer. Sie sind weißlich mit bräunlichem Kopf und drei Beinpaaren. Engerlinge fressen an den Graswurzeln, was zum Absterben der Pflanzen führt. Ihre Entwicklungszeit variiert je nach Käferart zwischen einem und fünf Jahren.

Unterscheidung der Engerlinge

Nicht alle Engerlinge sind schädlich. Einige sind nützlich, da sie abgestorbenes Pflanzenmaterial zersetzen. Zur Unterscheidung führen Sie einen einfachen Test durch:

  • Schädliche Engerlinge: Wie die des Mai- und Junikäfers behalten ihre gekrümmte Haltung oder bewegen sich seitlich liegend.
  • Nützliche Engerlinge: Wie die des Rosen- und Nashornkäfers strecken sich und versuchen, auf dem Rücken liegend zu entkommen.

Dieser Test hilft, nützliche Engerlinge zu schützen und gezielt nur schädliche Larven zu bekämpfen.

Bekämpfung von Wiesenschnakenlarven

Die Bekämpfung der Tipula-Larven kann anspruchsvoll sein, aber folgende Methoden sind wirksam:

  • Absammeln: Auf kleineren Flächen nachts oder bei trübem Wetter manuell absammeln.
  • Rasenwalzen: Reduziert den Befall durch mechanisches Verletzen der Larven.
  • Kalkstickstoff: Im frühen Frühjahr bei feuchtem Wetter ausbringen.
  • Nematoden: Nematoden der Art Steinernema carpocapsae im Herbst ausbringen.
  • Vertikutieren: Tiefes Vertikutieren dezimiert die Larven, erfordert jedoch Nachsaat.

Diese Maßnahmen reduzieren den Wiesenschnakenbefall und fördern einen gesunden Rasen.

Bekämpfung von Engerlingen

Auch die Bekämpfung von Engerlingen erfordert spezielle Methoden, da mechanische Maßnahmen oft wenig Wirkung zeigen. Hier sind einige hilfreiche biologische und ökologische Ansätze:

Biologische Methoden

  • Nematoden: Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora gegen Gartenlaubkäfer-Engerlinge bei Bodentemperaturen über 12 °C.
  • Pilze: Pilze wie Beauveria und Metarhizium infizieren die Engerlinge und töten sie ab.

Natürliche Feinde und Prävention

Förderung natürlicher Feinde wie:

  • Vögel: Amseln und Krähen fressen Engerlinge.
  • Igel: Helfen bei der Dezimierung der Larven.
  • Maulwürfe: Verzehren Engerlinge und verbessern die Bodenstruktur.

Mechanische Maßnahmen

Abheben und Absammeln: Begrenzte Schadstellen behandeln, größere Engerlinge einsammeln.

Vorbeugung

Präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Engerlingen im Rasen umfassen:

  • Natürliche Feinde fördern: Lebensräume für Igel, Vögel und Maulwürfe schaffen.
  • Humusaufbau: Verbesserung trockener Sandböden durch Humus.
  • Rasenmähen: Während des Käferflugs nicht zu kurz mähen.
  • Netze: Rasen während der Flugzeit der Käfer abdecken.
  • Vertikutieren: Regelmäßiges Auflockern des Bodens.
  • Bewässerung: Ausreichende Bewässerung zur Abschreckung von Engerlingen.
  • Nematoden: Jährliche Behandlung mit Nematoden zur Prävention.
  • Pflanzenwahl: Geranien oder Rittersporn an den Rändern pflanzen.
  • Knoblauch: Knoblauch pflanzen oder Knoblauchtee zur Abschreckung verwenden.

Schäden beseitigen

Nach erfolgreicher Bekämpfung müssen entstandene Schäden behoben werden. Kleinere Löcher können mit schnellkeimenden Rasensamen ausgebessert werden. Bei größeren Schäden:

  1. Grasnarbe entfernen: Beschädigte Grasnarbe abtragen und die Fläche glätten.
  2. Boden vorbereiten: Boden lockern für bessere Durchlüftung und Wasseraufnahme.
  3. Rasensamen ausbringen: Gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche verteilen.
  4. Rasen wässern: Frisch gesäte Fläche gleichmäßig und gründlich bewässern.

Regelmäßige Pflege und Bewässerung unterstützen das schnelle Nachwachsen des Rasens.

Bilder: S.O.E / Shutterstock