Wie sich Engerlinge bekämpfen lassen

Wer abgestorbene Rasenstellen zu beklagen hat und in seinen Beeten oder in Blumentöpfen gekrümmte, weißliche Larven findet, hat es wohl mit Engerlingen zu tun. Bestimmte Arten dieser Käferlarven sind als Schädlinge einzustufen und dementsprechend bekämpfenswert. Dafür gibt es verschiedenste Methoden.

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Das Ausgraben der Engerlinge ist aufwändig aber effektiv

Wissenswertes über Engerlinge

Als Engerlinge bezeichnet man die Larven von Käfern aus der gattungs- und artnereichen Überfamilie Scarabaeoidea. Für die hiesige Gartenkultur sind allerdings nur eine Handvoll relevant. Dazu gehören vor allem:

  • Maikäfer
  • Junikäfer (gerippte Brachkäfer)
  • Gartenlaubkäfer
  • Rosenkäfer
  • Nashornkäfer

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Die Larven dieser Käferarten haben alle ein typisches, meist nur schwer voneinander zu unterscheidendes Aussehen. Charakteristisch ist die C-förmig gekrümmte Form, die deutliche Segmentierung, die helle, gelbliche bis cremeweiße Farbe und die 3 geknickten Brustbeinpaare.

Nützliche und schädliche Engerlinge

Wen Sie willkommen heißen sollten

Nicht alle Engerlinge sind schädlich für Gartenkulturen, manche sind auch ziemlich nützlich. Um unnötige Bekämpfung zu vermeiden und keine Gratishilfe zu verschmähen, ist es also gut, die nützlichen Arten identifizieren zu können. Nützlich sind vor allem:

  • Rosenkäfer-Engerlinge
  • Nashornkäfer-Engerlinge

Sie ernähren sich nämlich ausschließlich von totem Pflanzenmaterial und können dadurch auf dem Kompost, wo sie bevorzugt leben, wertvollen Dauerhumus produzieren.

Identifizieren lassen sie sich einerseits schlichtweg an ihrer Wohnstätte auf dem Kompost. Nashornkäfer-Engerlinge sind außerdem mit 7-10 Zentimetern auffällig groß, Rosenkäfer-Engerlinge bewegen sich lustigerweise rücklings fort.

Wer Schaden anrichtet

Schädlich sind hingegen insbesondere:

  • Maikäfer-Engerlinge und
  • Junikäfer-Engerlinge.

Sie tun sich an den Wurzeln lebender Pflanzen gütlich, vor allem auf Gräser und zarte Gemüse- und Beerenpflanzen haben sie es abgesehen. Der Schaden zeigt sich entsprechend in abgestorbenen, einfach ablösbaren Raseninseln und kümmernden Beetpflanzen. Auch Gartenlaubkäfer-Larven ernähren sich von lebenden Wurzeln, sind aber mit nur etwa einem Zentimeter Länge deutlich kleiner als die 5-7 cm langen Maikäfer- und Junikäfer-Engerlinge und richten darum auch eher vernachlässigbaren Schaden an.

Bekämpfungsmaßnahmen

Allgemein sollten Sie bei der Engerlingbekämpfung möglichst auf schonende Methoden zurückgreifen. Denn sie tun dem biologischen Gleichgewicht Ihres Gartens und der Umwelt am besten. Die ökologischen, naturnahen Optionen lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

1. Mechanische Entfernung
2. Strategische, gezielte Bekämpfung
3. Abschreckende und abwehrende Maßnahmen

1.Mechanische Entfernung

Aufgraben und absammeln

Wenn Sie Rasen- und Beetpflanzenschäden feststellen, die auf einen Engerlingbefall hindeuten, können Sie erst einmal den direktesten Weg nehmen: den Boden an Ort und Stelle aufgraben und auf Engerlingjagd gehen. Je nach Bodenfestigkeit und Ausbreitung des Befalls ist hier aber Schwund vorprogrammiert. Alle Engerlinge zu erwischen, ist ziemlich unwahrscheinlich.

Ausspritzen

Bei Engerlingen in Blumenkübeln können Sie sich auch mit einem Gartenschlauch oder einem Niederdruckreiniger bewaffnen und den Wurzelballen einzelner Pflanzen ausspritzen.

2. Strategische Bekämpfung

Durch Nässe nach oben locken

Etwas indirekter kann man vorgehen, indem man die Engerlinge durch intensive Wässerung hervorlockt. Wie Regenwürmer werden die Käferlarven nämlich bei Regen an die Erdoberfläche getrieben. Wenn Sie also ein Beet stark wässern oder Topfpflanzen in ein Tauchbad geben, werden sich die Schädlinge an die Oberfläche begeben, wo Sie sie absammeln können.

Nematoden einsetzen

Eine ziemlich zuverlässige Methode ist der Einsatz von Raub-Nematoden. Solche parasitären Fadenwürmer besiedeln die Engerlinge und geben Bakterien in ihre Blutbahn ab, die sie töten. Geeignet sind Raub-Nematoden der räuberischen Gattung Heterorhabditis, die im Gartenfachhandel oder auch im Internet erwerbbar sind und über das Gießwasser ausgebracht werden können.

Engerling-Falle

Eine effektive und sanfte, allerdings auch Geduld erfordernde Methode ist eine Engerlingfalle. Sie ist einfach zu errichten und bringt die Schädlinge an einen Ort zusammen, wo sie dann in einem Rutsch entfernt werden können. Füllen Sie einen Eimer bis kurz unter den Rand mit Pferdemist und graben ihn an befallener Stelle im Gartenboden ein. Dort sollte er ein Jahr lang verbleiben, bis die Engerlinge in den verführerischen Dung hineingekrochen sind und einfach mitsamt dem Eimer aus dem Boden genommen werden können.

Tödliche Pflanzen

Manche Pflanzen sind für Engerlinge toxisch – und trotzdem machen sie beim Fressen vor ihren Wurzeln nicht halt. Sie bringen sich also unwissentlich selber um. Zu diesen Pflanzen gehören Geranien und Rittersporn.

3. Abschreckende und abwehrende Maßnahmen

Abschreckende Pflanzen

Bestimmte Pflanzen haben eine abschreckende Wirkung auf die adulten Käfer und hindern sie an der Eiablage. Dazu gehört vor allem Knoblauch. Wenn Sie Knoblauchpflanzen in Beete und Balkonkübel setzen, können Sie der Engerlingbesiedlung vorbeugen.

Insektenschutznetze

Das Aufspannen von Insektenschutznetzen während der Flugzeiten der Käfer ist sehr sinnvoll, um sich gar nicht erst den Ärger mit den Larven einzuhandeln. Um die Maßnahme rechtzeitig einleiten zu können, ist es natürlich nötig, die Mai- und Junikäferjahre zu verfolgen und in entsprechenden Jahren die Netze ab Mai vorzubereiten.

Insektizide

Insektizide sollten immer das letzte Mittel der Wahl sein. Denn sie töten schließlich nicht nur die unerwünschten Schädlinge auf unschöne Weise ab, sondern auch Nützlinge und Pflanzen. Im Fachhandel angebotene Mittel sind etwa Produkte wie das gesundheitsschädliche Kwizda Agritox EngerlingFrei, „Gegen Engerlinge im Rasen“ von Bayer oder auch Kalkstickstoffgranulat.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: kram9/Shutterstock

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