Den Rosenkäfer kennenlernen

Mit seinem grünlich-golden schimmernden Kleid gehört der Rosenkäfer (Cetonia aurata) zu den schönsten Gartenbesuchern. Während die erwachsenen Tiere vor allem die Blüten von Rosen und anderen Gewächsen aufsuchen, sind die überaus nützlichen Engerlinge im Kompost zu finden.

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Die bekannteste Rosenkäferart begeistert mit ihrem grünen Panzer

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt rund 3000 verschiedene Arten von Rosenkäfern, von denen die meisten in den tropischen Regionen der Erde beheimatet sind.
  • Sie fallen oft durch ihre metallisch glänzende Farbenpracht und bunte Muster auf.
  • Heimische Arten sind im Garten nützlich, da sie zur Humusproduktion beitragen und Blütenpflanzen bestäuben. Im Kompost befindliche Larven sind zumeist Rosenkäfer-Engerlinge.
  • Exotische Arten lassen sich in Terrarien halten und sind beliebte und je nach Varietät recht unkomplizierte Haustiere.

Was sind Rosenkäfer?

Wie die eng verwandten Mai- oder Junikäfer gehören Rosenkäfer (lat. Cetoniinae) zu den Blatthornkäfern (lat. Scarabaeidae). Die Familie ist auf der ganzen Welt verbreitet, wobei ein großer Teil der rund 3000 Arten in den tropischen Regionen beheimatet sind. In Deutschland kommen lediglich der im Garten häufig anzutreffende Goldglänzende Rosenkäfer (lat. Cetonia aurata, auch „Gemeiner Rosenkäfer“), der seltener auftretende Große Rosenkäfer (lat. Protaetia speciosissima, auch „Großer Goldkäfer“) sowie der Kupfer-Rosenkäfer (lat. Protaetia cuprea) vor. Die anderen europäischen Arten sind hierzulande eher selten bzw. sind in der Mittelmeerregion zu Hause.

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Große Artenvielfalt

Die rund 3000 verschiedenen Arten der Rosenkäfer verteilen sich auf 400 unterschiedliche Gattungen. Davon sind nur 14 Varietäten in Europa beheimatet, der Rest der Wärme liebenden Insekten kommt vornehmlich in den Tropen vor.

Europäische Rosenkäfer in der Übersicht

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Der Schwarze Rosenkäfer ist schwarz, sofern er nicht voller gelber Pollen ist

Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Rosenkäfer können Sie – etwas Glück vorausgesetzt, denn die meisten Arten gelten als stark in ihrem Bestand gefährdet – im Garten bzw. in der freien Natur beobachten. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist insbesondere in Süddeutschland – vornehmlich Bayern und Baden-Württemberg – besonders hoch, da die Tiere als Wärme liebend gelten. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

ArtAlternative NamenWissenschaftlicher NameVorkommenGrößeFärbungBesonderheiten
Goldglänzender RosenkäferGemeiner RosenkäferCetonia aurataganz Europa, Klein- und Vorderasien bis nach China14 bis 20 Millimetermetallisch grün-golden schimmerndsteht in Deutschland unter Naturschutz
Trauer-RosenkäferSchwarzer RosenkäferOxythyrea funestavornehmlich im Mittelmeerraum, selten in Süddeutschland8 bis 12 Millimeterglänzend schwarz, viele weiße Flecken / Punktestark gefährdete Art
Großer RosenkäferGroßer GoldkäferProtaetia speciosissimaMitteleuropa22 bis 28 Millimetermetallisch grüngolden schimmerndstark gefährdete Art
Kupfer-RosenkäferVariabler RosenkäferProtaetia cupreaMitteleuropa14 bis 23 Millimetermetallisch grüngolden schimmerndsteht in Deutschland unter Naturschutz
Bronzegrüner RosenkäferMarmorierter RosenkäferProtaetia lugubrisMitteleuropa19 bis 25 Millimetermetallisch glänzend mit vielen weißen Fleckenstark gefährdete Art
Zottiger RosenkäferTropinota hirtaSüd- und Mitteleuropa8 bis 11 Millimetermattschwarz, auffällige Behaarunggefährdete Art

Exotische Rosenkäfer in der Übersicht

Viele der hierzulande bekannten Rosenkäfer-Arten stammen aus Zentralafrika, wo sie vornehmlich in den Regenwäldern und baumbestandenen Savannen vorkommen. Aufgrund ihrer Größe und ihrer bunten Färbung erfreuen sich manche dieser Varietäten großer Beliebtheit für die Terrarienhaltung, zumal diese als recht unkompliziert gilt. In der folgenden Tabelle stellen wir Ihnen einige der bekanntesten exotischen Rosenkäfer vor.

ArtWissenschaftliche BezeichnungVorkommenGrößeFärbungNahrungBesonderheiten
Afrikanischer Rosenkäfer (Uganda-Rosenkäfer)Mecynorhina torquata ugandensisTeile Ugandas und des Kongomeist zwischen 50 und 60 Millimeter, manchmal deutlich größersehr variabel, mehrfarbigImagines Früchte, Larven Humusin Terrarienhaltung sehr häufig
Kongo-RosenkäferPachnoda marginatahauptsächlich Kongo, aber auch andere Teile Zentralafrikas20 bis 25 Millimetervariabel, mehrfarbigLarven ernähren sich von Blättern und Früchtenbeliebt in der Terrarienhaltung
GoliathkäferGoliathusWest- und Zentralafrikabis zu zehn Zentimeter lang, Larven bis zu 15 Zentimeterauffällig schwarz-weißBaumsäftegehören zu den größten und schwersten Käfern überhaupt
Südafrikanischer FruchtkäferPachnoda sinuataSüdafrika und Namibia20 bis 25 Millimeterauffällig schwarz-gelb, gelbe UnterseiteObst und Blütenin seiner Heimat als Schädling klassifiziert
Eudicella tetraspilotaZentralafrika25 bis 40 Millimetervariabel, mehrfarbigObstbeliebt in der Terrarienhaltung

Charakteristische Merkmale

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Der Rosenkäfer ist vor allem aufgrund seiner metallenen Farben so beliebt

Typisch für die meisten Rosenkäfer ist ihre prächtige Färbung, weswegen manche Arten auch gerne als Haustiere im Terrarium gehalten werden. Die Tiere sind häufig metallisch glänzend oder anderweitig auffällig gefärbt, zudem besitzen sie, eher ungewöhnlich für Käfer, ein zweites Flügelpaar. Dieses können sie unter den geschlossenen Deckflügeln durch eine Wölbung entfalten und so fliegen. Dadurch wirken die Tiere etwas schwerfällig und plump. Die Larven der Rosenkäfer sind, typisch für Engerlinge, zumeist C-förmig gekrümmt und strecken sich lediglich in Rückenlage aus. Als Engerlinge werden übrigens nicht nur die Larven von Mai- und Junikäfern bezeichnet, sondern allgemein die Nachkommenschaft von allen Blatthornkäfern.

Lebensweise

Die adulten Rosenkäfer – Imagines genannt – ernähren sich hauptsächlich von flüssigen Blatt- und Baumsäften sowie von Blütennektar und Obst. Manche Varietäten fressen sogar ganze Blüten und werden daher als Schädlinge eingestuft. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Südafrikanische Fruchtkäfer. Die Larven leben zumeist in verrottendem Holz oder Mulm und ernähren sich davon. Die konkrete Lebensweise der Käfer ist jedoch stark artabhängig und damit variabel.

Rosenkäfer im Garten

Haben Sie einen goldenen Rosenkäfer in Ihrem Garten gefunden? Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Gemeinen oder auch Goldglänzenden Rosenkäfer (lat. Cetonia aurata), der während der Sommermonate recht häufig anzutreffen ist. Da diese Art, wie alle Rosenkäfer, die Wärme liebt, finden Sie die Tiere vor allem während der Mittagsstunden an Rosen und anderen großblumigen Gewächsen wie beispielsweise:

  • Holunder
  • Hartriegel
  • Weißdorn
  • Obstgehölzen
  • Doldenblütlern

Die Larven hingegen fühlen sich vor allem im Kompost sehr wohl, da sie hier Nahrung in Hülle und Fülle finden. In der freien Natur wächst und gedeiht der Nachwuchs jedoch eher im verrottenden Holz, beispielsweise am Fuße großer und alter Bäume.

Schädling oder Nützling?

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Rosenkäferlarven sehen den gefürchteten Engerlingen zum Verwechseln ähnlich

So mancher Gärter vernichtet unbedacht die beim Umgraben des Komposts gefundenen Rosenkäfer-Engerlinge. Kein Wunder, schließlich lassen sich die weißen Larven leicht mit denen des Mai-, Juni- oder gar des Gartenlaubkäfers verwechseln. Im Gegensatz zu diesen Arten der Blatthornkäfer gehören allerdings weder die Larven noch die adulten Rosenkäfer zu den Schädlingen – ganz im Gegenteil.

Während die Rosenkäfer-Larven während ihrer etwa zweijährigen Larvenzeit vornehmlich von den verrottenden organischen Bestandteilen des Komposts leben und damit einen wichtigen Beitrag zu dessen Umwandlung in wertvollen Humus leisten, ernähren sich die erwachsenen Käfer hauptsächlich von Pollen und Nektar. Da sie flüssige Nahrung bevorzugen, können auch Pflanzensäfte (die etwa bei Schnittverletzungen etc. entstehen) oder auch die Säfte reifer Früchte auf den Speiseplan stehen.

Fraßschäden in Form von angeknabberten Blütenblättern und anderen Pflanzenteilen sind hingegen nicht zu befürchten – es sei denn, die Population nimmt derart überhand, dass die vorhandene Nahrung nicht für alle Rosenkäfer und ihre Larven reicht. Dies ist jedoch nur sehr selten der Fall, beispielsweise wenn sich die Engerlinge in einem kleinen Blumentopf entwickeln. Hier fressen die Rosenkäfer-Larven vor lauter Hunger auch mal die Wurzeln an, normal ist ein solches Verhalten jedoch nicht.

Die Bedeutung des Rosenkäfers und seiner Larven im Überblick:

  • weder adulte Käfer noch Larven fressen Pflanzenteile an
  • Larven ernähren sich nicht von Wurzeln und anderen unteriridischen Pflanzenteilen
  • adulte Rosenkäfer brauchen flüssige Nahrung wie Pollen und Nektar
  • Larven ernähren sich von verrottenden organischen Stoffen
  • Rosenkäfer helfen dagegen bei der Bestäubung von Pflanzen
  • Larven sind wichtig für die Humusbildung

Aufgrund dieser für das Ökosystem wichtigen Rollen wurde der Rosenkäfer bereits 2000 zum „Insekt des Jahres“ gewählt. Die Tatsache, dass die hübschen Tiere zudem als gefährdete Art gelten, hat bei der Entscheidung wahrscheinlich ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. An allen Gründen hat sich bis heute nichts geändert.

Exkurs

Rosenkäfer stehen unter Naturschutz

Im Gegensatz zu den anderen Rosenkäfer-Arten gilt der Goldglänzende Rosenkäfer nicht als akut vom Aussterben gefährdet, unterliegt jedoch trotzdem dem Bundesnaturschutzgesetz und gilt somit als besonders geschützte Art. Das wiederum bedeutet, dass Sie weder die erwachsenen Käfer noch seine Larven fangen, einsammeln oder gar töten dürfen. Überprüfen Sie daher beim Fund von Engerlingen ganz genau, um welche Art es sich handelt.

Rosenkäfer-Larven im Kompost

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Rosenkäferlarven sind eine Wohltat für jeden Kompost

Wenn Sie Engerlinge im Kompost finden, so handelt es sich fast immer um die nützlichen Larven des Rosenkäfers. Graben Sie diese unbedingt so schnell wie möglich wieder ein, denn sie sterben an der Sonne bzw. Luft schnell. Die Larven des Maikäfers hingegen sind da zu finden, wo der Tisch reichlich mit Pflanzenwurzeln gedeckt ist – denn davon ernähren diese Tierchen sich, weshalb sie – im Gegensatz zu den Rosenkäfer-Engerlingen – im Garten erheblichen Schaden anrichten können. Im Kompost finden Sie Mai- bzw. Junikäferlarven so gut wie niemals, denn hier mangelt es an ihrer Leibspeise, lebenden Pflanzenwurzeln.

Rosenkäfer- oder Maikäferlarve? So unterscheiden Sie die Engerlinge

Rosen- und Maikäferlarven sehen sich zwar äußerlich recht ähnlich, können aber anhand bestimmter äußerer Merkmale sowie an ihrer Art der Fortbewegung recht sicher voneinander unterschieden werden. Für diesen Fortbewegungstest legen Sie die gefundenen Larven am besten auf eine flache Unterlage.

 RosenkäferMaikäferJunikäfer
Körperlänge5 bis 7 Zentimeter5 bis 7 Zentimeter5 bis 7 Zentimeter
Körperformhinten dicker als vorn, schwache Stummelbeinchengleichmäßig dick, starke, längere Beinchengleichmäßig dick
Färbungweiß, grau-schwarze Schattierungenweißgelblicher Körper, brauner Kopfweißgelblicher Körper, brauner Kopf
Fortbewegungstreckt sich, Stummelbeinchen in die Höhe, kriecht auf dem Rücken davonbleibt gekrümmt auf der Seite liegen und versucht so davonzukriechenstreckt sich, kriecht in Bauchlage

Übrigens: Auch wenn es sich bei den Larven von Mai- und Junikäfern um Schädlinge handelt, so sind diese Arten doch mittlerweile sehr selten geworden. Zwischenzeitlich galten die beiden Arten als nahezu ausgestorben, allerdings scheinen sich die Bestände allmählich zu erholen. Töten Sie die Larven daher nach Möglichkeit nicht, sondern graben Sie sie vielleicht nur aus und an einer anderen Stelle wieder ein. Weder der Mai- noch der Junikäfer stehen übrigens unter Naturschutz.

Tipps

Handelt es sich bei den im Kompost gefundenen Larven um besonders große Exemplare, so haben Sie wahrscheinlich Larven des seltenen Nashornkäfers (lat. Oryctes nasicornis) entdeckt. Diese werden oft mehr als sieben Zentimeter lang und zählen ebenfalls zu den Humus produzierenden Nützlingen.

Entwicklung und Lebenserwartung

Je nach Witterung beginnt die Flugzeit der Rosenkäfer ab April. Zu diesem Zeitpunkt kommen die Brummer aus ihren Winterquartieren. Die Weibchen beginnen alsbald mit der Eiablage, wofür sie sich eine passende Stelle in einem Komposthaufen oder an moderndem Holz suchen. Die kugeligen, kleinen Eier sind weißlich gefärbt. Die Larven schlüpfen bereits nach wenigen Tagen.

  • Die Larvenentwicklung verläuft über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren.
  • Die Larven werden bis ca. fünf Zentimeter lang.
  • Sie häuten sich zwei Mal.
  • Sie ernähren sich von zersetzendem, organischem Material wie etwa Holzresten, Früchten, Mulm etc.
  • Zum Zeitpunkt der Verpuppung bauen sich die Larven Kokons aus Erde, Sand und Holzresten.
  • Die Verpuppung dauert rund drei Wochen, dann schlüpft der fertige Käfer.
  • Die Verpuppung erfolgt meist im Spätsommer / frühen Herbst.
  • Die jungen, frisch geschlüpften Käfer überwintern in der Erde.
  • Sie kommen erst im Frühjahr zum Vorschein.

Ab diesem Zeitpunkt lebt der fertige Käfer noch etwa fünf bis sieben Monate lang, sofern er nicht zuvor einem Unfall, einer Krankheit oder einem Fressfeind (z. B. einem Singvogel) zum Opfer gefallen ist. Ein weiteres Mal überwintert das Tier jedoch nicht, sondern stirbt spätestens im Herbst ab.

Rosenkäfer bekämpfen? Das können Sie tun

Da der Rosenkäfer unter Naturschutz steht und zudem im Garten sehr nützlich ist, dürfen Sie ihn nicht bekämpfen. Weder biologische noch chemische oder auch Hausmittel sind als Maßnahmen zulässig. Sollten sich die Tierchen in Ihrem Garten allzu wohl fühlen und sich über Gebühr vermehren, können Sie es ihnen jedoch mit einigen einfachen Maßnahmen ungemütlich machen:

  • Halten Sie den Kompost unter Verschluss, vor allem zur Eiablagezeit im Frühjahr.
  • Räumen Sie verrottendes Holz und anderes Totholz stets umgegend weg.
  • Sammeln Sie adulte Käfer ab und setzen Sie sie an anderer Stelle wieder aus.
  • Der beste Zeitpunkt hierfür ist der zeitige Morgen, da die Käfer hier noch recht träge und kaum bewegungsfähig sind.
  • Graben Sie die Larven aus und setzen Sie sie an einer anderen, geeigneten Stelle wieder aus.

Doch wie bereits gesagt: Diese Maßnahmen sind genau genommen nicht notwendig, da es sich um einen ausgesprochenen Nützling handelt.

Rosenkäfer-Larven im Blumentopf – So retten Sie Ihre Topfpflanzen

Problematisch wird es höchstens dann, wenn sich die Larven in einem Blumentopf eingenistet haben. In einem solchen Fall kann es schnell zu eng werden und vor allem zu Futterengpässen kommen, weshalb die Engerlinge – ganz wider ihre Natur – auch lebende Pflanzenwurzeln anfressen. Das muss jedoch nicht sein:

  1. Heben Sie die Pflanze mitsamt Wurzelballen aus dem Topf.
  2. Sammeln Sie alle Engerlinge vorsichtig ein.
  3. Sie beißen nicht und sind auch nicht giftig.
  4. Setzen Sie sie zunächst in einen anderen, mit Erde gefüllten Topf.
  5. Graben Sie die Larven so schnell wie möglich an einer geeigneten Stelle wieder ein.
  6. Reinigen Sie das Pflanzgefäß und setzen Sie Ihre Pflanze in ein frisches Substrat wieder ein.

Lassen Sie die Larven nicht zu lange ohne Schutz, denn an der Sonne überleben sie nur sehr kurz. Eine geeignete neue Heimstatt sollte reich an Humus und verfaulenden Pflanzenresten sein. Der Gartenkompost ist für diesen Zweck ideal.

Rosenkäfer halten und züchten

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Rosenkäfer können daheim gezüchtet werden

Aufgrund ihrer schillernden Farbenpracht sind Rosenkäfer beliebte Haustiere, die sich prima in Terrarien halten lassen. Hierfür eignen sich ausreichend große Plastikboxen aus dem Baumarkt übrigens ebenso wie hochwertige Gehäuse aus beispielsweise Glas. Wichtig ist nur, dass die Behältnisse belüftet werden können, zudem müssen sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit regulieren lassen. Für kleinere Käferarten sollte das Terrarium eine Kantenlange von jeweils 30 Zentimetern aufweisen, für größere sind 50 Zentimeter optimal. Halten Sie die Tiere zudem nicht alleine, sondern immer mindestens zu zweit.

Rosenkäfer sind übrigens sehr kurzlebige Haustiere: Die adulten Käfer werden nicht älter als etwa fünf bis sieben Monate. Damit Sie also von Ihren neuen Lieblingen etwas haben, müssen Sie im Terrarium für die entsprechenden Fortpflanzungsbedingungen sorgen. Dann legen Ihre Weibchen Eier und Sie können sich fortlaufend an neuen Tieren erfreuen und diese während ihrer gesamten Entwicklungszeit intensiv beobachten. Doch Vorsicht: Rosenkäfer mögen es nicht, aus dem Terrarium heraus- und auf die Hand genommen zu werden. Sie werden nicht zahm, sondern lediglich gestresst – was sich wiederum negativ auf ihre Lebenserwartung auswirkt. Wer ein Kuscheltier sucht, sollte sich also besser ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen zulegen.

Geeignete Arten

Für die Haltung in Terrarien kommen viele Rosenkäfer-Arten in Frage, allerdings eignen sich nicht alle für Anfänger. Manche Spezies sind recht anspruchsvoll, weshalb Sie neben Fingerspitzengefühl auch schon ein gewisses Maß an Erfahrung und Spezialwissen benötigen. Als besonders schwer zu halten und zu züchten gelten vor allem die Arten Goliathus (Goliath-Käfer), Argyrophegges (ebenfalls ein Riesenkäfer aus der Gruppe der Goliath-Käfer), Fornasinius (ein schwarzer Goliath-Käfer) und Hegemus (ein schwarzer Goliath-Käfer mit hübscher Zeichnung).

Für Anfänger am besten eignen sich jedoch diese Arten:

  • Pachnoda marginata peregrina: Kongo-Rosenkäfer, Klassiker in der Terrarienhaltung, braucht Temperaturen zwischen 23 und 27 °C, einen hellen Standort und Beleuchtung, Substrathöhe 15 Zentimeter, Laubwaldhumus mit verrottendem Weißholz
  • Chlorocala africana: optimale Temperatur zwischen 25 bis 30 °C, nachts nicht weniger als 18 °C, hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 75 % (nachts 80 bis 85 %), 15 Zentimeter dicke Substratschicht aus Laubhumus (Eiche, Buche) sowie verrottendem Holz
  • Dicronorhina derbyana: optimale Temperatur zwischen 18 und 25 °C, 15 Zentimeter dicke Substratschicht aus Laubwaldhumus
  • Eudicella euthalia bertherandi: Brauner Rosenkäfer, optimale Temperatur zwischen 18 und 25 °C, Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 %, 15 Zentimeter dicke Substratschicht aus Laubwaldhumus

Die hier aufgeführten Rosenkäfer sind allesamt tagaktiv und eignen sich daher gut als Haustiere.

Wo kann man Rosenkäfer kaufen?

Wenn Sie sich für die Haltung und Zucht von Rosenkäfern interessieren, so finden Sie entsprechende Angebote im spezialisierten Zoofachhandel. Allerdings werden Sie beim Fachgeschäft um die Ecke wahrscheinlich eher nicht fündig werden bzw. müssen die gewünschten Tiere dort bestellen. Einfacher funktioniert der Kauf im Onlinefachhandel, wo Sie allerdings unbedingt auf seriöse Angebote zurückgreifen sollten. Diese verschicken die Tiere beispielsweise nicht ganzjährig, sondern nur bei entsprechender Witterung (d. h. nicht, wenn es sehr heiß oder kalt ist!) und kennzeichnen dies in ihren Onlineshops auch.

Stellen Sie sicher, dass Sie zur Paketannahme zu Hause sind, damit die Tiere nicht unnötig im Briefkasten oder tagelang bei den Nachbarn in der Verpackung ausharren müssen. Hierzu ist das Reisebehältnis nicht geschaffen und kann dazu führen, dass Ihre neuen Haustiere absterben. In der Regel können Sie sowohl erwachsene Käfer (Stückpreis um die 20 EUR) oder Larven (fünf Stück um die 25 EUR) erwerben.

Terrarium: Mit dieser Einrichtung fühlen sich Rosenkäfer wohl

Die Einrichtung des Käfer-Terrariums ist recht unkompliziert: Das Wichtigste ist die etwa 15 Zentimeter dicke Bodenschicht aus Laubhumus und verrottendem Holz. Je nach Art nehmen Sie hierfür am besten durch den Händler fertig angemischtes Substrat oder mischen dieses selbst aus

  • Laub von Waldbäumen (Buchen, Eichen)
  • Laubhumus (gekauft oder aus dem Wald)
  • Sand
  • und kleingeschnittenen Zweigen (Buche, Eiche)

Das Substrat sollte – je nach Käferart – feucht bis eher trocken, aber auf keinen Fall staubtrocken sein. Dort hinein stecken Sie einige weitere Zweige, auf denen die erwachsenen Käfer klettern können. Wie Sie das Innere weiterhin gestalten, bleibt dagegen ganz Ihnen und Ihrem Geschmack überlassen. Allerdings eignen sich verschiedene Steine (in Gruppen, als Versteckmöglichkeiten) sowie eine Bepflanzung mit typischen Nahrungspflanzen perfekt an.

Tipps

Verzichten Sie zur Beheizung des Terrariums möglichst auf Heizmatten, da diese das Substrat austrocknen lassen und damit die Entwicklung der Larven stören.

Welches Futter brauchen Rosenkäfer?

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Rosenkäfer lieben Obst

Rosenkäfer sind reine Vegetarier. Füttern Sie die erwachsenen Käfer entweder mit so genannten Beetle Jellys (im Fachhandel erhältlich) oder legen Sie reifes bis überreifes Obst auf einem flachen Schälchen ins Terrarium. Besonders gern fressen die Tierchen Bananen, Birnen, Erdbeeren und Mangos. Für mehr Abwechslung sorgen bunte Blüten, die Sie frisch pflücken und den Tierchen reichen können. Auf Hibiskus-, Kürbis- und Zucchiniblüten, aber auch auf Kapuzinerkresse, Klee, Löwenzahn und Obstbaumblüten sitzen die Rosenkäfer oft stundenlang und lassen sich Pollen und Nektar schmecken. Die Larven bekommen ein spezielles Larvenfutter sowie überreife Bananen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Rosenkäfer giftig? Sind sie für Kleinkinder und Haustiere gefährlich?

Nein, Rosenkäfer sind nicht giftig. Da sie weder giftig sind noch beißen oder stechen, sind sie sowohl für Kinder als auch für viele Haustiere völlig ungefährlich. Machen Sie sich also keine Sorgen, sollten Katze oder Hund einmal einen solchen Käfer gefressen haben. Übrigens: In vielen Regionen West- und Zentralafrikas gelten die rund 15 Zentimeter langen Larven des Goliathkäfers als Delikatesse und sind dort zudem ein wichtiger Eiweißlieferant.

Kann der Rosenkäfer fliegen? Wann sind die Tiere besonders häufig anzutreffen?

Die heimischen Rosenkäfer-Arten fliegen zwischen April und Oktober, sind aber vor allem in den warmen Sommermonaten – und dann vor allem zur Mittagszeit – besonders häufig anzutreffen. Tatsächlich können die dicken Käfer fliegen, lassen dazu allerdings die Deckflügel geschlossen und schieben die darunter liegenden Flügelpaare lediglich hervor.

Tipps

Rosenkäfer verpuppen üblicherweise im Spätsommer und überwintern als fertige Käfer im Erdboden. Dasselbe gilt für die Larven, die ebenfalls die schützende Erde nicht verlassen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: Robert Lessmann/Shutterstock, Biloba World/Shutterstock, redmiko/Shutterstock, Oksana_Schmidt/Shutterstock, Martina Unbehauen/Shutterstock, Cansu Mulkern Fenton/Shutterstock

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