junikaefer
Der Junikäfer sieht dem Maikäfer zum Verwechseln ähnlich

Junikäfer – Erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Der Junikäfer ist der kleinere Bruder des Maikäfers. Anders als die verwandte Art richtet der Junikäfer geringere Schäden an. Diese können regional unterschiedlich ausfallen und punktuell große Ausmaße annehmen. Eine gezielte und umweltschonende Bekämpfung ist oft der einzige Ausweg.

Was sind Junikäfer?

Hinter dem Junikäfer (englisch: june beetle oder summer chafer) versteckt sich die Art Amphimallon solstitiale, die auch als Gerippter Brachkäfer bezeichnet wird. Sie gehört zur Familie der Blatthornkäfer und ist nahe mit dem Maikäfer verwandt. Junikäfer erreichen eine Größe zwischen 14 und 18 Millimeter und haben gelbbräunliche bis braun gefärbte Flügeldecken. Scheitel und Halsschild sind dunkler gefärbt als der Rest des Körpers.

Was den Käfern ihren offiziellen deutschen Namen gab, ist die Musterung der Flügeldecken. Auf jeder Seite befinden sich drei erhabene Rippen. Auffällig sind die langen Fühler, deren aufgesetzter Fächer beim genaueren Hinschauen dreifach gegliedert ist. Am Halsschild und unter den Deckflügeln sind die Käfer behaart.

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Fortpflanzung und Entwicklungsstadien

Im Juni erfolgt die Paarung der Käfer. Das Weibchen legt im Juli bis zu 35 Eier in sandige Böden. Sie fliegen zur Eiablage zu den Stellen zurück, an denen sie selbst geschlüpft sind. Kurz darauf stirbt das Weibchen. Das erste Larvenstadium schlüpft je nach Zeitpunkt der Eiablage zwischen Juli und August.

Sobald eine Larve geschlüpft ist, kriecht sie in das Substrat. Zum Überwintern häuten sich die Larven, sodass sie im zweiten Larvenstadium den Winter überdauern. Um vor den frostigen Temperaturen geschützt zu sein, ziehen sich die Engerlinge unter die Frostgrenze des Bodens zurück.

Im Juni des zweiten Jahres häuten sich die Engerlinge, um im dritten Larvenstadium wieder in die Nähe der Wurzeln zu wandern. In diesem Stadium überdauern die Larven den kommenden Winter in tieferen Erdschichten. Im dritten Jahr verwandeln sich die Engerlinge in eine Puppe, aus der im Juni die ausgewachsenen Käfer schlüpfen. In nördlichen Regionen dauert die vollständige Entwicklung bis zu vier Jahre.

So groß sind die Larvenstadien:

  • erstes Stadium: etwa ein Zentimeter
  • zweites Stadium: zwei bis drei Zentimeter
  • drittes Stadium: bis fünf Zentimeter

Feinde

Zu den natürlichen Feinden der fliegenden Käfer zählen Fledermäuse. Die insektenfressenden Säugetiere sind dann aktiv, wenn auch die Junikäfer ihre höchste Aktivität haben. Die Larven werden von Spitzmäusen und Maulwürfen gefressen. In naturnahen Gärten mit unterschiedlichen Lebensräumen, in denen viele verschiedene Insektenarten eine optimale Lebensgrundlage vorfinden, wird die Ausbreitung der Junikäfer auf natürliche Weise reguliert.

Im und auf dem Boden lebende Feinde:

  • Gliederfüßer wie Steinkriecher
  • Schmarotzerfliege
  • Dolchwespen
  • Larven verschiedener Laufkäfer

Verwechslungsgefahr zu anderen Käfern

Es gibt einige Käferarten, die leicht mit dem Junikäfer verwechselt werden können. Da einige andere Blatthornkäfer ebenfalls als Junikäfer bezeichnet werden, herrschen oft Missverständnisse. Eine eindeutige Artabgrenzung ist jedoch wichtig, da durch Bekämpfungsmaßnahmen auch nützliche Käfer gefährdet werden können.

Maikäfer und Junikäfer im Vergleich

Der in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Maikäfer ist der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha). Er gehört ebenfalls zur Familie der Blatthornkäfer und besiedelt offene Landschaften. Seine Larven benötigen einen gut lockeren Boden mit feuchten Bedingungen. In Gärten, Parks und auf Wiesen finden sie oft optimale Bedingungen vor.

 MaikäferJunikäfer
Größe22 bis 32 Millimeter14 bis 18 Millimetern
Flügeldeckenhell oder dunkel rotbraungelbbraun
Behaarunganliegend weiß, nie deckendbräunlich, dicht borstig
Längsrippenvier pro Flügeldeckedrei pro Flügeldecke
Unterscheidung der Larven

Die Engerlinge von Mai- und Junikäfer sind cremeweiß bis weiß-gelblich gefärbt und besitzen eine braune Kopfkapsel. Dadurch sind die Arten nur schwer voneinander unterscheidbar, was die gezielte Bekämpfung erschwert. Sie haben eine typische Haltung, die an ein „c“ erinnert. Um beide Arten voneinander zu trennen, muss das letzte Hinterleibssegment genauer untersucht werden. Bei den Maikäfern besitzt dieses letzte Glied eine ringförmige Querfurche, sodass das Segment scheinbar zweigeteilt ist.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Junikäfer und Maikäfer ist die Afterspalte auf dem letzten Segment. Bei den Junikäferlarven ist diese tief eingeschnitten und nach oben dreistrahlig aufgefächert. Maikäferlarven haben eine seicht ausgerandete Afterspalte.

Julikäfer

Hinter dem Julikäfer versteckt sich die Art Anomala dubia, die auch als Metallischer Julikäfer bezeichnet wird. Grund für diese Namensgebung ist der metallische Glanz von Kopf und Halsschild, die grün schillern. Seine Flügeldecken sind hellbraun gefärbt. Diese Art gehört ebenfalls zu den Blatthornkäfern und wird zwischen zwölf und 15 Millimeter lang.

Ein typisches Erkennungsmerkmal ist die fehlende Behaarung, die ihn von anderen Gartenlaubkäfern unterscheidet. Wie der Junikäfer legt auch diese Art ihre Eier in sandige Böden. Die Engerlinge fressen Wurzeln von Gräsern und Gehölzen, während sich die Käfer von Weiden- und Birkenblätter ernähren.

Aktivität der Julikäfer:

  • Flugzeit zwischen Mai und August
  • sonnige Tage werden bevorzugt
  • fliegt in der Dämmerung

Rhizotrogus marginipes

Dieser Blatthornkäfer wird gelegentlich als Junikäfer bezeichnet, da es für ihn keine offizielle deutsche Bezeichnung gibt. Vom eigentlichen Junikäfer unterscheidet sich diese Art durch die kaum sichtbaren Streifen auf den Deckflügeln. Das Halsschild ist dunkel gefärbt und grob bis fein punktiert. Der Rest des Körpers weist eine rötlich-gelbe bis bräunliche Färbung auf. Rhizotrogus marginipes hat eine anliegende Behaarung, während der Junikäfer auffällig behaart und an den Rändern der Flügeldecken lang bewimpert ist.

Wann der Käfer fliegt:

  • zwischen Juni und Juli
  • in den Abendstunden
  • bevorzugt an kühlen Tagen

Was fressen Junikäfer?

Auf dem Speiseplan der im Boden lebenden Larven stehen feine Wurzeln von Gräsern, Wildkräutern und Zierpflanzen im Garten. Sie haben sich auf keine Pflanzenarten spezialisiert und zerfressen die Wurzeln von Alpenveilchen, Wildem Wein, Primeln oder Azaleen. Auch die Wurzeln von verholzenden Pflanzen wie Rosen und Rhododendren oder frisch angepflanzter Laubbäume und Kiefern werden von den Engerlingen angefressen. Ausgewachsene Junikäfer fressen Blätter und Blüten von Laubbäumen wie Obstgehölzen.

Wo leben Junikäfer?

Junikäfer leben an Waldrändern und auf Ackerflächen. Sie bevorzugen halboffene Landschaften und sind daher auch in Gärten oder Parks mit Baumbeständen und in Alleen zu finden. Südnorwegen und Mittelschweden stellt die nördliche Verbreitungsgrenze dieses Blatthornkäfers dar, denn er benötigt warme Temperaturen. Im Gebirge treten Junikäfer nur lokal begrenzt auf. Die Weibchen suchen für die Eiablage sandige und gut aufgelockerte Böden. Sie meiden feuchte Standorte.

Wann treten Junikäfer auf?

Die Flugzeit der Junikäfer erstreckt sich von Juni bis Juli, weswegen die Art ihren deutschen Trivialnamen bekam. Die Käfer sind nicht tagaktiv und bevorzugen warme Temperaturen. An lauen Sommerabenden gehen die Käfer auf Nahrungs- und Partnersuche. In besonders milden Wintermonaten verpuppen sich die Larven bereits Ende des Winters, sodass in einigen Jahren Junikäfer im April auftreten können. Sie schwärmen in großer Zahl aus, weswegen oft die Assoziation an eine Käferplage entsteht. Etwa zwei Drittel der fliegenden Käfer sind männlich.

zitat: Männliche Junikäfer umschwärmen an lauen Sommerabenden um den 21. Juni Gartenmöbel, Bäume und Sträucher, weil sie auf Partnersuche sind.

Exkurs

Fliegender Junikäfer

Diese Blatthornkäfer gelten als ungeschickte Flieger, denn nicht selten landen sie unbeabsichtigt auf der Kleidung. Das liegt daran, dass sich die Tiere an den höher gelegenen Silhouetten vor dem freien Horizont orientieren. Menschen können leicht mit einem Baum verwechselt werden. Ein weiterer Grund für das ungeschickte Verhalten sind die vergleichsweise kleinen Flügel, die ein hohes Gewicht tragen müssen. Unter diesem ungleichen Verhältnis leidet die Wendigkeit beim Flug.

Schädliche und nützliche Larven

Der ausgewachsene Junikäfer stellt keine Gefahr für Gehölze dar, auch wenn sie in großer Zahl ausschwärmen und Blätter fressen. Nach wenigen Wochen verschwinden die Käfer so schnell wie sie aufgetaucht sind, sodass sich Laubbäume und Obststräucher in kurzer Zeit von den Fraßschäden erholen können.

Die Larven können allerdings Rasenflächen oder Beete in Mitleidenschaft ziehen. Auch Neuanpflanzungen von Gehölzen sind bedroht. Wenn die Engerlinge Wurzeln anfressen, können sich die betroffenen Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Sie sterben mit der Zeit ab. Da sich die Engerlinge verschiedener schädlicher und nützlicher Arten stark ähneln, müssen Sie die Arten vor der Bekämpfung voneinander unterscheiden.

EngerlingFärbungNahrungBesonderheiten
Rosenkäferweiß mit gräulicher Schattierungabgestorbene Pflanzenrestegestreckt auf dem Rücken kriechend
Nashornkäfersweißlich mit hellbraunem Kopfabgestorbene Pflanzenrestebis 10 cm lang
Gartenlaubkäfernweißlich mit braunem Kopflebende Pflanzenteilegestreckt auf dem Bauch kriechend
    

Schadbild

Die größte Gefahr für die Pflanzen geht von den Larven im dritten Stadium aus, da diese besonders viel Nahrung zu sich nehmen. Ein erstes Warnsignal ist ein verkümmerter Wuchs bei Gräsern, der punktuell im Rasen auftritt. Kreisrunde Flecken mit vertrockneten Gräsern sind ein typischer Hinweis auf Engerlinge im Boden. Die abgestorbenen Bereiche lassen sich mit der bloßen Hand abziehen, wodurch die Nester der Larven zum Vorschein kommen.

Folgeschäden:

  • aufgewühlter Boden durch Wildschweine
  • von Vögeln aufgepickte Bereiche
  • Maulwurfshügel

Vorbeugen

Im Rasen fühlen sich Junikäfer besonders wohl, wenn dieser offene Stellen und ein warm-trockenes Mikroklima aufweist. Um die Flächen für die Eiablage unattraktiv zu gestalten, müssen Sie die Lebensbedingungen für den Käfer verschlechtern. Damit die Weibchen ihre Eier nicht in den Boden legen, muss die Grasnarbe möglichst dicht sein. Das ist durch eine regelmäßige Pflege möglich. Beginnen Sie im Frühjahr mit der ersten Mahd, wenn der Rasen etwa acht Zentimeter hoch gewachsen ist.

Rasenpflege im Jahresverlauf:

  • im Frühjahr vertikutieren
  • anschließend düngen
  • wöchentlich mähen
  • nicht zu tief schneiden

Rasenschutz verlegen

In warmen Regionen kommen sogenannte Rasenschutzgewebe zum Einsatz, damit die unkontrollierte Ausbreitung eingedämmt werden kann. Diese Matten werden in einer Bodentiefe von zehn Zentimeter ausgelegt. Darauf kommt eine Erdschicht mit Grassamen oder Rollrasen. Das Material ist witterungsbeständig und verrottet nicht. Die Preise können variieren und liegen bei etwa drei Euro pro Quadratmeter.

Wirkungsweise

Altlarven können im Frühjahr nicht aus den tieferen Bodenschichten an die Pflanzenwurzeln gelangen und Junglarven können sich zur Überwinterung nicht in tiefere Erdschichten zurückziehen, sodass diese erfrieren. Die Matten verhindern außerdem, dass Maulwürfe die Erde nach oben wühlen.

Folie ausbreiten

Sie können die weiblichen Käfer daran hindern, ihre Eier auf der Wiese abzulegen. Dazu müssen Sie während der Flugzeit Folie oder Gartenvlies auf dem Rasen auslegen, damit die Junikäfer nicht auf dem Substrat landen können. Diese Maßnahme ist nur in kleinen Gärten sinnvoll und muss über mehrere Wochen jeden Abend wiederholt werden. Damit Sie den Rasen nicht beschädigen, sollte die Folie nicht den ganzen Tag auf der Fläche liegen bleiben.

Bekämpfen

Eine Bekämpfung ausgewachsener Käfer ist oft nicht zielführend, da sich die Engerlinge im Boden weiterentwickeln. Um die Ausbreitung der Käfer zu stoppen, müssen Sie gezielte Maßnahmen gegen die Engerlinge ergreifen.

Die Larven benötigen eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent. An der Bodenoberfläche können sie nicht überleben, da sie sofort vertrocknen. Wenn Sie erste Anzeichen eines Schädlingsbefalls entdecken, sollten Sie den Rasen gründlich auflockern und durchlüften. Mit einer Fräse können Sie die Larvenbestände vollständig vernichten. Allerdings wird dadurch die gesamte Bodenstruktur zerstört, weswegen andere Bekämpfungsmethoden sinnvoller sind.

Nematoden

Ein wirksames Mittel sind spezielle Fadenwürmer, die gegen Junikäfer eingesetzt werden. Die mikroskopisch kleinen Lebewesen werden nur 0,6 Millimeter lang und kommen natürlicherweise im Boden vor. Von den Nematoden zählt die Art Heterorhabditis bacteriophora mit zu den natürlichen Feinden des Junikäfers.

Eine Bekämpfung mit Nematoden ist nur im ersten Larvenstadium sinnvoll, da die Engerlinge nach ihren Häutungen nicht mehr anfällig für die Fadenwürmer sind. Die Fadenwürmer dringen in die lebenden Larven ein, ernähren sich vom Zellgewebe und vermehren sich im Organismus. Innerhalb von zwei Tagen stirbt der Engerling ab und die Nematoden verlassen den Wirt, um weitere Larven zu befallen. Es dauert bis zu sechs Wochen, bis sich der maximale Erfolg dieser Bekämpfungsmethode eingestellt hat.

Tipps

Nematoden sollten zwischen August und September ausgebracht werden. Je früher Sie mit der Bekämpfung beginnen, desto besser können sich die Fadenwürmer vermehren.

Anwendung

Im Fachhandel gibt es spezielle Pulver mit lebenden Nematoden, die mit Wasser vermischt und auf die betroffenen Stellen gegeben werden. Vermischen Sie immer den gesamten Beutelinhalt mit Wasser, da die Nematoden nicht gleichmäßig im Pulver verteilt sind. Verrühren Sie die Lösung gründlich vor dem Abfüllen, damit sich die Fadenwürmer nicht am Boden absetzen.

Füllen Sie die benötigte Menge in eine Gießkanne und gießen Sie die Lösung auf die betroffenen Stellen. Wenn der Boden sehr trocken ist, sollte er vorher bewässert werden. Die Nematoden benötigen feuchte Bedingungen und trocknen schnell aus. Damit keine Organismen an Grashalmen haften bleiben, sollten Sie die Fläche anschließend wässern.

Gut zu wissen:

  • Nematoden brauchen eine Bodentemperatur über zwölf Grad Celsius
  • Temperaturabfall in der Nacht schadet nicht
  • große Lichtempfindlichkeit
  • nur morgens oder abends ausbringen
  • Fadenwürmer vermehren sich in zwei bis drei Wochen
  • Boden in dieser Zeit gleichmäßig feucht halten

Parasitäre Pilze gegen Junikäfer

Die Larven der Käfer können auf biologische Weise mit speziellen Pilzen bekämpft werden, die parasitisch leben. Zum Einsatz kommen Pilze der Gattung Metarhizium, wobei die Art Metarhizium anisopliae am häufigsten als Bekämpfungsmittel eingesetzt wird. Seine Sporen siedeln sich bei Kontakt mit den Engerlingen auf dessen Außenhaut an. Diese keimen und durchstoßen das Gewebe mit dem Hyphen.

Im Inneren der Larve entwickelt sich der Pilz, sodass diese nach wenigen Tagen abstirbt. Als günstige Behandlungszeiträume werden Frühjahr und Herbst angegeben, wobei die Temperaturen warm sein sollten. Dann befinden sich die Engerlinge auf der Suche nach Nahrung in den oberen Bodenschichten.

Anwendung:

  • Pilzsporen mit sterilisierten Gerstenkörner vermischen
  • Gemisch auf den Boden streuen
  • gut einarbeiten
  • Rasen großzügig bewässern
Beauveria brongniartii

Dieser parasitäre Pilz hat eine ähnliche Lebensweise wie Metarhizium anisopliae. Beide Pilze haben sich auf einige Wirte spezialisiert. Gegen den Junikäfer bleibt der Einsatz von Beauveria brongniartii wirkungslos. Dieser zeigt aber in der Bekämpfung von Maikäfern Wirkung.

Pyrethrum

Die Kaukasische Insektenblume (Tanacetum coccineum) entwickelt einen sekundären Pflanzenstoff, der als Abwehr gedacht ist und seit vielen Jahrhunderten durch den Menschen extrahiert wird. Der Wirkstoff Pyrethrum wirkt tödlich auf Insekten, da er sich im Nervensystem ausbreitet und die Reizbahnen schädigt. Das Kontaktgift wirkt nur, wenn die Käfer direkt besprüht werden. Sie taumeln, fallen von den Blättern zu Boden und können sterben. Viele Hersteller von Insektiziden nutzen den Stoff für ihre Produkte, die zum Abtöten von Schädlingen eingesetzt werden.

Tipps

Das Spritzmittel macht keine Ausnahme vor Nützlingen. Pyrethrum wirkt auf alle Insekten tödlich und sollte daher nicht im Garten angewendet werden.

Was tun gegen Junikäfer in der Wohnung?

Junikäfer orientieren sich bei ihren Dämmerungs- und Nachtflügen an Lichtquellen, denn diese lassen die Silhouetten von Bäumen und Sträuchern erst gegen den Horizont herausstechen. Sie können sich auch in Wohnungen verirren, wenn die Fenster weit offen stehen und im Inneren Licht scheint. Versuchen Sie die Tiere mit einem Schraubverschlussglas einzufangen und setzen Sie diese wieder draußen aus. Es gibt kein natürliches Mittel, mit dem sich die Käfer vertreiben lassen.

Falle selber bauen

Zum Einfangen von Gartenlaubkäfern kommen häufig Duftfallen zum Einsatz, die einen Cocktail aus Pheromonen enthalten. Dieser dient als Lockstoff und zieht männliche Käfer an, die auf Partnersuche sind. Bei Junikäfern ist die Wirkung solcher Fallen umstritten. Während einige Gartenbesitzer von Erfolgen berichten, bleiben die Lockversuche in anderen Gärten ohne Erfolg. Wenn Sie sich eine Falle selbst bauen möchten, sollten Sie die Lebensweise der Käfer ausnutzen. Nutzen Sie künstliche Lichtquellen als Lockmittel.

So bauen Sie sich eine Junikäfer-Falle:

  • eine 1,5 Liter große Plastikflasche in der Mitte zerteilen
  • oberen Teil verkehrt herum in das untere Ende stecken
  • senkrecht in Baum- oder Strauchhöhe aufhängen
  • dahinter eine Lichtquelle anbringen

Tipps

Sie können die Flaschenteile mit Ausnahme des Bodens grün streichen, um Laub zu simulieren. Vergrößern Sie die Einflugöffnung zusätzlich mit einem abgeschnittenen Trichter, damit die Käfer nicht so leicht zu Boden fallen.

Junikäfer und Kultur

Bereits in Kindergarten und Grundschule werden Kinder mit dem Junikäfer konfrontiert. Er dient als Vorlage für Ausmalbilder und kommt in Merksprüchen vor, mit denen Kinder die Monate entdecken können. Um die Angst vor den Tieren zu nehmen, werden in vielen Schulen Fangaktionen durchgeführt. Dabei können Kinder die Käfer genau untersuchen und die Unterscheidungsmerkmale zum Maikäfer kennenlernen. Mit Hilfe von Cliparts oder Collagen können die Kinder die braun gefärbten Brachkäfer in ihrem natürlichen Lebensraum darstellen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Junikäfer gefährlich?

Von fliegenden Junikäfern geht keine Gefahr aus, auch wenn Sie die Käfer auf die Hand nehmen. Viele Menschen haben Angst, wenn die Käfer direkt auf sie zufliegen. Doch die Angst vor einem Biss ist unbegründet. Die Tiere stechen nicht, sind nicht giftig und saugen auch kein Blut. Auch wenn Ihr Haustier einen Junikäfer verspeist hat, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Katzen fressen Junikäfer gerne als Snack, wenn sie ihrem natürlichen Jagdtrieb nachgehen.

Bauen Junikäfer Nester?

Durch das massenhafte Auftreten der Käfer an warmen Sommerabenden lässt sich die Vermutung aufstellen, dass Junikäfer in Nestern leben. Aber die Käfer bauen sich keinen Unterschlupf. Sie legen ihre Eier auf den nackten Erdboden ab, sofern dieser sandig genug ist. Nachdem die Larven geschlüpft sind, ziehen sie sich für die weitere Entwicklung in das Substrat zurück. Die adulten Käfer krabbeln schließlich wieder aus dem Boden.

Wann verschwinden Junikäfer?

Der einzige Überlebensgrund für einen Käfer ist die Fortpflanzung, weswegen ihre Lebensdauer sehr kurz ist. Nachdem diese vollzogen ist und die Weibchen ihre Eier abgelegt haben, sterben die Junikäfer noch innerhalb des gleichen Jahres.

Woher kommt der Junikäfer?

Die Blatthornkäfer sind wärmeliebend und besiedeln offene Lebensräume, die von der Sonne erwärmt werden. Sie suchen häufiger Gärten auf und scheuen auch überbaute Gebiete nicht, da diese geschützter sind und die Wärme stauen. Damit die Tiere überleben können, sind lückige Rasenflächen, sandige Böden sowie Bäume und Sträucher als Nahrungslieferanten wichtig.

Wie lange bleiben Junikäfer?

Junikäfer lieben Wärme, weswegen sie hauptsächlich in den Sommermonaten auftreten. Wenn die Wintermonate besonders mild sind, können sich die Larven auch schon im April verpuppen. Die erwachsenen Käfer fliegen dann viel früher aus, um Nahrung zu suchen und einen Partner zu finden. Bei Regenwetter fliegen sie nicht. Das massenhafte Auftreten dauert wenige Wochen an.

Wie hoch ist die Lebensdauer der Junikäfer?

Die Käfer werden nicht besonders alt. Nachdem sie geschlüpft sind, erwartet die Käfer eine Lebensdauer von vier bis sechs Wochen. Diese Spanne kann je nach Witterung leicht variieren.

Wo leben Junikäfer tagsüber?

Damit die ungeschickten Flieger besser vor Räubern wie Vögel und Säugetiere geschützt sind, haben sie ihre Aktivität in die Dämmerung verlegt. Ihr Flug dauert wenige Stunden an. Danach verstecken sich Junikäfer wieder in der niedrigen Vegetation, wo sie den Tag verbringen.

Text: Christine Riel Artikelbild: Henrik Larsson/Shutterstock

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