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Der Junikäfer sieht dem Maikäfer zum Verwechseln ähnlich

Was torkelt da durch die Luft? Ein Porträt des Junikäfers

Kaum wird es im Juni richtig warm, kommen viele braunrote Käfer aus der Erde gekrabbelt. Sie stillen ihren Hunger unter anderem an den Blüten und Blättern von Gartenpflanzen. Ihre im Boden lebenden Engerlinge richten jedoch die größeren Schäden an. Optisch sehen sie fast aus wie Maikäfer, sind allerdings deutlich kleiner. Wir sprechen vom Junikäfer, den wir Ihnen in diesem Artikel näher vorstellen möchten.

Aussehen und Unterscheidungsmerkmale zum Maikäfer

Junikäfer sehen Maikäfern ziemlich ähnlich. Kein Wunder, handelt es sich bei beiden Käfern um Blatthornkäfer, die zur Unterfamilie der Maikäfer gehören. Junikäfer sind jedoch einheitlich rotbraun. Die Körperform ist länglich und an der Oberseite gewölbt. Die gesamte Oberfläche ist mit braun-gelblichen Haaren bedeckt.

Da Mai- und Junikäfer einander ähneln, werden sie häufig verwechselt. Doch es gibt eindeutige Unterscheidungsmerkmale:

Unterscheidungsmerkmal Maikäfer Junikäfer
Größe 2,50 bis 3 Zentimeter 1,3 bis 1,8 Zentimeter
Farbe Flügel rotbraun, Unterseite schwarz, Halsschild schwarz, schwarz-weißes Zickzackmuster an den Seiten Einheitlich hell- bis rotbraun
Lebensraum Wiesen, Waldränder, sandige Waldgebiete, Waldränder,, Gärten, Weiden, Heideflächen Parks, Gärten, offene Felder, Alleen, Waldränder
Ernährung Blätter, fast immer von Laubbäumen Blätter und Blüten

Junikäfer sind sehr gesellige Insekten

Dieser Käfer verdankt seinen Namen der Vorliebe, an lauen Juninächten auszufliegen und in großen Schwärmen auf Nahrungssuche zu gehen. Da sie recht ungeschickte Flieger sind, werden sie auch Torkelkäfer genannt. Hunderte der braun gefärbten Tiere können wie aus dem Nichts auftauchen und fliegen scheinbar ziellos umher. Tagsüber ziehen sie sich in ihre Verstecke zurück.

Lebensraum

Junikäfer besiedeln weite Teile Europas, Asiens und Nordafrikas und sind hier hauptsächlich in Gärten, Parkanlagen und an Waldrändern, anzutreffen.

Schadbild

Die herumschwirrenden Käfer richten keine massiven Schäden an. Zwar knabbern sie an Blüten und Blättern, da sie aber nur wenige Tage leben, erholen sich die Pflanzen rasch.

Größere Gefahr für die Pflanzengesundheit geht von den Nachkommen, den sogenannten Engerlingen, aus. Sie ernähren sich von den Wurzeln. Die Gewächse können dadurch so großen Schaden nehmen, dass sie in der Folge eingehen. Wählerisch sind die Junikäfer dabei nicht: Sie leben sowohl unter Rasenflächen als auch im Substrat von Zier- und Nutzpflanzenbeeten.

Kann ich dem Befall vorbeugen?

Das ist leider sehr schwierig. Um Rasenflächen unattraktiv für Junikäfer zu machen, sollten sie diese gut pflegen. Durch regelmäßige Düngergaben und Mähen wird die Grasnarbe so dicht, dass die Eiablage erschwert wird. Schneiden Sie den Rasen aber nicht zu kurz, denn stehen die Halme höher kann der Käfer nicht so leicht ins Erdreich eindringen.

Wie kann ich Junikäfer bekämpfen?

Entdecken Sie Torkelkäfer, sollten Sie davon absehen, Insektizide einzusetzen. Diese würden nicht nur die Engerlinge schädigen, sondern auch die im Boden lebenden, wichtigen Mikroorganismen.

Bewährt hat sich der Einsatz von Nützlingen. Die Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora driongen durch Körperöffnungen in die Maden ein und sondern dort ein Bakterium ab, das die Engerlinge abtötet. Damit die Nematoden ihr Werk zuverlässig aufnehmen, sollte der Boden mindestens zwölf Grad warm sein.

Alternativ können Sie Beete mit einer Gartenfräse circa zehn Zentimeter tief umgraben. Hierdurch werden fast alle Raupen unschädlich gemacht. Da allerdings auch die Bodenstruktur in Mitleidenschaft gezogen wird, sollten Sie nur dann zu dieser Maßnahme greifen, wenn der Einsatz der Nematoden nicht den gewünschten Erfolg brachte.

Tipps

Engerlinge sind eine wertvolle Nahrung für Vögel, Fledermäuse und Spitzmäuse. Sofern es nicht unbedingt notwendig ist, sollten Sie deshalb die Junikäfer nicht bekämpfen, sondern darauf vertrauen, dass die Natur das massenweise Auftreten der Käfer von alleine reguliert.

Text: Michaela Kaiser Artikelbild: Henrik Larsson/Shutterstock

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