Was ist der Unterschied zwischen Maikäfer und Junikäfer?

Im Mai und Juni geht es hoch her in Garten, Park, Feld und Wald. Scharenweise kommen braune Käfer aus dem Boden, zelebrieren ihren Hochzeitstanz und fressen an den Pflanzen. Verantwortlich für das emsige Treiben sind zwei Käfergattungen namens Maikäfer und Junikäfer. Ein direkter Vergleich offenbart markante Unterschiede und lüftet das Geheimnis, welcher Käfer Ihnen da gerade begegnet.

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Junikäfer sind stark behaaart, Maikäfer weniger

Das Wichtigste in Kürze

  • Maikäfer und Junikäfer unterscheiden sich in Größe, Färbung, Fühlerform und Behaarung.
  • Im direkten Vergleich ist ein Maikäfer größer, unterschiedlich gefärbt, trägt fächerförmige Fühler und dünnere Behaarung.
  • Der wissenschaftlich richtige Name vom Junikäfer lautet Gerippter Brachkäfer (Amphimallon solstitiale).

Maikäfer vs Junikäfer – Vergleich

Es verwundert wenig, dass Naturfreunde und Hobbygärtner Maikäfer und Junikäfer häufig über einen Kamm scheren. Beide Käfer sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, denn Maikäfer und Junikäfer zählen zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Erst bei näherer Betrachtung treten auffällige Unterschiede zutage, die einen direkten Vergleich sinnvoll machen. Folgende Tabelle ist gespickt mit Hinweisen, wie Sie Maikäfer und Junikäfer auseinander halten:

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Unterschiede Maikäfer Junikäfer
botanischer Name Melolontha melolontha, M. hippocastani Amphimallon solstitiale
Trivialname Feldmaikäfer, Waldmaikäfer Gerippter Brachkäfer
Größe 2,2-3,5 cm 1,4-1,8 cm
Farbe rotbraun, dunkelbraun, schwarz ledergelb bis hellbraun
Zeichnung weiße Flecken seitlich hinten keine
Behaarung anliegend, weiß, fleckig borstig, deckend, braun
Fühler fächerförmig, markant dreigliedrig, unauffällig
Hauptflugzeit Mai Juni und Juli
Aktivität tagaktiv dämmerungs- und nachtaktiv

Ungeachtet des gemeinsamen Familiennamens Blatthornkäfer, sind zwischen Maikäfer und Junikäfer deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Diese Abweichungen werden im Folgenden näher beleuchtet:

Aussehen

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Maikäfer sind oben rotbraun und am Unterleib schwarz

Charakteristisch für den Maikäfer ist eine unterschiedliche Färbung der einzelnen Körperteile. Die Flügeldecken sind rotbraun bis dunkelbraun. Kopf, Halsschild und die Rumpf-Unterseite sind hingegen schwarz. Markant ist eine auffällige Zeichnung an den Flanken des Hinterleibs in Form weißer, dreieckiger Flecken, die an ein Zickzack-Muster erinnern. Eine stellenweise, helle Behaarung ist am Maikäfer gerade noch sichtbar oder mit dem Finger fühlbar.

Der Junikäfer kommt mit einer einheitlichen, hellbraunen Körperfärbung daher. Er verzichtet fernerhin auf die prägnante Ausstaffierung mit seitlichen Zickzack-Linien. Gänzlich verkneifen kann sich ein Junikäfer einige dekorative Ornamente dennoch nicht. Drei erhabene Rippen auf jedem Deckflügel sind sein Markenzeichen, dem der Gerippte Brachkäfer seinen Namen zu verdanken hat. Weiterer herausragender Unterschied zum Maikäfer ist eine ausgeprägte Behaarung, die den gesamten Käfer bedeckt.

Bestehen am Vergleich von Maikäfer vs Junikäfer noch Zweifel? Dann werfen Sie einen Blick auf die Fühler. Stolz trägt der Maikäfer seine ehrfurchtgebietenden Fühler mit fächerförmigen Keulen vor sich her, die mit sechs bis sieben Lamellen prahlen. Die Anzahl der Lamellen verrät das Käfergeschlecht. Sechs Lamellen am Fächerfühler identifizieren ein Weibchen. Zählen Sie sieben Lamellen an der Fühlerkeule, handelt es sich um ein Männchen. Im Gegensatz dazu erscheinen die dreigliedrigen, kleinen Fühler vom Gerippten Brachkäfer sehr bescheiden.

Hauptflugzeit und Aktivität

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Junikäfer fliegen erst im Juni zur Brautsuche aus

Junikäfer lassen es langsamer angehen, als Maikäfer. Wenn adulte Gerippte Brachkäfer im Juni und Juli zum Hochzeitsflug durch die Lüfte schweben, haben Maikäfer ihre Familienplanung längst beendet. Für Feldmaikäfer und Waldmaikäfer erstreckt sich die Hauptflugzeit von Ende April bis Ende Mai. Ab und an sind im Juni noch einige Nachzügler unter den Maikäfern unterwegs, die irrtümlicherweise als Junikäfer bezeichnet werden.

Fernerhin verschlafen und vertrödeln Junikäfer gerne den Tag und fliegen erst bei Anbruch der Dämmerung los. Im Unterschied dazu sind Maikäfer begeisterte Frühaufsteher und erledigen die meisten Käferpflichten bei Tageslicht.

Larven im Einheitslook

In Bezug auf Zyklus und Erscheinungsbild ihrer Larven ist kein nennenswerter Unterschied festzustellen zwischen Maikäfer und Junikäfer. Befruchtete Weibchen legen ihre Eier im Boden ab, in unmittelbarer Nähe zu Pflanzen aller Art. Unmittelbar nach dem Schlüpfen beginnen die Raupen mit der Nahrungsaufnahme, indem sie die Wurzeln vertilgen. Das Erscheinungsbild ist geprägt durch die typische Engerlingsgestalt, die keinen Hinweis gibt auf die spätere Käferart. Jeder Engerling absolviert einen Zyklus von 3 bis 5 Jahren, hat einen walzenförmigen Körper mit braunem Kopf und nimmt eine gekrümmte Haltung ein. Erst wenn nach zwei bis drei Überwinterungen und einer Verpuppung die fertigen Käfer aus dem Boden kommen, wird offenbar, ob es sich um einen Maikäfer oder einen Junikäfer handelt.

Exkurs

Marienkäfer – Glückssymbol und Nützling

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Marienkäfer haben nicht viel mit Maikäfern gemein

Verwechseln Sie nicht Maikäfer (Melolontha) mit Marienkäfer (Coccinellidae). Die Gemeinsamkeit beider Käfer beschränkt sich auf die ähnliche Namensgebung im täglichen Sprachgebrauch. Alle Unterschiede zwischen Maikäfer und Marienkäfer aufzulisten, würde den Rahmen dieses Ratgebers sprengen. Tatsächlich bilden Marienkäfer eine gesonderte Insektenfamilie mit weltweit 6000 Arten. In Europa beliebt als Nützling und verehrt als Glückssymbol ist der farbenfrohe Siebenpunkt-Marienkäfer mit leuchtend roten Deckflügeln. Naturnahe Hobbygärtner heißen Marienkäfer herzlich willkommen, weil deren Larven Unmengen an Blattläusen verspeisen. Einen ausführlichen Einblick in die wunderbare Welt der Marienkäfer gibt ein informativer Artikel bei Wikipedia.

Unterschiede zu Rosenkäfer

Maikäfer und Rosenkäfer sind als Familienmitglieder der Blatthornkäfer entfernt miteinander verwandt. Im direkten Vergleich adulter Käfer gibt schon der erste Blick Gewissheit über die Identität. Mit einem schillernden Prachtkleid sind Rosenkäfer eine Augenweide. Europäische Arten hören auf malerische Namen, wie Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata) oder Bronzegrüner Rosenkäfer (Protaetia lugubris). Stöbern Sie doch einmal bei Wikipedia in den mannigfaltigen, informativen Artikeln mit vielen Bildern atemberaubend schöner Rosenkäfer.

Im Unterschied zum glanzvollen Rosenkäfer ist der braune Maikäfer nicht nur ein Aschenbrödel. Rosenkäfer ernähren sich primär von Nektar, Pollen und Baumsäften. Ab und zu knabbern die edlen Käferschönheiten an den Blüten von Rosen, was keinen nennenswerten Schaden verursacht. Mitunter sind an den Blüten von Kirsche, Pflaume, Holunder und Weißdorn minimale Spuren winziger Käferzähne zu entdecken. Maikäfer haben es hingegen auf das Laubkleid von Bäumen und Sträuchern abgesehen, was bei lokalem Massenaufkommen zu Kahlfraß führen kann.

Rosenkäfer stehen unter Schutz

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Rosenkäfer sehen Mai- und Junikäfer nicht ähnlich

Wie schon im Vergleich von Maikäfer und Junikäfer erläutert, sind Larven von Blatthornkäfern nicht zu unterscheiden. Dieser Umstand hat tragische Auswirkungen auf den harmlosen Rosenkäfer. Obschon sich seine Engerlinge ausschließlich von Mulm und zersetzenden organischen Stoffen ernähren, werden sie häufig Opfer einer Verwechslung mit Maikäferlarven und vernichtet. Im Zuge dessen sind einige der schönsten Rosenkäfer-Arten in Bedrängnis geraten. Aus diesem Grunde führt das Bundesnaturschutzgesetz beispielsweise den Goldglänzenden Rosenkäfer als geschützte Art auf, damit er nicht doch noch auf der Roten Liste ernsthaft bedrohter Arten landet.

Tipps

Maikäferplagen mit einer flächendeckenden Vernichtung von Wäldern und Ernten gehören der Vergangenheit an. Schlimmstenfalls ist ein hohes Aufkommen von Maikäfern lokal zu beklagen, wenn sich die Larven unter dem Rasen oder im Gemüsebeet einnisten. Als wirksame Bekämpfung ohne Einsatz von Gift haben sich Nematoden der Gattung Heterorhabditis bewährt. Die Fadenwürmer parasitieren und vernichten jeden gefräßigen Engerling innerhalb von 2 bis 3 Tagen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Maikäfer und Marienkäfer?

Beide Käfer stehen in keinem näheren Zusammenhang. Vielmehr handelt es sich um zwei völlig verschiedene Insektenfamilien. Optisch sind beide Käfer deutlich zu unterscheiden. Maikäfer haben unscheinbare braune Flügel. Marienkäfer bevorzugen einen farbenprächtigen Auftritt mit roten, gelben, braunen oder schwarz-glänzenden Flügeln, die häufig mit schwarzen, gelben oder roten Punkten verziert sind. Darüber hinaus ist ein Maikäfer mit 25 bis 30 mm Körperlänge ein Gigant im Vergleich zum Marienkäfer. Der beliebte Siebenpunkt-Marienkäfer beispielsweise bringt es auf zierliche 5 bis 8 mm Körperlänge.

Fliegen Maikäfer nur im Mai?

Nein. Maikäfer werden im Volksmund so genannt, weil sich ihre Hauptflugzeit über den Mai erstreckt. Nach einem milden Winter verlassen die Käfer ihr Winterquartier häufig bereits im April und begeben sich auf die Suche nach Nahrung und einen geeigneten Partner. Bis in den Juni sind fliegende Maikäfer zu beobachten, die sich gerne am Laub von Bäumen vergreifen. Diese Spätzünder werden im Sprachgebrauch mitunter als Junikäfer bezeichnet, obschon eigentlich der Gerippte Brachkäfer diesen Namen trägt.

Sind Maikäfer und Junikäfer miteinander verwandt?

Ja, denn beide Käfer gehörten zur Insektenfamilie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Dieser Umstand schlägt sich nieder in einem ähnlichen Erscheinungsbild, das auf den ersten Blick Verwechslungsgefahr birgt. Freilich bestehen zwischen Maikäfer und Junikäfer markante Unterschiede, die Wissenschaftler dazu veranlassten, beide Käfer in zwei unterschiedliche Gattungen aufzuteilen. Beim Junikäfer handelt es sich um den sogenannten Gerippten Brachkäfer (Amphimallon solstitiale), der zwischen Juni und Juli auftritt. Im Unterschied zum Maikäfer (Melolontha) ist ein Junikäfer kleiner, hat dreigliedrige Fühler und eine starke Behaarung.

Sind Rosenkäfer schädlich für Rosen?

Mit ihrem schillernden Auftritt und einer stattlichen Größe von 1,5 bis 3 Zentimetern sind Rosenkäfer nicht zu übersehen. Tummeln sich die prächtigen Käfer auf Ihren Rosen, besteht kein Grund zur Besorgnis. Die liebenswerten Brummer haben es in erster Linie abgesehen auf süßen Nektar und nahrhafte Pollen. Ab und zu gerät ein Rosenblatt zwischen die Zähnchen, was keine ernsthaften Folgen für die Pflanze nach sich zieht.

Tipps

Der Komposthaufen wird zur Schatzkammer, wenn Sie einen fetten Engerling darin entdecken. Zumeist handelt es sich um eine Larve vom Rosenkäfer. Mit ein wenig Glück halten Sie den Engerling eines Nashornkäfers in Händen, ebenfalls ein unschätzbares, seltenes Juwel der Natur. Setzen Sie die Larven bitte wieder zurück in den Kompost, damit sie ihren Zyklus beenden können und uns als schillernde Käfer-Schönheiten oder imposante Käfer-Giganten erfreuen.

Text: Paula Jansen
Artikelbilder: nechaevkon/Shutterstock, Galina Savina/Shutterstock, Barnaby Chambers/Shutterstock, Dovzhykov Andriy/Shutterstock, Helga Yastrebova23/Shutterstock

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