Baum im Topf kultivieren – Geeignete Arten und ihre Pflege

Bäume gedeihen nicht nur im Wald oder im Garten, sondern auch im Kübel bzw. einem anderen Pflanzgefäß. Sie brauchen lediglich den passenden Standort und eine sehr sorgfältige Pflege.

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Der Olivenbaum wird bei uns immer im Topf gezogen, da er nicht winterhart ist

Auswahl der Baumart

Grundsätzlich lässt sich jeder Baum in einem Topf kultivieren, wie es etwa seit Jahrtausenden mit den Bonsai in Japan gemacht wird. Allerdings sind manche Arten deutlich einfacher bei beengten Platzverhältnissen zu halten als andere, was nicht nur an ihren natürlichen Bedürfnissen, sondern auch an ihrem Wuchsverhalten liegt. Nicht immer sind besonders wüchsige Arten schnittverträglich, so dass ein künstliches Kleinhalten nur schwer gelingt. Wer nicht allzu viel Pflege und Aufwand in seinen Topfbaum investieren möchte oder kann, nimmt daher am besten eine Art, die speziell für Pflanzgefäße gezüchtet wurden. Dazu zählen etwa

  • Säulenbäume, beispielsweise Säulenobst, Säulenthuja u. a.
  • Zwergsorten gängiger Arten, beispielsweise die Zwergesche (Fraxinus excelsior ‚Abiona‘)
  • von Natur aus eher kleinwüchsige Arten und Sorten, beispielsweise der Buchsbaum (Buxus)
  • oder auf schwachwüchsige Unterlagen veredelte Edelsorten, häufig bei Obstbäumen zu finden

Gut geeignet für eine Topfkultur sind beispielsweise:

  • Gemeine Eibe (Taxus baccata), winterhart
  • Zwergkiefer (Pinus mugo), winterhart
  • Wacholder (Juniperus communis), winterhart
  • Stern-Magnolie (Magnolie stellata), nicht winterhart
  • Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora), nicht winterhart
  • Japanischer Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum), winterhart
  • Japanischer Fächerahorn (Acer palmatum), winterhart
  • verschiedene Zitrusbäume (Citrus), nicht winterhart
  • Olivenbaum (Olea europaea), nicht winterhart
  • Granatapfel (Punica granatum), nicht winterhart
  • Feigenbaum (Ficus carica), nicht winterhart
  • Weide (Salix), winterhart
  • Pagoden-Hartriegel (Cornus controversa), winterhart

Pfahlwurzeln ausbildende Baumarten wie etwa Eiche, Kiefer und Tanne sind in einem Pflanzgefäß nur sehr schwer zu pflegen.

Auswahl des Pflanzgefäßes

Für einen künftigen Topfbaum sollten Sie möglichst keine wurzelnackte Ware erwerben, sondern bereits in Containern gezogene Jungbäume. Diese sind an die Kübelkultur schon gewöhnt und wurden nicht etwa aus dem Freien ausgegraben und in ein Pflanzgefäß umgetopft. Die ideale Größe hat ein Pflanzgefäß, wenn es etwa doppelt so viel Platz bietet wie der Wurzelballen groß ist. Größer sollte es auch nicht sein, da der Baum sonst sehr viel Kraft in das Wurzelwachstum steckt. Wählen Sie nach Möglichkeit einen Topf aus natürlichen Materialien, wie beispielsweise Ton oder Keramik, da sich in Plastiktöpfen sehr schnell das Wasser staut.

Pflege

Die richtige Pflege hält den Baum im Topf gesund, hängt aber von den speziellen Bedürfnissen der gewählten Art und Sorte ab. Einige allgemeine Aussagen lassen sich dennoch treffen.

Gießen und Düngen

Ausgepflanzte Bäume verzeihen den einen oder anderen Pflegefehler – Topfbäume nicht. Diese sind auf Gedeih und Verderb auf Ihre Pflege angewiesen, wobei insbesondere der Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ein besonderes Augenmerk gewidmet werden sollte. Sorgen Sie dafür, dass

  • keine Staunässe entsteht, v. a. durch eine gute Drainage
  • der Wurzelballen nicht austrocknet
  • kein Nährstoffmangel entsteht
  • aber auch kein Überangebot

Eine Überdüngung lässt sich durch die Verwendung von Langzeitdüngern verhindern.

Überwintern

Winterharte Bäume können während der Wintermonate draußen bleiben, Sie sollten sie lediglich

  • auf eine isolierende Unterlage aus Holz oder Styropor stellen
  • den Topf mit Vlies oder Folie umwickeln
  • und den Topf samt Baum an eine Hauswand rücken

Nicht winterharte Gehölze sollten dagegen frostfrei, aber kühl bei maximal 10 °C überwintern. Laufabwerfende Arten können auch in dunkle Räume gestellt werden, immergrüne brauchen auch im Winter ausreichend Licht.

Tipps

Topfbäume sollten alle zwei Jahre in frisches Substrat umgetopft werden, wobei das Pflanzgefäß nicht unbedingt ausgewechselt werden muss.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Ania K/Shutterstock
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