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Walnussbaum: Welche Pflanzen vertragen ihn?

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Die imposante Erscheinung und das schattenspendende Blätterdach des Walnussbaums stellen Gärtner vor besondere Herausforderungen bei der Unterpflanzung. Dieser Artikel beleuchtet die Auswirkungen des Walnussbaums auf andere Pflanzen und stellt geeignete Begleitpflanzen vor, die mit den spezifischen Bedingungen unter seiner Krone zurechtkommen.

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Der Walnussbaum steht besser allein

Juglon: Der Hemmstoff im Walnussbaum

Alle Teile des Walnussbaums, von den Wurzeln bis zu den Blättern, enthalten Juglon, einen natürlichen Inhaltsstoff mit keimhemmender Wirkung. Besonders durch Regenwasser gelangt dieser Stoff in den Boden und reichert sich dort an. Aufgrund seiner geringen Wasserlöslichkeit kommt es zu einer Anreicherung im Einflussbereich der Baumkrone. Juglon wirkt allelopathisch, das heißt, es hemmt das Wachstum anderer Pflanzen. Dies führt zu einer verminderten Keimungsrate, beeinträchtigt das Jugendwachstum empfindlicher Pflanzen und kann im Extremfall zum Absterben der betroffenen Pflanzen führen. Juglon entsteht durch Oxidation aus seiner Vorstufe Hydrojuglon bei Kontakt mit Sauerstoff. Seine toxische Wirkung entfaltet es, indem es die Photosynthese und andere lebenswichtige Stoffwechselprozesse in nahe stehenden Pflanzen stört.

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Auswirkungen auf andere Pflanzen

Der Walnussbaum produziert den Wirkstoff Juglon, der aus den Blättern ausgewaschen wird und im Boden wie ein natürliches Herbizid wirkt. Viele Pflanzen reagieren empfindlich auf diesen Stoff, ihr Wachstum wird gehemmt oder sie sterben sogar ab. Typische Symptome einer Juglonvergiftung sind Gelbfärbung der Blattspitzen, Wachstumsverzögerungen und im schlimmsten Fall das Absterben der Pflanze.

Neben Juglon sondern Walnussbäume auch Gerbsäuren aus, die die Bodenbeschaffenheit verändern und das Gedeihen vieler Pflanzenarten stark einschränken. Diese Faktoren erschweren das Wachstum vieler Pflanzenarten unter und in direkter Nähe von Walnussbäumen.

Das dichte Blätterdach des Walnussbaums schafft ein herausforderndes Umfeld für Unterbepflanzungen, da es starken Schatten wirft und die Wurzeln des Baumes intensiv um Wasser und Nährstoffe im Boden konkurrieren.

Trotz dieser Einschränkungen gibt es Pflanzenarten, die unter Walnussbäumen gut gedeihen. Dies sind insbesondere Arten, die an die spezifischen Herausforderungen angepasst sind, wie Schattenverträglichkeit und Resistenz gegen Juglon und Gerbsäuren.

Geeignete Pflanzen für die Umgebung des Walnussbaums

Um ein harmonisches Nebeneinander von Walnussbäumen und anderen Pflanzen zu erreichen, ist eine sorgfältige Auswahl der Begleitpflanzen erforderlich. Hier werden Pflanzen vorgestellt, die mit den spezifischen Bedingungen unter und in der Nähe von Walnussbäumen gut zurechtkommen. Sie zeichnen sich durch ihre Resistenz gegenüber Juglon, ihre Vorliebe für schattige Standorte oder ihre Fähigkeit aus, sich gegen die Gerb- und Hemmstoffe der Walnuss durchzusetzen.

Schattenverträgliche Stauden

  • Buschwindröschen: Nutzen das frühe Frühjahrslicht, bevor der Walnussbaum sein Laub voll entfaltet.
  • Bergenie: Bekannt für ihre Robustheit und Toleranz gegenüber salzigen Bedingungen.
  • Funkien: Bieten eine reiche Auswahl an Blattfarben und -formen; sollten zum Schutz in Kübeln gepflanzt werden.
  • Astilben: Bestechen mit zarten Blütenwolken und bevorzugen feuchte, schattige Plätze.
  • Elfenblumen: Mit ihren filigranen Blüten eine Bereicherung für jeden Schattengarten.

Bodendecker

  • Immergrün: Bildet einen dichten Teppich und hält Unkraut fern; erweist sich als sehr anpassungsfähig.
  • Lungenkraut: Verschönert den Garten mit attraktiven Blättern und Blüten auch unter schattigen Bedingungen.
  • Veilchen: Ihre lebhaften Blüten setzen farbenfrohe Akzente unter dem Walnussbaum.
  • Efeu: Als robuste Kletterpflanze auch als Bodendecker nutzbar und hilft, Erosion zu verhindern.

Farne

  • Wurmfarn: Bewährt sich als äußerst anpassungsfähig und robust, selbst unter ungünstigen Bedingungen.
  • Straußenfarn: Seine eleganten Wedel sind eine Zierde für jeden Schattengarten.
  • Rippenfarn: Fällt durch seine deutlich gerippten Blätter auf und gedeiht gut im Schatten.

Zwiebelblumen

  • Schneeglöckchen: Als Boten des Frühlings durchbrechen sie mit ihren weißen Blüten das winterliche Grau.
  • Winterlinge: Erstrahlen hell und bringen mit ihren gelben Blüten Fröhlichkeit in den Garten.
  • Märzenbecher: Verkünden mit ihren zarten Blüten die Ankunft des Frühlings.
  • Maiglöckchen: Die duftenden Glocken sind ein klassischer Favorit im Frühlingsgarten.

Gehölze

  • Hortensien: Bieten eine Vielfalt an Blütenformen und -farben und kommen gut mit dem Halbschatten zurecht.
  • Rhododendron: Ihre prächtigen Blütenstände gedeihen auch unter den anspruchsvollen Bedingungen nahe des Walnussbaums.
  • Mahonie: Bekannt für ihre gelben Frühlingsblüten und blauschwarzen Beeren, zeigt sie sich unempfindlich gegenüber Juglon.

Tipps für die Unterpflanzung des Walnussbaums

  • Entfernen Sie herabgefallenes Laub umgehend: Dadurch verhindern Sie eine Anreicherung von Juglon im Boden, das anderen Pflanzen schaden kann.
  • Achten Sie auf ausreichende Bewässerung: Insbesondere während trockener Perioden ist es wichtig, die Unterpflanzungen regelmäßig zu gießen, um Konkurrenz um Wasserressourcen zu minimieren.
  • Nutzen Sie robuste Bodendecker: Pflanzen wie Efeu und Storchschnabel sind resistent gegen Juglon und bieten sich daher an.
  • Pflanzen in Kübeln können eine Lösung sein: Für empfindlichere Pflanzenarten bietet sich die Kultivierung in Kübeln an, um sie vor den Hemmstoffen im Boden zu schützen.
Bilder: kosam / Shutterstock