Veilchen

Erst mit Veilchen ist die malerische Szenerie in Beet und Pflanzgefäß perfekt. Damit die fröhlich-bunten Gesellen das ganze Jahr hindurch gedeihen erfordert es nur ein Minimum an Pflegeaufwand. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die koketten Blumen.

Viola
Es gibt Veilchen für jeden Standort: Ob als Zimmerpflanze, im Bett oder auf dem Balkon

Veilchen richtig pflanzen

Beste Pflanzzeit für Viola ist der Herbst. Das gilt sowohl für selbst vorgezogene als auch für fertig gekaufte Blumen. Im sonnenwarmen Erdreich werden die zweijährigen Pflanzen rechtzeitig vor dem Winter verwurzeln, um im nächsten Jahr zu blühen. In diesen Schritten machen Sie es richtig:

  • Die Pflanzgrube entspricht dem 1,5-fachen Volumen des Wurzelballens
  • Den Aushub optimieren mit Kompost und Hornmehl oder Guano
  • Viola exakt so tief pflanzen, wie im Anzuchttopf
  • Die Erde andrücken und gießen

Je nach Art der gepflanzten Blumen, gilt ein Pflanzabstand von 10 bis 25 cm als passend. Pflanzen Sie Viola im Kübel oder Blumenkasten, beugt eine Drainage aus anorganischem Material gegen schädliche Staunässe vor.
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Pflegetipps

Veilchen sind ein willkommener Gast im Zier- und Nutzgarten, da sie sich in der Pflege auf die folgenden Aspekte beschränken:

  • Bei Trockenheit regelmäßig gießen
  • Von März bis Oktober wiederholt mit Kompost und Hornspänen düngen
  • Verblühtes sogleich ausputzen, um weitere Blüten hervorzulocken
  • Winterharte Arten und Sorten nicht mit Folie abdecken aufgrund von Fäulnisgefahr
  • Viola im Kübel erhalten leichten Winterschutz, damit der Wurzelballen nicht durchfriert

Schneiden Sie nach der ersten Blüte die Blumen um die Hälfte zurück, treiben sie emsig wieder aus. Am zu feuchten Standort oder bei feucht-warmer Witterung erweisen sich Viola als anfällig für Mehltau. Vermeiden Sie daher eine Überkopf-Beregnung und achten auf einen luftigen Pflanzabstand. Da die Blumen bei Schnecken ganz oben auf der Speisekarte rangieren, sollte das Beet mit einer Wanderschranke oder einem Schneckenzaun umgeben werden.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die Genügsamkeit von Viola offenbart sich bereits bei der Wahl des Standortes, denn hier beweisen die Blumen eine sympathische Flexibilität. Auf diese Kriterien kommt es an:

  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Gerne im Schutz hoher Laubgehölze oder Stauden als Schattenspender
  • Nährstoffreiches, humoses, frisch-feuchtes bis mäßig trockenes Erdreich

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Wann ist Blütezeit?

Wer die Veilchenarten und Sorten clever kombiniert, wird das ganze Jahr hindurch von den lieblichen Schöngesichtern angelächelt. Die Hauptblütezeiten der dominierenden Arten im Überblick:

  • Wildes Stiefmütterchen: März bis Oktober
  • Hornveilchen: April bis August/September
  • Duftveilchen: März bis Juni
  • Pfingstveilchen: April bis Juni/Juli
  • Winterveilchen: Dezember bis Mai

Konsequentes Ausputzen von verwelkten Pflanzenteilen sowie ein Rückschnitt nach der ersten Blüte, wirkt sich förderlich auf die Dauer der Blütezeit aus.
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Veilchen vermehren

Viola sorgen auf eigene Faust für reichlich Nachwuchs, indem sie sich fleißig selbst aussäen und Ausläufer aussenden. Zusätzlich tragen Ameisen das Saatgut mit sich. Um die Blumen gezielt zu vermehren, stehen diese Methoden zur Auswahl:

  • Teilung der Wurzelballen im Herbst oder Frühjahr
  • Kopfstecklinge im Sommer abschneiden und in mageres Substrat pflanzen
  • Ausläufer während des Wachstums abschneiden und im Topf bewurzeln lassen
  • Nach der Blüte die reifen Samenstände ernten und aussäen

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Ist Veilchen giftig?

Von Veilchen geht keine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier aus. Im Gegenteil dient insbesondere das Duft-Veilchen als Heil- und Küchenpflanze. Die bunten Blütenblätter können bedenkenlos verspeist werden. Die Wurzeln sind hingegen mit Vorsicht zu genießen, denn in der volkstümlichen Heilkunde dienten sie als Brechmittel.
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Das Veilchen: Ein Steckbrief

Mit Blick auf den Steckbrief, erfahren Hobbygärtner nützliche Details für eine erfolgreiche Kultivierung von Veilchen sowie ihre facettenreichen Verwendungsmöglichkeiten. Zu den interessanten Attributen zählen:

  • Überwiegend zweijährige Blumen
  • Bildung von unterirdischen Rhizomen als Überdauerungsorgan
  • Wuchshöhe von 10 bis 30 cm
  • Für alle Lagen geeignete Arten vorhanden
  • Sommergrüne und wintergrüne Blumen
  • Einige Arten als Heil- und Küchenpflanze nutzbar

Dank der Rhizome verfügen die meisten Veilchen über eine ausreichende Winterhärte. Da zugleich oberirdische Ausläufer gedeihen, erobern die Blumen selbst große Flächen innerhalb kurzer Zeit.
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Stiefmütterchen und Veilchen: Wo liegt der Unterschied?

Stiefmütterchen und Veilchen sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. In Wahrheit ist jedes Stiefmütterchen ein Veilchen, während längst nicht jedes Veilchen ein Stiefmütterchen ist. Veilchen repräsentieren die Pflanzengattung Viola mit mehr als 500 Arten. Im Rahmen wiederholter Kreuzungen innerhalb dieser Arten entstand das Stiefmütterchen mit seinen unzähligen Farbvariationen.
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Das Veilchen als Zimmerpflanze

Viola gelten zwar nicht als die klassische Zimmerpflanze. Dessen ungeachtet spricht nichts gegen eine Kultivierung auf der Fensterbank. Primär während der kalten Jahreszeit zieren die aparten Blumen das Haus mit ihren bunten Blüten. So pflegen Sie Viola im Topf:

  • Platzieren am hellen Süd-, Ost- oder Westfenster
  • Handelsübliche Blumenerde als Substrat
  • Regelmäßig gießen
  • Während der Vegetationsperiode alle 14 Tage flüssig düngen

Ein idealer Kandidat ist das nicht winterharte Australische Veilchen, das von April bis September blüht. Darüber hinaus bietet sich das Parma-Veilchen an, das hinter Glas von November bis April seine Porzellan-zarten Blüten präsentiert. Die als Zimmerpflanzen beliebten Usambaraveilchen zählen übrigens zu einer anderen Gattung, ebenso wie Alpenveilchen.
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Sind Veilchen essbar?

Es sind in erster Linie die Blütenblätter von Duftveilchen, Hornveilchen und Stiefmütterchen essbar. Die Blumen dienen als aromatische Dekoration an Salaten oder kandiert als süße Verlockung. Darüber hinaus ergeben Viola erfrischende Getränke und gehaltvollen Sirup. Wer mag, bereitet mit Veilchen gesunden Honig zu oder leckere Marmelade. Die Liste an verführerischen Rezepten ist endlos lang und bietet reichlich Spielraum für eigene Kreationen.
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Die Heilwirkung von Veilchen

Die Veilchenart Viola odorata, auch Duftveilchen oder Märzveilchen genannt, wird seit Generationen in der volkstümlichen Heilkunde verwendet. In 2007 wurden diese Blumen sogar zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Diese Ehrung beruht auf folgender Heilwirkung:

  • Senkung erhöhter Blutfettwerte
  • Linderung bei Hypertonie
  • Antibakterielle Wirkung
  • Heilend bei Husten und Angina

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Veilchen-Samen säen

Bei den Samen von Veilchen handelt es sich um Kaltkeimer. Daher ist ein Kältereiz erforderlich, damit sich die Keimblätter zeigen. Säen Sie die Samen zwischen Oktober und Januar in Saatschalen oder den Kalten Kasten. Alternativ füllen Sie das Saatgut mit feuchtem Sand in eine Plastiktüte und deponieren diese für 4-6 Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks. Anschließend werden die keimenden Samen als Lichtkeimer im bekannten Verfahren weiter behandelt.
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Sind Veilchen winterhart?

Mehrheitlich sind Veilchen winterhart beschaffen. Bei starkem Frost frieren Viola zwar zurück, treiben indes im Frühjahr wieder aus. Wichtig zu beachten ist, die Blumen an frostfreien Tagen zu gießen, sofern der Schnee ausbleibt. Damit Viola im Pflanzgefäß gut durch die kalte Jahreszeit kommen, sollte der Kübel dick in Luftpolsterfolie eingehüllt und auf Holz oder Styropor gestellt werden.
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Veilchen im Rasen bekämpfen

Nicht immer sind Viola im Garten willkommen. Aufgrund ihres natürlichen Ausbreitungsdrangs, erweisen sich die Blumen schon einmal als Störenfried. Tauchen Veilchen im Rasen auf, trachten wir danach, wie wieder loszuwerden. So lösen Sie das Problem:

  • Einzelne Exemplare vor der Aussamung mit dem Unkrautstecher aus dem Rasen ziehen
  • Keine Wurzelstücke oder Ausläufer in der Grünfläche belassen
  • Größere Bewuchsstellen mit dem Spaten ausheben, um die Lücken mit Rollrasen oder Nachsaat zu reparieren
  • Bei großflächiger Ausbreitung den Rasen kurz mähen und vertikutieren

Erweisen sich Viola im Rasen als besonders hartnäckig, schafft Rasen-Unkrautvernichter die Problem aus der Welt. Bewährte Präparate sind: Banval M von Compo oder Anicel Ultra von Celaflor.
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In diesen Farben blühen Veilchen

Das Veilchen stand Pate bei der Einordnung von Farben im RGB-Farbraum. Ist von Violett die Rede, richten sich die Gestalter von Medien aller Prägungen nach der Vorgabe durch diese Blumen. Dieser Umstand bedeutet indes nicht, dass Viola auf die Farbe Violett beschränkt ist. Tatsächlich erstreckt sich das Farbspektrum über alle nur denkbaren Töne und Nuancen.
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Veilchenarten

Die reich besetzte Pflanzengattung beschenkt uns mit mehr als 500 Veilchenarten, die rund um den Globus die Herzen der Hobbygärtner eroberten. Die schönsten Vertreter dieser fröhlich bunten und genügsamen Kosmopoliten sind unter diesen Namen bekannt:

  • Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor): die robuste Wildart blüht in Gelb, Violett-Blau und Weiß
  • Horn-Veilchen (Viola cornuta): vielblütige Blumen mit einer Wuchshöhe von 10-25 cm
  • Duftveilchen (Viola odorata): blühen überwiegend in Violett und verbreiten einen süßen Duft
  • Pfingst-Veilchen (Viola sororia): die porzellanblauen Blumen gedeihen ausgezeichnet als Bodendecker
  • Parma-Veilchen (Viola suavis): blüht unter Glas den ganzen Winter hindurch und duftet angenehm
  • Steinveilchen (Viola rupestris): die ideale Veilchenart für karge Böden, wie dem Steingarten oder Kiesbeet

Bei den allseits beliebten Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) handelt es sich hingegen nicht um eine reine Art. Die farbenfrohen Blumen resultieren aus unzähligen Kreuzungen des Wilden Stiefmütterchens mit anderen Veilchen. Bei dem robusten Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis) oder dem schlanken Langsporn-Stiefmütterchen (Viola calcarata) begegnen wir wiederum einer der mannigfaltigen Arten.
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Die schönsten Sorten

  • Etain: bezauberndes Hornveilchen in hellem Gelb mit violetten Blütenrändern; ideal für den Steingarten
  • Rebecca: ein marmoriertes Hornveilchen in Creme und Lila mit zierlichen 10 cm Wuchshöhe
  • Baronne Alice de Rothschild: das historische Duft-Veilchen von 1894 besticht mit purpurvioletten Blüten
  • Albiflora: das Weiße Pfingst-Veilchen überzeugt mit vitaler Wuchskraft und dient als prächtiger Bodendecker
  • Comte de Brazza: das üppig gefüllte Parma-Veilchen blüht von März bis Mai ohne Unterlass
  • Königin Charlotte: die duftende Sorte erfreut uns mit zweimaliger Blüte im März/April und September/Oktober
  • Ice-Babies: als Winterveilchen blüht die kleine Sortenfamilie von Oktober bis weit in den Mai in vielen Farben
  • Grandessa: aparte Stiefmütterchen mit großen Blüten in leuchtendem Blau, Rot, Purpur oder Gelb und dunklem Auge
  • Orchideenblütige: traumhaft schöne Stiefmütterchen mit gerüschten Blüten von September bis Dezember
Text: Paula Jansen
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