Geranium
Der Wiesen-Storchschnabel ist nur eine der über 400 Arten der Geranium

Storchschnabel

Prächtige Beetstaude, üppige Kübelpflanze, genügsame Steingartenblume, kompakter Bodendecker - Storchschnabel hat viele Gesichter, die uns im Hobbygarten Freude bereiten. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick, wie die Kultivierung von Geranium erfolgreich verläuft. Offene Fragen zur Internationalen Staude des Jahres erhalten hier eine Antwort.

Storchschnabel richtig pflanzen

Eine gute Bodenvorbereitung ist das A und O beim Pflanzen von Geranien. Entfernen Sie Unkraut, Wurzeln und Steine, damit die Stauden ein feinkrümeliges Erdreich vorfinden, das tiefgründig aufgelockert ist. Während dieser Zeit befindet sich der noch eingetopfte Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser. In diesen Schritten gehen Sie weiter vor:

  • Die Pflanzgrube weist das doppelte Volumen des Wurzelballens auf
  • Die ausgehobene Erde optimieren mit Kompost, Hornspänen und bei Bedarf etwas Sand
  • Die ausgetopfte Geranie einpflanzen, die Erde andrücken und gießen

Breiten Sie noch eine zum Standort passende Mulchschicht aus, wie Laub, Rindenmulch oder Kies. Damit ein Storchschnabel gut anwächst, gießen Sie in der Folgezeit regelmäßig. Pflanzen Sie die Staude in den Kübel oder Balkonkasten, verläuft das Prozedere ähnlich. Zusätzlich breiten Sie über dem Wasserablauf einige Tonscherben als Drainage aus, um Staunässe vorzubeugen.
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Pflegetipps

Allen Art-spezifischen Feinheiten zum Trotz, verläuft die Pflege von Geranien nach folgendem Leitfaden weitgehend einheitlich:

  • Den Wurzelballen zu keiner Zeit austrocknen lassen
  • Storchschnäbel möglichst nicht Überkopf beregnen
  • Von April bis August organisch oder mineralisch düngen
  • Verwelkte Blütenstängel abschneiden, um eine Nachblüte hervorzulocken
  • Bodennaher Rückschnitt der Blätter bis zum zeitigen Frühjahr durchführen

Die winterharte Staude erhält im Beet eine Laubdecke als Schutz vor Nässe. Pflanzgefäße packen Sie dick ein in Folie, da der Wurzelballen einen wiederholten Wechsel von Frost zu Tauwetter nicht verkraftet. Wässern Sie Geranien bei Kahlfrost an milden Tagen, ohne das Wasser zuvor anzuwärmen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die zerbrechliche Schönheit von Geranienblüten täuscht über die robuste Flexibilität und Standorttoleranz hinweg. Tatsächlich gedeihen unzählige Arten am vollsonnigen Standort mit trockenen Bodenverhältnissen, während andere Storchschnäbel halbschattige Lagen mit feuchtem Erdreich zieren. Einige besonders wüchsige Exemplare tun sich als mächtige Bodendecker hervor, die in lichtarmen Beeten lästiges Unkraut mit ihren kräftigen Blättern unterdrücken.
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Der richtige Pflanzabstand

Stimmen Sie die erwartete Wuchsbreite und den Pflanzabstand aufeinander ab. Auf diese Weise erhält eine Geranie ausreichend Raum, sich zu entfalten, ohne dass unerwünschte Lücken im Erscheinungsbild entstehen. Die folgenden Beispiele konkretisieren die Faustregel:

  • Pracht-Storchschnabel: Wuchsbreite 30-50 cm – Pflanzabstand 30-50 cm
  • Grauer Storchschnabel: Wuchsbreite 10-15 cm – Pflanzabstand 10-15 cm

Kompakt wachsende Geranien eignen sich überdies für die Kultivierung im Kübel oder Balkonkasten. In diesem Fall darf der Pflanzabstand um 5 cm reduziert werden, aufgrund der modifizierten Bedingungen in Pflanzgefäßen.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Flexibilität von Geranien hinsichtlich der Lichtverhältnisse, setzt sich in Bezug auf die Bodenbeschaffenheit fort. Für nahezu jeden Standort im Garten gibt es gleich mehrere Storchschnäbel. So bietet sich Dalmatinischer Storchschnabel (Geranium dalmaticum) für den Steingarten an, Pracht-Storchschnabel (Geranium x magnificum) setzt sich am halbschattigen Gehölzrand in Szene, und der einheimische Wiesen-Storchschnabel (Geranium patrense) bietet auf Freiflächen selbst frostigen Temperaturen die Stirn. Die folgenden Eigenschaften sollte die Erde grundsätzlich aufweisen:

  • Nährstoffreich und humos
  • Frisch-feucht bis sandig-lehmig
  • Gut durchlässig und locker
  • Weder stark kalkhaltig noch sehr sauer

Im Balkonkasten oder Kübel gedeihen Geranien in handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis, die Sie anreichern mit einer Handvoll Sand oder Lavagranulat.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Eine gut gewählte Pflanzzeit sind die Monate Mai und Juni, bevor die Witterung zu heiß und trocken wird. Darüber hinaus gilt der Herbst von Ende August bis Anfang Oktober als geeigneter Termin, um Stauden zu pflanzen.
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Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, je nach Art und Sorte. Über diesen langen Zeitraum erfreut uns der Storchschnabel mit seinen fünfblättrigen Blüten, die schalen-, rad- oder tellerförmig gedeihen. Das breit gefächerte Spektrum an Farben umfasst alle nur denkbaren Nuancen in Rot, Blau und Blau sowie reines Weiß.
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Storchschnabel richtig schneiden

Schneiden Sie nach der ersten Blüte die Geranien zurück, bedanken sich die Stauden mit einer wunderschönen Nachblüte. Im zeitigen Frühjahr wird dann spätestens das abgestorbene Laub entfernt, um Platz zu schaffen für den frischen Austrieb und Pilzinfektionen vorzubeugen. Auf großen Flächen mit Bodendecker-Geranium gelingt der Rückschnitt häufig mit einem Rasenmäher, eingestellt auf maximale Schnitthöhe.
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Storchschnabel gießen

Regulieren Sie den Wasserhaushalt, abgestimmt auf die gepflanzte Storchschnabel-Art und Sorte. Oberste Prämisse ist, eine Geranie niemals austrocknen zu lassen oder Staunässe auszusetzen. Gießen Sie vorzugsweise am frühen Morgen oder in den Abendstunden unmittelbar an die Wurzeln, wenn die Daumenprobe auf angetrocknetes Substrat hinweist. Die Beregnung von Blüten und Blättern geht stets mit der Gefahr von Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall einher.
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Storchschnabel richtig düngen

Stimmen Sie die Nährstoffversorgung dezidiert ab auf die kultivierte Art und Sorte. Ein Grauer Zwerg-Storchschnabel (Geranium cinereum) von 15 cm Wuchshöhe im Kiesbeet verlangt nach einer geringeren Dosis an Dünger, als ein majestätischer Storchschnabel (Geranium ibericum) mit 90 cm Wuchshöhe im Staudenbeet. Generell gelten die folgenden Vorgaben für das richtige Düngen von Geranien:

  • Startdüngung im Frühjahr nach dem Rückschnitt
  • In der Folge bis Ende Juli/Anfang August alle 2-4 Wochen düngen mit Kompost
  • Wahlweise im Frühjahr und Sommer einen festen oder flüssigen Langzeitdünger verabreichen

Im August endet die Gabe von Dünger, damit sich ein Storchschnabel auf den kommenden Winter vorbereiten kann.
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Krankheiten

Über Krankheiten an Geranien werden Sie bei fachgerechter Pflege nur selten zu klagen haben. Während feucht-warmer Sommerwitterung kommt es mitunter zu einer Infektion durch Mehltau. Breitet sich auf oder unter den Blättern ein mehlig-weißer Belag aus, schneiden Sie die befallenen Pflanzenteile unverzüglich ab und entsorgen diese im Hausmüll. Behandeln Sie die erkrankte Blume mit einer Lösung aus 100 ml Frischmilch und 900 ml Wasser, bis sich keine Symptome mehr zeigen.
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Überwintern

Ein Storchschnabel verfügt über genügend Frosthärte, um den hiesigen Winter unbeschadet zu überdauern. Belassen Sie das Laub möglichst bis zum Frühjahr an der Staude, fungieren die Blätter als natürlicher Schutz. In exponierten, rauen Lagen und im Pflanzgefäß sollten dennoch folgende Vorkehrungen getroffen werden:

  • Den Wurzelbereich anhäufeln mit Laub, Reisig, Stroh oder Kompost
  • Kübel und Balkonkasten umhüllen mit Noppenfolie, Filz oder Jute
  • Gefäße auf Kälte-isolierendes Material stellen, wie Holz oder Styropor

Kahlfrost setzt Geranien im Winter Trockenstress aus. Gießen Sie die Stauden in Beet und Pflanzgefäß daher an milden Tagen.
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Storchschnabel vermehren

Die geeignete Vermehrungsmethode richtet sich an dem spezifischen Wuchsverhalten einer Geranie. Mehrheitlich lassen sich Storchschnäbel mittels Teilung ausgezeichnet vermehren. So gehen Sie richtig vor:

  • Im März/April den gesamten Wurzelstock ausgraben
  • Die Erde gründlich abschütteln
  • Kurze Triebstücke mit eigenen Feinwurzeln abreißen
  • Die Risslinge in kleine Töpfe pflanzen, bis zum Herbst am halbschattigen Standort pflegen und einpflanzen

Alternativ ziehen Sie junge Geranien mit Stecklingen heran. Gesunde, nicht blühende Triebe schneiden Sie im Frühsommer ab und setzen sie in Töpfchen mit humoser Erde. Am halbschattigen Platz halten Sie die Ableger konstant feucht, um sie nach der Bewurzelung auszupflanzen.
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Wie pflanze ich richtig um?

Bis auf einige wenige Storchschnabel-Arten, die sehr lange Pfahlwurzeln bilden, vertragen die meisten Geranien einen Standortwechsel problemlos. Wählen Sie einen milden Tag im April/Mai oder August/September. Je mehr Wurzelvolumen Sie ausgraben, desto höher sind die Erfolgsaussichten. Zu lange Wurzelstränge werden mit dem Spaten oder Messer gekappt. Pflanzen Sie die Staude ohne lange Zeitverzögerung am neuen Standort ein, indem die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Jetzt kommt es auf eine ausreichende Wasserversorgung an, damit die gestresste Geranie zügig ihre Wurzeln ausstreckt.
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Storchschnabel im Topf

Klein bleibende Storchschnäbel, wie winterharte Geranium himalayense, gedeihen im Topf ausgezeichnet. Wählen Sie ein Gefäß mit Bodenöffnung, um darüber Tonscherben als Drainage auszubreiten. Darüber füllen Sie gute Blumenerde auf Kompostbasis ein und pflanzen die Geranie bis zum unteren Blattpaar ein. So pflegen Sie Geranien im Topf vorbildlich:

  • Immer dann gießen, wenn die Erde angetrocknet ist
  • Von April bis Juli/August alle 14 Tage flüssig düngen
  • Verwelkte Blütenstängel nach der ersten Blüte abschneiden
  • Vor dem ersten Frost den Topf mit Folie umwickeln oder ins helle, frostfreie Winterquartier tragen

Gießen Sie einen Storchschnabel während der kalten Jahreszeit hin und wieder, denn der Wurzelballen darf nicht austrocknen. Spätestens im Frühjahr schneiden Sie das restliche Laub ab.
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Worin unterscheiden sich Geranium und Geranien?

Wenngleich die populären Balkon-Geranien (Pelargonien) botanisch zur großen Pflanzenfamilie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) zugerechnet werden, besteht ein elementarer Unterschied zur Storchschnabel-Gattung: stehende und hängende Geranien für den Balkon verfügen über keinerlei Winterhärte. Geranium (Storchschnabel) hingegen gedeihen als langlebige, winterharte Staude, je nach Art mit sommergrünen oder immergrünen Blättern.
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Welche Arten von Geranium eignen sich für den Garten?

Weltweit lassen mehr als 400 prächtige Geranium-Arten die Herzen der Gärtner höher schlagen. Eine Vielzahl dieser Stauden gedeiht im mitteleuropäischen Klima über viele Jahre im Freiland. Die folgende Selektion stellt herausragende Storchschnäbel vor:

  • Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum) – kriechender Dauerblüher, wintergrün, ungemein robust
  • Grauer Storchschnabel (Geranium cinereum) – polsterbildend, lila-weiße, geaderte Blüten im Steingarten
  • Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium endressii) – geeignet zum Bodendecker auf Freiflächen
  • Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre) – ideal am Teichrand und Bachlauf, rote Blüten von Juni bis September
  • Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) – laubabwerfend, blaue Blüten von Juni bis August, Beetstaude
  • Felsen-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) – rötliche, geaderte Blüten am halbschattigen Gehölzrand
  • Großer Storchschnabel (Geranium x magnificum) – violette Blüten für sonnige bis halbschattige Lagen

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Schöne Sorten

  • Patricia: aufsehenerregende Staude mit magentafarbenen Blüten und schwarzem Auge; Wuchshöhe 60-70 cm
  • Philippe Vapelle: violetter Kaukasus-Storchschnabel mit wildlederähnlichen Blättern, robust und Trockenheits-tolerant
  • Album: reinweiß blühende Geranium sanguineum für den Steingarten mit herrlicher Laubfärbung im Herbst
  • Plenum: hellviolette Röschen-Blüten am vollkommen winterharten Himalaja-Storchschnabel; Wuchshöhe 30-40 cm
  • Czakor: apart am halbschattigen Gehölzrand mit rosa Blüten von Mai bis Juli und immergrünem Laub
  • Rebecca Moss: winterharter Bodendecker-Storchschnabel mit fliederfarbenen Blüten von Juni bis August
Text: Paula Jansen

Beiträge aus dem Forum

  1. Maxi
    Geranien...
    Maxi
    Zierpflanzen
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