Palmen richtig pflegen – diese Ansprüche haben Palmengewächse

Palmen verzaubern mit ihrem südlichen Flair Grünanlagen, Wintergärten oder das Haus. Die im Volksmund als "Fürsten des Pflanzenreichs" bezeichneten Gewächse benötigen gute Lebensbedingungen und ein wenig Aufmerksamkeit um wie gewünscht kräftig zu gedeihen. Kompliziert ist dies nicht, es gilt lediglich einige grundlegende Dinge zu beachten.

Palmen gießen
Vor allem im Sommer brauchen Palmen viel Wasser
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Welchen Wasserbedarf haben Palmen?

Insbesondere große Pflanzen überraschen in den warmen Sommermonaten mit ihrem Durst. In dieser Zeit muss relativ häufig gegossen werden. Gleichzeitig reagieren alle Palmengewächse sehr empfindlich auf Staunässe. Halten Sie sich beim Gießen deshalb an nachfolgende Punkte:

  • Immer dann wässern wenn sich die oberen Zentimeter der Erde trocken anfühlen.
  • Bei hohen Temperaturen können tägliche Wassergaben notwendig sein.
  • In der Übergangszeit genügt es einmal wöchentlich zu gießen.
  • überschüssige Flüssigkeit im Untersetzer sofort wegkippen.

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Palmen regelmäßig einsprühen

Die Pflanzen gedeihen bei mäßiger Luftfeuchtigkeit bedeutend besser. Ist die Luft zu trocken verfärben sich die Blattspitzen braun und werden unansehnlich. Sprühen Sie deshalb die attraktiven Wedel täglich mit zimmerwarmem, kalkfreiem Wasser ein. Kalkhaltiges Wasser sollte nicht verwendet werden, denn es hinterlässt nach dem Trocknen sehr unschöne Flecken auf den Blättern.

Wie wird gedüngt?

In der Wachstumsperiode benötigen die Pflanzen viel Kraft und müssen regelmäßig gedüngt werden. Wie viel Spezialdünger Sie verabreichen ist wiederum von der Sorte abhängig. Bei langsam wachsenden Palmengewächsen geben Sie höchstens die Hälftige auf der Verpackung angegebene Konzentration, schnell wachsende Palmen bekommen genau die empfohlene Düngermenge.

Wie wird geschnitten?

Palmen müssen in den meisten Fällen nicht geschnitten werden. Allerdings werden bei fast allen Exemplaren im Laufe der Zeit die untersten Blätter braun und unansehnlich. Warten Sie bis diese bis zum Stamm hin eingetrocknet sind und zupfen Sie die Wedel dann vorsichtig ab.

Umtopfen

Palmen müssen nur alle drei bis vier Jahre umgetopft werden. Erst wenn das Substrat vollständig mit Wurzeln durchzogen ist benötigt sie einen neuen Topf. Gehen Sie beim Umsetzen wie folgt vor:

  • Das neue Pflanzgefäß sollte höchstens zwei Nummern größer sein als das bisherige.
  • Da Palmen meist kopflastig sind empfehlen sich schwere, hohe Tontöpfe.
  • Nehmen Sie das Gewächs sehr vorsichtig aus dem alten Kübel. Die dicken, fleischigen Wurzeln sind recht empfindlich und dürfen nicht beschädigt werden.
  • Zunächst eine Scherbe über das Wasserabzugsloch legen und im Anschluss eine Dränageschicht aus Blähton (20,95€ bei Amazon*) in das Gefäß geben.
  • Geben Sie darüber eine dünne Schicht spezieller Erde für Palmen oder eine Mischung aus Komposterde die mit Lauberde, Torf, scharfem Sand oder Lavagranulat (13,99€ bei Amazon*) angereichert wurde.
  • Palme einsetzen.
  • Bis auf einigen Zentimeter unter dem Topfrand mit Substrat auffüllen.
  • Gut angießen.

Welche Pilze oder Schädlinge drohen?

Palmen sind recht robust. Wenn Sie diese richtig pflegen werden die Pflanzen eher selten von Schadinsekten oder Krankheiten befallen.

Pilze

Ein schwarzer Belag auf den Wedeln deutet auf Rußtau hin, der sich häufig auf den Ausscheidungen von Läusen bildet. Waschen Sie zunächst das Blattwerk gründlich ab und behandeln Sie die Palme im Anschluss mit einem Blattlausmittel.

Phönix-Brandpilze zeigen sich durch Knötchen auf den Palmwedeln. Bei geringem Befall genügt es die betroffenen Blätter abzuschneiden und im Hausmüll zu vernichten. Bei starker Infektion muss die Pflanze mit einem speziellen Fungizid behandelt werden.

Schädlinge

Haben sich Spinnmilben auf der Palme niedergelassen verfärben sich die Wedel gelblich oder weiß. Auf der Blattunterseite zeigen sich feine Gespinste, die häufig erst beim Besprühen mit Wasser sichtbar werden. Erhöhen Sie vorbeugend die Luftfeuchtigkeit. Beim Befall hilft nur die Behandlung mit geeigneten Spritzmitteln.

Weiße wollige Beläge auf den Wedeln deuten auf Woll- oder Schmierläuse hin. Auch hier hilft nur die Spritzung mit einem chemischen Mittel.

Thripse oder Blattläuse erkennen Sie an hellen Blattflecken. Duschen die Sie Pflanze mit scharfem Strahl ab um die Tierchen zu entfernen und spritzen Sie im Anschluss mit einem Insektizid.

Hell verfärbte Wedel können auf Schildläuse hindeuten, die sich meist auf der Blattunterseite befinden. Die relativ großen Schädlinge lassen sich gut absammeln. Alternativ auch hier mit einem Pflanzenschutzmittel behandeln.

Die Palme im Winter

Im Garten ausgepflanzte winterfeste Palmen bekommen einen Winterschutz aus Vlies sowie eine dicke Mulchdecke aus Blättern und Reisig, welche das Wurzelwerk vor starken Frösten schützt.

Kübel-Palmen, die während des Sommers im Freiland standen, müssen in einem geeigneten Quartier überwintern. Ideal ist der Wintergarten oder ein schwach beheiztes Gewächshaus. Auch ein gleichmäßig temperierter und nicht zu dunkler Kellerraum oder eine frostfreie Garage eignen sich. Die Palme wird nur wenig gegossen und nicht gedüngt. Das Substrat darf nur leicht feucht sein und keinesfalls nass, da ansonsten Wurzelfäule droht.

Tipps

Wenn Sie Palmen richtig pflegen werden diese sehr groß. Achten Sie deshalb bei der Wahl des Standortes darauf, dass die Pflanze ausreichend Raum zur Verfügung hat. Vermeiden Sie windige Plätze und solche mit Zugluft, da die schönen Wedel hier stark in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Text: Michaela Kaiser

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