Steckenpalme: Merkmale und Pflege (Raphis)

Die Steckenpalme (bot. Rhapis excelsa) ist eine ausgesprochen unkomplizierte und schattenverträgliche Zimmerpflanze, die bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Wohnstuben des deutschen Bürgertums kultiviert wird. Bis heute gehört die auch als Schirmpalme oder - im Englischen - als Lady Palm bekannte Art zu den beliebtesten Zimmerpalmen.

Raphis
Die Steckenpalme ist eine genügsame Zimmerpalme

Herkunft und Verbreitung

Heimisch ist die Steckenpalme ursprünglich im Süden der Volksrepublik China, wo sie im Unterwuchs der immergrünen Tropenwälder gedeiht. Schon früh – vor mehr als 300 Jahren – gelangte die Art Rhapis excelsa aus China an den kaiserlichen Hof nach Japan, wo die wüchsige und attraktive Pflanze alsbald großen Gefallen fand und bis heute in vielen Wohnungen und Häusern zu finden ist. Im Gegensatz zu der hierzulande vertretenen Art existieren in Südostasien zahlreiche Varietäten, unter anderem auch welche mit panaschiertem Laub. Nach Deutschland gelangte die Steckenpalme erst 1840 über den Umweg über England, wo das Palmengewächs bereits 1774 in Kew Gardens – der damals umfassendsten Pflanzensammlung der Welt – kultiviert wurde.

Verwendung

Als Zimmerpalme ist die Steckenpalme perfekt geeignet, kann aber auch als Kübelpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden. Die Art Rhapis excelsa verträgt kurzzeitig leichten Frost, sollte dann allerdings so schnell wie möglich eingeräumt werden. Eine Überwinterung im Freien ist nicht möglich. Rhapis excelsa fühlt sich im Wohnzimmer genauso wohl wie im Wintergarten, im Treppenhaus oder im Eingangsbereich des Hauses.

Aussehen und Wuchs

Bei der Steckenpalme Rhapis excelsa handelt es sich um eine recht langsam wachsende Schirmpalme, was auch den vergleichsweise hohen Preis für Exemplare ab einer Wuchshöhe von 70 Zentimetern erklärt. In der Natur erreicht die Art Höhen von bis zu fünf Metern, in Topfkultur bleibt sie mit durchschnittlich etwa zwei Metern Wuchshöhe dagegen deutlich kleiner. Aus dem unterirdischen Rhizom bildet die Pflanze mehrere dünne, rohrähnliche Stämme aus, was ihr ein bambusähnliches, buschiges Aussehen verleiht. Aus diesem Grund wird die Art manchmal auch als Bambuspalme bezeichnet. Die sattgrünen Schirmblätter sind handförmig und bestehen zumeist aus fünf bis acht Segmenten. Sie entspringen direkt den Stämmen und sitzen an bis zu 30 Zentimeter langen Blattstielen. Die Blätter laufen am Ende spitz zu und erinnern ein wenig an Nadeln.

Blüte und Blütezeit

Die weißen bis cremefarbenen Blüten treten bei einer Topfkultur in der Regel nicht in Erscheinung, da die Pflanze dazu eine bestimmte Mindesthöhe erreichen muss – was im Kübel jedoch nicht der Fall ist.

Giftigkeit

Die Steckenpalme ist weder für den Menschen noch für Tiere giftig und kann daher problemlos in Haushalten mit kleinen Kindern und / oder Haustieren als Zimmerpflanze aufgestellt werden.

Welcher Standort ist geeignet?

Als typische Waldpflanze braucht die Steckenpalme einen halbschattigen, vor direkter Sonne geschützten Standort – schließlich ist sie auch an ihrem Naturstandort durch die hohen Bäume vor Sonnenstrahlen geschützt und reagiert dementsprechend auf einen zu hellen Platz mit einer Gelb- bzw. Braunfärbung der Blätter. Ideal ist ein heller – mindestens 700 Lux sollten es schon sein – aber absonniger Standort etwa in einer Wohnzimmerecke, im Treppenhaus oder im Wintergarten.

Temperatur

Am wohlsten fühlt sich die Steckenpalme bei kühleren Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius, weswegen Sie sie auch im Sommer an einen halbschattigen Platz ins Freie stellen können. Kurzzeitig verträgt die Art Rhapis excelsa Frost bis etwa minus vier Grad Celsius.

Luftfeuchtigkeit

Unbedingt notwendig ist das Besprühen der Steckenpalme nicht, allerdings hat die regelmäßige Befeuchtung deutliche Vorteile für die Pflanzengesundheit: Schädlinge wie etwa Spinnmilben haben bei einer höheren Luftfeuchtigkeit vor allem während der Heizperiode im Winter keine Chance. Duschen Sie Rhapis excelsa ruhig von Zeit zu Zeit mit der Handbrause ab, das vertreibt nicht nur Blattsauger, sondern spült zudem den Staub von den Blättern.

Substrat

Am wohlsten fühlt sich die Steckenpalme in einem gut durchlässigen und leicht saurem Substrat auf Kompostbasis – Torferde ist weniger geeignet, da dieser Inhaltsstoff wenig durchlässig ist, ganz abgesehen von den gravierenden Schäden, die bei seinem Abbau der Umwelt angetan werden. Verwenden Sie entweder handelsübliche Palmenerde oder mischen Sie Komposterde mit Lavagranulat oder Blähton.

Pflanzen / Umtopfen

Setzen Sie die Steckenpalme am besten gleich nach dem Kauf in einen größeren Topf sowie in frisches Substrat um – im Handel sitzen die Pflanzen häufig in viel zu kleinen Pflanzgefäßen und brauchen Platz zum Wachsen. Wählen Sie einen ebenso weiten wie tiefen Topf, damit sich die Rhizome ausbreiten können und vergessen Sie die Drainage nicht! Staunässe ist für die Pflanze absolut tödlich, weshalb überschüssiges Gießwasser schnell abfließen muss. Aufgrund des langsamen Wachstum ist ein weiteres Umtopfen nur alle paar Jahre notwendig, allerdings können Sie etwa alle ein bis zwei Jahre das verbrauchte Substrat austauschen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr.

Steckenpalme gießen

Lassen Sie die Steckenpalme nicht austrocknen, denn sie benötigt für ein ausgeglichenes Wachstum ein stets gut durchfeuchtetes Substrat – das allerdings nicht nass sein darf. Gießen Sie die Pflanze immer dann reichlich, wenn die oberste Erdschicht leicht abgetrocknet ist. Aus dem Abflussloch austretendes Gießwasser sollte umgehend entfernt werden. Während der Wintermonate braucht Rhapis excelsa weniger Wasser als während der warmen Sommermonate – das gilt vor allem dann, wenn die Pflanze kühl überwintert wird. Gießen Sie die Steckenpalme mit kalkarmem Wasser, da sie – wie so viele exotische Zimmerpflanzen – wenig kalkverträglich ist. Verwenden Sie hierzu aufgefangenes, sauberes Regenwasser oder gefiltertes bzw. gut abgestandenes Leitungswasser.

Steckenpalme richtig düngen

Während der Hauptwachstumszeit zwischen April und Oktober düngen Sie die Steckenpalme etwa alle zwei Wochen mit einem flüssigen Palmendünger, den Sie zusammen mit dem Gießwasser verabreichen. Alternativ können Sie auch einen Langzeitdünger, etwa in Granulat- oder Stäbchenform, verwenden. Im Winter wird hingegen nicht gedüngt.

Steckenpalme richtig schneiden

Ein Rückschnitt ist weder notwendig noch sinnvoll. Allerdings können Sie vertrocknete, braune Blätter – was im gewissen Rahmen vollkommen normal ist, denn ältere Blätter sterben nach einer Weile ab – vorsichtig abzupfen.

Steckenpalme vermehren

Am Fuß der Steckenpalme entwickeln sich häufig kleine Tochterpflanzen, die Sie im Frühjahr vorsichtig ausgraben, von der Mutterpflanze abtrennen und separat einpflanzen können. Die Jungpflanzen sollten zu diesem Zeitpunkt bereits bewurzelt sein. Im Handel sind zudem manchmal Samen erhältlich, aus denen Sie ebenfalls eigene Pflanzen ziehen können.

Überwintern

Obgleich Rhapis excelsa kurzzeitig leichte Minusgrade verträgt, sollten Sie die Pflanze bei einer sommerlichen Freikultur im Herbst dennoch rechtzeitig ins Winterquartier einräumen. Sofern es hell genug ist (mindestens 700 Lux) ist eine Kultur im Wohnzimmer oder einem anderen Raum möglich, da die Pflanze nicht unbedingt kühl stehen muss. Ideal ist allerdings eine helle Überwinterung bei Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad Celsius, da die Steckenpalme eine Wachstumspause einlegt – und eine zu lichtarme, aber warme Überwinterung sie leicht anfällig für Krankheiten und einen Schädlingsbefall macht. Während der Wintermonate wässern Sie die Pflanze weniger als im Sommer und düngen zwischen Oktober und März gar nicht.

Krankheiten und Schädlinge

Zwar ist die Steckenpalme grundsätzlich sehr robust und eher unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen, allerdings nimmt sie Ihnen Pflegefehler schnell übel. An einem zu dunklen (oder auch zu hellen) Standort sowie bei falscher Pflege befallen Schädlinge wie Spinnmilben, Schild- und Wollläuse das Palmengewächs. Die Tiere verstecken sich in der Regel an den Ansatzstellen der Blattwedel, wandern später aber oft auf die Blätter selbst über.

Dass die unteren Blätter der Steckenpalme nach und nach braun werden, ist vollkommen normal – solange sich an der Spitze immer wieder neue grüne Blätter entwickeln. Sobald sich allerdings die oben befindlichen Blätter braun verfärben, gießen Sie die Pflanze vermutlich zu viel oder zu wenig. Gelbe Blattwedel wiederum verweisen entweder auf ein zu nasses Substrat oder zu viel direkte Sonneneinstrahlung. Braune Blattspitzen hingegen zeigen eine zu trockene Raumluft an. Sie können Sie vorsichtig mit einer Zackenschere abschneiden, sollten dabei aber nicht ins gesunde, grüne Blatt hineinschneiden – dieses würde anschließend weiter welken. Erhöhen Sie stattdessen die Luftfeuchtigkeit, um eine erneute Braunfärbung zu vermeiden.

Tipps

Steckenpalmen zählen zu den luftreinigenden Pflanzen, die Schadstoffe aus der Raumluft filtern und stattdessen die Luftfeuchtigkeit positiv beeinflussen. Somit verbessern Sie mit einer Kultur dieser (und anderer luftreinigender Pflanzen) das Innenklima in Ihrem Wohn- oder Schlafzimmer.

Arten und Sorten

Die Art Rhapis excelsa gehört zusammen mit 10 weiteren Arten zur Gattung der Steckenpalmen (bot. Rhapis), die allesamt in Südostasien heimisch sind und der Familie der Palmengewächse (Arecaceae) zugeordnet werden. Neben der in diesem Artikel beschriebenen Art werden vor allem auch die folgenden Vertreter als Zimmerpflanzen kultiviert.

Rhapis humilis

Rhapis humilis bleibt mit einer Wuchshöhe von rund einem Meter deutlich kleiner als Rhapis excelsa, ist auch insgesamt zierlicher mit ihren fein gefiederten Blattwedeln und den schmalen Stämmen. Daher eignet sich diese Zwergpalme wunderbar für Wohnungen, die nicht ausreichend Platz für eine große Palme bieten. Hinsichtlich Standort und Pflege stellt Rhapis humilis dieselben Anforderungen wie die eng verwandte Rhapis excelsa.

Rhapis subtilis

Auch die Art Rhapis subtilis bleibt bei einer Topfkultur kleiner als die bekanntere Rhapis excelsa, kann aber dennoch Wuchshöhen von bis zu zweieinhalb Metern erreichen. Ihre Stämme sind mit einem Durchmesser von bis zu 15 Millimeter sehr schmal, dafür wirkt die Pflanze durch die zahlreichen handförmigen, dunkelgrünen Blätter sehr buschig. Es gibt jedoch auch eine interessante Sorte mit breiten Blättern, die deutlich zierlicher wirkt. Rhapis subtilis braucht im Gegensatz zu der recht kälteverträglichen Rhapis excelsa mehr Wärme und muss häufiger gegossen werden. Die Art ist hierzulande als Zimmerpflanze noch selten, in den USA jedoch weit verbreitet.

Text: Ines Jachomowski
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