Winterharte Palmenarten für das Freiland

Im eigenen Garten unter Palmen träumen - dieser Wunsch wird durch frostfeste Sorten Realität. Es gibt etliche Gewächse aus der Familie der Arecales, die mit etwas Winterschutz auch tiefen Minustemperaturen trotzen. Da sich ihre Ansprüche an den Standort, die Überwinterung und die Temperatur deutlich unterscheiden möchten wir Ihnen in diesem Artikel einen kurzen Überblick über die bei uns gedeihenden Palmenarten geben.

Palmensorten
Die Hanfpalme zählt zu den bekanntesten Palmenarten
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Welche Arten eignen sich?

Ausgesprochen robust und häufig anzutreffen sind:

  • Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)
  • Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)
  • Honigpalme (Jubaea chilensis)
  • Zwergpalme (Chamaerops humilis)
  • Zwergpalmettopalme (Sabal minor)
  • Yunnan Zwergpalme (Trachycarpus nanus)
  • Petticoatpalme (Washingtonia filifera)

Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Sie dürfte die bekannteste und beliebteste winterharte Palme sein. Da sie im Vergleich zu anderen Sorten sehr schnell wächst und dabei recht anspruchslos ist, verwundert dies wenig. Ihre natürliche Heimat sind die feucht-schattigen Waldgebiete Chinas wo sie in bis zu 2.500 Meter Höhe zu finden ist.

Aussehen

Diese Palmen bilden einen typischen Schopf. Der Stamm ist mit braunen Fasern bedeckt die im Laufe der Jahre abfallen. Die Blätter sind kräftig und bis an die Blattbasis eingeschnitten.

Winterhärte

Die Hanfpalme trotzt Temperaturen bis 20 Grad unter Null. Sollten Sie Kälteschäden davontragen ist dies zu verschmerzen, da sie eine hohe Regenerationsfähigkeit besitzt. Bei Wind knicken die Wedel leicht ab und hängen dann an den Spitzen herunter. Geben Sie Ihr deshalb einen windgeschützten Platz.

Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)

Diese Schirmpalme bildet Ausläufer und wächst dadurch im Laufe der Jahre zu einer hübschen Palmengruppe heran. Ihre Heimat ist der Südosten der USA, wo sie an feuchten Stellen der Wälder zu finden ist.

Aussehen

Die Nadelpalme wird in unseren Breiten selten höher als einen Meter. Der Stamm ist von dunklen Fasern bedeckt aus denen unzählige spitze Nadeln herausragen. Sie gaben der Palme ihren deutschen Namen. Die Blätter sind bis fast an die Blattbasis eingeschnitten und schimmern an der Unterseite leicht silbrig.

Winterhärte

Die Frostresistenz dieser Palme ist legendär. Ausgepflanzt verkraftet sie sogar Temperaturen von bis zu – 25 Grad. Da sie sehr langsam wächst sind größere Exemplare teuer und eher selten im Handel zu finden.

Honigpalme (Jubaea chilensis)

Diese Palmenart gedeiht ursprünglich in der Umgebung von Santiago de Chile. Von hier trat sie ihren weltweiten Siegeszug an und ist heute in fast allen Ländern beheimatet, in denen ein mediterranes Klima herrscht.

Aussehen

Typisch für die Honigpalme ist ihr grauer, massiger Stamm mit gefiederten Blättern. Sie war kurzzeitig sogar vom Aussterben bedroht da aus ihrem Saft Palmhonig, Palmwein und Palmzucker hergestellt wird. Sie bildet erst nach Blüten und Früchte, die zwar nur drei Zentimeter groß sind aber Kokosnüssen auffallen ähnlich sehen.

Winterhärte

Ins Freiland gepflanzt ist die Honigpalme bis etwa – 12 Grad frostfest. In raueren Lagen benötigt sie unbedingt einen ausreichenden Winterschutz.

Zwergpalme (Chamaerops humilis)

Die natürliche Heimat dieser Palme ist der Mittelmeerraum. Sie wächst sehr langsam und nur wenige Exemplare erreichen eine große Höhe was dieser hübschen Vertreterin ihrer Art den Namen Zwergpalme einbrachte.

Aussehen

Meist bildet eine Pflanze mehrere Stämme die sehr dicht nebeneinander stehen und mit braunen Fasern bedeckt sind. Das Blattwerk ist dunkelgrün, steif und dadurch relativ widerstandsfähig. Die Blattstiele der Zwergpalme sind bedornt.

Winterhärte

Die Robustheit dieser Art ist legendär. Mit etwas Winterschutz übersteht sie auch längere Kälteperioden mit Temperaturen unter – 10 Grad. Allerdings sind die Wurzeln empfindlicher als bei anderen Palmenarten und müssen mit einem untergelegten Styroporblock oder einer extradicken Mulchschicht vor Kälte geschützt werden.

Zwergpalmettopalme (Sabal minor)

Diese aus Nordamerika stammende Palme gehört zu den extrem winterharten Arten. Sie lässt sich im Frühjahr durch Samen vermehren und keimt etwas schneller als viele ander Sorten.

Aussehen

Der Stamm ist glatt und grau, die großen Blätter bis zur Hälfte eingeschnitten. Sie sind sehr dunkel mit einem leichten Graustich. Nach dem Verdorren fallen Sie von alleine ab.

Winterhärte

Die Zwergpalmettopalme gehört zu den absoluten Frostkünstlern. Selbst Fröste bis – 20 Grad steckt sie gut weg.

Yunnan Zwergpalme (Trachycarpus nanus)

Diese sehr kleinwüchsige Palme gedeiht in chinesischen Provinz Yunnan in Höhenlagen von etwa 1.000 Metern.

Aussehen

Diese Palmenart unterscheidet sich von vielen anderen optisch dadurch, dass sie keinen oberirdischen Stamm ausbildet und buschig wächst. Die Wedel sind tief eingeschnitten und habe schmale, lanzettenähnliche Fiederblätter.

Winterhärte

Diese Palme gedeiht hervorragend im mitteleuropäischen Klima. Sie gilt als frostbeständig bis -18 Grad und benötigt auch in rauen Lagen keinen übermäßigen Winterschutz.

Petticoatpalme (Washingtonia filifera)

In ihrer natürlichen Heimat Mexiko erreicht sie beachtliche Höhen von bis zu dreißig Meter. Ihren lustigen Namen haben diese Palmen der Tatsache zu verdanken, dass die vertrockneten braunen Blätter lange Zeit herabhängen bis sie irgendwann abfallen. Dies sieht aus, als würde die Pflanze einen weiten Rock tragen.

Aussehen

Der Stamm der Petticoatpalme kann eine beträchtliche Dicke erreichen. Die bis gut zur Hälfte eingeschnittenen Blätter hängen ein wenig schlaff herunter, zwischen den Blattsegmenten finden sich zahlreiche Fäden. Die Stiele sind bedornt.

Winterhärte

Diese Palmenart ist äußerst robust. Sie verträgt heiße Sommertemperaturen ebenso gut wie leichte Fröste bis zu – 10 Grad. In milderen Weinbauregionen lässt sie sich gut im Garten kultivieren.

Tipps

Auch winterharte Palmen benötigen einen ausreichenden Winterschutz. Gut geeignet sind Frostschutzvliese, in welche man die Pflanze vorsichtig einbindet. Empfehlenswert ist zudem ein guter Wurzelschutz durch eine dicke Mulchdecke aus Laub und Reisig.

Text: Michaela Kaiser

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