Winterharte Palmen – südländische Schönheiten die dem Frost trotzen

Viele Menschen haben beim Gedanken an Palmen ausschließlich mediterrane Strände oder Oasen vor Augen, Gebiete, in denen das ganze Jahr ein mildes Klima herrscht. Palmengewächse sind aber äußerst vielseitig und gedeihen nicht nur in tropischen Sümpfen, Regenwäldern oder Wüsten, sondern sogar in kühlen Bergwäldern und Höhenlagen von über 2000 Meter. Hier müssen die attraktiven Gewächse Schnee und tiefen Minustemperaturen überstehen und haben sich diesen harten klimatischen Bedingungen hervorragend angepasst.

Palme Frost
Einige Palmarten kommen durchaus mit Schnee und Frost zurecht
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Frostharte Palmen, auch etwas für unsere Gärten?

Zahlreiche Beispiele zeigen, dass die ganzjährige Freilandkultur von Palmengewächsen in unseren Breiten sehr gut gelingt. Die Pflege ist zumindest dann, wenn man ausschließlich Arten wählt die ausreichend winterfest sind, gar nicht so aufwändig wie gedacht. Wagen Sie getrost einen Versuch, mit unserer Pflegeanleitung kann eigentlich gar nichts schiefgehen.

Geeignete Sorten

In unseren Grünanlagen am häufigsten anzutreffen sind:

  • Hanfpalme
  • Nadelpalme
  • Zwergpalmetto
  • Honigpalme

Es gibt auch weitere Palmenarten, die durchaus winterfest sind. Welche Minustemperaturen das Gewächs verkraftet ist in der Regel auf dem Pflanzenetikett vermerkt.

Möchten Sie die Palme direkt auspflanzen sollten Sie kein allzu kleines Exemplar im Fachhandel erwerben. Die Pflanzen wachsen recht langsam und Gewächse unter 50 Zentimeter sind noch zu empfindlich um ganzjährig im Garten zu verbleiben.

Sie können alternativ eine kleine oder selbst herangezogene Kübelpflanze die ersten Jahre auf dem Balkon oder der Terrasse pflegen und im Haus überwintern. Hat die Palme die erforderliche Größe erreicht können Sie die Schönheit an ihren endgültigen Platz setzen.

Behutsam ans Freiland gewöhnen

Auch Palmen geht es nach den langen Wintermonaten nicht anders als uns: Würde man sie schlagartig vom Zimmer direkt in die pralle Sonne bringen und ganztägig draußen lassen, würde dies die Gewächse stark schädigen. Es drohen Sonnenbrand und Frostschäden durch späte Nachtfröste. Geben Sie der Palme deshalb etwas Zeit für die Akklimatisierung.

Es hat sich bewährt die Pflanzen zunächst an einen geschützten Platz auf dem Balkon oder der Terrasse zu stellen, an dem sie nur stundenweise von der Morgen- oder Abendsonne beschienen werden. Droht Frost, breiten Sie ein Pflanzenvlies locker über die Palme oder holen diese für kurze Zeit zurück ins Haus.

Nach ein bis zwei Wochen verbringen Sie die Palme mitsamt dem Topf an ihren endgültigen Gartenplatz. Erst wenn sie sich hier nach einigen Tagen vollständig eingewöhnt hat wird sie eingesetzt.

Welcher Standort eignet sich?

Auch eine winterfeste Palme benötigt einen möglichst

  • warmen
  • sonnigen
  • windgeschützten
  • nicht zu feuchten

Standort. Dies lässt sich im Hausgarten relativ leicht realisieren.

Ausreichend Wärme und Sonne

Wählen Sie einen Platz in der Nähe einer nach Süden ausgerichteten Hauswand. Hier erreicht die Sonne das Gewächs sogar in den Wintermonaten für einige Stunden. Zu sonnig kann es der Palme nie werden, wo sommerliche Hitze anderen Pflanzen zusetzt, da fühlt sie sich absolut wohl. Ein weiterer Vorteil: Die Wandfläche speichert auch in der kalten Jahreszeit Wärme und strahlt diese in den Nachtstunden ab, sodass es die Umgebungstemperatur stets einige Grad höher ist.

Schutz vor Wind

Windböen zerzausen die attraktiven Wedel und können diese abbrechen, was unschön aussieht und die Pflanze schädigen kann. Außerdem ist es in windigen Lagen immer etwas kühler, was der wärmeliebenden Sonnenanbeterin gar nicht behagt.

Nicht zu nass

Selbstverständlich brauchen auch Palmen ausreichend Wasser, einen Platz mit Staunässe mögen sie jedoch gar nicht. Ideal ist ein gut durchlässiger Boden. Eine optionale Dränageschicht im Pflanzloch sorgt für optimalen Wasserabfluss.

Selbst winterharte Palmen benötigen einen Schutz vor Frost

Wie winterfest die von Ihnen ausgepflanzte Palme ist hängt von zwei Faktoren ab:

  • Der Palmenart
  • Dem Alter der Pflanze.
  • Dem Dauer der Frostperiode.

Ein einzelner Tag, an dem die Temperatur unter jenen Wert fällt, den die gepflanzte Sorte wegstecken kann, schädigt die Palme in der Regel nicht. Fällt das Thermometer jedoch über einen längeren Zeitraum benötigt auch ein als winterfest deklariertes Palmengewächs einen ausreichenden Winterschutz.

In sehr milden Regionen genügt es häufig, die Blätter locker zusammenzubinden und im Wurzelbereich ein dicke Mulchschicht auszubringen. Zusätzlich können Sie die Pflanze mit einer Strohmatte oder einem Jutesack umwickeln.

In raueren Lagen empfiehlt sich ein temporäres Gewächshaus, das Sie selbst bauen oder fertig im Fachhandel erwerben können. Lattenverstrebungen, die mit Vlies oder spezieller Pflanzenfolie bezogen werden, lassen sich kostengünstig und mit relativ wenig Aufwand in Eigenregie herstellen. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, sorgen Sie bei jedem geschlossenen Winterschutz für regelmäßige Belüftung um Pilzbefall vorzubeugen.

Tipps

Eine Schneedecke hat zwar eine isolierende Wirkung und schadet den winterharten Palmen nicht. Allerdings ist Schnee auch recht schwer und knickt die Wedel. Schütteln Sie deshalb die weiße Pracht bei Schneefall von den Wedeln oder dem diese umgebenden Vlies ab.

Text: Michaela Kaiser

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