Fächerpalme: Merkmale und Pflege

Fächerpalmen - ihrer großen, grünen und fächerartigen Wedel wegen so genannt - sind pflegeleichte und attraktive Zimmerpflanzen. Es gibt verschiedene Arten, die sich jedoch hauptsächlich für die Zimmerkultur eignen. Besonders beliebt sind die wüchsigen Washingtonia-Arten.

faecherpalme
Die Fächerpalme ist eine sehr beliebte Zimmerpflanze

Herkunft und Verwendung

Der Begriff “Fächerpalme” verweist nicht auf eine bestimmte Art oder Gattung, sondern ist eine Sammelbezeichnung für Palmenarten mit handförmigen, fächerartig angelegten Blättern. Es gibt zahlreiche Arten, die in verschiedenen Teilen der Welt zu Hause sind. Während die beliebten Washingtonia-Arten – etwa die Wüstenpalmen Washingtonia filifera oder Washingtonia robusta – aus dem Südosten der USA bzw. dem nordwestlichen Mexiko stammen und heute auch im mediterranen Raum weit verbreitet sind, hat die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ihren natürlichen Lebensraum in den Hochgebirgen Asiens. Bei uns können diese und andere Arten jedoch wegen der nicht vorhandenen oder nur schwach ausgeprägten Winterhärte nur in Kübeln kultiviert werden.

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Aussehen und Wuchs

Fächerpalmen wachsen in der Regel solitär und baumartig, auch wenn es sich bei Palmen aufgrund der fehlenden Stammverdickung genau genommen nicht um Bäume handelt. Die aufrecht wachsenden Stämme sind typischerweise dicht an dicht mit ringförmig angelegten Blattnarben besetzt und mit trockenen Blättern bedeckt.

Blätter

Ihren Namen verdanken die verschiedenen Fächerpalmen dem charakteristischen Aufbau ihrer Blätter. Die Einzelblätter sind sehr groß, handförmig geteilt und haben einen fächerförmigen Umriss. Die Blattrippen sind dabei vom Blattstielansatz bis zum Blattrand strahlenförmig angeordnet.

Giftigkeit

Da die diversen Fächerpalmen-Arten zu den so genannten echten Palmen zählen, sind sie ungiftig und daher für Mensch und Tier unbedenklich.

Welcher Standort ist geeignet?

Wie fast alle anderen Palmenarten benötigen auch Fächerpalmen viel Licht – schließlich handelt es sich um Pflanzen, die in der Natur an sehr exponierten Standorten, im Falle der Washingtonia beispielsweise in der Wüste, stehen. Stellen Sie die Kübelpflanzen möglichst hell und warm bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C, wobei allerdings direkte Sonneneinstrahlung über die Mittagsstunden mit Vorsicht zu genießen ist: Diese kann zu Blattverbrennungen führen, weshalb ein Schattieren der Pflanzen sinnvoll ist.

Substrat

Palmen fühlen sich in einem speziellen Palmensubstrat am wohlsten. Wollen Sie das Substrat hingegen selbst anmischen, so wählen Sie groben Sand, den Sie mit Kompost, Torf und Blähton (17,49€ bei Amazon*) zu jeweils gleichen Teilen vermengen. Ein hoher mineralischer Anteil im Substrat ist für die Pflanzen von Vorteil, zudem erhöht dieser die Durchlässigkeit des Gemisches. Palmen sind in der Regel an Trockenheit gewöhnt und vertragen keine übermäßige Feuchtigkeit – schon gar keine Staunässe.

Faecherpalme gießen

Insbesondere im Frühjahr, während der Hauptwachstumszeit, sollten Sie Fächerpalmen ausreichend mit Wasser versorgen. Halten Sie zu diesem Zweck die Erde stets leicht feucht, aber nicht nass und gießen Sie auch nicht zu üppig auf einmal – häufiges und starkes Gießen führt nicht nur zu Staunässe (was Palmen überhaupt nicht mögen), sondern schwemmt zusätzlich Mineralien und Nährstoffe aus dem Substrat. Machen Sie vor jedem Gießen den Fingertest: Ist das Substrat oberflächlich abgetrocknet, darf gegossen werden – anderenfalls nicht. Während der heißen und trockenen Sommermonate ist es außerdem sinnvoll, die Blätter von Zeit zu Zeit anzufeuchten, beispielsweise mit kalkfreiem Wasser aus einem Zerstäuber, damit die großen Blätter schön grün bleiben und nicht verbräunen.

Verwenden Sie zum Gießen der Fächerpalmen stets kalkfreies Wasser. Durch die Verwendung von Leitungswasser wird die Pflanze über kurz oder lang eingehen.

Faecherpalme richtig düngen

Für ein gesundes und schönes Wachstum brauchen Fächerpalmen einen ausgewogenen Nährstoffcocktail. Versorgen Sie die Pflanzen zwischen April und August mit einem flüssigen Volldünger, der insbesondere Stickstoff (fürs Wachstum der Blätter und Triebe), Phosphor (Ausbildung von gesunden und kräftigen Wurzeln) und Kali (für die Standfestigkeit) enthält. Sie können speziellen Palmendünger verwenden, dies ist aber nicht zwingend notwendig. Verabreichen Sie das Düngemittel stets zusammen mit dem Gießwasser und kippen Sie es auf keinen Fall auf ein trockenes Substrat.

Faecherpalme richtig schneiden

Im Gegensatz zu den so genannten falschen Palmen – wie etwa der ebenfalls als Zimmerpflanze weit verbreiteten Yucca-Palme – dürfen Sie Fächerpalmen nicht einfach kappen, sollten sie zu hoch werden. Das Abschneiden der Spitze hat anschließend häufig das Absterben der ganzen Pflanze zur Folge. Entfernen Sie lediglich vertrocknete, braune oder gelbe Wedel, wobei Sie keine Reste am Stamm stehen lassen dürfen – diese dienen Krankheitserregern und Parasiten als willkommene Nährböden. Geschnitten wird möglichst vor dem Einräumen ins Winterquartier. Achten Sie beim Schneiden darauf, sich nicht an den Dornen zu verletzen.
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Umtopfen

Im zeitigen Frühjahr ist das Umtopfen der Palmen fällig, damit sie Kübelpflanze anschließend mit frischem Substrat und einem größeren Topf in die Wachstumsphase wechseln kann. Klopfen Sie die alte Erde nicht aus dem Wurzelwerk heraus, sondern setzen Sie sie mit in das frische Substrat hinein – dies erleichtert der Pflanze das Anwachsen. Zudem sollte der neue Pflanztopf um einige Größen größer sein, wobei insbesondere die Washingtonia-Arten auch tiefe Pflanzgefäße benötigen: Sie bilden eine tiefe Pfahlwurzel aus. Die richtige Zeit fürs Umtopfen ist gekommen, wenn die Wurzeln aus dem Topf herauszuwachsen beginnen.
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Überwintern

In der Regel überstehen Fächerpalmen niedrige Temperaturen bis etwa minus acht Grad Celsius recht gut. Ein guter Kälteschutz ist dennoch wichtig, vor allem, wenn die Pflanze über die Wintermonate draußen bleiben soll. Dazu muss die Palme jedoch gut eingepackt werden:

  • Binden Sie die Wedel mit einem dünnen Seil hoch.
  • Stülpen Sie einen luftigen, großen Sack (z. B. aus Jute) über die Palme.
  • Auch Styroporplatten, rund um die Palme angeordnet und festgebunden, schützen vor Kälte.
  • Umlegen Sie den Stamm mit trockenem Mulchmaterial oder einer Bambusmatte.
  • Mulchen Sie das Substrat, um die Wurzeln zu schützen.

Sind jedoch lang anhaltende oder tiefe Fröste zu erwarten, sollten Sie die Palme in ein kühles, aber frostfreies und vor allem helles Winterquartier bringen. Gießen Sie nur wenig, gedüngt wird bis zum April gar nicht. Eine Überwinterung im Wohnzimmer ist ebenfalls möglich, aber wegen der trockenen Heizungsluft und dem in den Wintermonaten fehlenden Licht schwierig. Halten Sie die Luftfeuchtigkeit hoch und installieren Sie gegebenenfalls zusätzliche Pflanzenlampen.
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Krankheiten und Schädlinge

Fächerpalmen werden des Öfteren von Woll-, Schmier- und Schildläusen befallen, die wegen ihrer Färbung nur schwer zu entdecken sind. Kontrollieren Sie die Pflanzen daher regelmäßig auf einen Befall, damit Sie im Falle des Falles schnell einschreiten können und einer Invasion rechtzeitig vorbeugen. Ein erstes Anzeichen sind übrigens oft sich braun oder gelb verfärbende Wedel. Überhaupt reagieren Palmen mit derartig verfärbten Blättern, wenn sie sich nicht wohl fühlen: Auch ein zu dunkler Standort, Kälte, mangelhafte Düngung sowie eine Überwässerung (Staunässe) bzw. Trockenheit haben dies zur Folge. Treten an Ihrer Fächerpalme also braune oder gelbe Blätter auf, gilt es, sich sorgfältig auf die Suche nach einer Ursache zu machen und diese, wenn gefunden, entsprechend abzustellen.

Tipps

Fächerpalmen können Sie selbst aus Samen heranziehen, die Sie im Fachhandel käuflich erwerben können. Sie brauchen jedoch Geduld, da die Keimung mehrere Monate in Anspruch nimmt.

Arten und Sorten

Üblicherweise werden die drei Arten Washingtonia filifera, Washingtonia robusta und Trachycarpus fortunei den Fächerpalmen zugeordnet, manchmal zählt man auch die eigentlich zu den Schirmpalmen zugehörige, aber äußerlich recht ähnliche Livistonia in diese Gruppe.

Washingtonia filifera

Bei Washingtonia filifera handelt es sich um eine robuste, recht schnellwüchsige und an trockene Standorte gewöhnte Palmenart, die ihre Wüstenheimat im Süden der USA sowie in Mexiko hat. In ihrem natürlichen Umfeld können diese Fächerpalmen bis zu 15 Meter hoch werden und einen Stammdurchmesser von ca. einem Meter erreichen – in einer Kübelkultur ist dies natürlich nicht möglich, hier bleibt die Pflanze deutlich kleiner. Achten Sie auf die bedornten Blattstiele, an denen man sich leicht verletzen kann.

Washingtonia filifera wird umgangssprachlich auch als Priesterpalme oder Petticoatpalme bezeichnet, was auf die zahlreichen, vertrockneten und den Stamm verhüllenden braunen Blätter zurückzuführen ist. In einer Zimmerkultur können Sie diese jedoch unbesorgt entfernen. Kurzzeitig verträgt die Washingtonia filifera etwas Frost, sollte jedoch frostfrei überwintert werden.

Washingtonia robusta

Washingtonia robusta ist von Aussehen und Wuchs der Art Washingtonia filifera sehr ähnlich, gilt allerdings als robuster und unempfindlicher – nur nicht gegen Kälte, denn im Gegensatz zu W. filifera verträgt W. robusta kurzzeitig Temperaturen von höchstens minus fünf Grad Celsius. Ihre Heimat hat die Art im Nordwesten Mexikos, wo es meist etwas feuchter als in der angestammten Heimat von W. filifera ist.

Trachycarpus fortunei

Die Chinesische Hanfpalme wächst in einem für Palmen eher ungewöhnlichen Klima, nämlich in den Höhen der asiatischen Hochgebirge bis auf 2500 Meter über dem Meeresspiegel. Demzufolge eignet sich diese Art für eine Kultur im mitteleuropäischen Klima besonders gut, ist sie doch von Natur aus ein eher kühles Klima gewöhnt. Besonders wohl fühlt sich die Art an einem hellen Standort mit Temperaturen zwischen 15 und 20 °C. Ältere Exemplare vertragen kurzfristig auch Frost bis etwa minus zehn Grad Celsius, sollten jedoch möglichst kühl und frostfrei überwintert werden. Die Hanfpalme wird oft mit der Zwergpalme (bot. Chamaerops humilis) verwechselt und ist deshalb fälschlicherweise unter diesem Namen häufiger im Handel zu finden. Allerdings handelt es sich um unterschiedliche Arten mit verschiedenen Bedürfnissen.

Livistonia / Livistonie

Zwar werden die verschiedenen Arten der Livistonia-Palmen oft den Fächerpalmen zugeordnet, tatsächlich handelt es sich jedoch um Schirmpalmen. Als Zimmerpflanzen beliebt sind vor allem Livistona australis, Livistona chinensis und Livistona rotundifolia. Alle Arten sollten ganzjährig bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C kultiviert werden, wobei Sie sie im Sommer auch ins Freie stellen können. Die Palmen brauchen einen hellen Standort (jedoch ohne Mittagssonne) sowie nur wenig Wasser.


Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: DSGNSR1/Shutterstock

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