Bergpalme: Pflege und Sorten

Pflanzenfreunde ohne große Erfahrung, die sich gern einen exotischen Blattschmuck ins Zimmer holen möchten, sind mit der Bergpalme gut beraten. Denn die zierlich gefiederte Mittelamerikanerin erfordert keine aufwändige oder besonders anspruchsvolle Pflege.

bergpalme
Die Chamaedorea elegans ist eine beliebte Zimmerpflanze

Herkunft

Die Bergpalme, botanisch Chamaedorea, ist eine mittelmäßig artenreiche Pflanzengattung. Ihre insgesamt 104 Arten sind allerdings recht verschieden. Ihre Herkunftsgebiete erstrecken sich von Mexiko bis ins südamerikanische Brasilien. Wie ihr Name schon nahelegt, kommen die meisten Arten aus höher gelegenen Habitaten, nur ein paar sind auch im Tiefland beheimatet. Was alle Arten der Chamaedorea aber miteinander gemein haben, ist ihre Ansiedlung in der Unterwuchszone von Feuchtwäldern. Sie sind daher an eher halbschattige Lichtverhältnisse angepasst.

Von den verschiedenen Arten der Chamaedorea ist für die hiesige Zimmerpflanzenkultur eigentlich nur die Chamaedorea elegans, die Mexikanische oder Zierliche Bergpalme, relevant. Sie kommt, wie ihr deutscher Name schon sagt, aus den Bergregionen Mexikos und Guatemalas.

Die Herkunft der Bergpalme im Überblick:

  • Herkunftsgebiete der 104 Arten erstrecken sich von Mittel- bis Südamerika
  • Die meisten Arten aus Bergregionen
  • Unterwuchspflanze aus Feuchtwäldern
  • Hierzulande als Zimmerpflnaze kultivierte Art Mexikanische Bergpalme aus Mexiko und Guatemala

Wachstum

Wie oben schon erwähnt, sind die Arten der Gattung Chamaedorea ziemlich vielfältig – das betrifft schon ihren jeweiligen Habitus. So gibt es sowohl aufrecht wachsende, als auch niederliegende oder sogar kletternde Arten. Alle sind aber eher klein bis mittelgroß. Die meisten Arten sind einzelstämmig, andere bilden auch Horste aus.

Die für mitteleuropäische Zimmerpflanzenkultivierer relevante Chamaedorea elegans wächst als aufrechter Baum mit schlankem Stamm mit schirmartigem Blattschopf. In ihrer Heimat wird sie bis zu 3 Meter hoch und breitet ihre Krone um die 2 Meter aus. In der Zimmerkultur erreicht sie hingegen meist nur leichter zu händelnde 1,30 Meter Höhe.

Zimmerpflanze

Als Zimmerpflanze ist die Chamaedorea elegans äußerst pflegeleicht und eignet sich daher auch für Anfänger. Sie braucht nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit und ist sehr tolerant gegen Pflegefehler.
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Blätter

Vor allem wegen ihrer zart gefiederten, frischgrünen und leicht glänzenden Blätter wird die Bergpalme als Blattschmuck-Zimmerpflanze geschätzt. Sie setzen eng gegenständig oben am Stammende an und haben eine filigrane Fiederstruktur aus 20 bis 40 schmalen, lanzettlichen Einzelblättern von bis zu 15 Zentimetern Länge. mit dem oben abgeflachten und unten runden, mittellangen Stiel erreichen die Palmwedel eine Gesamtlänge von an die 60 Zentimeter.

Blüte

Die Mexikanische Bergpalme bildet über die ganze Vegetationsperiode hinweg vom Frühjahr bis zum Herbst sehr filigrane, weit aufgefächerte Blütenrispen mit kleinen, gelblichen, kugeligen Blüten. Vom Blattgrün heben sie sich optisch nicht besonders stark ab, der aufmerksame Beobachter kann sich aber an ihrer zierlichen Struktur sicherlich erfreuen. Die Bergpalme ist zweihäusig, also getrenntgeschlechtlich. Wenn Sie ein weibliches Exemplar haben, erfüllt die Blüte den Raum auch noch mit einem angenehmen Duft.
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Welcher Standort ist geeignet?

Als Unterwuchspflanze ist die Bergpalme natürlich keine direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt. Ihr äquatoriales Herkunftsgebiet erfordert dennoch recht viel Helligkeit. Im Zimmer sollten Sie ihr also einen lichten Standort bieten, an dem sie vor unmittelbarem Sonnenlicht geschützt ist. Im Sommer können Sie sie auch nach draußen stellen, allerdings auch hier natürlich an ein abgeschattetes Plätzchen.

Da die Chamaedorea elegans aus den mittelamerikanischen Bergregionen stammt, braucht sie praktischerweise keine Tropenwaldtemperaturen. Eine auch für uns angenehme Wohntemperatur von 20°C ist ideal für sie. Im Winter braucht sie hingegen, sofern Sie auf eine Blütenbildung in der nächsten Vegetationsphase legen, kühlere Werte von etwa 12 bis 16°C. Ein Überwinterungsplatz in einem unbeheizten Treppenhaus ist ideal – und spendet beim Heimkommen an nasskalten Wintertagen vielleicht auch etwas tropische Freude.

Die Standortanforderungen im Überblick:

  • Bergpalme sollte hell, aber vor direktem Sonnenlicht geschützt stehen
  • Temperaturen im Sommer moderat warm, um die 20°C
  • Rausstellen möglich, allerdings abgeschattet
  • Im Winter kühler (12-15°C), damit ein Temperaturanreiz zur Blütenbildung im nächsten Frühjahr entsteht

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Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Bergpalme sollte in einem lockeren, nicht zu kompakten Substrat stehen. Gut geeignet ist Blumenerde speziell für Palmen oder für Kräuter. Sie können die Erde mit ein wenig Kompost etwas humoser gestalten. Eine gute Drainage aus grobem Sand oder Vulkangestein ist wegen der relativ hohen Staunässeempfindlichkeit auf jeden Fall empfehlenswert.

Der ph-Wert sollte eher alkalisch als sauer sein.

Zum Merken:

  • durchlässiges Substrat aus (spezieller Palm- oder Kräuter-) Erde und etwas Kompost
  • Drainage aus grobem Sand oder Vulkangestein
  • ph-Wert eher alkalisch

Bergpalme gießen

Beim Gießen der Bergpalme gilt die einfache Faustregel: Nicht zu wenig und nicht zu viel. Das heißt konkret: Sie soll gleichmäßig feucht gehalten und nicht austrocknen gelassen werden, Staunässe ist aber auch tunlichst zu vermeiden. Geben Sie ihr vor allem in heißen Trockenphasen im Sommer reichlich Wasser und achten darauf, dass der Topfballen immer feucht bleibt. Dennoch darf im Untersetzer nicht dauerhaft Wasser stehen. In jedem Fall sollte es von der Pflanze aufgesaugt sein, bevor Sie erneut gießen.

Empfehlenswert ist auch ein Tauchbad einmal in der Woche: tauchen Sie den Topf komplett in Wasser und lassen ihn danach gut abtropfen.

Während der Winterpause reduzieren Sie das Gießen ein wenig, aber auch dann soll das Substrat immer leicht feucht bleiben.

Gießregeln noch einmal in Stichworten:

  • nicht zu wenig, nicht zu viel
  • immer feucht halten, Staunässe aber vermeiden
  • im Sommer gelegentliches Tauchbad empfehlenswert
  • im Winter nur leicht feucht halten

Hydrokultur

Die Chamaedorea elegans kann auch in Hydrokultur gehalten werden. Sie empfiehlt sich insbesondere für Anfänger oder Büros, da sie noch weniger Aufmerksamkeit beim Gießen und Pflegen erfordert. Insgesamt ist die Hydrokultur auch etwas hygienischer, da sich Schädlingen und Allergenen weniger Nährboden zur Ansiedlung bietet. Besonders empfindliche Personen können hiervon also auch profitieren.

Wichtig ist allerdings, dass die Entscheidung zur Hydrokultur gleich zu Beginn fällt. Eine Umstellung von Erdkultur zur Hydrokultur verträgt die Bergpalme schlecht – ihre Wurzeln müssen von Anfang an an diese „klinische“ Wasser- und Nährstoffaufnahme gewöhnt werden.

Setzen Sie die Bergpalme für die Hydrokultur nach ganz klassischer Methode in ein Pflanzgefäß mit Blähton und einer Wasser-Nährstofflösung als Basis. Ein Wasserstandanzeiger ist wichtig, um immer über den Hydrostatus informiert zu bleiben und rechtzeitig auffüllen zu können.

Was bei der Hydrokultur zu beachten ist:

  • Eignet sich für Anfänger, Büros und Allergiker
  • Wenn, dann von Anfang an so kultivieren
  • Klassische Variante am besten: Blähtonsubstrat über Wasser-Nährstofflösung mit Wasserstandanzeiger

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Bergpalme richtig düngen

Düngen sollten Sie eine Bergpalme erst in gestandenem Alter. Im ersten Lebensjahr sollte die Pflanze Gelegenheit haben, zunächst ihre Wurzeln gut auszubilden. Später können Sie ihr in der Vegetationsperiode vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätsommer hinein ab und zu etwas universellen Flüssigdünger geben. Diesen sollten Sie aber schwach dosieren und zwischen den Düngergaben einen Zeitabstand von mindestens 2 bis 3 Wochen einhalten.

Krankheiten

Krankheiten sind bei der Bergpalme allgemein nicht bekannt.
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Schädlinge

Schädlinge können die Chamaedorea elegans allerdings gelegentlich schon befallen. Am ehesten wird sie von den häufigsten aller Zimmerpflanzen-Parasiten heimgesucht, den Spinnmilben und den Schildläusen. In beiden Fällen ist meist zu trockene Heizungsluft die Ursache. Bei zu nassem Substrat können sich auch Trauermücken ansiedeln.

Spinnmilben

Diese winzig kleinen Tierchen besiedeln viele Zimmerpflanzen und ernähren sich von ihrem Pflanzensaft. Das Schadbild äußert sich zunächst durch die feinen Gespinste, mit denen die rötlichen bis gelblichen oder grünlichen Milben ihre Wirtspflanze überziehen. Später zeigen sich kleine Pünktchen auf den Blättern, die sich allmählich zu größeren Flecken ausdehnen. Irgendwann rollen sich die Blätter ein und werden abgestoßen.

Durch die Gespinste ist ein Spinnmilbenbefall aber meist frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Bewährt hat sich hier die Abspritz- und Folienmethode. Zunächst brausen Sie die Palme unter einem stärkeren Wasserstrahl ab, um die Schädlinge mechanisch zu entfernen. Um auch alle auszurotten, überziehen Sie die Pflanze anschließend komplett mit einer Folie, die Sie unten möglichst luftdicht abschließen. Darunter sterben die Milben innerhalb einer Woche ab.

Schildläuse

Diese etwas größeren Parasiten ernähren sich ebenfalls vom Pflanzensaft ihres Wirtes und hinterlassen dabei Ausscheidungen (Honigtau), die den Bereich um die Zimmerpflanze verkleben.
Bekämpft werden Schildläuse am besten zunächst auch mechanisch, indem Sie sie mit einem feuchten Lappen von den Blättern wischen. Anschließend wenden Sie eine Sprühkur aus Knoblauch-, Brennnessel- oder Rainfarnsud an. Bei hartnäckigerem Befall können Sie auch ein Ölpräparat verwenden, das die Schädlinge zum Ersticken bringt.

Trauermücken

Trauermücken siedeln sich mit Vorliebe in nassem Erdsubstrat an. Schon deshalb sollten Sie die Bergpalme nicht dauerhaft zu feucht halten. Die Parasiten sind leicht zu erkennen, denn sie umschwirren die Pflanze bei jedem Gießen. Dann sollten Sie schnell handeln, denn die in der Erde abgelegten Larven fressen alle unteren Pflanzenteile, vor allem die Wurzeln, an.

Mit klebrigen Gelbtafeln können Sie einen Großteil der Population eindämmen. Eine ganz biologische Methode ist der Einsatz von Nützlingen wie etwa Nematoden, die Sie im Fachhandel kaufen können. Lassen Sie diese auf die Trauermücken los, stillen sie ihren Hunger unmittelbar.

Vorbeugend können Sie im Raum auch fleischfressende Pflanzen halten – sie tun auch einen zuverlässigen Dienst.

Braune Blätter

Trockenheit

Braune Blätter sind bei der Bergpalme in den meisten Fällen ein Hinweis auf Trockenheit – entweder ist sie von unten zu wenig mit Gießwasser versorgt worden oder die Umgebungsluft ist ihr zu trocken. Halten Sie den Topfballen auf jeden Fall gleichmäßig feucht – oder vereinfachen Sie sich die Wasserversorgung durch die Hydrokultur. Für eine hohe Raumluftfeuchtigkeit können Sie eine Schale Wasser auf die Heizung stellen. Davon profitieren auch Sie. Eine gelegentliche Spritzdusche tut der Bergpalme auch gut.

Sonnenbrand

Ein anderer Grund für braune Blätter kann Sonnenbrand sein. Die Bergpalme verträgt als Unterwuchspflanze nun einmal keine direkte Sonneneinstrahlung. Schützen Sie sie also an dem trotzdem nötigen hellen Standort durch Beschattung von anderen Pflanzen oder auch einem dünnen Tuchsegel.
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Braune Spitzen

Wenn sich die Blattspitzen der Bergpalme braun verfärben, liegen dieselben Ursachen zugrunde wie bei komplett braunen Blättern – hier haben Sie den Missstand nur schon früher erkannt. Das erleichtert natürlich auch die Behebung. Erhöhen Sie unverzüglich die Gießmenge bzw. die Gießfrequenz und erhöhen gegebenenfalls die Luftfeuchtigkeit im Raum.

Wenn die Sonne die Bergpalme zu sehr plagt, schatten Sie sie licht ab.
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Bergpalme vermehren

Schösslinge

Vermehren lässt sich eine Bergpalme am einfachsten über Schösslinge. Diese bildet sie regelmäßig im unteren Pflanzenbereich als Seitentriebe. Sie können sie einfach mit einem scharfen Messer abtrennen und in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde setzen. An einem hellen, warmen, vor direkter Sonne geschützen Ort ziehen Sie ihn unter gleichmäßiger Feuchthaltung an – förderlich zum Anwachsen ist ein gleichmäßig feuchtwarmes Mikroklima, das Sie durch Überziehen mit einer Folie erreichen.

Samenanzucht

Eine andere Methode ist die Samenanzucht. Sie können entweder Samen im Fachhandel kaufen oder auch aus zwei Mutterpflanzen selbst welche entnehmen. Das erfordert allerdings ein wenig Geschick und Motivation. Denn Sie brauchen zunächst einmal ein männliches und ein weibliches Pflanzenexemplar, damit eine Befruchtung möglich wird. Wenn beide Exemplare blühen, pinseln Sie dazu mit einem Pinsel immer wieder über mehrere Tage abwechseln über die männlichen und die weiblichen Blüten. Aus den ausgereiften, schwärzlichen Früchten können Sie dann die Samen entnehmen.

Die Anzucht der Samen erfordert wiederum viel Geduld. Denn sie müssen zunächst etwa zwei Tage in Wasser eingeweicht werden, damit sich die harte Kapsel löst. Ist das geschehen, setzen Sie sie in Anzuchttöpfe und stellen sie an einen geschützten, hellen, warmen und gleichmäßig luftfeuchten Ort – die höchsten Gelingchancen bietet ein Minigewächshaus. Alternativ können Sie aber auch durch Folienüberzug ein geeignetes Mikroklima erzeugen.

Wenn die Keimlinge sich zeigen, brauchen sie etwas Belüftung. Wenn Sie eine stabile Größe erreicht haben, können Sie sie in größere Pflanzgefäße umziehen und artgerecht weiterkultivieren.
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Ist Bergpalme giftig?

Ob die Bergpalme giftig ist, ist nicht ganz klar. Oft wird sie als ungefährlich eingestuft, manche Experten schreiben ihr wegen angeblich enthaltener Saponine eine leichte Giftigkeit zu. In jedem Fall ist die Giftigkeit aber, wenn überhaupt vorhanden, nur schwach. Um Risiken zu minimieren, sollten Bergpalmen aber in Haushalten mit Kleinkindern und Haustieren eher hoch gestellt und etwaige abgefallene Pflanzenteile eingesammelt und entsorgt werden.
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Tipp

Wenn Sie vor allem Wert auf die zwar nicht besonders auffälligen, aber doch sehr hübschen Blüten legen, schneiden Sie sie unmittelbar nach dem Abblühen ab. Das fördert allgemein die Neubildung.

Sorten

Chamaedorea elegans Bella

Dies ist die verbreitetste Sorte der Mexikanischen Bergpalme, die im hiesigen Handel erworben werden kann. Gelegentlich findet man auch Sorten anderer Arten wie der besonders filigranen Chamaedorea metallica oder der ungefiederten Ch. Ernesti-augustii.

Die Chamaedorea elegans Bella zeichnet sich durch ihren kompakten Wuchs und ihre formschönen, frischgrünen Palmwedel aus. Sie wird bis zu 1,30 Meter hoch und zeigt die typisch zierlichen, rispenförmigen Blütenstände mit gelblichen Kugelblütchen. Sie kann die ganze Vegetationsperiode über blühen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: ranmaru/Shutterstock
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