Mehr Insekten anlocken: Damit es im Garten (wieder) summt und brummt

Ob Sie in Ihrem Garten bereits insektenfreundliche Beete haben, lässt sich folgendermaßen ganz leicht herausfinden: Schließen Sie inmitten Ihrer Obstbäume, Gemüsepflanzen, Blumen, Stauden und Kräuteranpflanzungen einfach für einen Moment die Augen. Hören Sie jetzt, neben dem Rauschen der Blätter und dem Vogelgezwitscher irgendetwas brummen und summen. Schön wär’s für die Natur und die Hummeln, Bienen und Käfer sowieso, die leider Jahr für Jahr immer weniger werden. Kurze, wirklich nur ganz kurze Ursachenforschung:
Durch die voranschreitende Monokultur werden der Lebensraum und das Nahrungsangebot der Blütenbesucher von Jahr zu Jahr knapper. Dennoch wäre es grundverkehrt, den Bauern jetzt generell den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben, denn an diesem Trend ist nicht (nur) die Landwirtschaft schuld, sondern die Landwirtschaftspolitik mit ihren teilweise umweltfeindlichen Subventionen.

Mehr Bienen im Garten
Der Rote Sonnenhut zieht Bienen förmlich an

Klare Worte zum massenhaften Rückgang der Bienen gab es bereits 2014 von Imker Hartmuth Herweg, dem Inhaber der Klosterimkerei Grauhof in Goslar, der die ökonomischen Folgen, ebenso deutlich formulierte, wie sie sich uns allen, wenn es so weitergeht, künftig darstellen werden (Zitat): „Wenn es keine Bienen mehr gibt, dann gibt es auch keine Erdbeeren mehr. Ohne Erdbeeren keine Marmelade, das heißt, Unternehmen wie Schwartau oder Zentis brauchen keine Menschen mehr für die Verarbeitung. Dann brauchen sie auch keine Verpackungen mehr, keine Technik, keine Vermarktung.“

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Desto wichtiger werden nun unsere Gärten, die sich immer mehr zum begehrten Treffpunkt für Hummel, Biene und Co. entwickeln. Und was spricht eigentlich dagegen, wenn wir unsere Gartenwege und Beete mit farbenprächtigen und noch dazu gesundheitsfördernden Wildblumen einrahmen? Welche das sein könnten? Hier eine kleine und keineswegs vollständige Übersicht:

Insektenfreundliche Gartenpflanzen

Name Botanische Bezeichnung Blüte Höhe Eigenschaften
Raublattaster Aster novae-angliae September bis Oktober 130 bis 140 cm 5 cm große Blüten
Roter Sonnenhut Echinacea pur-purea Juli bis September 80 bis 100 cm Liebling der Schmetterlinge
Bergaster Aster amellus August bis September 65 bis 75 cm Insektenlockende Röhrenblüten
Hohe Fetthenne Sedum telephium September bis Oktober 50 bis 70 cm Spätblühende Nektarquelle
Wiesen-Margerite Leucanthemum vugare Mai bis Juni und September ca. 70 cm Besonders reich an Pollen
Dunkle Blaunessel Agastache rugosa Juli bis September 70 bis 90 cm Favorit bei Biene u. Schmetterling
Kaukasus-Storchschnabel Geranium renardii Mai bis Juni 35 bis 55 cm Optimal für Beetränder
Bergminze Calamintha nepeta Juli bis Oktober 30 bis 50 cm Besonders viele Einzelblüten

Besonders bienenfreundlich sind im Frühjahr die blühenden Obstbäume in den Gärten und die Weidenkätzchen. Ein paar Wochen später wird schließlich auf Thymian und Lavendel geflogen. Mit dem Nektar von Phlox und Sommerflieder verwöhnen sich die Schmetterlinge und Schwebfliegen mit Vorliebe. Dagegen stehen Hummeln ganz besonders auf Lupinen, Fingerhut und Klatschmohn. Und wer sie gleich alle in seinem Garten haben will, pflanzt einfach einige Kugeldisteln und Blaunesseln zwischen die Gartenbeete.

Tipps & Tricks

Die geläufigsten Blütenbesucher in unseren mitteleuropäischen Breiten sind neben Honigbienen und Schmetterlingen übrigens:

  • Waldschwebfliege,
  • Sechsfleck-Widderchen,
  • Schlupfwespe,
  • Taubenschwänzchen,
  • Großer Wollschweber sowie
  • Zottiger Bienenkäfer und

Sie stechen alle nicht.

Text: Gartenjournal.net

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