Weidenkätzchen – Gehölze mit flauschigen Blütenknospen

Als Weidenkätzchen werden einerseits die Blütenknospen der Salix-Arten und andererseits die Arten selbst bezeichnet. Sie sind attraktive Gewächse und setzen Akzente. Ihre Pflege gestaltet sich einfach, denn Weiden sind robust und anspruchslos. Wer Haustiere hat, sollte Vorsicht walten lassen.

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Weidenkätzchen begeistern mit ihren schönen Kätzchen oft schon, wenn draußen noch Schnee liegt

Das Wichtigste in Kürze

  • Weidenkätzchen sind schnittverträglich. Die Schnittmaßnahmen hängen davon ab, ob das Gehölz strauchartig oder baumförmig wächst und hängende oder aufrechte Triebe bildet.
  • Die Gehölze können in Garten und Kübel gepflanzt werden. Vermehrt werden Weiden über Stecklinge. Die Sal-Weide stellt eine Ausnahme dar.
  • Salix-Arten sind anspruchslos und benötigen kaum Pflege. Sie können vielseitig im Garten eingesetzt werden. Krankheiten und Schädlinge sind selten.
  • Verschiedene Arten wie Grau-Weide, Nordische Bäumchenweide oder Sal-Weide werden als Weidenkätzchen bezeichnet. Sie sind ungiftig für den Menschen, aber gefährlich für Katzen.

Weidenkätzchen richtig schneiden

Welche Schnittmaßnahme Ihre Weide benötigt und wann Sie schneiden sollten, hängt von Art und Sorte ab. Die folgenden Schnittmaßnahmen beziehen sich auf die verschiedenen Sorten der Sal-Weide. Warten Sie mit dem Schnitt, bis die Weidenkätzchen verblüht sind. Zu lange sollten Sie die Maßnahme nicht herauszögern, denn zu bestimmten Jahreszeiten ist das Schneiden verboten.

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Weidenkätzchen schneiden verboten?

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Wilde Weidenkätzchen dürfen nicht geschnitten werden

Wild wachsende bzw. heimische Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz. Sie fallen wie alle Bäume, Hecken, Sträucher und Gehölze unter den Schutz des Paragraphen 39 (BNatschG). Demnach ist das Schneiden der Weidenkätzchen verboten, wenn sich Vögel in der Brutzeit befinden. Das betrifft sowohl Gewächse in der freien Natur als auch im Garten angepflanzte Gehölze. Um die Lebewesen zu schützen, wurde eine gesetzliche Schonzeit festgelegt. Zwischen erstem März und 30. September dürfen Sie Ihre Weidenkätzchen nicht abschneiden, auf den Stock setzen oder vollständig entfernen.

So machen Sie es richtig:

  • in geringen Mengen dürfen Sie Zweige Ihrer Sträucher abschneiden
  • prüfen Sie vorher, ob Vögel oder andere Tiere in der Hecke brüten
  • schonende Form- und Pflegeschnitte zur Zuwachsbeseitigung sind während der Schonfrist zulässig

Weidenkätzchen liefern im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle, wenn andere Blütenpflanzen noch ruhen.

Hängende Sorten

Formen mit überhängenden Trieben können als Hochstamm oder Bäumchen gezogen werden. Allerdings erreichen sie keine großen Wuchshöhen, sondern bleiben ein Kleinbaum. Ihre Triebe verlängern sich jährlich um etwa 30 Zentimeter. Um ein gesundes Wachstum zu fördern, sollten Sie die Zweige jedes Jahr nach der Blüte knapp über dem Stamm kappen.

Dieser Radikalschnitt macht dem Gehölz nichts aus, denn Weiden sind bekannt für ihre Wüchsigkeit. Die Schnittmaßnahme sorgt für eine Verjüngung und unterstützt die Vitalität. Schon im Sommer entwickeln sich frische Triebe.

Auslichtung als Alternative zum Radikalschnitt:

  • Zweige jährlich einkürzen
  • hängende Äste entfernen, die den Boden berühren
  • ältere Triebe aus dem Kroneninneren herausschneiden
  • junge Triebe entfernen, sobald sie störend wirken

Das Auslichten sorgt dafür, dass sich in der Krone nicht zu viel Totholz ansammelt. Alte Zweige werden schnell von den nachwachsenden Trieben überlagert, sodass das alte Holz unter Lichtmangel abstirbt. Durch diese Schnittmaßnahme entsteht mit der Zeit ein verfilztes bis wildes Erscheinungsbild.

Zwergwüchsige Sorten

Kriechende oder niederliegende Formen können ausgelichtet oder gestutzt werden. Das Stutzen fördert den neuen Austrieb während der Sommermonate. Schneiden Sie das Gehölz um ein Drittel oder die Hälfte zurück. Damit die Weide ihre Form behält, empfiehlt sich im Herbst ein weiterer Rückschnitt des frischen Austriebs. Leichte Formschnitte können während der gesamten Sommerperiode durchgeführt werden.

Aufrechte Sorten

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Weiden mit aufrechtem Wuchs müssen nicht geschnitten werden

Sträucher mit einer aufrechten Wuchsform müssen Sie nicht zwangsläufig schneiden. Sie können dem Weidenkätzchen-Baum sich selbst überlassen, sodass er mit den Jahren ein einzigartiges Gebilde entwickelt und seine Krone natürlich aufbauen kann. Die Entstehung von Totholz ist bei Weiden normal. Sobald das abgestorbene Material stört, sollten Sie es an der Basis entfernen. Dadurch bekommt der frische Austrieb mehr Licht und Sie minimieren das Krankheitsrisiko.

Schnittmaßnahmen für eine Kopfweide:

  • verblühte Triebe im Frühjahr bis auf Stummel mit drei Augen zurückschneiden
  • kranke Triebe und abgestorbene Äste vollständig entfernen
  • Austriebe am Stamm abschneiden

Wann und wie Weidenkätzchen pflanzen?

Weiden sind bekannt für ihr schnelles Wachstum und ihr gutes Vermögen zum Anwurzeln. Sie können die Sträucher im Spätfrühling wurzelnackt einpflanzen. Hängende Kätzchenweiden haben einen kompakten Wurzelstock und können auch im Herbst an den gewünschten Standort ausgepflanzt werden.

Wichtig für das Anwachsen ist eine optimale Wasserversorgung. Wenn Sie Ihre Salweide als Kleinbaum ziehen möchten, sollten Sie direkt nach dem Pflanzen Konkurrenztriebe entfernen. Lassen Sie einen kräftigen Trieb stehen und leiten Sie diesen mit einem Bambusstab. Schneiden Sie den Trieb über dem gewünschten Kronenansatz ab. Er sollte mindestens fünf Augen besitzen.

Anleitung zum Pflanzen:

  1. Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  2. Weide so tief einsetzen, wie sie vorher im Topf stand
  3. Erde auffüllen und fest andrücken
  4. Pflanze gut angießen und in den folgenden Wochen nicht austrocknen lassen

Umpflanzen

Eingewachsene Weiden können umgepflanzt werden, wobei ältere Exemplare weniger gut am neuen Standort anwachsen als junge Gehölze. Der ideale Zeitpunkt für diese Maßnahme ist der Oktober. Um den Pflanzen das Anwachsen zu erleichtern, sollten Sie die Triebe vor dem Ausgraben radikal zurückschneiden. Stechen Sie anschließend den Wurzelballen ab und heben Sie diesen aus dem Boden. Gehen Sie vor wie bei der Einpflanzung neu gekaufter Gehölze.

Kübelpflanzung

Es gibt zahlreiche Kätzchenweiden im Mini-Format, die sich für eine Kultivierung im Topf eignen. Auch hängende Sorten verschönern Topfgärten auf Balkon und Terrasse. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Strauch oder Baum bereits die endgültige Wuchshöhe erreicht haben. So können Sie den Kübel ideal an die Pflanzengröße anpassen.

Weidenkätzchen vermehren

Die meisten Weiden lassen sich problemlos zu jeder Jahreszeit über Stecklinge vermehren. Das funktioniert mittelmäßig bei der Salweide. Hier ist die erfolgreichste Vermehrung durch Samen gegeben. Die Sorten ‘Pendula’ und ‘Mas’ werden durch Veredelung vervielfältigt.

Exkurs

Die natürliche Vermehrung

Die Samen von Salix-Arten sind extrem klein, sodass der Keimling von notdürftig angelegten Nährstoffen profitieren kann. Dafür können sich die Samen wegen ihres leichten Gewichts über weite Strecken mit dem Wind ausbreiten. Weiden sind ausgesprochene Pionierpflanzen, die innerhalb kürzester Zeit vegetationsfreie Standorte wie Waldbrand- oder Erosionsflächen und Überschwemmungsland besiedeln. Ihre Samen keimen bei optimalen Bedingungen innerhalb 24 Stunden. Dagegen haben sie auf dicht bewachsenen Flächen keine Chance. Die jungen Pflanzen sind sehr anfällig für Austrocknung und verlieren gegen ihre Licht- und Nährstoffkonkurrenten.

Stecklinge

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Die Vermehrung über Stecklinge ist einfach und erfolgsversprechend

Bei der Stecklingsvermehrung müssen Sie keine besonderen Aspekte berücksichtigen. Schneiden Sie im Winter frische und noch nicht verholzte Triebe vom Strauch ab. Sie können den Sprosssteckling auch mit einem schnellen Zug abreißen. Da bei dieser Maßnahme die Rinde des zurückbleibenden Zweigs beschädigt wird, sollten Sie zu einem scharfen Messer greifen. Stellen Sie den Trieb in ein Glas Wasser. Innerhalb der nächsten Wochen bilden sich neue Wurzeln, wobei die Schnelligkeit der Bewurzelung von Temperatur und Licht abhängt.

Aussaat

Sammeln Sie verblühte Kätzchen, bevor die behaarten Samen durch den Wind verbreitet werden. Nach dem Sammeln ist Schnelligkeit gefragt, denn das Saatgut bleibt nicht lange keimfähig. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollten Sie die Samen auf feuchte Anzuchterde ausstreuen. Drücken Sie das feine Saatgut mit einem Brettchen leicht in das Substrat, sodass es nicht von Erde bedeckt wird. Achten Sie während der nächsten Wochen auf eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Veredelung

Die Hängende Kätzchenweide ‘Pendula’ wird ebenso wie die Sorte ‘Mas’ auf lang bewurzelten Ruten der Korbweide (Salix viminalis) gezüchtet. ‘Mas’ kann im Winter leicht vermehrt werden, denn die Sorte gedeiht auch auf einem unbewurzelten Steckholz erfolgreich.

  • Unterlage und Edelreis schräg abschneiden, sodass vier bis fünf Zentimeter lange Schnittflächen entstehen
  • Schnittflächen der Triebe passgenau aufeinander platzieren
  • mit Veredelungsband fixieren
  • Verwundungsschnitt am unteren Triebende durchführen, um Bewurzelung zu fördern
  • veredelte Weide einpflanzen und gut wässern

Ansprüche und Pflege

Weidengewächse erweisen sich als genügsam, wenn es um die Pflege geht. Sie stellen keine hohen Ansprüche an den Standort und gedeihen in verschiedenen Lebensräumen. Das macht die Gehölze zu beliebten Zierpflanzen im Garten oder auf Balkon und Terrasse.

 Sal-WeideNordische BäumchenweideAsch-Weide
Bodenanspruchslos. toleriert sowohl Trockenheit als auch Überschwemmungennormaler Gartenboden, gerne steinig aber nicht zu nassfrisch bis feucht, neutral oder leicht sauer
StandortSonne bis HalbschattenSonne bis HalbschattenSonne bis Halbschatten
Besonderheitwind- und salzverträglichfür exponierte Standorte geeignetals Windschutz und Pioniergehölz

Gießen und Düngen

Weiden sind anspruchslos, zeigen sich aber dankbar über eine jährliche Kompostgabe im Frühjahr. Mit einem Langzeitdünger können Sie das Wachstum beschleunigen. Trockene Sandböden sollten gemulcht werden, damit diese während der heißen Sommermonate nicht austrocknen. Jungpflanzen benötigen viel Wasser, um ein ausgedehntes Wurzelwerk zu entwickeln. Kübelpflanzen müssen häufiger gegossen werden als Gewächse im Freiland. Erneuern Sie die Erde im Topf alle paar Jahre, um die Weide mit Nährstoffen zu versorgen.

Überwintern

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Die Salweide ist gut winterhart und braucht keinen Schutz

Salweiden sind winterhart und erfordern keinen besonderen Schutz, wenn sie gut angewachsen sind. Kübelpflanzen können draußen überwintern, wenn ihr Wurzelballen mit Luftpolsterfolie (20,77€ bei Amazon*) oder Styropor vor dem Durchfrieren geschützt wird. Alternativ können Sie den Topf in einen dunklen und kühlen Raum mit Temperaturen um fünf Grad Celsius stellen.

Verwendung

Weidenkätzchen eignen sich zur abwechslungsreichen Gestaltung des Gartens. Jede Sorte hat ihren eigenen Charakter, weswegen die Gehölze und Zwergsträucher in Einzelstellung, als Hecken oder Bodendecker gepflanzt werden können. Auch im Topf machen Weiden eine gute Figur.

Solitärgehölz oder Wildstrauchhecke

Kätzchenweiden, die als Hochstamm oder Bäumchen gezüchtet wurden, kommen in Einzelstellung besonders gut zur Geltung. Sie können als Blickfang auf der Freifläche oder im hellen Vorgarten gepflanzt werden, da ihr Platzanspruch kontrollierbar ist. Auf ärmeren Standorten bleiben Salweiden kompakt. Sie fügen sich perfekt in das Gesamtbild aus heimischen Gehölzen ein und kreieren eine naturnahe Hecke.

Beete und Staudenpflanzungen

Die Sorte ‘Pendula’ wächst kaum über zwei Meter hoch und eignet sich ideal für Frühlingsrabatte. Da sie bevorzugt als Hochstamm kultiviert wird, empfiehlt sich eine Pflanzung als Solitär. In Kombination mit anderen Gehölzen kann diese Sorte nicht ihre volle Wirkung entfalten.

Dagegen eignet sie sich perfekt für den Hintergrund von bunt bepflanzten Staudenbeeten. Der Hochstamm kann mit Zwiebelblumen oder frühblühenden Stauden unterpflanzt werden. Wählen Sie Pflanzen, die mit dem Wurzeldruck der Weiden zurecht kommen und unter dem Schatten der Krone prächtig gedeihen.

Ideen für eine Unterpflanzung:

  • Hornveilchen, Vergissmeinnicht und Narzissen
  • Funkien, Elfenblumen oder Schein-Erdbeeren
  • Mischungen ‘Herbstzauber’ oder ‘Frühlingsflirt’
Weidenkätzchen: Mögliche Unterpflanzung

Weidenkätzchen im Topf

Viele Weiden können als Jungpflanze im Topf kultiviert werden. Wenn sie zu groß werden, sollten Sie das Gehölz in den Garten pflanzen. Niedrige Sorten eignen sich für eine dauerhafte Kultivierung im Kübel, denn ihr Wurzelballen bleibt kompakt. Der Topf muss mit dem Gehölz wachsen. Weidenkätzchen erfordern alle zwei bis drei Jahre einen größeren Pflanzkübel.

Eine abgestimmte Düngung ist genauso wichtig wie das regelmäßige Gießen. Wenn das Gehölz im Frühjahr austreibt, muss der Topf regelmäßig gedreht werden. Ansonsten wächst der Strauch nur an der zum Licht zugewandten Seite kräftig.

Basteln mit Weidenkätzchen – Deko aus Zweigen

Sie können Zweige von Weidenkätzchen kaufen oder in geringen Mengen von Sträuchern aus dem eigenen Garten abschneiden und für dekorative Zwecke verwenden. Beachten Sie beim Sammeln die Naturschutzbestimmungen, um keine brütenden Vögel oder andere Lebewesen zu gefährden. Weidenkätzchenzweige lassen sich vielseitig verwenden:

  • Kranz auf Weidenzweigen, geschmückt mit blühenden Hornveilchen und Perlhyazinthen
  • lange Weidenzweige in einer großen Glasvase, dekoriert mit Frühlingsaccessoires
  • Kätzchen auf ein Styroporherz kleben und mit Schleifen verzieren
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Probleme an Weidenkätzchen

Weiden sind robuste Gewächse, die mit Krankheiten gut umgehen können. Dass Blätter vertrocknet erscheinen kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Neben Krankheiten können auch suboptimale Standortbedingungen oder Wachstumsstörungen in Frage kommen.

Orangefarbene Flecken auf den Blättern

Wenn das Laub von zahlreichen hellen Punkten oder Flecken übersät ist, kann es sich um den Weidenrostpilz handeln. Bei einem genaueren Blick auf die Blattunterseite können Sie hellgelbe bis orangefarbene Sporenlager erkennen. Verantwortlich für die Erkrankung sind Arten der Gattung Melampsora. Die Rostpilze benötigen für ihre Entwicklung einen Zwischenwirt, bevor sie Weiden befallen. Hier kommen unterschiedliche Pflanzengattungen wie Pfaffenhütchen, Veilchen, Lauch, Tannen oder Johannisbeeren in Frage. Auch Orchideen sind als Zwischenwirte beschrieben.

  • Bekämpfung: wiederholte Behandlungen mit einem Fungizid
  • Vorbeugung: abfallendes Laub zusammenkehren und entfernen
  • Stärkung: Gehölze ausreichend mit Nährstoffen versorgen

Weißlicher Belag auf Blättern und Trieben

Ein weißer Rasen, der sich mit zunehmendem Alter grau verfärbt, deutet auf eine Erkrankung mit dem Echten Mehltau hin. Die Pilzarten haben sich auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert, sodass sie sich nicht zwischen Pflanzen aus unterschiedlichen Familien verbreiten können.Weiden werden häufig von zwei verschiedenen Mehltaupilzen befallen. Eine Bekämpfung ist normalerweise nicht erforderlich. Eine Milch-Wasser-Lösung kann unterstützend auf die betroffenen Pflanzen gesprüht werden.

Verdorrte Zweige und braune Blätter

Wenn der Frühling besonders feucht ist, können sich verschiedene Pilze auf Weiden ansiedeln. Eine dieser Krankheiten ist der Weidenschorf, der vom Pilz Pollaccia saliciperda verursacht wird. Er schädigt Blätter, dickere Zweige und Triebspitzen. Befallene Blätter bleiben meist lange am Zweig erhalten. Die Pflanzenteile erscheinen ausgetrocknet und braun bis schwarz.

Maßnahmen:

  • befallenes Laub einsammeln und entsorgen
  • erkrankte Triebe abschneiden
  • Phosphor und Kali zur Krankheitsabwehr verabreichen
  • Stickstoffdünger vermeiden
  • regelmäßiges Auslichten, um für bessere Durchlüftung zu sorgen

Tipps

Braune Blätter und verdorrte Äste können auch ein Anzeichen für den Weidenbohrer sein. Achten Sie auf Bohrlöcher in der Rinde und den typischen Essiggeruch.

Schwarzbraune Wucherungen an Trieben

Der Pilz Marssonina salicicola ist verantwortlich für die Marssonia-Krankheit. Sie äußerst sich in Blattschäden und einer Triebspitzendörre. Typisch sind schwärzliche Wucherungen auf ein- bis zweijährigen Trieben, die mit der Zeit aufplatzen. Das Schadbild zeigt sich vermehrt bei feuchter Witterung. Schneiden Sie erkrankte Ruten ab. In schweren Fällen ist ein Fungizid notwendig.

Die Vielfalt der Weiden

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Die Salix gracilistyla ‘Mount Aso’ trägt rosa Weidenkätzchen

Die Gattung Salix umfasst 450 verschiedene Arten, von denen zahlreiche zur Züchtung neuer Ziersträucher genutzt wurden. Sie alle entwickeln die typischen Weidenkätzchen, in denen sich viele Einzelblüten dicht aneinander drängen. Bei manchen Arten erscheinen diese besonders auffällig, da sie vor oder mit den neuen Blättern sprießen. Weiden sind wegen ihrer schnellen Wüchsigkeit beliebte Ziersträucher. Sie entwickeln verschiedene Wuchsformen und unterscheiden sich in Holz- und Blattfärbung:

  • Salix gracilistyla ‘Mount Aso’: rosa Weidenkätzchen
  • Salix integra ‘Hakuro Nishiki’: japanische Zierweide mit weiß-buntem Laub
  • Salix purpurea ‘Nana’: kugelförmiger Strauch mit rotem Holz und silbergrauen Blättern

Namensgebung

Zahlreiche Weiden werden wegen ihrer auffälligen Blüten als Kätzchenweiden bezeichnet. Dazu gehören Asch-Weide (Salix cinerea), Reif-Weide (Salix daphnoides), Nordische Bäumchenweide (Salix arbuscula) und die amerikanisch Kätzchenweide Salix discolor, welche allerdings selten in deutschen Gärten zu finden ist. Wenn Sie die Bezeichnung Weidenkätzchen lesen, handelt es sich üblicherweise um die Art Salix caprea. Im Deutschen trägt sie auch den Namen Salweide.

Verbreitete Namen für die Salweide:

  • Kätzchenweide
  • Palmkätzchen oder Palmweide
  • Silberweide
  • Hängesalweide

Salix cinerea und arbuscula

Die Asch- oder Grauweide (Salix cinerea) ist eine heimische Art, die sich auf Sumpfwiesen ausbreitet und eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge darstellt. Charakteristisch ist ihre fast halbkugelige Form und die graugrüne Färbung der Blätter, die schon von Weitem ins Auge sticht. Die Nordische Bäumchenweide (Salix arbuscula), die ebenfalls als Kätzchen-Weide angeboten wird, wächst natürlich in Skandinavien. Der zwergwüchsige Strauch erreicht Wuchshöhen unter einem Meter und ist reich verzweigt.

Salix caprea

Die Sal-Weide ist eine heimische Art, die wegen ihrer frühen Blütezeit als wichtige erste Futterpflanze gilt. Sie ernährt Honigbienen und bis zu 100 verschiedene Schmetterlingsarten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge oder Zitronenfalter. Das Gehölz bietet Käfern eine wichtige Nahrungsquelle, die sich von den Blättern ernähren. Salix caprea erreicht üblicherweise Wuchshöhen zwischen zwei und zehn Metern. Sie entwickelt eine vergleichsweise breite Baumkrone. Es gibt verschiedene Sorten dieser Kätzchenweide, die sich durch unterschiedliche Wuchsformen auszeichnen:

  • ‘Pendula’ und ‘Kilmarnock’: Zweige hängend, Mini-Weidenkätzchen
  • ‘Curly Locks’: korkenzieherartig gedrehte Zweige, als Bäumchen
  • ‘Mas’: reichblühende Sorte mit männlichen Blüten
  • ‘Silberglanz’: Adventsweide mit silbrigen Kätzchen im zeitigen Frühjahr

Sind Weidenkätzchen giftig?

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Weiden sind nicht giftig; aus der Rinde lässt sich ein heilsamer Tee brauen

Alle Pflanzenteile der Weiden enthalten Salicin in unterschiedlichen Konzentrationen, welches die Vorstufe von Salicylsäure ist. Das macht die Weide zu einem beliebten Naturheilmittel. Weiden sind ungiftig für den Menschen. Alle Pflanzenteile sind essbar, haben aber einen sehr bitteren Geschmack. Der frische Blattaustrieb liefert eine würzige Beigabe zu Salaten. Blätter, Triebe und die innere Rinde können mehrmals ausgekocht und als Kochgemüse verzehrt werden.

Rezept für einen schmerzlindernden Weidenrindentee:

  • junge Äste sammeln und Rinde abschälen
  • pro Tasse etwa zwei Teelöffel frische oder getrocknete Rinde
  • mit kochendem Wasser übergießen
  • maximal zehn Minuten ziehen lassen

Tipps

Etwas milder schmeckt ein Kaltauszug aus Weidenrinde. Übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel Rinde pro Tasse mit kaltem Wasser und lassen Sie den Tee etwa acht Stunden ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Stehen Weidenkätzchen unter Naturschutz?

Weidenkätzchen sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt, da sie in der Vergangenheit häufig wegen ihrer samtigen Blüten in großen Massen gerodet wurden. Die Blüten liefern eine wichtige Nahrungsquelle im Frühjahr. Sie versorgen Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Insekten mit Nahrung. Daher wird das Sammeln von Ästen in der Natur bestraft. Wer von März bis September Äste abschneidet, handelt gegen den Naturschutz und riskiert eine Strafe.

Sind Weidenkätzchen giftig für Katzen oder Kaninchen?

Salicylsäure kann für Katzen tödlich sein. Der Wirkstoff wird in der Leber an Glucuronsäure angekoppelt und ausgeschieden. Da Katzen eine Glucuronidierungsschwäche haben, sodass diese Entgiftung nur stark eingeschränkt funktioniert, verbleibt der Wirkstoff sehr lange im Organismus der Vierbeiner.

Daher sollten Sie verhindern, dass Ihr Stubentiger exzessiv an jungen Ästen, Knospen oder der Rinde von Weiden knabbert. Kaninchen dürfen wegen der enthaltenen Gerbsäure nur kleine Mengen Weidenzweige der Salweide und anderer Arten fressen. Weide hilft gegen Durchfall und Blähungen. Die Salicylsäure hat auch bei Kaninchen einen schmerzlindernden Effekt.

Wann ist die Blütezeit der Weidenkätzchen?

Die meisten Weiden blühen sehr zeitig im Frühjahr. Dazu gehört die Salweide, die ab Anfang März zur Blüte kommt und daher eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten darstellt. Spätblühende Arten wie die Lorbeer-Weide öffnen ihre Blüten zwischen Mai und Juni. Es gibt allerdings innerhalb einer Art Verschiebungen der Blütezeit. Diese ist abhängig von der geografischen Lage, sodass einige frühblühende Arten bereits im Februar ihre Blüten entwickeln.

Können Weidenkätzchen eine Allergie verursachen?

Allergien, die durch Weidenpollen verursacht werden, sind sehr selten. Alle Salix-Arten sind zweihäusig. Es gibt männliche und weibliche Bäume, deren Blütenstände als Kätzchen bezeichnet werden. Da sie durch Insekten bestäubt werden, verbreiten sie nur wenige Pollen in der Luft. Eine Ausnahme bildet die Kraut-Weide, die in der insektenarmen Tundra heimisch ist. Sie wird durch den Wind bestäubt. Lokal können jedoch höhere Pollenmengen auftreten und auch Weidenzweige in Innenräume steigern das Allergiepotenzial merklich.

Typische Symptome:

  • Schnupfen, Niesen und Jucken der Nasenschleimhäute
  • gereizte Atemwege und Husten
  • juckende und brennende Augen

Text: Christine Riel

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