Kätzchenweide – diese Vermehrungswege stehen offen

Eine junge Kätzchenweide muss nicht den Umweg über eine Baumschule gehen, denn sie lässt sich einfach auch daheim vermehren. Damit die eigene Mühe belohnt wird, ist jedoch der Zeitpunkt des Handelns entscheidend. Diesen sollten auch Sie kennen.

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Die Samen für die Vermehrung können selbst gesammelt werden

Gangbare Vermehrungswege

Kätzchenweide, auch Palmkätzchen genannt, lässt sich in der Regel durch Samen und Stecklinge vermehren. Nur bei der beliebten Hängenden Kätzchenweide sind uns die Hände gebunden. Denn obwohl beim alljährlichen Schneiden reichlich Schnittmaterial anfällt, ist es für die Vermehrung nicht geeignet. Bei dieser Sorte handelt es sich nämlich um eine Veredelung. Muss es also unbedingt diese Sorte sein, führt für einen Hobbygärtner kein Weg an der Baumschule vorbei.

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Vermehrung aus Samen

Samen der Salweide werden im Handel nicht verkauft. Es dürfte jedoch nicht schwer sein, an sie zu gelangen. Die Salweide wächst in der Natur und in zahlreichen privaten Gärten. Ab dem vierten Lebensjahr wird sie auch Samen tragen. Sobald sie die Reife erlangt haben, sind sie nur noch etwa zwei Wochen keimfähig. Das Zeitfenster für die Aussaat ist folglich kurz und darf nicht ungenutzt verstreichen.

  • Töpfe mit feuchter Anzuchterde füllen
  • Samen darauf verteilen
  • nur sanft andrücken, keine Erde drüber geben
  • die Keimung erfolgt meist innerhalb von 24 Stunden
  • die kräftigsten Keimlinge auswählen und in separate Töpfchen pflanzen
  • nach einigen Wochen auspflanzen

Hinweis:

Wildwachsende Palmkätzchen stehen unter Naturschutz. Ihre Zweige dürfen von 1. März bis 30 September nicht geschnitten werden. Das Sammeln von Samen ist jedoch erlaubt.

Vermehrung mithilfe von Stecklingen

Das Frühjahr ist die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung. Da unmittelbar nach der Blüte das Schneiden der Kätzchenweide sowieso ansteht, fällt genügend Vermehrungsmaterial an. Hier ist die Anleitung für das weitere Vorgehen:

  1. Besorgen Sie kleine Tontöpfe mit jeweils einem großen Abzugsloch.
  2. Füllen Sie zuerst eine Drainageschicht hinein, aus grobem Kies oder Tonscherben.
  3. Fügen Sie eine Pflanzerde-Lehm-Mischung hinzu.
  4. Wählen Sie kräftige, geradegewachsene Stecklinge aus, von denen Sie sämtliche Blätter und Knospen entfernen.
  5. Stecken Sie pro Topf einen Steckling, etwa 15 cm tief.
  6. Drücken Sie die Erde an und versorgen Sie die Stecklinge mit Wasser.
  7. Stellen Sie die Töpfe hell auf.
  8. Halten Sie die Erde durchgehend leicht feucht.

Nach etwa zwei Wochen wird auch oberirdisch neues Wachstum sichtbar. Die angewurzelten Stecklinge brauchen aber noch Zeit, um sich zu kräftigen Jungpflanzen zu entwickeln. Erst danach sollten Sie sie an ihren Bestimmungsplatz pflanzen.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Krzysztof Dzidek/Shutterstock

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