Weidenzweige schneiden und einpflanzen

Die Weide gehört zu den wenigen Gehölzen, die sich einfach und erfolgreich mit Trieben vermehren lassen. Diese Eigenschaft ermöglicht eine schnelle Gartenbegrünung, denn die frisch gezogenen Jungpflanzen werfen schon im ersten Jahr neues Material für Stecklinge ab.

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Weidenzweige wurzeln am besten im Juni oder Juli

Stecklinge schneiden

Zwischen Juni und Juli lassen sich Weidenzweige erfolgreich bewurzeln, denn hier liefert das milde Klima optimale Wachstumsbedingungen. Schneiden Sie vom gewünschten Baum Stecklinge ab. Wählen Sie Triebe aus, deren Rinde bereits leicht verholzt ist. Dünne Zweige eignen sich für die Gestaltung von Beeteinfassungen und Hecken. Für diesen Zweck können Sie die Zweige auf 25 bis 30 Zentimeter kürzen.

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Möchten Sie sich einen Hochstamm züchten, wählen Sie dickere Äste mit einer Länge von 80 Zentimeter. Es dürfen auch mehrjährige Triebe genutzt werden, denn die Wurzelbildung ist bei Weiden sehr erfolgreich. Beachten Sie, dass die Sal-Weide (Salix caprea) unter Naturschutz steht und Sie deswegen eine Stecklinge von Gehölzen in der Natur schneiden dürfen.

Stecklinge einpflanzen

Stellen Sie die abgeschnittenen Zweige in eine Vase mit frischem Wasser. Wechseln Sie dieses etwa alle drei Tage, damit sich keine Keime entwickeln. Schon nach einigen Tagen können Sie die Weidenzweige an den gewünschten Standort im Garten pflanzen.

So machen Sie es richtig:

  • Boden gut auflockern und mit Kompost anreichern
  • bewurzelten Weidenzweig direkt in die Erde stecken
  • auf eine regelmäßige Bewässerung achten

Tipps

Das Weidenwasser enthält das Wachstumshormon Auxin. Es unterstützt Stecklinge bei der Wurzelbildung.

Weiden flechten

Wenn die Zweige noch biegsam sind, lassen sich aus ihnen Weidengeflechte herstellen. Haben die Triebe ihre Biegsamkeit verloren, legen Sie diese für einige Zeit komplett in ein Wasserbad. Ein Draht hilft, damit die gebogenen Triebe in ihrer Form bleiben.

Pflege

Im Jahr der Anpflanzung erfolgt der erste Schnitt, den Sie zwischen Oktober und März des Folgejahres durchführen können. Wenn Sie möchten, können Sie die Ruten erneut zur Stecklingsvermehrung nutzen. In den ersten zwei Jahren legt die junge Weide großen Wert auf eine ausreichende Nährstoffversorgung sowie eine regelmäßige Bewässerung. Ist sie gut am Standort angewachsen, benötigt sie kaum Aufmerksamkeit. Ihr Wurzelwerk ist in der Lage, bis in tiefere Bodenschichten vorzudringen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Grandpa/Shutterstock

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