Kann ich die Drachenweide selbst vermehren?

Die Japanische Drachenweide, oft auch Amur-Weide genannt (bot. Salix udensis Sekka) gehört zu den eher seltenen Ziergehölzen in unseren heimischen Gärten. Das ist eigentlich schade, denn sie ist sehr attraktiv und eine ausgezeichnete Bienen- und Insektenweide.

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Die Drachenweide wird mit Steckhölzern vermehrt

Ist eine Aussaat der Drachenweide möglich?

Die Drachenweide wächst in der Regel als Strauch oder kleiner Baum. Wie andere Weiden auch trägt sie im Frühjahr samtige Blüten, die Weidenkätzchen. Ihre Pollen dienen Insekten und Bienen als wichtige Nahrungsquelle. Eine Aussaat von Drachenweiden ist jedoch nicht möglich.

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Womit vermehre ich die Drachenweide?

Die Vermehrung von Drachenweide geschieht mit Hilfe so genannter Steckhölzer. Das sind verholzte Triebstücke ohne Blätter aus dem Vorjahr. Stecklinge (beblätterte und halb verholzte Triebe) sind ebenso wenig geeignet wie ältere Triebe, die nur noch schlecht bewurzeln. Idealerweise schneiden Sie Ihre Steckhölzer im Herbst oder im Winter während der Vegetationspause. Zu dieser Zeit können Sie gleich den regulären Rückschnitt vornehmen.

Die Vermehrung durch Steckhölzer

Schneiden Sie einige Steckhölzer mit etwa 20 Zentimeter Länge aus blattlosen, schon verholzten Trieben. Gern können Sie dafür das Schnittgut vom winterlichen Rückschnitt verwenden. Ihre Steckhölzer sollten vier bis fünf Augen (Knospen) haben. Mischen Sie Sand und gewöhnliche Gartenerde zu gleichen Teilen.

Nun stecken Sie die Hölzer so tief in das Erde-Sand-Gemisch, dass nur noch die oberste Knospe zu sehen ist. Alle anderen befinden sich im Substrat. Aus diesen Augen sollen sich die Wurzeln Ihrer Drachenweide entwickeln. Alternativ können Sie Ihre Steckhölzer so lange in ein Gefäß mit Wasser stellen, bis sich die ersten zarten Wurzeln gebildet haben.

Je höher die Umgebungstemperaturen sind, desto schneller bewurzeln Ihre Steckhölzer. Schneiden Sie die Spitze direkt über dem obersten Auge ab, dann bildet die Drachenweide gleich mehrere Austriebe und bekommt von Anfang an eine schöne Form.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 20 cm lange Steckhölzer schneiden
  • Hölzer idealerweise an beiden Seiten beschneiden, das fördert die Triebbildung
  • Steckhölzer unbedingt richtig herum in die Erde stecken
  • höhere Temperaturen sorgen für schnellere Bewurzelung

Tipps

In einem sehr milden Winter können Sie Ihre Stecklinge auch direkt im Garten bewurzeln lassen. Es dauert dann etwas länger, bis sich die ersten Wurzeln bilden.

Text: Ursula Eggers
Artikelbild: Mike Russell/Shutterstock

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