Erdbeeren pflanzen

Erdbeeren fachmännisch pflanzen – so verfahren Sie richtig

Im erfolgreichen Anbau von Erdbeeren geben verschiedene Faktoren den Ausschlag. Welche das sind, erklären wir im Folgenden kurz, knapp und leicht verständlich. So züchten Sie saftig-süße Erdbeeren im Garten und auf dem Balkon richtig.

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Wann ist Pflanzzeit?

Die erfolgversprechendste Zeit zum Einpflanzen junger Erdbeeren, sind die Monate Juli und August. Wer diesen Termin versäumt, nutzt als Alternative die Monate März und April, um die Jungpflanzen noch rechtzeitig für die diesjährige Ernte zu setzen.

Wie gelingt die Aussaat?

Die eigenhändig geernteten Samen oder das Saatgut aus dem Fachhandel werden vorzugsweise in der Zeit von Ende Februar bis Mitte März ausgesät. Füllen Sie hierzu eine Saatschale mit magerer Aussaaterde und verstreuen die zuvor in Wasser eingeweichten Samen. Die Lichtkeimer nur dünn übersieben, anfeuchten und aufstellen am halbschattigen Platz bei 18 Grad Celsius. Je nach Erdbeersorte, nimmt die Keimung 2-6 Wochen in Anspruch.

Worauf ist beim Umpflanzen zu achten?

Kommt die Keimung erst einmal in Gang, gedeihen rasch die ersten echten Laubblätter oberhalb der Keimblätter. Das ist das Signal zum Pikieren und umpflanzen in Einzeltöpfe. So machen Sie es richtig:

  • Töpfchen zur Hälfte füllen mit nährstoffarmer Pikiererde
  • darin eine kleine Mulde anlegen
  • einen Keimling mit dem Pikierstab lockern und ohne Zug herausheben
  • in die Mulde setzen, mit Substrat umgeben, leicht andrücken und angießen
  • bis zum Einpflanzen permanent feucht halten am halbschattigen, warmen Fensterplatz

Wie ist ein idealer Standort beschaffen?

Weisen Sie Ihren Erdbeerpflanzen eine Pflanzstelle mit folgenden Konditionen zu, tragen Sie den zentralen Anforderungen an einen erfolgreichen Anbau gebührend Rechnung:

  • sonnige, warme Lage in Süd-West-Richtung
  • geschützt vor stürmischem Wind und prasselndem Regen
  • nährstoffreiches, humoses und gut durchlässiges Erdreich
  • ein minimal saurer pH-Wert von 5,5 bis 6,5

Von höchster Relevanz ist die Beachtung der Fruchtfolge, wenn Sie vitale Erdbeerpflanzen richtig anbauen möchten. In den vorhergehenden 3-4 Jahren dürfen sich am Standort keine Artgenossen befunden haben.

Nach welcher Abfolge wird richtig gepflanzt?

Ob Sie Erdbeeren im Beet anbauen oder in Pflanzgefäße setzen; prinzipiell wird die Erde einige Wochen zuvor präpariert. Erforderlich ist diese Maßnahme, weil Jungpflanzen häufig hadern mit frisch umgegrabenem Substrat. Richten Sie daher im Zeitplan zum Einpflanzen eine Ruhephase ein von mindestens 2 Wochen, damit sich die Erde setzen kann. Wie Sie es richtig anpacken, erfahren Sie hier:

  • den Boden zwei Spaten tief umgraben
  • Wurzeln, Steine und andere Verunreinigungen aussieben
  • den Aushub vermischen mit Kompost, Hornspänen, Stallmist oder mineralischem Beerendünger
  • im Anschluss an die Ruhepause Pflanzlöcher graben im Abstand von 30-35 Zentimetern
  • die Wurzelballen für 30 Minuten mit Wasser tränken, austopfen und einpflanzen
  • die Herzknospe darf dabei nicht unter die Erde geraten

Im Kübel und Blumenkasten ist eine Drainage empfehlenswert über der Bodenöffnung. Damit sie nicht durch Substrat verstopft, breiten Sie ein wasser- und luftdurchlässiges Unkrautvlies darüber aus. Sofern Blumenerde zum Einsatz kommt, sollte sie angereichert werden mit Kompost, Wurmhumus oder einem adäquaten handelsüblichen Präparat für die Startdüngung.

Wie wird die Vermehrung richtig gehandhabt?

Richtig gepflegte Erdbeerpflanzen entwickeln kräftige Ausläufer, die sich ausgezeichnet eignen für die unkomplizierte Vermehrung durch Ableger. Verschiedene Monatserdbeeren sowie die meisten Walderdbeeren machen hier eine Ausnahme. Da diese nicht ranken, kommt hier einzig die Aussaat infrage. Bei allen anderen Erdbeersorten praktizieren Sie es richtig nach der folgenden Technik:

  • im Verlauf der Ernte die ertragreichsten Erdbeerpflanzen markieren
  • ab Juli die selektierten Ableger mit einer Schaufel anheben und zur Seite biegen
  • an der Stelle einen unlasierten Tontopf in die Erde setzen und mit Substrat füllen
  • die Ranke mittig in den Topf legen, andrücken und gießen
  • bei Bedarf fixieren mit einer Krampe oder einem kleinen Zelthering

Bis zum Spätsommer bewurzelt der Ableger emsig, denn wird nach wie vor ist die Versorgung durch die Mutterpflanze sichergestellt. Somit züchten Sie innerhalb weniger Wochen eine Jungpflanze heran. Hat sich ein selbstständiges Wurzelsystem entwickelt, wird der Ausläufer abgeschnitten und am neuen Platz eingepflanzt.

Wann ist Erntezeit?

Bewegen sich die Witterungsverhältnisse innerhalb normaler Parameter, liefern die frühen Erdbeersorten ab Ende Mai/Anfang Juni die erste Ernte. Für die klassischen Gartenerdbeeren dauert die Erntezeit bis Ende Juli oder Anfang August. Immertragende Monatserdbeeren oder Walderdbeeren verwöhnen Sie bis zum ersten Frost mit saftig-süßen Früchten.

Wie wird richtig geerntet?

Pflücken Sie stets voll ausgereifte Erdbeeren. Früchte mit einem grünlich-weißen Rand sind nicht erntereif und werden auch nicht nachreifen. Sie machen alles richtig, wenn Sie die Erdbeere in der Mitte des Fruchtstiels abknipsen und diesen mitsamt den grünen Kelchblättern bis zum Verzehr daran belassen.

Tipps & Tricks

Zelebrieren Sie die Mischkultur in Ihrem kleinen grünen Reich? Dann wählen Sie als geeignete Pflanznachbarn Salat, Spinat, Knoblauch, Buschbohnen, Porree, Ringelblumen oder Tagetes. Eine Beetgemeinschaft mit Kohlsorten oder Kartoffeln ist daher nicht empfehlenswert.

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