Erdbeeren richtig pflanzen – Anleitung für Einsteiger

Erdbeeren selber pflanzen ist einfach. Die vielen Plädoyers rund um den unkomplizierten Anbau der verführerischen Sommerfrüchte täuscht darüber hinweg, dass wichtige Kriterien zu beachten sind. Diese Anleitung macht Einsteiger vertraut mit fundamentalen Rahmenbedingungen und einer sachkundigen Vorgehensweise. Lesen Sie hier die wichtigsten Tipps, wann und wie Sie Erdbeeren im Garten und auf dem Balkon richtig pflanzen.

Erdbeeren anbauen
Erdbeerpflanzen werden im Hochsommer gepflanzt

Wann ist Pflanzzeit für Erdbeeren?

Mit Wurzelballen im Topf vorkultivierte Erdbeeren können Sie zu jeder Zeit pflanzen. Als wichtigste Voraussetzung für ein gesundes Wachstum und reichen Ernteertrag darf der Boden nicht gefroren sein. Fernerhin kommt es auf den richtigen Abstand zueinander an von 30 Zentimetern in der Reihe und etwa 60 Zentimetern zwischen den Reihen.

Wenn Sie das Beste aus Ihren Erdbeerpflanzen herausholen wollen, rückt eine differenziertere Betrachtungsweise in den Fokus. Einmaltragende Erdbeeren legen ihre Blütenknospen im Vorjahr an, wenn die Tage kürzer werden. Bester Zeitpunkt für die Pflanzung zugekaufter Jungpflanzen ist von Mitte Juli bis August. Zweimaltragende Gartenerdbeeren pflanzen Sie zwischen Anfang und Mitte August.

Immertragende Erdbeeren blühen und fruchten während der Saison ohne Unterlass. Für diese Dauerträger öffnet sich das Zeitfenster für die Pflanzung im Beet und auf dem Balkon im Frühling, idealerweise nach den Eisheiligen. Monatserdbeeren im Spätsommer oder Herbst zu pflanzen mündet häufig in einer Enttäuschung, weil die Pflanzen unter Umständen nicht sogleich Blüten produzieren. Erst nach einer ersten Winterruhe kommt der Prozess in Gang, sodass ab dem Frühjahr immertragende Erdbeeren ihrem Namen alle Ehre machen.

Hintergrund

Jungpflanzen im Fachhandel kaufen

Vielen Hobbygärtnern mangelt es an Zeitkapazität, um Baumschulen und Gartencenter abzuklappern auf der Suche nach Jungpflanzen für den Anbau im Garten oder auf dem Balkon. Groß ist die Versuchung, aus Zeitmangel beim Wocheneinkauf wahllos bei Aldi oder Lidl die nächstbesten Erdbeerpflanzen in den Einkaufskorb zu packen. Die bessere Option ist, Jungpflanzen online zu kaufen beim kompetenten Fachhändler. Versierte Züchter kontrollieren die gesamte Entstehungsgeschichte ihrer Erdbeerpflanzen, testen die angebotenen Sorten jedes Jahr und selektieren die Bestträger. Regelmäßige Überprüfungen auf Virusfreiheit sind eine Selbstverständlichkeit. Soviel Qualität schlägt sich zwar nieder in einem etwas höheren Kaufpreis, als beim Discounter. Im Gegenzug erhalten Sie gesunde Erdbeerjungpflanzen, die Sie in Bestform ins Rennen schicken um einen reichen Ernteertrag.

Standort und Bodenqualität

erdbeeren-pflanzen

Erdbeeren brauchen viel Sonne und lockere Erde

Erdbeeren wünschen sich einen sonnigen Standort. Je mehr Sonnenstrahlen die Pflanzen streicheln, desto süßer werden die Früchte. Eine windgeschützte Lage ist von Vorteil. Vollkommene Windstille sollte freilich nicht herrschen, damit das Laub nach einem Regenschauer rasch trocknet.

In locker-durchlässiger Erde ohne Gefahr von Staunässe erfüllen Erdbeerpflanze alle Erwartungen an einen üppigen Fruchtbehang. Nährstoffreich, frisch bis leicht feucht und tiefgründig sollte der Boden sein mit einem optimalen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Kleinere Defizite in der Bodenbeschaffenheit können Sie im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten ohne viel Aufwand beheben.

Bodenvorbereitung ist das A und O

Eine reiche Ernte saftig-süßer Früchte hängt maßgeblich davon ab, in welche Erde Sie Erdbeeren pflanzen. Zwei Wochen vor Beginn der Pflanzzeit fällt der Startschuss für die Bodenvorbereitung, um Garten-Erdbeeren den Standort im Beet oder Gewächshaus schmackhaft zu machen. So gehen Sie sachkundig vor:

  1. Boden zwei Spaten tief umgraben
  2. Steine, Wurzeln und grobe Verunreinigungen entfernen
  3. Laubkompost, abgelagerten Stallmist oder Humus als 5-10 cm hohe Schicht verteilen
  4. Fruchtbare Erde mit einer Harke einarbeiten

Verwenden Sie bitte keinen herkömmlichen Gartenkompost für die Vorbereitungsarbeiten im Erdbeerbeet. Im Rahmen der Herstellung von Komposterde werden zahlreiche Komponenten aus Küche und Garten verwendet, die den Salz- und Kalkgehalt in die Höhe treiben, was empfindlichen Erdbeerwurzeln nicht behagt. Stehen kein Laubkompost, Stallmist oder Humus zur Verfügung, greifen Sie auf abgepackte Pflanzerde ohne Torfanteil aus dem Handel zurück.

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Erdbeeren pflanzen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Zwei Wochen nach der Bodenvorbereitung hat sich die Beeterde gesetzt. Wählen Sie als Pflanztermin einen milden Tag mit trockenem Wetter. Abgesehen von den jungen Erdbeerpflanzen benötigen Sie eine Harke, Handschaufel und wassergefüllte Schale sowie eine Gießkanne. So pflanzen Sie Erdbeeren im Garten richtig:

  1. Wurzelballen in weiches Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  2. Beeterde harken und jäten
  3. Pflanzlöcher ausheben im Abstand von 25-30 cm (Reihenabstand 40-60 cm)
  4. Erdbeerpflanzen austopfen und mittig im Pflanzloch positionieren
  5. Aushub mit Schaufel oder Händen einfüllen und leicht andrücken
  6. Gießkanne mit Regenwasser füllen und jede Pflanze einzeln angießen

Wie tief sind Erdbeeren zu pflanzen? Diese Frage bereitet vielen Hobbygärtnern Kopfzerbrechen, wenn sie zum ersten Mal Erdbeeren selber pflanzen. In der Tat nimmt die korrekte Pflanztiefe eine Schlüsselfunktion ein. Als Faustregel gilt: Wurzelballen ist leicht bedeckt mit Erde, sodass das Pflanzenherz gut sichtbar ist. Untenstehende Abbildung illustriert, wie Sie es richtig machen.

Pflanztiefe von Erdbeeren

Erdbeeren in Mischkultur pflanzen

In der naturnahen Gartengestaltung regiert die Artenvielfalt, die in einem abwechslungsreichen Pflanzplan praktische Anwendung findet. Erdbeerpflanzen sind die Nutznießer einer ausgewogenen Mischkultur, wenn Pflanznachbarn mit Bedacht ausgewählt sind. Welche Pflanzen zu Erdbeeren passen und welche besser auf Abstand bleiben, fasst folgende Tabelle zusammen:

gute Nachbarnschlechte Nachbarn
ZwiebelnKartoffeln
KnoblauchTomaten
TagetesRosen
Salat, Kopfsalat, FeldsalatHimbeeren, Heidelbeeren
Schnittlauch, Petersilie, DillGurken, Zucchini, Kürbis
ErdbeerenKohl

Erläuterungen zur Mischkultur

Wenn Sie Erdbeeren und Zwiebeln zusammen pflanzen, haben Pilzkrankheiten schlechte Karten. Knoblauch, Zwiebeln und Tagetes wehren gefräßige Schnecken ab. Salate aller Art sowie Kräuter, vornehmlich Schnittlauch, Petersilie, Dill oder Kamille, fördern Aroma und Geschmack. Indem Sie verschiedene Erdbeer-Sorten im Beet miteinander kombinieren, verbessern Sie Fruchtbarkeit und Ernteertrag.

Erdbeeren Pflanznachbarn

Erdbeeren und Zwiebeln sind im Beet ein Traumpaar

Rosengewächse pflegen hingegen keine gute Nachbarschaft mit Erdbeerpflanzen. Das gilt nicht nur für Rosen selbst, sondern ebenfalls für Himbeeren, Heidelbeeren und andere Beerensträucher, die Teil der vielgestaltigen Pflanzenfamilie Rosaceae sind. Bodenpilze, Nematoden und Drahtwürmer vergällen Ihnen die Freude am Anbau von Erdbeeren, wenn Sie die Pflanzen vergesellschaften mit Kartoffeln, Kohl und Tomaten. Meiden Sie fernerhin bitte alle Gemüsepflanzen, die als Beetnachbarn Schatten werfen auf Erdbeerpflanzen, wie Gurken, Kürbis, Zucchini oder Melonen.

Pflanzanleitung für Balkongärtner

Dank ihrer bescheidenen Platzansprüche sind Erdbeerpflanzen prädestiniert für den Anbau in Töpfen und Blumenkästen. Es sind primär immertragende Erdbeersorten, die mit unermüdlicher Blütenpracht und unzähligen mundgerechten Früchten den Balkon in einen malerischen Naschgarten verwandeln. Alle wichtigen Eckdaten für den Anbau von Erdbeeren auf dem Balkon fasst folgende Übersicht zusammen:

  • Standort: sonnig bis halbschattig, gerne luftumspült und ohne pralle Nachmittagssonne
  • Substrat: Bio-Beerenerde oder hochwertige Kübelpflanzenerde, vorzugsweise ohne Torf
  • Drainage: 5 cm hohe Schicht aus Blähton, Tonscherben oder Kies unter dem Substrat
  • Gefäßvolumen: Töpfe und Kästen ab 5 Litern Fassungsvermögen mit Bodenöffnung als Wasserablauf
  • Pflanzabstand: 15 bis 20 cm

Für eine dekorative Note vergesellschaften Sie Erdbeeren auf dem Balkon mit hübschen und förderlichen Nachbarpflanzen. Bewährte Erdbeerfreundinnen sind Veilchen, Ringelblumen und Tagetes. Schön anzusehen und vorteilhaft für den Ernteertrag ist eine Kombination aus stehenden und hängenden Monatserdbeeren.

Erdbeeren sind eigentlich keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Dem fruchtigen Genuss tut das keinen Abbruch.

Erdbeeren vertikal pflanzen – Tipps & Tricks

Fantasievolle Balkongärtner haben unorthodoxe Pflanzgefäße für Erdbeeren entdeckt, wie eine ausgediente Regenrinne oder Dachrinne. Eine extra platzsparende Version ist im Rohr, um Erdbeeren darin vertikal zu pflanzen. Folgende Anleitung möge Ihrer Inspiration dienen:

Materialbedarf

  • PVC-Rohr (Durchmesser 100 bis 150 mm) mit passender Endkappe
  • PVC-Rohr (Durchmesser 20 mm) für die Bewässerung mit passender Endkappe
  • Sackleinen oder Gartenvlies für die Abdichtung
  • Lochsäge oder Stichsäge
  • Bohrer
  • Pflanzenerde (idealerweise ohne Torfanteil)
  • Kies, Blähton oder Tonscherben als Drainage
  • Monatserdbeeren als Setzlinge, z. B. Hängeerdbeeren ‚Mount Everest‘ oder ‚Parfum Freejumper‘

Wählen Sie für die Befestigung einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort auf Balkon, Terrasse oder im Garten. In der Praxis gut bewährt hat sich für den vertikalen Anbau von Erdbeeren im Rohr ein stabiles Wandspalier. Weitere Optionen sind eine Montage im Hochbeet, einem großen Kübel oder einfach senkrecht im Beet mit einem Holzpfahl als Rückenstütze.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eingangs messen Sie bitte das große Rohr in der gewünschten Höhe aus, passend zur gewählten Wandbefestigung. Das innere Bewässerungsrohr sollte 10 Zentimeter herausragen. So bauen und bepflanzen Sie ein vertikales Erdbeerrohr:

  1. Löcher bohren mit einem Durchmesser von je 10 cm in versetzter Anordnung im Abstand von 20 cm
  2. erstes Loch 20 cm oberhalb vom unteren Ende und 10 cm unterhalb vom oberen Rohrende
  3. Endkappe unten aufstecken
  4. dünnes Bewässerungsrohr zuschneiden
  5. mittleren Rohrbereich mit kleinen Löchern perforieren
  6. Rohr umwickeln mit Sackleinen zum Schutz gegen einwachsende Wurzeln
  7. mit Draht senkrecht und mittig im großen Rohr fixieren
  8. Endkappe unten aufstecken
  9. Boden befüllen mit einer 10 cm hohen Drainage aus Kies, Blähton oder Tonscheren
  10. Substrat einfüllen bis zum ersten Loch
  11. Erdbeersetzling einpflanzen

In jedes Pflanzloch im Rohr setzen Sie bitte eine Erdbeerpflanze. Achten Sie beim Einpflanzen darauf, dass Sie das Pflanzenherz nicht mit Erde bedecken. Zum Angießen lassen Sie Wasser aus der Gießkanne langsam von oben her in das Bewässerungsrohr laufen.

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Rechtzeitig vermehren durch Ableger

Erdbeerpflanzen gedeihen als mehrjährige Stauden mit zeitlich begrenzter Leistungsfähigkeit. Nach maximalen Erträgen im zweiten und dritten Jahr, haben die Pflanzen im vierten Anbaujahr ihren Zenit überschritten. Fruchtqualität und Ernteertrag lassen jetzt zu wünschen übrig, sodass der Wechsel an einen neuen Standort dringend angeraten ist. Wahlweise pflanzen Sie zugekaufte Jungpflanzen. Vorausschauende Erdbeergärtner markieren die floralen Spitzenkräfte und verwenden deren vitalste Ableger für die Vermehrung zum Nulltarif. So gelingt der Plan:

  • im 2. Tragjahr besonders ertragsstarke Erdbeerpflanzen mit Holzstäbchen markieren
  • gesunden Ableger auswählen, der am nächsten zur Mutterpflanze gedeiht
  • Ableger mit einer Handschaufel aus dem Boden heben, ohne ihn von der Mutterpflanze zu trennen
  • Tontöpfchen eingraben und befüllen mit umliegender Gartenerde
  • Ableger auf das Substrat legen, andrücken und gießen

Während die Mutterpflanze ihren Ableger weiterhin mit Nährstoffen versorgt, bildet sich ein eigenes Wurzelsystem im Topf. Verspüren Sie nach einigen Wochen auf Zug einen Widerstand, kann die Trennung erfolgen. Heben Sie den Topf mitsamt der Jungpflanze aus dem Boden. Als neuen Standort wählen Sie bitte einen sonnigen, nährstoffreichen Platz im Beet, wo zuvor keine Erdbeeren oder Rosengewächse standen.

Tipps

Erdbeeren zählen zur facettenreichen Pflanzenfamilie der Rosengewächse. Diese Zuordnung lässt kundige Hobbygärtner aufhorchen, denn es besteht die Gefahr von Bodenmüdigkeit. Betroffene Pflanzen leiden unter Wachstumsdepression, verkümmern zusehends und tragen kaum Früchte. Dem Nachbauproblem gehen Sie zuverlässig aus dem Weg mit einer Anbaupause von vier Jahren zwischen den einzelnen Erdbeerkulturen.

Pflege-Tipps

Wenn junge Erdbeerpflanzen anwachsen oder der Regen ausbleibt, sollten Sie täglich mit der Gießkanne patrouillieren. Zum Pflegeprogramm gehört ebenfalls regelmäßiges Jäten von Unkraut. Verzichten Sie auf den Einsatz der Gartenharke, um die flachen Wurzeln nicht zu verletzen. Zupfen Sie stattdessen Unkraut einfach aus. Mulchen mit getrocknetem Rasenschnitt oder Stroh unterdrückt dreistes Unkraut und verhindert, dass reifende Früchte auf dem Boden liegen.

Nach dem Ende der Erntezeit räumen Sie die Strohschicht ab. Jetzt ist die beste Zeit für einen Rückschnitt. Schneiden Sie alle Ausläufer ab, die nicht der Vermehrung dienen. Entfernen Sie sämtliche Blätter, weil sich darauf pathogene Erreger angesammelt haben könnten. Das wertvolle Pflanzenherz bleibt von der Schere unbehelligt. Düngen Sie Ihre Erdbeeren stets nach der Ernte, weil zu dieser Zeit die Knospen für das nächste Jahr angelegt werden. Zu diesem Zweck lockern Sie den Boden ein wenig auf, entfernen restliches Unkraut und verteilen einen organischen Beerendünger.

Obschon Erdbeerpflanzen zuverlässig winterhart sind, empfehlen wir im Beet einen leichten Winterschutz. Gut geeignet ist eine Abdeckung aus Vlies oder eine dicke Mulchschicht aus Laubkompost oder Herbstlaub. Töpfe, Kübel und Balkonkästen mit Erdbeerpflanzen umhüllen Sie mit Jute, Vlies oder Noppenfolie. Stellen Sie die Gefäße in einer geschützten Mauernische auf Holz oder ein ähnlich isolierendes Material.

Hintergrund

Die Familie der Erdbeere

Erdbeeren mit dem botanischen Namen Fragaria zählen zur facettenreichen Familie der Rosengewächse. In Europa heimisch ist die wohlbekannte Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), deren winzig-kleine Früchte seit der Steinzeit den Wanderer zum Naschen einladen. Es dauerte bis Mitte des 18. Jahrhunderts, ehe die Züchtung großfrüchtiger Gartenerdbeeren (Fragaria × ananassa) gelang als Kreuzung aus den beiden amerikanischen Arten Scharlach-Erdbeere (Fragaria virginiana) und Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis)

Sowohl die heimische Wald-Erdbeere als auch ihre amerikanischen Verwandten standen und stehen bis heute Pate für die Züchtung köstlicher Sorten. Im Resultat können Hausgärtner und Balkongärtner schwelgen in einer verschwenderischen Auswahl für die Kultivierung in Beeten und Pflanzgefäßen. Für den Anbau relevante, wesentliche Gemeinsamkeiten und herausragende Unterschiede bringt folgende Übersicht auf den Punkt:

Gemeinsamkeiten

  • krautige, winterharte, mehrjährige Stauden
  • wintergrüne, gestielte Blätter
  • überwiegend Ausläufer-bildend mit weißen oder gelblichen Blüten ab Mai
  • Wuchshöhen von 10 bis 40 cm
  • überwiegend selbstfruchtbar
  • Scheinfrüchte in Form von Sammelnussfrüchten (Samen auf der Fruchtschale)

Anbau-relevante Unterschiede

  • einmaltragend: großfrüchtige Varietät amerikanischer Arten, Blütenanlage im Vorjahr, Erntezeit im Mai und Juni
  • zweimaltragend: Blütenanlage im Vorjahr, Ernte im Mai und Juni sowie August und September
  • immertragend: kleinfrüchtige Varietät heimischer Wald-Erdbeeren, Blütenanlage ohne Kältereiz, fortwährende Blüte und Ernte von Mai bis Oktober

Sorten-Auslese

Für den gewerblichen Anbau gezüchtete Sorten können Erdbeeren für den privaten Anbau nicht das Wasser reichen. Statt Kostenmaximierung und Transportfestigkeit stehen für Hausgarten-Sorten sinnvollere Attribute im Vordergrund, wie vollmundiges Aroma, saftige Süße und unkomplizierte Pflege. Folgende Tabelle nennt empfehlenswerte Sorten beim Namen, listet herausragende Eigenschaften auf und hat praxiserprobte Ideen für Verwendungsmöglichkeiten parat:

SortennameEigenschaftenbesonderes MerkmalVerwendungs-Ideen
Senga Senganaeinmal tragend, große, saftige Früchte,starker Wuchstraditionelle Garten-Erdbeere
Ostaramittelgroße Früchte, ertragsstarkbeste zweimal tragende SorteNutz- und Bauerngarten
Mignonetteimmertragend, zahlreiche, kleine Erdbeeren, einzigartiges Aromaheimische Walderdbeereim Topf, Kübel, Hochbeet
Hummi Kletter-Tonidauertragende Klettererdbeeretiefrote, saftige FrüchteKübel mit integriertem Obelisk, Bambus-Spalier, Balkongeländer
Riesen-Erdbeere Sweet Maryeinmaltragend, starkwüchsig, Ausläufer-bildendrote Früchte im XXL-FormatGartenbeet, Landhausgarten, großer Terrassenkübel
Hängeerdbeere Parfum Freejumperimmertragend, ertragreich, unzählige kleine Früchtebis zu 100 cm lange RankenAmpel, Hochbeet-Rand, Bodendecker im Beet
Malwinaspäteste, einmaltragende Edel-Sorteideal für den Bio-Anbauins Freiland oder den großen Topf
Double Pleasuresimmertragend, mittelgroße, süße Früchteneon-pinke, halbgefüllte BlütenBalkonkasten, Beeteinfassung, kleiner Topf

Erdbeergärtner mit einem Faible für Raritäten dürfen sich weiße Erdbeeren nicht entgehen lassen. Die furiose Ananas-Erdbeere ‚Pineberry Snow White‘ trägt weisse Erdbeeren, die in kleinen Grübchen rote Samen tragen. Auf der Zunge zergehen die 2 Zentimeter kleinen Früchte mit einem Geschmack nach Erdbeeren und Ananas. Die einmaltragende Sorte eignet sich für Beet, Balkon und Terrasse gleichermaßen.

Exkurs

Monatserdbeeren aus Samen ziehen

Immertragende Erdbeer-Sorten beanspruchen wenig Platz, gedeihen prächtig auf dem Balkon und bescheren vom Frühsommer bis zum Herbst unablässig köstliche Fruchtpralinen. Im Gegensatz zu majestätischen Gartenerdbeeren keimen die Samen von Monatserdbeeren ohne Rücksicht auf die Tageslänge. Balkongärtner nutzen diese Eigenschaft und züchten Jungpflanzen ab Februar in der Wohnung auf der hellen Fensterbank bei einer idealen Keimtemperatur von 17 bis 20 Grad Celsius. In luftig-lockerer Kokoserde, dünn übersiebt mit Sand und konstant leicht feucht gehalten, verwandeln sich lichtkeimende Erdbeer-Samen bis Mai in prächtige Jungpflanzen, die Sie ins Freiland, in Kübel oder Balkonkasten auspflanzen können.

Häufig gestellte Fragen

Was kann man zwischen Erdbeeren pflanzen?

Für Garten-Erdbeeren hat sich ein Reihenabstand von 40 bis 60 Zentimetern gut bewährt für eine bequeme Ernte. Diese Distanz bietet zugleich ausreichend Raum für den Anbau weiterer Nutzpflanzen in Sinne einer vorteilhaften Mischkultur. Empfehlenswerte Pflanznachbarn für Erdbeeren sind Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, Tagetes, Petersilie und Melisse, weil sie sich zugleich als natürliches Bollwerk gegen Krankheiten und Schädlinge nützlich machen.

Wann kann man Erdbeeren pflanzen?

Beste Pflanzzeit für Erdbeeren im Beet ist von Mitte Juli bis Mitte August. Zu dieser Zeit bieten Gartencenter und Online-Fachhändler ein reichhaltiges Angebot hochwertiger Sorten für den Anbau im Garten an. Geben Sie zweimaltragenden Garten-Erdbeeren den Vorzug, öffnet sich das Zeitfenster für die Pflanzung zwischen August und September. Monatserdbeeren für den Balkon pflanzen Sie bereits im Frühjahr, wenn ab Mitte Mai die Gefahr von frostigen Nächten überstanden ist.

Welche Erdbeersorten kann ich pflanzen und im gleichen Jahr ernten?

Klassische Garten-Erdbeeren werden im Herbst gepflanzt, weil ein Kältereiz in Kombination mit kurzen Tagen erforderlich ist für die Blüteninduktion im Pflanzenherz. Erst nach einer Kältephase im Winter bescheren Ihnen die Pflanzen ab dem Frühsommer saftig-süße Früchte. Dieses Manko wird umgangen mit Frigo-Erdbeeren, die vom Fachmann einem künstlichen Kältereiz unterzogen werden. Im Frühling gepflanzte Frigo-Sorten tragen nach durchschnittlich 10 Wochen die ersten Früchte. Dauertragenden Sorten, wie Monatserdbeeren und wilde Erdbeeren, sind Kältereiz und Tageslänge schnuppe. Im Frühling nach den Eisheiligen gepflanzt, können Sie noch im gleichen Jahr schmackhafte kleine Erdbeeren naschen.

Sollte ich Erdbeeren jedes Jahr neu pflanzen für eine Ernte in Premium-Qualität?

Die mit großem Abstand beliebtesten Erdbeeren werden als einmaltragende Sorten bezeichnet. Diese Klassifizierung bezieht sich nicht auf die Lebensdauer, sondern verweist auf die Erntezeit von Mai bis Juni. Erdbeerpflanzen gedeihen als winterharte Stauden, die Ihnen über mehrere Jahre zur Sommerzeit schmackhafte Früchte liefern. In der Tat erreichen die Pflanzen im zweiten und dritten Jahr den Zenit von Fruchtbarkeit und Ertragskraft. Erst ab dem vierten Jahr kommt eine Neupflanzung in Betracht, wenn Sie den Ernteertrag auf hohem Niveau beibehalten wollen.

Gibt es sie wirklich, schwarze Erdbeeren?

In der Tat handelt es sich bei Erdbeerpflanzen mit schwarzen Früchten um die innovative Sorte ‚Nerina‘. Allerdings nehmen die Erdbeeren keine schwarze Farbe an, sondern werden bei Vollreife dunkel-rot. ‚Narina‘ zählt zu den einmaltragenden Garten-Erdbeeren mit später Reifezeit ab Ende Juni. Beste Pflanzzeit für die Rarität ist zwischen Mitte Juli und Anfang August, wenn Sie im Folgejahr eine reiche Ernte der besonders aromatischen Erdbeeren anstreben.

Kann ich September noch Erdbeeren pflanzen?

Erdbeerpflanzen sind angewiesen auf etliche warme Tage, damit sie im Boden gut verwurzeln. Ohne eine ausreichende Verwurzelung sind die Stauden trotz ihrer natürlichen Winterhärte angreifbar für Frost. Das Zeitfenster zum Anwachsen ist nur dann lange genug geöffnet, wenn Sie bis spätestens Mitte August pflanzen. Andernfalls besteht ein hohes Risiko, dass die wertvollen Pflanzen im Boden verfaulen. Diese Prämisse gilt für alle einmaltragenden Gartenerdbeeren. Haben Sie den herbstlichen Pflanztermin versäumt, pflanzen Sie im nächsten Frühling kurzerhand immertragende Monatserdbeeren oder Frigo-Pflanzen, die wenige Wochen später erste Früchte tragen.

Tipps

Beste Tageszeit für die Erdbeerernte ist der Vormittag mit trockener Witterung. Ernten Sie vollständig durchgefärbte Früchte mit praller Schale, die auf leichten Druck ein wenig nachgibt. Pflücken Sie eine Erdbeere stets mitsamt Fruchtstiel und grünen Kelchblättern. Diese Erntetechnik garantiert, dass der süße Saft nicht ausläuft.

Text: Paula Jansen
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