Blumenwiese anlegen und pflegen

Es gibt viele Gründe, um eine schöne Blumenwiese mit zahlreichen, bunten Blüten und Kräutern anzulegen. Nicht nur, dass eine solche wesentlich leichter zu pflegen ist als etwa ein (englischer) Rasen, sie bietet aufgrund ihres Artenreichtums zudem eine Art natürliches Biotop. Insbesondere Magerwiesen sind wichtig für das Überleben seltener Schmetterlingsarten und dienen auch Bienen und Hummeln als Nahrungsquelle. Fettwiesen dagegen eignen sich besser für eine landwirtschaftliche Nutzung, etwa in Form einer Viehweide oder zum Heuen.

Blumenwiese anlegen und pflegen

Verschiedene Wiesentypen

Wenn Sie eine Wiese anlegen wollen, genügt es nicht, einfach eine Tüte mit Wiesenblumensamen zu kaufen, diese auszustreuen und auf ihre Keimung zu hoffen – Wiese ist nämlich nicht gleich Wiese, denn unterschiedliche Bodenbedingungen sorgen dafür, dass bestimmte Pflanzen besonders gut darauf gedeihen. Deshalb sollten Sie vor der Aussaat zunächst einmal eine Bodenanalyse durchführen lassen, um den passenden Wiesentypus für das anvisierte Stück Land herauszufinden. Des Weiteren hängt die Art der Wiese auch davon ab, wie Sie sie nutzen wollen. Eine Mager- oder Trockenwiese lässt sich kaum landwirtschaftlich nutzen, während Fettwiesen aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts vor allem als Rinderweide sowie zur Heugewinnung eignen. Sumpfwiesen sind meist nur zur Gewinnung von Heu nutzbar, während Pferdewiesen zwar mager, aber dennoch einen hohen Anteil an strukturreichen Gräsern enthalten müssen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns jedoch nur mit den beiden Formen einer Blumenwiese, wie sie – landauf, landab – mehr oder weniger häufig zu finden sind.

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So legen Sie eine Magerwiese an

Magerwiesen gedeihen meist auf sandigen oder kalkreichen, d. h. nährstoffarmen, Böden. Aus diesem Grund weist dieser Wiesentypus auch die größte Vielzahl an verschiedenen Arten auf, denn schnell wachsende Gräser und stickstoffliebende Blumen (z. B. Löwenzahn oder Hahnenfuß) haben auf einem solchen Boden kaum eine Chance. Stattdessen kommen die eher langsam wachsenden Blumen und Kräuter zum Zuge. Wenn Sie eine Magerwiese anlegen wollen, müssen Sie zunächst einmal – wenn nötig – vorhandenen Boden ausmagern. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich auf der ausgewählten Fläche bereits eine Wiese, ein Rasen oder gar ein Acker befindet. Gehen Sie bei der Anlage wie beschrieben vor:

  • Mähen Sie den vorhandenen Bewuchs zu kurz wie möglich.
  • Vertikutieren Sie den Boden, damit dieser aufgelockert und belüftet wird.
  • Alternativ können Sie ihn auch umgraben.
  • Zerkleinern Sie grobe Erdbrocken, so dass die Oberfläche schön fein krümelig und glatt wird.
  • Arbeiten Sie, falls Sie den Boden ausmagern müssen, eine dicke Schicht Sand-Erde-Gemisch mit ein.
  • Streuen Sie breitwürfig die Blumensamen aus und bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Sand.
  • Dies soll die Samen vor Vogelfraß schützen.
  • Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht und verzichten Sie auf jegliche Düngemittel.

Typische Blumen einer Magerwiese

Auf Magerwiesen sind häufig Vertreter von Pflanzenarten wie

  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria)
  • Grasnelke (Armeria maritima)
  • Zittergras (Briza media)
  • Echtes Labkraut (Galium verum)
  • Echte Schlüsselblume (Primula veris)
  • oder Pechnelken (Silene viscaria)

zu finden.

Anlegen einer Fettwiese

Die Fettwiese wird auf eine ähnliche Weise angelegt wie die Magerwiese, nur dass Sie natürlich den Boden nicht mit zusätzlichem Sand zur Ausmagerung anreichern. Dennoch sollten Sie insbesondere dann, wenn Sie einen Rasen in eine Wiese verwandeln, für eine Ausmagerung sorgen. Die geschieht in erster Linie, indem Sie die bislang übliche Düngung des Rasens stoppen. Sollte der Rasen bzw. die Bodenfläche mit Moos bewachsen sein, so ist dies in der Regel ein Hinweis auf eine Übersäuerung des Bodens – einer solchen kommen Sie mit einer zusätzlichen Kalkung bei. Zudem kann es oft sinnvoll sein, den vorherigen Bewuchs nicht einfach nur kurz zu mähen und den Boden umzugraben, sondern stattdessen die oberste Erdschicht mit einem flachen Spaten zu entfernen. Diese wird anschließend durch frische Erde ersetzt.

Typische Blumen einer Fettwiese

Auf Fettwiesen finden sich vor allem viele schnellwüchsige Gräser sowie einige stickstoffliebende Pflanzen. Kräuter dagegen verschwinden, je nährstoffreicher die Wiese ist.

  • Löwenzahn (Taraxacum Officinale)
  • Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys)
  • Weiche Trespe (Bromus hordeaceus)
  • Weißes Labkraut (Galium album)
  • Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris), vor allem auf feuchten Fettwiesen
  • Weißklee (Trifolium repens)

Die richtige Pflege der Wiese

Natürlich unterscheiden sich Fett- und Magerwiese auch hinsichtlich der Pflege recht stark voneinander.

Eine Magerwiese pflegen

Der wichtigste Pflegehinweis für Magerwiesen besteht darin, dass diese auf keinen Fall gedüngt werden dürfen, denn eine Düngung fördert vor allem stark wachsende Pflanzen wie Gräser. Je mehr Nährstoffe Sie zuführen, desto mehr Gräser und desto weniger Blumen gedeihen auf Ihrer Wiese. Stattdessen sollte die Magerwiese jedoch einmal jährlich gekalkt werden, denn diese Maßnahme verhindert eine Übersäuerung des Bodens. Auch die regelmäßige Mahd ein- bis zweimal im Jahr trägt zu einer reichen Flora bei. Mähen Sie am besten das erste Mal entweder im Mai oder in der zweiten Junihälfte und das zweite Mal im September. Das Mähgut sollte jedoch abgeräumt werden.

Eine Fettwiese pflegen

Im Gegensatz zur Magerwiese sollten Fettwiesen regelmäßig gedüngt werden. Zu diesem Zweck können Sie speziellen Kunst, aber auch Naturdünger (Jauche, Dung, Kompost) ausbringen. Beweidete Fettwiesen erhalten eine ganz natürliche Düngung durch den Rinderdung.(16,05€ bei Amazon*) Des Weiteren sollten Fettwiesen etwa dreimal jährlich gemäht werden, was traditionell einmal im Mai, einmal in der zweiten Junihälfte sowie einmal im August geschieht.

Tipps & Tricks

Für welchen Wiesentypus Sie sich auch entscheiden, eines brauchen alle Wiesen: möglichst viel Sonne.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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