Bienen, Schmetterling, Igel & Co. – So legen Sie eine bunte Wildwiese an

Es gibt viele gute Gründe, die für das Anlegen einer Wildwiese sprechen: Nicht nur, dass ein solch blühender Teppich ein überaus erfreulicher Anblick ist, diese Wiese bietet zudem zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen ökologischen Schutzraum. Naturbelassene Wildblumenwiesen sind in unserer industriellen Agrarlandschaft extrem selten geworden - und daher für die heimische Flora und Fauna umso wichtiger.

Wildwiese anlegen

Wildwiesen wollen ungestört wachsen

Wildwiesen weisen eine sehr große Artenvielfalt auf – mehr als 100 verschiedene Blumen und Kräuter können auf einer Magerwiese gedeihen. Dies gilt allerdings nur, wenn Sie die Wiese weitestgehend in Ruhe lassen. Insbesondere Magerwiesen sollten nicht gedüngt und sonst wie bearbeitet werden, lediglich eine Mahd ein bis zwei Mal pro Jahr ist angebracht. Wildwiesen brauchen für ein ungestörtes Wachstum viel Ruhe – schließlich handelt es sich um “wilde” und nicht an eine Rundumversorgung gewöhnte Kulturpflanzen. Allerdings brauchen Sie etwas Geduld, bis sich die neu angelegte Wiese in ein üppiges Blumenmeer verwandelt hat. Durchschnittlich zwischen drei und fünf Jahre benötigen die Pflanzen, um sich in ihrem neuen Biotop zu etablieren. Bis dahin kann es passieren, dass Sie von Zeit zu Zeit einmal nachsäen müssen.

Lesen Sie auch

Vorbereitung des Bodens

Das Anlegen der Wildwiese gelingt am einfachsten, wenn Sie die Samenmischung nicht einfach auf einer bereits bestehenden Wiese oder einem Rasen aussäen – Gras ist äußerst durchsetzungsstark und wird die empfindlicheren Wildpflanzen durch sein schnelles Wachstum immer wieder verdrängen. Deshalb bereiten Sie den Boden vor einer Aussaat möglichst wie folgt vor:

  • Mähen Sie die Grasfläche möglichst kurz.
  • Entfernen Sie die obere Bodenschicht, etwa mit einem flachen Spaten oder durch Fräsen.
  • Entfernen Sie dabei auch sorgfältig sämtliche Wurzeln, derer Sie habhaft werden können.
  • Graben Sie den Boden um.
  • Sofern Sie eine Magerwiese anlegen wollen, müssen Sie den Boden zusätzlich abmagern.
  • Zu diesem Zweck mischen Sie dem Boden zusätzlich Sand unter.
  • Saure Böden werden mit Kalk neutralisiert.
  • Rechen und harken Sie die Fläche schön flach, so dass die Erdkrume möglichst fein ist.

Achten Sie darauf, dass der Standort für die künftige Wildwiese möglichst sonnig ist.

Blumensamen aussäen

Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, so können Sie sich ans Aussäen der Wildblumensamen machen. Die meisten Wildblumen und -kräuter sind Lichtkeimer, d. h. sie sollten keinesfalls mit Erde bedeckt, sondern lediglich etwas angedrückt werden. Andererseits gehören viele Wildpflanzen zu den so genannten Kaltkeimern, die nicht innerhalb weniger Tage nach dem Aussäen auflaufen, sondern erst nach dem Winter oder einer längeren Kaltperiode. Beim Aussäen gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Mischen Sie das in der Regel sehr feine Saatgut mit einer Streuhilfe (z. B. feinen Sand).
  • Das ermöglicht eine bessere Verteilung der Samen.
  • Streuen Sie die Samen breitwürfig aus.
  • Drücken Sie sie mit Hilfe einer Egge, dem Blatt einer Hacke oder unter Ihren Schuhen festgebundenen Brettern die Samen gut an die Erde an.
  • Halten Sie die Wiesenfläche möglichst feucht.

Kaufen Sie möglichst keine Standard-Wildwiesenmischungen im Gartencenter. Diese Samenmixturen enthalten meist keine Wild, sondern eine bunte Mischung von Kulturpflanzen – die meist noch nicht einmal einheimisch sind. Besser ist es, auf spezielle Samenmischungen (die oft sogar der regionalen Flora entsprechen) aus dem Fachhandel zurückzugreifen.

Tipps & Tricks

Pro Quadratmeter werden etwa ein bis zwei Gramm Samen gerechnet. Bringen Sie jedoch lieber mehr Samen aus, denn die Keimrate von Wildpflanzen ist deutlich geringer als die von Kulturpflanzen.

Text: Burkhard

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.