Wiese

Wiese richtig mähen: So schonst du Tiere & Natur

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Wiesen sind wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Die richtige Mahd trägt zum Erhalt dieser Biodiversität bei. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte einer tierschonenden Wiesenpflege, von der Wahl des Zeitpunkts bis zur Auswahl der passenden Mähtechnik.

Wiese mähen

Optimale Mähzeitpunkte für verschiedene Wiesentypen

Der Zeitpunkt der Mahd spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlergehen der Wiesenbewohner und die Entwicklung der Pflanzenwelt. Unterschiedliche Wiesentypen und die darin lebenden Tierarten profitieren von spezifischen Mähzeiten.

Blumenwiesen

Blumenwiesen

Die gezielte Mahd fördert das Wachstum und die Selbstaussaat von Blumenwiesen

Um das Wachstum und die Selbstaussaat der Blumen zu fördern, empfiehlt sich eine Mahd zu folgenden Zeiten:

  • Sommermahd: Zwischen Mitte Juli und Ende August haben die meisten einjährigen Pflanzen ihre Samenstände ausgereift und können sich so optimal vermehren.
  • Herbstmahd: Eine Mahd zwischen Ende September und Ende Oktober trägt zur Bodenabmagerung bei und verhindert eine übermäßige Humusbildung, die das Wachstum der Blumen beeinträchtigen kann.

Streuwiesen und artenreiche Wiesen

Streuwiesen und artenreiche Wiesen

Es ist ratsam, die Wiese erst im Spätherbst zu mähen

Streuwiesen und artenreiche Wiesen beherbergen eine Vielzahl von spätblühenden Arten. Um deren Entwicklung zu sichern und die darauf angewiesenen Insekten zu schützen, ist eine Mahd im späten Herbst ideal.

Rücksicht auf Tiere und Insekten

Rücksicht auf Tiere und Insekten

Um bodenbrütende Vögel nicht zu stören, sollte frühestens Anfang August gemäht werden

Um Bodenbrüter und Insekten zu schützen, sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • Bodenbrütende Vögel: Mähen Sie erst nach dem Abschluss der Brutzeit, also ab Anfang August, um den Vögeln eine ungestörte Aufzucht ihrer Jungen zu ermöglichen.
  • Insekten: Wählen Sie für die Mahd einen Tag mit bedecktem Himmel und kühleren Temperaturen. Die geringere Aktivität der Insekten zu dieser Zeit minimiert die Verluste. Bei wärmeren Temperaturen ist besondere Vorsicht geboten, um Schmetterlinge und andere wärmeliebende Insektenarten zu schützen.

Schutz von Rehkitzen und anderen Wildtieren

Schutz von Rehkitzen und anderen Wildtieren

Eine enge Zusammenarbeit mit Jägern bewahrt Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod

Um Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren, sind verschiedene Maßnahmen empfehlenswert:

  • Kooperation mit Jägern: Sprechen Sie sich mit den örtlichen Jägern ab, um die Flächen vor der Mahd auf Wildtiere zu kontrollieren.
  • Vergrämungsmaßnahmen: Setzen Sie am Tag vor der Mahd Vergrämungsmaßnahmen wie Blinklichter und akustische Signale ein, um die Tiere von der Fläche zu vertreiben.
  • Kitzretter: Bringen Sie Kitzretter am Mähgerät an, um Jungtiere zu schützen.

Mähmethoden im Vergleich

Mähmethoden im Vergleich

Verschiedene Mähmethoden beeinflussen die Lebensräume von Insekten und Kleintieren unterschiedlich

Verschiedene Mähmethoden bieten unterschiedliche Vorteile in Bezug auf Umweltverträglichkeit und Effizienz. Insbesondere die Auswirkungen auf Insekten und andere Kleintiere variieren je nach Technik.

Umweltschonende Methoden

Umweltschonende Methoden

Traditionelle Mähmethoden schonen die Wiesenbewohner und fördern die Biodiversität

Die folgenden Methoden sind besonders schonend für die Wiesenbewohner und fördern die Biodiversität:

  • Sense: Die traditionelle Mahd mit der Sense ist die Methode mit dem geringsten Schaden für Insekten und eignet sich besonders für kleinere Flächen oder Randbereiche. Sie erfordert jedoch Übung und ist zeitintensiv.
  • Messerbalken-Mähwerke: Balkenmäher arbeiten mit einer schneidenden Bewegung und erzeugen eine geringere Sogwirkung als rotierende Mähwerke. Dadurch überleben etwa 50 % der Insekten die Mahd. Diese Methode eignet sich für größere Flächen, die nicht zu dicht bewachsen sind.

Weniger umweltschonende Methoden

Weniger umweltschonende Methoden

Kreisel- und Trommelmähwerke verursachen hohe Verluste bei Insekten und Kleintieren

Diese Methoden führen zu einem deutlich höheren Verlust an Insekten und Kleintieren:

  • Kreisel- oder Trommelmähwerke: Die rotierenden Messer dieser Mähwerke verursachen eine starke Sogwirkung und führen zu hohen Verlusten in der Insektenwelt. Nur etwa 20 % der Insekten überleben den Einsatz dieser Technik.
  • Mulchgeräte: Ähnlich wie Kreisel- oder Trommelmähwerke erzeugen Mulchgeräte eine starke Sogwirkung und zerkleinern das Mähgut, was zu hohen Verlusten an Insekten führt.

Tipps für eine tierschonende Mahd

Tipps für eine tierschonende Mahd

Eine tierschonende Mahd bewahrt Artenreichtum und schützt Lebensräume nachhaltig

Eine angepasste Mahd schützt Lebensräume und unterstützt den Artenreichtum. Beachten Sie die folgenden Tipps, um Wiesen tierschonend zu mähen:

  • Mähzeitpunkt: Wählen Sie den Mähzeitpunkt entsprechend der zu schützenden Tiergruppe. Bodenbrüter profitieren von einer Mahd nach der Brutzeit, während Insekten bei bedecktem Himmel und kühleren Temperaturen besser geschützt sind.
  • Mähmethode: Bevorzugen Sie Balkenmäher oder Sensen, da diese die Insektenwelt besonders gut schonen.
  • Mährichtung: Beginnen Sie in der Mitte der Fläche und mähen Sie in Richtung der ungemähten Bereiche, um Tieren die Flucht zu ermöglichen.
  • Mosaik- und Streifenmahd: Mähen Sie große Flächen in Abschnitten oder Streifen mit zeitlichem Abstand, um Rückzugsräume für Tiere und Insekten zu schaffen.
  • Randstreifen: Lassen Sie Randbereiche und Böschungen stehen, um Tieren Rückzugsflächen zu bieten.

Ergänzend zu diesen Maßnahmen ist die Zusammenarbeit mit Jägern und Naturschutzverbänden empfehlenswert, um insbesondere Rehkitze vor der Mahd zu schützen. Technologien wie Infrarotsensoren und Drohnen können bei der Suche nach Wildtieren auf den Flächen hilfreich sein.

Bilder: Straitel / iStockphoto