Wildblumenwiese anlegen – Wie Sie für möglichst viel bunte Vielfalt im Garten sorgen

Wenn im Frühjahr die Wiesen üppig gelb blühen, dann geht uns das Herz auf. Millionen von Löwenzahnpflanzen schaffen ein herrliches Blütenmeer, das allerdings schnell ein Ende hat. Löwenzahn gedeiht vor allem auf gut gedüngten Fettwiesen, die nach seiner Blütezeit allerdings reichlich arm an Blumen sind. Auf einer mageren Wildblumenwiese dagegen finden sich oft mehr als 100 verschiedene Blumen und Kräuter, die die ganze Vegetationsperiode hindurch blühen. Erfahren Sie hier, wie Sie eine artenreiche Wildblumenwiese anlegen können.

Wildblumenwiese anlegen

Gartenboden abmagern

Zunächst einmal: Je “fetter”, also nährstoffreicher, ein Boden ist, desto weniger Wildblumen und Kräuter werden darauf wachsen. Eine Wildwiese gedeiht typischerweise am besten auf mageren, d. h. nährstoffarmen, Böden am besten. Der Grund dafür liegt in der Schnellwüchsigkeit bestimmter Gräser begründet, die bei einer guten Stickstoffversorgung rasch in die Höhe schießen und langsamer wachsende Blumen und Kräuter verdrängen. Um also erfolgreich eine Wildblumenwiese im Garten zu etablieren, müssen Sie zunächst einmal den Boden abmagern – ganz besonders gilt dies, wenn Sie die Wildwiese auf einem zuvor gut gepflegten Rasen neu anlegen wollen.

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Wie Sie die Erde abmagern

Das Abmagern der Erde beginnen Sie, indem zunächst einmal jegliche Düngung eingestellt wird – und zwar bereits zwei bis drei Jahre bevor Sie die eigentliche Blumenwiese anlegen wollen. Um den Prozess zu beschleunigen, mähen Sie die Wiese bzw. den Rasen pro Jahr etwa vier bis fünf Mal. Das Mähgut darf jedoch auf keinen Fall auf der Grünfläche liegen bleiben, sondern muss abgefahren werden. In einem letzten Schritt erfolgt das Abmagern durch das Abtragen sehr humoser Schichten und / oder das Untermischen von Sand.

Boden vorbereiten und Blumensamen säen

Ist der Boden ausreichend abgemagert, können Sie ihn für die Aussaat vorbereiten. Dazu graben Sie den Boden gründlich um und zerkleinern die Erdkrumen, bis sie so fein wie möglich sind. Das feine Saatgut mischen Sie am besten mit Sand (oder einer anderen Streuhilfe) und streuen es breitwürfig und möglichst gleichmäßig auf der ganzen Fläche aus. Nehmen Sie dabei lieber zu viel als zu wenig Saatgut, denn erfahrungsgemäß haben Wildblumen im Vergleich zu Kulturpflanzen eine recht niedrige Keimquote. Die Samen dürfen nicht mit Erde bedeckt werden, da die meisten Wiesenblumen zu den Lichtkeimern zählen. Sie brauchen das Saatgut also nur leicht anzudrücken. Optimal sind dafür eine Rasenwalze oder eine Egge.

Welches Saatgut kann verwendet werden?

Adäquates – sprich hochwertiges und geeignetes – Wildblumensaatgut ist nicht leicht zu bekommen. Die in den normalen Gartencentern erhältlichen Mischungen sind meist ungeeignet, da sie kaum einheimische sowie fast nur einjährige Arten enthalten. Damit kann sich auf Ihrer Grünfläche keine dauerhafte Wildblumenwiese etablieren. Bevorzugen Sie stattdessen Blumen und Kräuter, die mehrjährig sind und zudem in Ihrer Region heimisch. Derartige Sämereien erhalten Sie im Onlinehandel, im Landhandelsshop oder in einem Agrarcenter.

Tipps & Tricks

Eine weitere, sehr natürliche Form der Saatgutgewinnung ist das Heumulchen. Dabei mähen Sie eine verblühte Magerwiese aus Ihrer Region und lagern das Heu auf der für eine Aussaat vorbereiteten Fläche. Die Samen aus dem Heu fallen ergo auf eine fruchtbare Erde und werden hoffentlich im Folgejahr für eine üppige Blüte sorgen.

IJA

Text: Burkhard

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