Welche Pflanzen gedeihen auf einer Fettwiese?

Wiese ist längst nicht gleich Wiese: Je nach Bodenbeschaffenheit und Nutzung unterscheiden sich die verschiedenen Wiesen sehr stark hinsichtlich der auf ihnen wachsenden Pflanzen. Schließlich können etwa Weidetiere nicht auf jeder Wiese gedeihen, zudem gelten unterschiedliche Pflegerichtlinien. Was für eine Magerwiese richtig ist, kann für eine Fettwiese schädlich sein.

Fettwiese

Was ist eine Fettwiese?

Eine Fettwiese ist, wie der Name schon andeutet, eine Wiese mit “fettem” – ergo nährstoffreichem – Boden. Die Erde ist durch einen hohen Stickstoffanteil charakterisiert, der vor allem schnell wachsende Gräser und Blumen gedeihen lässt. Aus diesem Grund finden sich auf einer Fettwiese konkurrenzstarke Pflanzen, die aufgrund ihres raschen Wachstums andere, empfindlichere Gewächse verdrängen. Damit zählt die Fettwiese zu den eher artenarmen Biotopen. Dieser Wiesentypus ist in landschaftlich stark genutzten Regionen anzutreffen – einerseits, weil die ausgebrachten Dünger über Niederschläge und Grundwasser auch nicht gedüngte Wiesen mit ernähren und andererseits, weil viele Landwirte Wiesen als Weideflächen nutzen und deshalb – dem Bedarf der Weidetiere angepasst – gezielt düngen.

Lesen Sie auch

Typische Pflanzen einer Fettwiese

Fettwiesen sind an drei typischen Blumen zu erkennen, denn auf dem nährstoffreichen Boden gedeihen vor allem Gänseblümchen, Löwenzahn und verschiedene Kleearten hervorragend. Im Frühsommer sind diese Wiesen schon von weitem an ihrer leuchtend gelben Farbe zu erkennen, wenn der Löwenzahn blüht. Die weißen (und übrigens sehr schmackhaften) Gänseblümchen dagegen gedeihen umso besser, je häufiger die Wiese gemäht wird. Des Weiteren sind vor allem schnell wachsende Gräser wie Knäuelgras, Raygras, Weidelgras sowie Glatt- und Goldhafer zu finden. Weitere typische Pflanzen sind:

sowie

  • Gewöhnliches Rispengras (Alopecurus)
  • Gemeines Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • und der Wiesenschwingel (Festuca pratensis) .

Fettwiese dient häufig als Viehweide

Der hohe Nährstoffgehalt einer Fettwiese sorgt dafür, dass die darauf wachsenden Pflanzen sehr eiweißreich und daher optimal für die Ernährung bestimmter Weidetiere – insbesondere für Rinder – ist. Aus diesem Grund werden Fettwiesen extra gedüngt, um Rindern als Weide zu dienen. Insbesondere Milchkühe profitieren davon, denn: Je fetter die Weide, desto sahniger wird die Milch. Zudem wird die Wiese mindestens dreimal im Jahr gemäht, um Heu für den Winter zu gewinnen. Allerdings eignet sich die Fettwiese nicht für jedes Weidetier. Der Organismus eines Pferdes ist beispielsweise mit dem hohen Eiweißgehalt völlig überfordert – als Steppentiere brauchen Pferde eher magere Wiesen. Schafe dagegen können auf Fettwiesen weiden, vorausgesetzt, sie erhalten ausreichend Raufutter (d. h. faserreiches Gras).

Fettwiese pflegen

Fettwiesen müssen mindestens dreimal jährlich gemäht werden, da die darauf wachsenden Pflanzen sehr schnellwüchsig sind. Alternativ kann eine solche Wiese allerdings auch als Weideland genutzt werden, was wiederum den gleichzeitigen Vorteil einer natürlichen Düngung hat – Kuh- und Schafdung sorgt dafür, dass dem Boden die erforderlichen Nährstoffe zurückgeführt werden. Da die typischen Fettwiesenpflanzen sehr stark zehrend sind und dem Boden Nährstoffe entziehen, müssen Fettwiesen regelmäßig gedüngt werden – anderenfalls magert der Boden aus. Die Düngung kann mit Kunst- oder Naturdünger (z. B. Jauche) durchgeführt werden.

Tipps & Tricks

Entdecken Sie bestimmte Zeigerpflanzen für sauren Boden (etwa Sauerampfer, Ackerspörgel oder zahllose Gänseblümchen), so sollten Sie Ihre Wiese entweder im Frühjahr oder im Herbst kalken.

IJA

Text: Ines Jachomowski

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.