Wiesen regelmäßig kalken

Wiesen sind von Menschenhand geschaffene Biotope, die nicht sich selbst überlassen werden können. Stattdessen brauchen sie - je nach Wiesentyp mehr oder weniger - Pflege, damit der auf ihnen wachsende Artenreichtum weiterhin gedeiht. Zur ausreichenden Pflege gehört bei manchen Wiesenarten auch das Kalken.

Wiese kalken
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Warum sollte man Wiesen kalken?

Das Kalken sorgt dafür, dass zu saure Böden eine Aufwertung erfahren. Sinkt nämlich der pH-Wert des Bodens in den sauren Bereich, so können die Wiesenpflanzen nicht mehr wachsen und werden von anderen, an saurere Böden gewöhnte, Pflanzen verdrängt. Vor allem Trocken- und Magerwiesen benötigen eine Kalkung, wobei Sie allerdings nicht ins Blaue hinein kalken, sondern den tatsächlichen Bedarf anhand einer Bodenprobe ermitteln sollten. Einen ersten Hinweis auf einen Kalkbedarf liefern so genannte Zeigerpflanzen wie Acker-Schachtelhalm, Sauerampfer, wildwachsende Stiefmütterchen und vor allem Moos. Sind dagegen in Ihrem Garten vor allem Taubnesseln, Brennnesseln oder Hirtentäschel zu finden, so ist dies ein Hinweis auf einen eher alkalischen Boden mit hohem pH-Wert.

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Vorsicht: Nicht jede Wiese kalken!

Nicht jede Wiese darf gekalkt werden, denn so mancher Lebensraum wird durch diese Maßnahme nachhaltig gestört. Das Verbot gilt insbesondere für alle Feucht- und Sumpfwiesen, denn der eher moorige Untergrund braucht einen sauren pH-Wert, damit die eigens an diese Umweltbedingungen angepassten Pflanzen gedeihen können. Sinnvoll dagegen ist das Kalken vor allem auf Mager- und Fettwiesen sowie auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen.

Wann und wie wird gekalkt?

Gekalkt wird etwa alle zwei bis drei Jahre vorzugsweise im Frühjahr oder im Herbst. Werden Fettwiesen gekalkt, so darf gleichzeitig kein tierischer Dünger wie beispielsweise Jauche etc. ausgebracht werden. Anderenfalls landet der Stickstoff nicht im Boden, sondern entweicht einfach in die Luft. Je nach verwendeter Kalkart dürfen die behandelten Wiesen anschließend für – je nach Regenhäufigkeit – mindestens vier Wochen nicht beweidet werden, um eine Vergiftung der Tiere zu vermeiden. Dies gilt allerdings nur für gebrannten Kalk, der auch als Ätzkalk bekannt ist.

Welche Kalkarten gibt es?

Im Grunde werden drei verschiedene Arten Kalk voneinander unterschieden. Kohlensaurer Kalk ist dabei der schonendste, weil er die Wirkstoffe nur sehr langsam freisetzt. Mit diesem Kalk ist eine Überkalkung so gut wie ausgeschlossen. Ätz- oder Branntkalk wirkt zwar sehr viel schneller, ist jedoch aufgrund seiner ätzenden Wirkung auf Mensch, Tier und Pflanzen eher nicht für den Hausgarten zu empfehlen. Neben den beiden genannten Arten gibt es noch Mischkalk, der jedoch – je nach Sorte und Anbieter – in sehr verschiedenen Proportionen zusammengesetzt sein kann.

Tipps & Tricks

Wie beim Kalken gilt auch beim Düngen von Wiesen, dass nicht jede Wiese gedüngt werden sollte. Vor allem Magerwiesen sollten aufgrund des empfindlichen ökologischen Gleichgewichts eher wenig bis gar nicht gedüngt werden.

Text: Ines Jachomowski

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