Gemüsegarten einmal jährlich kalken – So wird’s gemacht

Während der Vegetationssaison müssen die Pflanzen im Garten ausreichend gedüngt und somit mit Nährstoffen versorgt werden. Dazu gehört auch das Kalken, was vorzugsweise im Frühjahr durchgeführt werden sollte.

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Kalk wird am besten im Frühjahr in den Boden eingearbeitet

Warum muss man im Gemüsegarten überhaupt kalken?

Kalk erfüllt nicht nur eine, sondern verschiedene wichtige Funktionen im Garten. Erstens wäre das die ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Kalzium, denn dies ist der Hauptbestandteil des Kalks. Der Mineralstoff ist wichtig für den Wasserhaushalt sowie für verschiedene Stoffwechselprozesse der Pflanzen. Des Weiteren verbessert das Kalken die Bodenstruktur (sie wird feiner), unterstützt die nützlichen Bakterien und Kleinstlebewesen im Boden und damit die Humusproduktion und, last but not least, hat einen direkten Einfluss auf den pH-Wert des Bodens.

So ermitteln Sie den richtigen Kalkbedarf

Folgerichtig sollten Sie beim Kalken auch nicht einfach drauflos legen, womöglich nach dem Motto “Viel hilft viel”. In diesem Fall könnten Sie großen Schaden anrichten, denn ein Übermaß an Kalk hindert die Pflanzen an der Aufnahme anderer, nicht weniger wichtigen Nährstoffe. Mangelerkrankungen und damit eine mangelhafte Ernte wäre die Folge. Stattdessen richtet sich die erforderliche Kalkmenge nach den vorgegebenen Bodenverhältnissen, wofür Sie allerdings erst einmal eine Bodenanalyse durchführen lassen sollten. So erfahren Sie, ob Sie einen

  • Lehmboden
  • sandigen Lehmboden
  • lehmigen Sandboden
  • oder reinen Sandboden

haben. Mit Hilfe eines einfachen pH-Tests können Sie im Frühjahr ermitteln, ob ein Kalken notwendig ist und wie viel Kalk Sie dafür tatsächlich benötigen. Dazu gilt die Richtlinie, dass der pH-Wert umso höher liegen sollte, je schwerer der Boden ist. Ein Lehmboden hat optimalerweise einen pH-Wert von 7, ein sandiger Lehmboden sollte bei 6,5 liegen, ein lehmiger Sandboden bei sechs und ein Sandboden bei 5,5. Ist dieser Wert stabil, bringen Sie alle drei Jahre 150 Gramm kohlensauren Kalk pro Quadratmeter Gartenboden aus. Liegt der Wert jedoch darüber, so müssen es 250 Gramm kohlensaurer Kalk sein.

Kalk ist nicht gleich Kalk – die richtige Sorte für Ihren Garten

Auf normalen Gartenböden sollten Sie Algenkalk oder kohlensauren Kalk verwenden, wohingegen sich Branntkalk lediglich für sehr schwere Lehmböden eignet. Leichte Böden kommen sogar oft nur mit Gesteinsmehl aus, welches neben Kalk auch Kalium, Magnesium und verschiedene Spurenelemente enthält.

Tipps

Kalk muss tief in die Erde eingearbeitet werden, wobei diese aber trocken sein muss. Üblicherweise wird im Frühjahr gekalkt. Ist dieses aber regnerisch und nass, verschieben Sie die Maßnahme besser auf den Herbst.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Claire Lucia/Shutterstock

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