Grasmilben – Erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Grasmilben sind lästige Tiere, die während der warmen Sommermonate zur echten Plage werden können. Nicht selten kommt es vor, dass Kinder oder Haustiere nach dem Toben auf der Wiese plötzlich über Juckreiz klagen. In den meisten Fällen sind es Bissverletzungen, die von der Grasmilbe verursacht werden.

Gras Schädlinge
Grasmilben sind zwar sehr klein, können aber mit bloßem Auge gesehen werden

Stiche erkennen

Bisse der Herbstmilbe führen bei den meisten Menschen zur sogenannten Erntekrätze, die auch unter der Bezeichnung Stachelbeerkrankheit bekannt ist. Ein Biss verursacht keine Schmerzen und wird meist nicht direkt bemerkt. Nachdem die Larve von der Bissstelle abgefallen ist, können bis zum Auftreten der ersten Symptome bis zu 24 Stunden vergehen.

Durch den Biss entstehen zahlreiche rötliche Punkte, die an kleine Mückenstiche erinnern. Häufiges Kratzen lässt die Bisswunden zu Quaddeln anschwellen. Nach etwa zehn bis 14 Tagen klingen die Beschwerden ab. Die Symptome sind bei Tieren ähnlich. Wenn sich die Haustiere unaufhörlich Kratzen und der Hund seine Pfoten leckt, kann ein Befall durch Herbstmilben in Frage kommen. Auch Pferde leiden unter dem starken Juckreiz. Sie kratzen sich bei jeder Gelegenheit, wodurch nässende Stellen, verkrustete Wunden und Entzündung entstehen.

Vom Biss zur Quaddel:

  1. Larve beißt sich in die Haut
  2. Speichelsekrete werden injiziert
  3. Knötchenbildung an der Einstichstelle
  4. Knötchen vergrößern sich zu Bläschen
  5. Aufkratzen der Bläschen führt zur Folgeinfektion

Unterschiedliche Hautreaktionen

Einige Menschen leiden unter einem extremen Ausschlag, der an eine Allergie erinnert. Die Quaddeln können am gesamten Körper auftreten, auch wenn die Larve nur an einer Stelle gesaugt hat. Bei diesen extremen Formen kommt es zu einem starken Juckreiz auf der Haut. Manche Personen zeigen kaum Symptome. Es gibt Menschen, die nach einem ersten Befall desensibilisiert sind. Bei einem erneuten Befall treten keine Beschwerden mehr auf.

Während sich bei einigen die Grasmilbenbisse böse entzünden, sind sie bei anderen nur kleine rote Flecke

Betroffene Körperbereiche

Die Larven bevorzugen feucht-warme Körperbereiche, an denen die Haut besonders dünn ist. Achseln oder Hautfalten am Bauch oder im Intimbereich gehören zu den häufig betroffenen Stellen, aber auch Beine, Kopfhaut und Ohren werden gelegentlich befallen. Unter eng anliegender Kleidung fühlen sich die Spinnentiere ebenfalls wohl, sodass sie sich auch unter Sockenrändern, Unterwäsche oder dem Hosenbund niederlassen.

Bei Hunden setzen sich die Parasiten häufig an Beinen, Bauch, Brust und den Ohren ab. Sie können auch die Pfoten befallen, wenn die Hunde durch die Vegetation streifen. Katzen leiden häufig an den Schläfen und Ohren unter den Bissen. Auch an der Schwanzspitze treten die Milben auf, die mehrere Tage auf der Haut der Tiere verweilen.

Grasmilben bekämpfen

Als Schutz vor Grasmilben in Garten sollten Sie den Rasen regelmäßig mähen und feucht halten. Unter nassen Bedingungen ziehen sich die Milben in den Boden zurück und werden nicht mehr zur Gefahr für Mensch und Tier. Entfernen Sie den Rasenschnitt von der Fläche, damit den Spinnentieren die Lebensgrundlage geraubt wird. Wenn Sie wissen, dass auf dem Rasen Grasmilben leben, sollten Sie das Mähgut verbrennen oder über den Restmüll entsorgen.

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Pyrethrum als natürliches Insektizid

Pyrethrine sind natürliche Stoffe, welche in verschiedenen Pflanzen enthalten sind und eine insektizide Wirkung entfalten. Der Stoff wirkt auf das Nervensystem Die Dalmatinische Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium oder Chrysanthemum cinerariaefolium) wird nicht ohne Grund Insektenpulverpflanze genannt, denn sie entwickelt zwei verschiedene Pyrethrine und wird für die Herstellung von biologischen Pestiziden genutzt. Der Wirkstoff ist im Zecken- und Grasmilbenkonzentrat von Neudorff enthalten und kann zur Bekämpfung der Grasmilben auf dem Rasen ausgebracht werden.

Nachteile des natürlichen Insektizids:

  • Inhaltsstoffe töten auch Nützlinge ab
  • in geringem Maß hautreizend
  • reizen Augen und Schleimhäute
  • tödliche Vergiftungen bei Mensch und Haustier möglich

Rasen mit Hausmitteln behandeln

Düngen Sie Ihren Rasen regelmäßig mit Brennnesseljauche oder Neemtee. Mischen Sie eine kleine Tasse Neemöl oder Brennnesselsud mit fünf Liter Wasser und geben Sie die Lösung auf die Grasmilbennester. Die Spinnentiere sind meist nicht großflächig verteilt, sondern halten sich an bestimmten Stellen mit optimalen Bedingungen auf. Nutzen Sie ein weißes Tuch, um die Nester ausfindig zu machen.

Tipps

Sie können die Nester auch mit 70-prozentigem Alkohol abtupfen, damit möglichst viele der Larven absterben. Doch Vorsicht: dadurch können auch Pflanzen und nützliche Lebewesen geschädigt werden.

Vertikutieren

Wenn Ihr Rasen zur Bildung von Moos neigt, sollten Sie die Fläche im Frühjahr gründlich vertikutieren. Dadurch lockern Sie die Grasnarbe auf und Rasenfilz sowie dichte Moospolster, in denen sich Grasmilben wohlfühlen, werden entfernt. In der gut durchlüfteten Grasnarbe herrschen suboptimale Bedingungen für die Ausbreitung der Spinnentiere. Düngen Sie den Rasen anschließen, damit sich das Gras gegenüber dem Moos durchsetzen kann.

Tipps

Eine Düngung mit Kalk und Stickstoff soll dem ein oder anderen Hobbygärtner im Kampf gegen die Grasmilbenplage geholfen haben. Bringen Sie den Dünger an einem trockenen Tag nach dem Mähen Anfang Mai aus.

Bisse bei Mensch und Tier behandeln

Bei Erwachsenen werden nur die Beschwerden behandelt, da die Stiche meist selbst verschwinden. Zur Linderung des Juckreizes werden vom Arzt kortisonhaltige Salben oder Anihistaminikum verschrieben. Damit die Schwellung zurückgeht, können Sie kühlende Umschläge auf die betroffenen Stellen legen. Bettwärme sollte in den ersten Stunden nach Auftreten der Beschwerden vermieden werden, da sie den Juckreiz zusätzlich verschlimmert. Wenn sich die Stichwunde entzündet hat oder Bakterien auftreten, kann der Arzt ein Antibiotikum einsetzen.

Medizinische Produkte für Haustiere

Wenn der Befall große Ausmaße angenommen hat und sich Ihr Haustier unermüdlich kratzt, ist eine medizinische Behandlung unumgänglich. Spätestens, wenn sich offene oder nässende Wunden auf der Haut zeigen, ist ein Tierarztbesuch notwendig. Der Tierarzt verschreibt verschiedene Mittel, die gezielt gegen die Plagegeister helfen.

 FormWirkungAnwendung
FrontlineSpray, Spot-oninsektizid, akarizidäußerlich
CetirizinTablettengegen Juckreizinnerlich
SebacilLösunginsektizid, akarizidäußerlich: Tauchbad

Schonende Shampoos für Kind und Baby

Häufig beißen sich die Larven in der Kopfhaut von Babys und Kleinkindern fest, sodass der gesamte Kopf von juckenden Rötungen übersät ist. Schonende Shampoos mit Weidenrindenextrakt sorgen bei Mensch, Hund und Katze für Abhilfe. Weiden enthalten Salicin. Dieser Stoff lindert den Juckreiz und schwächt Entzündungen. Der Duft spezieller Shampoos wirkt abschreckend auf die Spinnentiere. Kräutermischungen mit Weidenrinde und Mädesüß haben sich auch bei Pferden als heilsam gegen Grasmilbenbisse erwiesen, denn sie fördern die Wundheilung.

Milde und natürliche Seifen für Haustiere

Wenn Hund oder Katze auf dem gesamten Körper von Grasmilbenlarven befallen sind, kann ein ausgiebiges Bad mit spezieller Seife helfen. Die Seifen sollten frei von synthetischen Zusatzstoffen und intensiven Geruchsstoffen sein. Rose, Sandelholz oder Salbei pflegen die Haut. Brennnessel- oder Ringelblumenextrakt reinigen das Fell und schützen Haut und Nase. Schäumen Sie die Seife mit den Händen auf und verteilen Sie den Schaum gründlich im Fell und auf den Pfoten. Lassen Sie die Seife kurz einwirken, damit die Larven vergrämt werden.

Tipps

Stellen Sie eine Schüssel mit einer Wasser-Seifen-Lösung neben die Haustür. So können Sie nach jedem Gassigehen mit einem Tuch das Fell des Hundes reinigen.

Grasmilbenstiche mit Hausmitteln behandeln

Wenn Sie oder Ihr Kind von Grasmilben befallen wurden, sollten Sie die geröteten Bissstellen sofort mit 70-prozentigem Alkohol einreiben. Das desinfiziert den Bereich und sorgt dafür, dass keine Folgeinfektionen durch Bakterien entstehen. Zur Behandlung der Bisse eignen sich hautschonende Mittel aus der Küche, die meist auch bei Haustieren genutzt werden können.

Wenn der Juckreiz unerträglich wird, können Sie Quark auf den betroffenen Stellen verteilen. Das Milchprodukt hat eine kühlende Wirkung, welche den Juckreiz lindern kann. Außerdem fördert es die Wundheilung. Auf säurehaltige Produkte wie Apfelessig oder Zitronensaft sollten Sie verzichten, da diese die Haut zusätzlich reizen. Zudem wurde ihr Nutzen nicht bestätigt.

 InhaltsstoffeWirkungfür Haustierefür KinderAnwendung
KokosölLaurinsäurevergrämend, antimikrobiell und pflegendgeeignetgeeignetinnerlich, äußerlich
NeemölAzadirachtin, ätherische Öleabstoßend, beruhigend, entzündungshemmendbedingt geeignet: sollte nicht in Mund oder Nase gelangenab 4 Jahren geeignetäußerlich
Schwarzkümmelölungesättigten Fettsäuren, Linolsäuren, ätherische Öleschmerzlindernd, entzündungshemmendgeeignetgeeignetinnerlich, äußerlich
Teebaumölätherische Ölevergrämend, fungizid, antibakteriell, antimikrobiellnicht geeignetab 3 Jahren geeignetäußerlich

Homöopathische und alternative Behandlung

Wer auf homöopathische Mittel zur Hilfe bei Grasmilben vertraut, der kann spezielle Globuli einsetzen. Diese stellen eine rezeptfreie Alternative zu chemischen Arzneimitteln dar, mit der sich die Symptome natürlich behandeln lassen. Die empfohlene Dosis liegt bei fünf Globuli, die drei bis acht Mal täglich eingenommen werden. Durch die regelmäßige Anwendung soll der Juckreiz gelindert und stark entzündete Haut beruhigt werden.

Diese Globuli werden gegen Juckreiz eingesetzt:

  • Cardiospermum: Ballonpflanze – D12 Globuli
  • Apis mellifica: Honigbiene – D6 Globuli

Bernstein

Das fossile Harz gilt als wirksame Waffe zur Abschreckung von Grasmilben. Es gibt Halsbänder für Hunde, die bei Reibung ätherische Duftstoffe freigeben sollen und dadurch die lästigen Spinnentiere vergrämen. Andere Theorien besagen, dass das Tierfell durch die Reibung elektrisch aufgeladen wird und so die Milben vertreibt. Viele Hundebesitzer schwören auf die Wirkung, obwohl diese nicht bestätigt ist.

Einem Befall Vorbeugen

Verlegen Sie Spaziergänge mit dem Hund auf die frühen Morgenstunden, denn dann sind die Larven weniger aktiv. Um sich und Ihre Kinder zu schützen, sollten lange Kleidung und Schuhe mit einem hohen Schaft getragen werden. Dadurch haben die Larven kaum Möglichkeiten auf die Haut zu krabbeln. Da lange Hosen und Pullis an heißen Sommertagen meist unangenehm sind, sollten Sie weitere vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Kinder: Sprays oder Cremes

Eine gute Maßnahme zur Vorbeugung sind schonende Mittel auf natürlicher Basis, die gegen lästige Insekten wirken. Reiben Sie Beine und Arme Ihres Kindes mit einer hautschonenden Anti-Mückencreme ein. Kinder reagieren oft empfindlich auf ätherische Öle, weswegen die Produkte nicht zu intensiv duften sollten. Es soll auch helfen, alle halbe Stunde mit der flachen Hand über die Haut zu streifen. Da sich die Larven nicht sofort fest beißen, wenn sie auf der Haut landen, können sie durch Abreiben entfernt werden.

Exkurs

Citronella- und Eukalyptusöl

Beide Öle enthalten ätherische Duftstoffe, die abschreckend auf Grasmilben wirken. Durch das Auftragen auf die Haut wird ein vorbeugender Schutz gewährleistet, der bis zu fünf Stunden anhalten kann. Doch bei Kindern sollten die Öle nicht angewendet werden. Es können Atemprobleme und Hautreizungen entstehen.

Doppelseitiges Klebeband

Ein zuverlässiger Krabbelschutz gegen Grasmilben ist weißes Klebeband, das an beiden Seiten Klebflächen besitzt. Kleben Sie sich einen Streifen über den Schuhschaft, sodass dieser vollständig umrundet wird. Wenn die Tiere auf den Schuh gelangen und nach oben krabbeln, kleben sie am Band fest und verenden. Zur Sicherheit können Sie sich auch das Handgelenk mit Klebeband umwickeln. Wenn sich die Kinder im Gras wälzen, stößt diese Vorbeugungsmaßnahme jedoch an ihre Grenzen.

Haustiere: Bierhefe verfüttern

Zahlreiche Tierhalter schwören auf Bierhefe als natürliches Mittel zur Vorbeugung gegen einen Grasmilbenbefall, obwohl die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Verantwortlich für die positive Wirkung sollen die enthaltenen B-Vitamine sein, die sich in der Unterhaut anreichern und den Geruch der Haut verändern. Vom Menschen wird diese Geruchsveränderung nicht wahrgenommen, was wohl zu Zweifeln hinsichtlich der Wirkung führte. Grasmilben sollen den Geruch wahrnehmen, sodass der Wirt unattraktiv wird.

Gut zu wissen:

  • sollte täglich verfüttert werden
  • für Hund, Katze und Pferd geeignet
  • Geschmack erinnert an Käse
  • Hunden und Katzen werden täglich ein Gramm pro zehn Kilogramm Körpergewicht verfüttert

Über das Tier

Hinter dem als Grasmilbe bezeichneten Schädling versteckt sich eine Art der Laufmilben, die den wissenschaftlichen Namen Neotrombicula autumnalis trägt. Sie hat nichts mit der eigentlichen Grasmilbe (Bryobia graminum) zu tun, die sich hauptsächlich von Pflanzensäften ernährt. Die gefürchtete Grasmilbe gehört zu den parasitischen Milben, die es auf tierische und menschliche Wirte abgesehen haben. Ihre Bisse können einen starken Juckreiz in Kombination mit Hautrötungen verursachen.

Weitere Bezeichnungen für die Grasmilbe und ihre Bedeutung:

  • Herbstmilbe: Hinweis auf Saison, in der sie lästig wird
  • Erntemilbe: tritt hauptsächlich während der Ernte auf
  • Heumilbe: früher wurden Landwirte oft beim Heumachen gebissen

Lebensweise

Erwachsene Tiere werden bei günstiger Witterung im April aktiv. Sie besiedeln den Stängelgrund von Gräsern und Moosen, um den Pflanzensaft aus den Leitungsbahnen zu saugen. Wenn starke Regenfälle auftreten, ziehen sich die Laufmilben bis zu einem halben Meter in den Erdboden zurück. Sie bevorzugen trockene Witterung, können aber bei niedriger Luftfeuchtigkeit kaum überleben.

Die Larve lebt auf den Spitzen von Moospolstern und Grashalmen. Sie kann eine Höhe zwischen fünf und 20 Zentimeter erklimmen, um dort auf einen passenden Wirt zu warten. Grasmilbenlarven parasitieren an Lebewesen, dessen Körpertemperatur zwischen 30 und 40 Grad Celsius liegt. Hauptsächlich haben sie es auf Vögel, Nagetiere und Haustiere abgesehen, die sie für mehrere Tage belagern. Vor allem Mäuse werden von den lästigen Plagegeistern befallen.

Auch der Mensch fällt in das Beuteschema der Grasmilben, obwohl er nicht zu den Hauptwirten gehört. Die Milbenlarven halten sich nur für einige Stunden am Mensch auf, um Lymphe und Zellsäfte zu saugen.

Das passiert bei einem Biss:

  • Mundwerkzeuge ritzen Haut an
  • Speichelsekrete, die das Gewebe auflösen, gelangen in die Wunde
  • selten werden Kapillaren verletzt und Blut gesaugt

Entwicklung

Je nach Witterung vermehren sich die Spinnentiere in warmen Jahreszeiten zwischen Frühjahr und Herbst. Sie können von April bis Oktober auftreten, wobei ihre Hochsaison in Europa zwischen Juli und Oktober liegt. Die nicht parasitisch lebenden Weibchen legen ihre Eier auf dem Boden ab, aus denen nach vier Wochen Larven schlüpfen. Die Entwicklung einer Larve zum adulten Tier erfolgt über drei Nymphenstadien.

Nachdem sich die frisch geschlüpften Larven vollgesaugt haben, lassen sie sich vom Wirt fallen und gehen in einen Ruhezustand über, um sich anschließend mehrmals zu häuten. Ausgewachsene Milben überdauern den Winter. Sie schützen sich gegen Frost, indem sie sich 60 bis 90 Zentimeter tief in den Boden zurückziehen. Wenn die Larven spät im Jahr schlüpfen, können auch diese im Substrat überdauern.

Lebenszyklus vom Ei zum adulten Tier

Wie sehen Grasmilben aus?

Die Larven sind mit bloßem Auge nicht erkennbar, denn sie werden maximal bis 0,3 Millimeter groß. Ihr Körper ist am hinteren Ende abgeflacht, orangerot gefärbt und besitzt auf dem Rücken ein breites Schild. Dieses ist fünfeckig geformt und mit Sinneshaaren und gefiederten Borsten besetzt. Die sechsbeinigen Larven besitzen lange Haare, die sie zum Tasten nutzen. Mit zwei Doppelaugen können die Insekten ihre Umgebung wahrnehmen. Sie besitzen kräftige Kieferklauen, die jeweils in einer Kralle enden.

Ausgewachsene Milben erreichen eine Größe von zwei Millimeter. Ihr Körper ist hinter der Schulter stark eingeschnürt und intensiv rot gefärbt. Der Rücken ist dicht mit Borsten besetzt. Anders als die Larven bewegen sich die ausgewachsenen Milben mit acht Beinen fort. Diese sind borstig behaart und besitzen jeweils zwei Krallen, die zum Festhalten dienen.

Wo sich Grasmilben wohlfühlen

Wenn die Spinnentiere an einem Standort Fuß gefasst haben, sind sie nur schwer wieder wegzubekommen. Das gilt allerdings nur für natürliche Lebensräume, die den Herbstmilben trockene und warme Bedingungen bieten.

Natürliches Vorkommen

Der Name Grasmilbe deutet auf ihren Lebensraum hin. Das Spinnentier ist auf der ganzen Welt verbreitet und besiedelt offene Landschaften mit niedriger Vegetation. Dazu gehören neben Wiesen und ackerwirtschaftlichen Nutzflächen auch Gärten, weswegen Gartenbesitzer ebenfalls gebissen werden können. Grasmilben bevorzugen Regionen mit warmen Temperaturen. Im Rheinland und in Teilen von Hessen und Bayern ist die Populationsdichte der Schädlinge sehr hoch.

Garten

Durch Lieferung von frischem Mutterboden können Grasmilben in den Garten eingeschleppt werden. Bevor Sie sich Erde bestellen, sollten Sie sich über die Region informieren. Wählen Sie Quellen, die außerhalb der Hauptverbreitungsgebiete liegen. Grasmilben können auch durch Haus- und Wildtiere oder Vögel in den Garten gelangen.

Grasmücken lieben helle und warme Oberflächen, deswegen krabbeln sie gerne auf weißes Papier.

Wohnung und Haus

Obwohl die Spinnentiere durch Kleidung oder im Fell von Haustieren in die Wohnung gelangen können, müssen Sie sich keine Sorgen über eine Schädlingsausbreitung im Haus machen. Wenn sich die Milben nach dem Saugen fallen lassen und auf dem Boden landen, finden sie keine idealen Lebensbedingungen vor. Sie sterben nach kurzer Zeit ab.

Damit keine Grasmilben ins Haus gelangen:

  • getragene Kleidung heiß waschen
  • Fußböden und Teppiche gründlich absaugen
  • Körper einseifen und abduschen
  • Schuhe säubern

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Temperatur sterben Grasmilben?

Grasmilben haben sich an das Leben auf der Bodenoberfläche angepasst. Sie suchen Bereiche auf, in denen das kleinräumige Klima optimal ist. Die Larven bevorzugen Temperaturen zwischen 16 und 25 Grad Celsius, doch schon bei Temperaturen ab zehn Grad werden die Spinnentiere langsam aktiv. Herrschen über einen längeren Zeitraum Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius, versuchen die Larven zu flüchten. Die mikroskopisch kleinen Lebewesen können allerdings Temperaturen bis 45 Grad überleben, sofern diese nur kurzzeitig andauern.

Sobald die Temperaturen in den einstelligen Bereich sinken, ziehen sich die Lebewesen in den schützenden Boden zurück. Meist friert das Substrat nicht vollständig durch, sodass die Grasmilben den Winter im Ruhezustand überleben.

Wie lange leben Grasmilben?

Über die genaue Lebensdauer der Herbstmilbe gibt es keine eindeutigen Erkenntnisse. Die Larven benötigen mehrere Wochen, bis sie sich zum adulten Tier entwickelt haben. Auch wenn die Spinnentiere überwintern können, ist nicht sicher, ob ein Weibchen auch mehrere Generationen überlebt.

Wie lange überleben Grasmilben in der Wohnung?

Grasmilben und ihre Larven benötigen eine vergleichsweise hohe Luftfeuchtigkeit zum Überleben. Zwischen den Blättern und Grashalmen herrscht durchschnittlich eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70 Prozent. Hier fühlen sich die Larven besonders wohl. Dennoch müssen sie in der Lage sein, kurzzeitige Schwankungen zu überleben. Auf dem Wirt müssen die Spinnentiere erst in die geschützten Bereiche krabbeln, sodass sie einer niedrigeren Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind.

In Wohnungen herrscht normalerweise eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Obwohl Grasmilben im Haus optimale Temperaturen vorfinden, können sie bei einer relativen Luftfeuchte von 50 Prozent nicht länger als zehn bis 20 Stunden überleben.

Überleben Grasmilben im Bett?

Im Bett besteht keine Gefahr der Ansiedlung, da diese Umgebung nicht dem natürlichen Lebensraum entspricht. Anders als Hausstaubmilben sterben die Larven der Herbstmilben nach kurzer Zeit ab und können sich nicht weiter entwickeln. Ausgewachsene Grasmilben gehen nicht auf Wirtssuche und kommen normalerweise nicht in die Wohnung. Sollten sie sich doch dort hin verirren, überleben auch diese nicht lange in der unnatürlichen Umgebung.

Sind Grasmilben vom Tier auf den Menschen übertragbar?

Ein Befall durch Grasmilben ist normalerweise nicht ansteckend. Wenn die Spinnentiere einen passenden Wirt gefunden haben, beißen sie sich an bestimmten Körperregionen fest. Nach dem Vollsaugen lassen sie sich fallen, um in den Ruhezustand überzugehen. Dadurch ist ein erneuter Wirtswechsel vom Haustier auf den Menschen ausgeschlossen. Ein Befall durch die Milbenlarve geschieht nur bei direktem Kontakt zum Milbenherd.

Text: Christine Riel

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