Winterlicher Blütenzauber: Barbarazweige schneiden

Es ist in vielen Gegenden bereits eine sehr alte Tradition, Anfang Dezember Barbarazweige zu schneiden. Inmitten winterlicher Kälte und Dunkelheit wirkt es immer wieder wie ein kleines Wunder, wenn deren Blütenknospen sich in der Vase dann genau bis zum Weihnachtsfest öffnen.

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Barbarazweige blühen zu Weihnachten

Die Legende der Heiligen Barbara

Die Bezeichnung als “Barbarazweige” geht auf die Legende der Heiligen Barbara zurück: Im Kleid der Märtyrerin soll sich auf dem Weg in den Kerker ein Zweig verfangen haben, den sie während ihrer Gefangenschaft mit Wasser versorgte. Genau am Tag ihrer Hinrichtung sollen sich an diesem Zweig Blüten gezeigt haben. Der sogenannte “Barbaratag” zum Gedenken an die Schutzheilige der Bergleute ist jährlich auf den 4. Dezember festgelegt. In praktischer Hinsicht ist dieses Datum für den Schnitt von Barbarazweigen sinnvoll, weil der Zeitraum von etwa drei Wochen bis zum Weihnachtsfest genau passend für den Austrieb der Blüten an den meisten Arten von Barbarazweigen gewählt ist. In ländlichen Gegenden Bayerns wurde der Blütenanzahl der geschnittenen Barbarazweige früher auch Aussagekraft über den landwirtschaftlichen Erfolg im Folgejahr zugeschrieben.

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Geeignete Pflanzensorten für den Schnitt von Barbarazweigen

Traditionell werden für den Schnitt von Barbarazweigen die Zweige des Kirschbaums bevorzugt. Es kommen aber auch eine ganze Reihe weiterer Pflanzenarten für den Schnitt von Barbarazweigen in Betracht. Vermutlich ist auch in Ihrem Garten mindestens eine der folgenden Pflanzenarten zu finden:

Die richtigen Zweige auswählen

Wenn Sie extra für das kleine, winterliche Blütenwunder im Zimmer Zweige von Bäumen und Sträuchern im Garten abschneiden, dann sollten Sie auch bei der Auswahl der Zweige bereits auf ein möglichst dekoratives Ergebnis bedacht sein. Dazu sollte man wissen, dass Sauerkirschen zum Beispiel an einjährigen, langen Zweigen ohne Querverzweigungen blühen. Äpfel und Pflaumen blühen dagegen am zweijährigen Holz, das Sie an den kleinen Seitenzweigen erkennen können. Achten Sie außerdem auf die Anzahl der an den Zweigen schon sichtbaren Blütenknospen: Während Blattknospen bei vielen Pflanzenarten eher spitz aussehen, sind Blütenknospen in der Regel rundlicher und dicker.

So blühen Barbarazweige in der Vase relativ verlässlich auf

Damit die Schnittstellen an den Bäumen und Sträuchern im Garten problemlos verheilen können, werden die Barbarazweige mit einer scharfen Pflanzschere im rechten Winkel abgeschnitten. Damit es in der Vase auch wirklich zum Aufblühen der Blütenknospen kommt, brauchen die Zweige einen Kältereiz. Waren die Temperaturen im betreffenden Jahr noch relativ mild und ohne ausgeprägte Fröste, dann sollten Sie die geschnittenen Barbarazweige für etwa 12 bis 24 Stunden in eine Gefriertruhe legen. Nach einem mehrstündigen Wasserbad in lauwarmem Wasser werden die Zweige dann am unteren Ende schräg angeschnitten, bevor sie in die Vase gestellt werden. Dies verbessert die Fähigkeit zur Wasseraufnahme. Das Wasser in der Vase sollten Sie alle zwei bis drei Tage erneuern, damit Keime und Bakterien keine Chance haben. Außerdem sollten die Barbarazweige trockener Heizungsluft nicht zu unmittelbar ausgesetzt sein, da sie sonst schnell vertrocknen bzw. die Blüten abwerfen können.

Tipps

Die Barbarazweige sollten im Haus zunächst an einem hellen, aber nicht zu warmen Ort wie beispielsweise in einem ungeheizten Wintergarten aufgestellt werden. Die perfekte Blütenpracht lässt sich erleben, wenn die Vase mit den Zweigen erst kurz vor dem Aufblühen der Knospen in die warmen Wohnräume umgestellt wird.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: Dasha Petrenko/Shutterstock

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