Ahorn Steckbrief – Wissenswertes rund um die Gattung Ahorne

Ohne die mannigfaltigen Ahorn-Arten wäre die Welt ein karger Ort. Von Europa bis Amerika, von Asien bis Australien bereichert die Gattung der Ahorne Wälder, Alleen, Parks und Gärten. Grund genug, sich mit dem faszinierenden Kosmopoliten ein wenig näher zu beschäftigen. Dieser Steckbrief vermittelt einen bunten Reigen wissenswerter Details rund um den Ahornbaum.

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Viele Ahornsorten färben sich im Herbst beeindruckend rot

Botanische Systematik und Erscheinungsbild

Für den interessierten Hausgärtner verbergen sich hinter nüchternen Eckdaten, wie Wuchshöhe oder Winterhärte, wichtige Informationen über die Eignung des Ahorns für den Garten. Natürlich dürfen dekorative Aspekte zum Erscheinungsbild nicht fehlen, wie Blattform oder Blütezeit sowie wichtige Kriterien für den Familiengarten, wie mögliche Giftstoffe. Der folgende Steckbrief vermittelt auf einen Blick alle fundamentalen Merkmale der Gattung:

  • Name der Gattung: Ahorne (Acer) mit 150 bis 200 Arten
  • Familie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)
  • Verbreitungsgebiete: Europa, Nord- und Zentralamerika, Asien, Nordafrika bis in die Tropen
  • Sommergrüne Bäume oder Sträucher
  • Wuchshöhen von 80 cm bis 30 m, selten bis 40 m
  • Blattform: handförmig, mehrfach gelappt, selten unpaarig gefiedert
  • Laubfarbe: mittelgrün, unterseits heller, im Herbst gelb-orange bis leuchtend rot
  • Blütezeit in Europa: März/April bis April/Mai mit unscheinbaren, gelb-grünen Blüten
  • Geflügelte Spaltfrüchte im Herbst
  • Giftgehalt: Bergahorn Samen und Sprösslinge tödlich giftig für Pferde und Esel
  • Alter: 200 bis 500 Jahre

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In Europa bestimmen drei heimische Ahorn-Arten und deren Cultivare das Bild. Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Spitzahorn (Acer platanoides) und Feldahorn (Acer campestre) haben sich seit der letzten Eiszeit im hiesigen Klima behauptet sind verfügen über eine zuverlässige Frosthärte. Aus Asien eingewanderter Schlitzahorn (Acer palmatum) ist immerhin noch winterhart genug, um sich mit kompaktem Wachstum und prächtigen Sorten in europäischen Gärten in Szene zu setzen.

Geniale Vermehrungsstrategie – Früchte mit Spaßfaktor

Der Ahornbaum bedient sich einer ausgeklügelten Vermehrungsstrategie, die zugleich seinen Beliebtheitsgrad unter Kindern erhöht. Damit die Früchte einen möglichst großen Radius abdecken, sind sie ausgestattet mit zwei Flügeln. Diese stehen im spitzen oder stumpfen Winkel von den Nussfrüchten ab. Diese aerodynamische Form bewirkt einerseits einen weiträumigen Transport mit dem Wind und andererseits eine sehenswerte Autorotation beim Sinkflug, die an kleine Hubschrauber erinnert.

Bevor die reifen Früchte samt Flügel in zwei Hälften zerfallen, dienen sie Kindern als lustige Nasenzwicker. Schon ein einziger Ahornbaum genügt, um eine 10.000 m² große Fläche mit Nachkömmlingen zu verjüngen. Findige Hausgärtner ernten die Samen, um sie für die gezielte Vermehrung zu verwenden.

Schmuckstück für Garten und Balkon – Tipps zu Verwendungsmöglichkeiten

Die Gattung Ahorne beschert uns eine abwechslungsreiche Melange prächtiger Arten und Sorten für die kreative Gartengestaltung. Einen Auszug ideenreicher Verwendungsmöglichkeiten haben wir im Folgenden für Sie zusammengetragen:

  • Majestätischer Blickfang für den weitläufigen Park und großen Garten: Bergahorn und Spitzahorn
  • Eleganter Hausbaum für den Vorgarten: Kugelahorn Globosum oder Kugelfeldahorn Nanum
  • Dekorative Sicht- und Windschutzhecke: Feldahorn (Maßholder) oder Zier-Feldahorn Red Shine
  • Attraktive Kübelpflanze: Asiatischer Schlitzahorn mit furiosen Sorten, wie dem dunkelroten ‚Dissectum Garnet‘

Nahezu alle Mitglieder der Gattung eignen sich für die Kultivierung zum Bonsai. So hat Bergahorn das Potenzial zum eindrucksvollen Outdoor-Bonsai für Beet und Balkon. Schnittverträglicher Feldahorn verzeiht dem Einsteiger in die Bonsai-Kunst so manchen Anfängerfehler. Japanischer Fächerahorn ist dank feiner Verzweigung, filigraner Blätter und leuchtender Blattfarben prädestiniert zum Bonsai für drinnen und draußen.

Ökologisch wertvoll – Ahorn ist mehr, als hübsche Kulisse

Den Ahorn auf seine dekorative Funktion zu beschränken, wird seiner Bedeutung für die Natur nicht gerecht. Die interessante Gattung leistet in vielerlei Hinsicht einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht:

  • Die gelbgrünen bis rötlichen Blüten dienen als vielumschwärmte Bienen- und Schmetterlingsweide
  • Oberflächennahe Wurzeln lockern das Erdreich gründlich auf
  • Herbstlaub zersetzt sich schnell zu gehaltvollem Humus

Strauchartig wachsende Ahorn-Arten, wie Feldahorn, versammeln sich zu dichten Hecken, die lange ihr Laub tragen. Das wissen Vögel, Insekten und Kleintiere zu nutzen, um hier zu brüten oder Schutz vor Fressfeinden und winterlicher Kälte zu suchen.

Ahornsirup – süße Verlockung

In Nordamerika und Kanada ist Ahornsirup ein fester Bestandteil der Küche. In Europa erfreut sich der zuckersüße, klebrige Saft zunehmender Beliebtheit bei Groß und Klein, um ihn mit kleinen Pfannkuchen, Muffins, Eiscreme oder in Getränken zu genießen. Gewonnen wird die süße Verlockung aus dem Kanadischen Ahorn, auch Zucker-Ahorn genannt. Zu diesem Zweck wird der Stamm angebohrt und der ausfließende Saft aufgefangen.

Hauptlieferant für Ahornsirup ist Kanada mit mehr als 80 Prozent der Weltproduktion. Ahornbäume sind für dieses Land so wichtig, dass ein rotes Ahornblatt die Nationalflagge ziert.

Tipp

Einer der markantesten Ahornbäume Deutschlands ist in Hamburg zu besichtigen. Der Bergahorn im Hirschpark ist 200 bis 220 Jahre alt und rund 25 Meter hoch. Mit einer Kronenbreite von satten 36 Metern übertrifft der Gigant das durchschnittliche Volumen um mehr als das Doppelte. Der mächtige Stamm ist reich verzweigt und erzielte bei der letzten Messung in 2012 einen Umfang von beeindruckenden 6,39 Metern.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: leungchopan/Shutterstock

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