Ahorn Setzlinge selber ziehen – So gelingt es

Im Rahmen der vegetativen Vermehrung von Ahornbäumen beklagen Hausgärtner die widerspenstige Bewurzelung und hohe Ausfallquote von Setzlingen. Diese Anleitung erklärt, wie Sie diese gärtnerischen Klippen gekonnt umschiffen. So ziehen Sie Ahorn-Ableger richtig.

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Ahornableger werden am besten im Frühsommer geschnitten

Ableger schneiden und vorbereiten – so machen Sie es richtig

Im Frühsommer ist die beste Zeit, um einen Ahorn durch Ableger zu vermehren. Nehmen Sie eine scharfe, desinfizierte Schere und schneiden eine möglichst große Anzahl an 10 bis 15 cm langen Triebspitzen ab. Den Schnitt setzen Sie knapp unterhalb eines Blattknotens an. So bereiten Sie die Stecklinge fachgerecht vor:

  • Jeden Ableger in der unteren Hälfte entlauben
  • Am Triebende gegenüber des Blattknotens einen 2 cm langen Verwundungsschnitt durchführen
  • Stecklinge tunken in Bewurzelungspulver (z. B. Clonex) und 10 Minuten ruhen lassen

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Für jeden Steckling bereiten Sie einen gesonderten Anzuchttopf vor. Als Substrat eignen sich handelsübliche Anzuchterde, Kokoshum oder ein Mix aus Sand und Blumenerde. Als besondere Motivation für eine zügige Bewurzelung, füllen Sie vorab eine dünne Schicht Kompost ein. Ein Ableger wird lediglich in die magere Erde gesteckt, damit sich die Wurzeln darum bemühen, an das Nährstoffbuffet auf dem Topfboden zu gelangen.

Gespannte Luft fördert die Bewurzelung – so funktioniert es

Im Anschluss an die Vorbereitung rückt eine weitere Maßnahme in den Fokus, um widerspenstige Ahorn-Ableger für das Wurzelwachstum zu begeistern. Ein Mikroklima aus gespannter Luft lässt die Wurzeln sprießen. So geht es:

  • Über jeden Anzuchttopf eine Plastiktüte stülpen
  • Als Abstandhalter fungieren zwei bis drei Holzstäbchen
  • Wichtig: Kein Kontakt zwischen Plastik und Ableger
  • Tüten zusammenbinden, damit ein feucht-warmes Klima entsteht

Komfortabler und erfolgversprechender erzeugen Sie gespannte Luft in einem Zimmergewächshaus oder einer großen Schale mit transparentem Deckel. Wichtig zu beachten ist, dass Sie die Abdeckung täglich lüften, damit sich weder Schimmel noch Fäulnis bilden können. Bei dieser Gelegenheit prüfen Sie bitte den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats, um bei angetrockneter Oberfläche zu gießen.

Tipps

Setzlinge asiatischer Ahorn-Arten fühlen sich in leicht saurer Erde besser aufgehoben. Im Gegensatz zu den europäischen Artgenossen favorisieren Schlitzahorn und Japanischer Fächerahorn einen pH-Wert von 5,0 bis 6,5. Geben Sie daher dem Substrat bei Anzucht und Pflanzung ein wenig Rhododendron- oder Azaleenerde hinzu.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Anest/Shutterstock

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