Japanischer Fächerahorn – Vermehrung über Stecklinge ist möglich

Insbesondere Roter Fächerahorn gilt als nur sehr schwer vegetativ zu vermehren. Aus diesem Grund - sowie aufgrund der Tatsache, dass die Stecklingsvermehrung beim Fächerahorn sehr viel Zeit in Anspruch nimmt - wird der Exot in Baumschulen hauptsächlich durch Veredelung vervielfältigt. Mit einigen Tricks gelingt jedoch auch Ihnen zu Hause die Vermehrung über Stecklinge - nur gewusst wie!

Fächerahorn vermehren
Stecklinge sollten im späten Frühjahr geschnitten werden

Fächerahorn über Stecklinge vermehren

Wie das bei Pflanzen so ist, lässt sich nicht jede Sorte des Fächerahorns gleichermaßen gut über Stecklinge vermehren. Bei manchen Sorten funktioniert die Technik sehr gut (beispielsweise ‚Bloodgood‘ sowie diverse ‚Dissectum‘-Varianten wie ‚Garnet‘ oder ‚Ornatum‘), bei anderen wiederum überhaupt nicht. Und so gehen Sie dabei vor:

  • Schneiden Sie zwischen Ende Mai und Ende Juni einige geeignete Triebe ab.
  • Diese sollten nicht mehr ganz weich, aber auch noch nicht verholzt sein.
  • Außerdem sollten Sie mehrere Blattpaare aufweisen.
  • Die Schnittfläche an der zu bewurzelnden Stelle sollte möglichst schräg gehalten werden.
  • Entfernen Sie das unterste Blattpaar, wobei Sie das Stielende als Stummel stehen lassen.
  • Halbieren oder dritteln Sie größere Blätter, um die Verdunstung möglichst gering zu halten.
  • Tauchen Sie das Stecklingsende in ein Bewurzelungspulver.
  • Alternativ können Sie auch Weidenwasser verwenden.
  • Pflanzen Sie die Stecklinge nun in vorbereitete Pflanztöpfchen.
  • Ideal sind mit feinem, gewaschenem Lavagranulat (24,95€ bei Amazon*) gefüllte Jiffy-Pots.
  • Dieses Lavagranulat muss unbedingt salzfrei sein!
  • Das Granulat wird stets schön feucht gehalten.
  • Die Pflanztöpfchen werden in ein Zimmergewächshaus gestellt
  • und zwar an einen hellen und möglichst warmen Ort.
  • Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist von Vorteil.
  • Dabei das tägliche Lüften nicht vergessen!
  • Direkte Sonne sollte jedoch vermieden werden.

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Nun heißt es, sich in Geduld zu üben – es kann durchaus einige Wochen bis Monate dauern, bis sich die ersten feinen Wurzeln zeigen. Die jungen Fächerahorne sollten zunächst frostfrei und keinesfalls im Freien überwintert werden.

So stellen Sie Weidenwasser her

Selbst hergestelltes Weidenwasser hat sich als prima Bewurzelungsmittel entpuppt und hilft vor allem schwierigen Kandidaten, die gewünschten Wurzeln doch noch zu entwickeln. Die Stecklinge werden vor dem Einpflanzen einige Stunden in ein Gefäß mit dem abgekühlten Gebräu gestellt und können auch, einmal eingepflanzt, damit gegossen werden.

  • Nehmen Sie junge Weidenruten und schneiden Sie diese in möglichst kleine Stücke.
  • Übergießen Sie sie mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser.
  • Dabei gilt als ideales Mischungsverhältnis etwa 150 Gramm Weide auf 500 Milliliter Wasser.
  • Lassen Sie die Weide mindestens einen Tag lang ziehen
  • und gießen Sie den Sud anschließend ab.
  • Das Weidenwasser hält sich – kühl und dunkel gelagert – bis zu zwei Wochen.

Tipps

Bei Bonsaikünstlern hat sich zudem die Praktik des Abmoosens bewährt, die allerdings recht viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Text: Ines Jachomowski

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