Japanischer Ahorn

Japanischer Ahorn: Giftig oder harmlos für Mensch und Tier?

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Der japanische Ahorn ist ein beliebter Zierbaum, der für seine Schönheit und Eleganz geschätzt wird. Doch für Pferdebesitzer birgt er eine ernstzunehmende Gefahr, da bestimmte Arten eine für Pferde tödliche Substanz enthalten. Dieser Artikel beleuchtet die Giftigkeit des japanischen Ahorns für Pferde und andere Haustiere, gibt Tipps zur Vorbeugung und erläutert die notwendigen Maßnahmen im Falle einer Vergiftung.

Japanischer Ahorn essbar
In Japan werden die Blätter des ungiftigen Japanischen Ahorns sogar roh verzehrt

Giftigkeit für Pferde

Der japanische Ahorn ist zwar für Menschen und die meisten Haustiere unbedenklich, stellt jedoch für Pferde eine ernstzunehmende Gefahr dar. Insbesondere der Bergahorn und der Eschenahorn enthalten Hypoglycin A, eine Substanz, die bei Pferden die atypische Weidemyopathie auslösen kann. Diese schwerwiegende Muskelerkrankung verläuft in vielen Fällen tödlich. Zu den Symptomen zählen starkes Schwitzen, Bewegungsstörungen bis hin zur Bewegungsunfähigkeit sowie kolikartige Beschwerden. Bereits geringe Mengen der giftigen Samen oder herabgefallene Blätter können zu Vergiftungen führen.

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Besondere Vorsicht ist im Herbst geboten, wenn Samen und Blätter zu Boden fallen. Pferdebesitzer sollten in dieser Zeit die Umgebung ihrer Tiere besonders aufmerksam kontrollieren. Bei ersten Krankheitsanzeichen ist umgehend ein Tierarzt zu kontaktieren.

Giftigkeit für andere Haustiere

Giftigkeit für andere Haustiere

Haustiere sollten nur unter Beaufsichtigung in der Nähe von Japanischem Ahorn bleiben

Verschiedenen Quellen zufolge gilt der japanische Ahorn für Haustiere wie Hunde, Katzen und Kleintiere als ungiftig. Dennoch sollten Haustierbesitzer einige Punkte beachten:

  • Neugierde und Knabbertrieb: Haustiere könnten versuchen, an den Pflanzen zu knabbern, was bei übermäßigem Verzehr zu Magen-Darm-Problemen führen kann.
  • Keine bekannte Giftwirkung: Der japanische Ahorn wird als sicher für Haustiere eingestuft.
  • Beaufsichtigung ist wichtig: Behalten Sie Ihre Haustiere im Auge, insbesondere wenn sie dazu neigen, an Zimmer- oder Gartenpflanzen zu knabbern.

Verwechslungsgefahr mit Rotahorn

Verwechslungsgefahr mit Rotahorn

Der Japanische Ahorn hat deutlich filigranere Blätter als der Rotahorn

Der japanische Ahorn begeistert mit seiner Farben- und Formenvielfalt und wird oft wegen seiner attraktiven roten Blätter geschätzt. Allerdings ist es wichtig, ihn nicht mit dem Rotahorn (Acer rubrum) zu verwechseln. Beide Arten können eine auffällige rote Blattfärbung aufweisen, doch der Rotahorn ist bekannt dafür, Wirt für einen bestimmten giftigen Pilz auf seiner Rinde zu sein. Dieser Pilz stellt ein gesundheitliches Risiko für Mensch und Tier dar und kommt beim japanischen Ahorn nicht vor.

  • Gemeinsamkeit rote Blattfärbung: Sowohl der japanische Ahorn als auch der Rotahorn können rote Blätter haben, gehören jedoch unterschiedlichen Arten mit spezifischen Eigenschaften an.
  • Giftiger Pilz nur am Rotahorn: Der gefährliche Pilzbefall betrifft ausschließlich den Rotahorn, nicht den japanischen Ahorn.
  • Sichere Identifizierung: Beim Pflanzen oder Identifizieren von Ahornarten ist es wichtig, die Art korrekt zu bestimmen, um gesundheitliche Risiken durch den Pilzbewuchs am Rotahorn zu vermeiden.

Symptome einer Vergiftung bei Pferden

Symptome einer Vergiftung bei Pferden

Die ersten Symptome treten meist ein bis zwei Tage nach Verzehr auf

Die atypische Weidemyopathie des Pferdes, ausgelöst durch den Verzehr bestimmter Ahornarten wie dem Bergahorn, äußert sich in verschiedenen alarmierenden Symptomen. Hier sind die häufigsten Anzeichen, die bei betroffenen Pferden beobachtet werden können:

  • Steifer Gang und Muskelschwäche: Die Pferde bewegen sich steif und zeigen eine auffällige Muskelschwäche, die ihre Bewegungsfähigkeit deutlich einschränkt.
  • Generelle Schwäche: Eine allgemeine Schwäche ist häufig vorhanden und verstärkt die Mobilitätsprobleme der Tiere.
  • Verstärktes Schwitzen: Selbst bei geringer Anstrengung kommt es zu übermäßiger Schweißbildung.
  • Erhöhte Herz- und Atemfrequenz: Sowohl die Herzfrequenz als auch die Atemfrequenz sind merklich erhöht.
  • Depression: Apathie und mangelnde Reaktionsfähigkeit sind typische Verhaltensänderungen.
  • Schluckbeschwerden: Schwierigkeiten beim Schlucken können als Symptom auftreten.
  • Dunkler Urin: Der Urin der Tiere kann eine dunkle, oft rötlich-braune Färbung annehmen, was auf eine Nierenbeteiligung hindeutet.
  • Kolikartige Anzeichen und Festliegen: Bauchschmerzen, die sich in Koliken äußern, können vorkommen. In schweren Fällen können die Pferde nicht mehr aufstehen.

Diese Symptome treten typischerweise ein bis zwei Tage nach der Aufnahme der giftigen Bestandteile auf. Bei ersten Anzeichen einer Erkrankung ist es entscheidend, sofort einen Tierarzt zu kontaktieren und betroffene Tiere umgehend von der Weide zu entfernen.

Maßnahmen bei Verdacht auf Vergiftung

Maßnahmen bei Verdacht auf Vergiftung

Eine schnelle Reaktion kann das Leben vergifteter Tiere retten

Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch den Verzehr bestimmter Ahornarten ist schnelles Handeln entscheidend. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, welche Maßnahmen zu ergreifen sind:

  1. Tierarzt kontaktieren: Rufen Sie sofort einen Tierarzt an, um eine schnelle medizinische Versorgung zu gewährleisten.
  2. Betroffene Tiere beobachten: Beobachten Sie die Tiere genau und achten Sie auf Symptome wie Schwäche, Bewegungsstörungen, erhöhte Herz- und Atemfrequenz sowie mögliche kolikartige Zustände.
  3. Tiere von der Ahornquelle entfernen: Um eine weitere Aufnahme von Giftstoffen zu verhindern, sollten die Tiere sofort von der Weide oder dem Bereich entfernt werden, in dem der Verdacht auf Vergiftung besteht.
  4. Symptome dokumentieren: Eine detaillierte Beschreibung der Symptome und des beobachteten Verhaltens der Tiere kann dem Tierarzt bei der Diagnosestellung helfen.
  5. Vorbereitung auf den Tierarztbesuch: Halten Sie Informationen wie die Menge der aufgenommenen Pflanzenteile (wenn bekannt) und den Zeitpunkt der Aufnahme bereit. Es kann auch hilfreich sein, Proben der Ahornblätter oder -samen mitzubringen, falls Ihr Tierarzt diese analysieren möchte.

Ein proaktives Vorgehen bei Verdachtsfällen kann die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und Genesung der Tiere deutlich erhöhen.

Vorbeugung

Vorbeugung

Herabgefallene Ahornblätter sollten regelmäßig von Pferdeweiden entfernt werden

Um die Gesundheit von Pferden zu schützen, empfehlen sich folgende vorbeugende Maßnahmen:

  • Sorgfältige Standortwahl: Der japanische Ahorn sollte nicht in der Nähe von Pferdeweiden oder Bereichen gepflanzt werden, zu denen Pferde Zugang haben könnten.
  • Regelmäßige Kontrolle und Säuberung der Weideflächen: Entfernen Sie herabgefallene Blätter und Samen des japanischen Ahorns von Pferdeweiden, um das Risiko einer Aufnahme zu minimieren.
  • Management der Weidezugänge: Insbesondere während der Herbstmonate, wenn das Laub vermehrt fällt, sollten Pferde nicht auf Bereichen weiden, auf denen sich japanische Ahorne befinden.
  • Bereitstellung ausreichender und sicherer Futteralternativen: Eine ausreichende Versorgung mit sicherem Futter verhindert, dass Pferde aus Hunger potenziell giftige Pflanzen fressen.
Bilder: caycebilly / iStockphoto