Salbei schneiden

Salbei richtig schneiden – Infos zu Schnitt, Termin, Ernte

Als immergrüner Halbstrauch gibt sich Salbei ein wenig heikel in Bezug auf das richtige Verschneiden. Informieren Sie sich hier über die fachgerechte Schnittführung, die besten Termine und die perfekte Kombination aus zurückschneiden und ernten.

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Darum ist Beschneiden von Salbei ein wenig brenzlig

Als Halbstrauch zählt Salbei weder zu den krautigen Stauden noch zu den komplett verholzten Sträuchern. Vielmehr bewegt sich die mediterrane Kräuterpflanze genau in der Mitte. Dieser Umstand gestaltet jedes Verschneiden zu einer Gratwanderung. Es muss bekannt sein, welche Pflanzenteile bis wohin Sie zurückschneiden dürfen. Die Einzelheiten:

  • die Pflanze verholzt im unteren Teil
  • die Triebe der aktuellen Saison verholzen nur wenig
  • im oberen Teil gedeihen sie krautig mit Blüten
  • im harten Winter stirbt der diesjährige krautige Zuwachs ab
  • in milden Regionen bleibt die Blättertracht erhalten
  • aus den verholzten, überwinterten Zweigen treibt Salbei im Frühjahr neu aus

Sie haben es bei einem Halbstrauch somit stets mit verholzten und krautigen Trieben zu tun. Beschneiden Sie ein Exemplar zu tief, lässt sich nur selten ein frischer Neutrieb blicken. Verschneiden Sie zu wenig, schießt der wüchsige Gartensalbei in die Höhe und verholzt unermüdlich. Über eine nennenswerte Ernte werden Sie sich dann nicht mehr freuen können. Die folgende Anleitung zeigt, wie Sie es richtig machen.

Die vorbildliche Schnittführung geht so

Von frühester Jugend an stellt das sachgemäße Verschneiden einen zentralen Aspekt in der Pflege dar. Es unterliegt Ihrer individuellen Entscheidung, ob Sie die Ernte damit kombinieren oder als gesonderte Maßnahmen behandeln. So beschneiden Sie Salbei mit Sachverstand:

  • an jungem Salbei vom Start weg wiederholt die Triebspitzen abknipsen (pinzieren)
  • so wird der Austrieb zum krautigen Verzweigen animiert, anstatt zu verholzen
  • im weiteren Verlauf des Wachstums stets ganze Zweige zurückschneiden
  • möglichst nicht in den verholzten Teil schneiden

Permanentes Beschneiden verkraftet Salbei sehr viel besser, als einen radikalen Rückschnitt. Die empfohlene Konstanz leistet zudem einen wesentlichen Beitrag, den Grad der Verholzung auf niedrigstem Niveau zu halten.

Die wichtigsten Schnitt-Termine im Überblick

Als Fixpunkte im zeitlichen Rahmen für das vorbildliche Verschneiden von Salbei, gelten die Monate Mai und August. Für den mediterranen Lippenblütler beginnt spätestens nach den Eisheiligen die Vegetationsperiode. Ab Mitte August sollte von jeglichem Beschneiden Abstand genommen werden, da die verbliebenen Zweige dem Winterschutz dienen. So gestaltet sich der terminliche Ablauf dazwischen:

  • ab Mitte Mai Jungpflanzen regelmäßig pinzieren
  • ab Ende Mai laufend den krautigen Austrieb zurückschneiden
  • im Juni/Juli wahlweise alle Blütenstände oder einen Teil kappen
  • Mitte August zum letzten Mal für die diesjährige Saison beschneiden

Die Blütenstängel sollten Sie nur dann zurückschneiden, wenn keine unkontrollierte Vermehrung durch Aussamung gewünscht wird. Andernfalls darf der Salbei blühen und seine Samen im Garten verteilen. Im Rahmen des letzten Schnitts im August sollten die verwelkten Blütenstände abgeschnitten werden, weil sie die Pflanze während des Winters unnötig Kraft kosten.

So gehen Rückschnitt und Ernte Hand in Hand

Mit dem Schnittgut halten Sie nach jedem Verschneiden eine reiche Ernte in Händen. Diese können Sie nach Wunsch verarbeiten. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie zusätzlich zum regelmäßigen Zurückschneiden bei Bedarf aromatischen Salbei für die Küche tagesfrisch ernten. Die effizienteste Methode verbindet Ernte und Rückschnitt. So gehen Sie dabei vor:

  • verlangt der Küchenchef nach frischem Salbei, wird die benötigte Menge geerntet
  • in den Morgenstunden, kurz vor Mittag, ist die beste Zeit
  • jedes Mal zusätzlich einige Zweige verschneiden bis knapp vor der Verholzung
  • den Ernteüberschuss bündeln und trocknen

Alternativ ernten Sie Salbei auf Vorrat. Hierzu empfiehlt sich ein Termin kurz vor der Blüte, weil sich der Aromagehalt in seinem Zenit befindet. Am Nachmittag des Vortages brausen Sie die Pflanze ab, um sie am nächsten Vormittag zu beschneiden.

Sonderfall Hauptschnitt im Spätwinter

Da Salbei mehrjährig gedeiht, steht ab dem zweiten Jahr ein weiterer Rückschnitt auf dem Programm. Neigt sich der Winter dem Ende zu, präsentiert sich der Halbstrauch mit verwelktem oder erfrorenem Laub. Um Platz zu schaffen für den frischen Austrieb, sollten Sie daher im Spätwinter bzw. zeitigen Frühjahr die Kräuterpflanze zurückschneiden. So machen Sie es richtig:

  • am gewählten Termin herrscht frostfreie, bedeckte, trockene Witterung
  • das Schneidwerkzeug ist frisch geschärft und desinfiziert
  • das gesamte Laub sorgfältig herausschneiden
  • erfrorene Triebspitzen bis ans Holz zurückschneiden

Darüber hinaus sollten 2 oder 3 der ältesten Zweige an der Basis gekappt werden. Bei voluminösen Salbei-Sträuchern gerne auch mehr Äste, um die Pflanze nachhaltig zu verjüngen.

Tipps & Tricks

Im zweiten und dritten Standjahr liefert Salbei eine Ernte in Premiumqualität. Ab dem vierten Jahr baut der Aromagehalt hingegen deutlich ab. Als ideale Fruchtfolge im Kleingarten gilt daher ein Vier-Jahres-Rhythmus. Da Salbei mit sich selbst verträglich ist, kann der bewährte Standort für die nächste Pflanzengeneration beibehalten werden.

GTH

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