Salbei vermehren – eine praxistaugliche Anleitung

Salbei punktet mit einem bunten Reigen an Verwendungsmöglichkeiten als Küchenkraut, Heil-, Duft- und Zierpflanze. Dieses Spektrum ist von einem einzigen Exemplar nicht abzudecken. Wie gut, dass der mediterrane Alleskönner so einfach zu vermehren ist.

Salbei vermehren
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So gelingt die Stecklingsvermehrung im Handumdrehen

Als immergrüner Halbstrauch ist Salbei prädestiniert für die Vermehrung mittels Stecklingen. Steht die Pflanze im Sommer voll im Saft, ist dies die beste Zeit. So machen Sie es richtig:

  • Ab Juli Kopfstecklinge abschneiden mit einer Länge von 6-10 Zentimetern
  • Die unteren Blätter entfernen, sodass 2 Blattpaare stehen bleiben
  • Anzuchttöpfe mit einem Kräutererde-Sand-Gemisch füllen und anfeuchten
  • Jeweils einen Steckling so tief einsetzen, dass die Blattpaare zu sehen sind

Stellen Sie Ihre Zöglinge in ein Zimmergewächshaus oder stülpen ihnen eine transparente Haube über. Innerhalb von 2-3 Wochen ist die Bewurzelung soweit fortgeschritten, dass der junge Salbei ins Beet oder den Topf ausgepflanzt werden kann. Wichtig zu beachten ist, dass das Substrat zu keinem Zeitpunkt austrocknen darf.

Salbei vermehren durch Absenker – so klappt es

Im Frühsommer wählen Sie einen gesunden, vitalen und nicht verholzten Trieb aus. Diesen ziehen Sie zu Boden und markieren die Berührungsstelle. Dort wird eine kleine Furche angelegt und der Absenker mit Erde und gegebenenfalls einem Stein bedeckt. Die Triebspitze schaut aus der Erde hervor und wird an einem Holzstäbchen angebunden. In diesen Schritten geht es weiter:

  • Die Mutterpflanze versorgt den Absenker, während er bewurzelt
  • Das Erdreich konstant feucht halten, ohne Staunässe zu verursachen
  • Treibt die Spitze neu aus, hat sich ein eigenständiges Wurzelsystem gebildet

Das Wachstum neuer Wurzeln wird beschleunigt, wenn Sie den Trieb mit einer Rasierklinge ein wenig anritzen und erst dann eingraben. Am Ende kann die Verbindung von Mutterpflanze und Ableger mit einem scharfen Messerschnitt getrennt werden. Am neuen Standort eingepflanzt, entwickelt sich noch im gleichen Jahr ein vitaler junger Salbei.

So gelingt die Nachzucht durch Aussaat

Um den Unwägbarkeiten einer Direktaussaat aus dem Weg zu gehen, empfehlen wir die Aussaat von Salbei auf der Fensterbank. Das hat den Vorteil, dass die vorgezogenen Jungpflanzen mit einem stabilen Wachstumsvorsprung in die Saison starten. So machen Sie es richtig:

  • Ende März Anzuchttöpfe füllen mit Torf-Sand oder abgemagerter Kräutererde
  • In jeden Topf 1-2 Salbeisamen etwa 1 Zentimeter tief ins Substrat drücken
  • Mit Wasser besprühen und ins beheizbare Minigewächshaus stellen

Bei 18 bis 22 Grad Celsius dürfen Sie sich innerhalb von 7 bis 21 Tagen über die ersten Keimlinge freuen. Halten Sie während dieser Zeit das Substrat leicht feucht. Mitte Mai pflanzen Sie den jungen Salbei ins Beet in einem Abstand von 30-40 Zentimetern.

Tipps & Tricks

Können Sie von dem herrlichen Salbei-Duft einfach nicht genug bekommen? Dann verräuchern Sie die getrockneten Blätter doch einmal im Stövchen oder in einer Feuerschale. Hat sich die lodernde Flamme in eine leuchtende Glut verwandelt, legen Sie das Räuchergut auf.

GTH

Text: Paula Jansen

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