Rindenmulch

Rindenmulch im Garten: Welche Nachteile gibt es zu beachten?

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Rindenmulch bietet zwar Vorteile für den Garten, hat aber auch einige Nachteile. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen negativen Auswirkungen von Rindenmulch und zeigt, für welche Pflanzen und Standorte er ungeeignet ist.

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Rindenmulch hat auch seine Nachteile

Stickstoffbindung und Nährstoffmangel

Ein wesentlicher Nachteil von Rindenmulch ist seine Eigenschaft, bei der Zersetzung im Boden Stickstoff zu binden. Mikroorganismen, die den Mulch zersetzen, benötigen Stickstoff für ihren Stoffwechsel. Dadurch steht den Pflanzen vorübergehend weniger Stickstoff zur Verfügung, was zu Wachstumsstörungen und Nährstoffmangel führen kann. Besonders betroffen sind frisch gepflanzte Stauden oder Pflanzen mit hohem Stickstoffbedarf. Zur Vorbeugung von Stickstoffmangel sollte vor dem Ausbringen des Rindenmulchs eine Ausgleichsdüngung mit Hornspänen erfolgen, um die Nährstoffversorgung der Pflanzen sicherzustellen.

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Bodenversauerung

Rindenmulch kann den pH-Wert des Bodens senken und zur Bodenversauerung führen. Diese entsteht durch die Gerbsäuren, die während der Zersetzung der Rinde freigesetzt werden. Für Pflanzen, die saure Böden bevorzugen, wie Rhododendren, Hortensien oder Heidelbeeren, ist dies unproblematisch. Andere Pflanzenarten können jedoch empfindlich auf saure Böden reagieren und unter Chlorose (Gelbfärbung der Blätter) oder anderen Mangelerscheinungen leiden. Es kann notwendig sein, den Boden regelmäßig zu kalken, um den pH-Wert zu neutralisieren und die Nährstoffverfügbarkeit zu verbessern.

Ungeeignet für trockene Standorte

Rindenmulch hält den Boden länger feucht, was für Pflanzen, die trockene Standorte bevorzugen, problematisch ist. Viele dieser Pflanzen gedeihen auf gut durchlässigen Böden und benötigen eine Umgebung, in der Wasser schnell abfließen kann. Pflanzenarten wie Ziergräser, Wolfsmilchgewächse, Fetthenne (Sedum), Lavendel, Katzenminze, Mannstreu, Schafgarbe, Spanisches Gänseblümchen, Spornblume, Alant, Mädchenauge, Duftnessel, Salbei, Rittersporn, Prachtkerze, Sonnenbraut und Lupine vertragen Rindenmulch schlecht. Für trockene Standorte und sonnenliebende Pflanzen sind mineralische Mulchmaterialien wie Kies oder Splitt besser geeignet, da sie eine gute Drainage gewährleisten und die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit reduzieren.

Nicht für alle Pflanzenarten geeignet

Rindenmulch ist nicht für alle Pflanzenarten gleichermaßen geeignet. Insbesondere empfindliche Pflanzenarten und Jungpflanzen können durch die enthaltenen Gerbstoffe geschädigt werden. Jungpflanzen mit wenig entwickelten Wurzeln sind besonders anfällig für Wachstumsstörungen, die durch Gerbstoffe und Stickstoffentzug verursacht werden können. Auch Pflanzen, die alkalische Böden bevorzugen, sollten nicht mit Rindenmulch abgedeckt werden, da dieser den pH-Wert des Bodens senkt und die Bodenversauerung fördern kann. Vor der Verwendung von Rindenmulch ist es daher wichtig, die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenarten zu kennen und gegebenenfalls auf alternative Mulchmaterialien zurückzugreifen.

Umweltauswirkungen

Rindenmulch, insbesondere Pinienrinde, wird oft aus dem Ausland importiert. Dies führt zu negativen Umweltauswirkungen durch lange Transportwege und den damit verbundenen CO2-Ausstoß. Auch in den Ursprungsländern kann die Gewinnung von Rinde ökologische Probleme verursachen, insbesondere wenn es an nachhaltiger Forstwirtschaft mangelt. Regionaler Rindenmulch oder solcher aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind daher vorzuziehen. Zudem gibt es einige Vorteile von Rindenmulch, die sich positiv auf die Umwelt auswirken können. Dazu gehören Unkrautunterdrückung, was den Einsatz chemischer Unkrautvernichtungsmittel reduziert, Verbesserung der Bodenfeuchtigkeit, was zu einer effizienteren Wasserbewirtschaftung führt, und Schutz vor Bodenerosion. Trotz dieser Vorteile bleibt die Herkunft des Mulchs ein wichtiger Faktor für die Umweltbilanz.

Bilder: gibleho / Shutterstock