Welche Nachteile hat Rindenmulch?

Obwohl das Abdecken von Gartenwegen und Böden viele Vorteile bietet, sind ökologische Gärtner skeptisch. Die Gründe hierfür liegen in den negativen Auswirkungen, die Rindenmulch auf Flora und Fauna hat. Diese bringen den Lebensraum aus dem Gleichgewicht.

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Rindenmulch hat auch seine Nachteile

Stickstoffentzug

Die Bodenfauna sorgt dafür, dass die Rindenstücke im Laufe der Jahre zu Humus zersetzt werden. Für ihre Aktivität benötigen die Mikroorganismen große Mengen an Stickstoff, welche sie dem Boden entziehen. Daher kommt es nicht selten zu Mangelerscheinungen bei den Pflanzen, die auf den Nährstoff angewiesen sind. Vor allem für flachwurzelnde Gewächse stellt das Mulchen mit Kiefernrinde einen Nachteil da. Ihr Wurzelwerk erstreckt sich direkt unter der Bodenoberfläche, wo sich der Stickstoffmangel deutlich zeigt.

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Vorbeugen

Um dieses Problem zu umgehen, sollten Sie den Erdboden mit einem Ausgleichsdünger versorgen. Gut geeignet sind Hornspäne,(24,99€ bei Amazon*) denn sie gehören zu den Langzeitdüngern. Rindenhumus ist eine ideale Alternative, da das Substrat aus bereits verrotteten Häckseln und groben Rindenstücken besteht.

Unverträglichkeiten

Flachwurzelnde Gewächse, kalkliebende Arten und bodendeckende Gehölze mögen Rindenmulch ebenso wenig wie frisch gepflanzte Stauden. Arten, die in Steppen und Prärien heimisch sind oder auf steinigen Untergründen wachsen, bevorzugen nährstoffarme und kalkhaltige Bedingungen. Das Wachstum solcher Pflanzenarten würde durch eine Abdeckung mit Kiefernrinde negativ beeinträchtigt werden.

Diese Pflanzen mögen keinen Rindenmulch:

  • Sedum- und Euphorbia-Arten
  • krautige Gewächse darunter Schafgarbe, Katzenminze, Alant und Mannstreu
  • mediterrane Kräuter wie Lavendel und verschiedene Salbei-Arten
  • Zierpflanzen wie Spornblume, Mädchenauge, Rittersporn oder Lupine
  • eine Vielzahl von Ziergräsern

Optionen

Bedecken Sie den Untergrund in Steppen- und Steingärten mit einer mineralischen Mulchschicht aus Splitt (39,99€ bei Amazon*) oder Kies. Die Materialien sind nährstoffarm und gewährleisten einen optimalen Wasserabfluss. Kalksteinsplitt erhöht zusätzlich den pH-Wert des Bodens, sodass sich mediterrane und kalkliebende Pflanzen wohlfühlen.

Schneckenausbreitung

Befindet sich die Mulchdecke im fortgeschrittenen Zersetzungsstadium, sammelt sich zunehmend Feuchtigkeit zwischen den Häckseln an. Es entsteht ein feuchtes Mikroklima, in welchem sich Schnecken wohlfühlen. Sie nutzen das Substrat tagsüber als Versteck und platzieren ihre Gelege in den geschützten Hohlräumen.

Abhilfe

Bringen Sie nur vorgetrockneten Rindenmulch auf den Beeten aus. Um eine direkte Vernässung zu vermeiden, sollten Sie das Mulchen bei trockener Witterung vornehmen. Lockern Sie das Substrat regelmäßig auf, um eine bessere Durchlüftung zu fördern.

Artenschwund

Zwei Drittel aller 590 heimischen Wildbienenarten nisten in der Erde. Sie sind auf offene Böden und Untergründe mit einer lichten Vegetation angewiesen. Eine Schicht aus Rindenmulch verwehrt ihnen den Zugang, sodass die Artenvielfalt durch übermäßiges Mulchen in Gefahr ist.

Varianten

Um Lücken im Beet zu verhindern und Wildbienen dennoch eine Chance für die Nistplatzsuche zu bieten, sollten Sie den Boden dicht mit heimischen Wildkräutern bepflanzen. Die unterschiedlichen Blüte- und Fruchtreifezeiten lassen den Garten ganzjährig in attraktiven Farbtönen erstrahlen.

Tipps

Lassen Sie Wildkräuter bis zum Verblühen stehen, denn sie liefern eine wichtige Nahrungsquelle für blütenbesuchende Insekten.

Text: Christine Riel
Artikelbild: gibleho/Shutterstock

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