Kaffeesatz als Dünger – das ist dran

Kaffeesatz wurde bereits zu Großmutters Zeiten verwendet, um die Struktur der Kübelpflanzenerde aufzulockern und die Pflanzen zu düngen. Heute ist mehr über die Eigenschaften des vermeintlichen Abfallprodukts bekannt. Als ergänzende Düngung eignet es sich für die meisten Pflanzen.

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Kaffee ist für viele Pflanzen ein exzellenter Dünger

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaffeesatz eignet sich für alle Pflanzen, die einen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 tolerieren. Dazu gehören Gemüsepflanzen, Ziersträucher und Blütenpflanzen. Moorbeetpflanzen, schwach zehrende Blütenpflanzen oder Kräuter magerer Standorte vertragen keinen Kaffeesatz.
  • Vor der Anwendung wird das Pulver getrocknet. Optimale Ergebnisse stellen sich ein, wenn das Pulver in den Boden eingearbeitet wird.
  • Kaffeesatz hat einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert und enthält hauptsächlich Stickstoff und weitere Nährstoffe wie Kalium und Phosphor. Damit Pflanzen die Nährstoffe nutzen können, ist die Aktivität von Mikroorganismen notwendig.
  • Es kann für Zitruspflanzen oder den Rasen, zum Mulchen und für die Pilzzucht verwendet werden.

Welche Pflanzen mögen Kaffeesatz als Dünger?

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Tomaten und andere Pflanzen, die einen mäßig sauren Boden bevorzugen, ist Kaffee genau das richtige

Kaffeesatz ist ein guter Dünger für Pflanzen, die in einem mäßig sauren bis fast neutralen Milieu wachsen. Sie können den kostenlosen Dünger im Gemüsebeet nutzen, oder in das Substrat unter Hecken und Sträucher einarbeiten. Einige Zimmerpflanzen können mit einem wässrigen Auszug aus dem Kaffeesatz versorgt werden. Setzlinge vertragen die Kaffeedüngung nicht gut, denn sie neigen wegen der übermäßigen Stickstoffversorgung schnell zum Schießen.

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 bevorzugter pH-WertBeispiele: gute NPK-DüngerKaffeesatz geeignet?
Orchideen5,5 bis 6,010-8-10ja, wenn Pflanzen in Substrat wachsen
Rosen5,5 bis 7,07-5-8ja
Hortensien4,0 bis 5,5 (bis 6,0)7-3-6bedingt, als Ergänzung
Tomaten6,5 bis 7,07-3-10ja, als Ergänzung
Paprika6,2 bis 7,06-6-8ja, als Ergänzung
Geranien5,5 bis 6,03-7-10bedingt, sehr sparsame Verwendung
Gurken5,6 bis 6,54-5-8ja
Heidelbeeren4,0 bis 5,03-3-5bedingt, sparsame Verwendung
Zitronenbaum5,5 bis 6,514-7-14ja, als Langzeitdünger

Da sich der Nährstoffbedarf einer Pflanze im Verlauf der Wachstumsperiode ändert, sind je nach Jahreszeit Dünger mit unterschiedlichen NPK-Verhältnissen notwendig. Stickstoffbetonte Dünger wie Kaffeesatz sind für viele Pflanzen im Frühjahr besonders sinnvoll, da sie das Wachstum von Blättern und Trieben fördern.

Ist Kaffeesatz uneingeschränkt einsetzbar?

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Kaffeesatz ist weniger sauer als man denkt

Der Mythos, dass Kaffeesatz nur für Pflanzen saurer Böden genutzt werden sollte, ist weit verbreitet. Tatsächlich ist der pH-Wert der Kaffeerückstände nicht besonders sauer und kann bei echten Moorbeetpflanzen wie Rhododendron zu Mangelerscheinungen führen. Die Pflanze mag Werte bei 4,5 und neigt zu dunkelgrün verfärbten Blattadern, wenn der pH-Wert zu hoch ist. Gewächse, die auf einen kalkhaltigen Boden angewiesen sind, vertragen Kaffeesatz in geringen Mengen. Dazu gehört Zucchini, die sich bei einem neutralen pH-Wert von 7,0 wohlfühlt.

Kaffeesatz hat meist einen sehr schwach sauren pH-Wert und eignet sich nicht für Moorbeetpflanzen.

Kaffeesatz für Blumen

Ob Blumen mit dem natürlichen Dünger versorgt werden sollten, hängt von der jeweiligen Art ab. Es gibt wie bei den Gemüsepflanzen zehrende Blumen und solche, die auf mageren Standorten besser gedeihen. Allgemein sollten Blütenpflanzen sparsam mit Kaffeesatz gedüngt werden, da das NPK-Verhältnis nicht optimal ist. Diese Gewächse entwickeln sich prächtiger, wenn sie weniger Stickstoff und mehr Phosphor bekommen. Zu diesen Pflanzen zählen Glockenblumen, Buchs, Nelken und Zwiebelpflanzen wie Narzissen und Tulpen.

Sommerblumen profitieren von Kaffeesatz:

  • haben einen hohen Nährstoffbedarf, sodass Kaffeesatz als Dünger nicht ausreicht
  • besser drei Teile Kaffeesatz und einen Teil Blumendünger mischen und verabreichen
  • Bodenorganismen setzen Kaffeesatz schneller um und produzieren Humus
  • verbesserte Bodeneigenschaften unterstützen das Wachstum von Sommerblumen

Kräuter

Die meisten Kräuter sind anspruchslos und gedeihen auch ohne zusätzliche Düngung. Allerdings haben Kräuter halbschattiger Standorte andere Bedürfnisse als sonnenliebende Pflanzen. Mediterrane Kräuter sind auf karge Böden angewiesen und können bei einer Überversorgung mit Nährstoffen erkranken oder absterben. Andere Küchenkräuter sind nährstoffzehrend und legen mehr Wert auf eine zusätzliche Düngung.

So unterschiedlich sind Garten- und Topfkräuter:

  • Kräuter magerer Böden: Lavendel, Rosmarin oder Bohnenkraut vertragen keinen Kaffeesatz
  • kalkliebende Kräuter: Kaffeedünger ist ungeeignet für Oregano, Salbei oder Borretsch
  • nährstoffzehrende Kräuter: Zitronenverbene oder Schnittlauch dürfen mit Kaffee gedüngt werden

Kaffeesatz verwenden

Grundvoraussetzung für das Düngen mit Kaffeesatz ist eine vorbereitende Lagerung. Wenn Sie diesen feucht verwenden, kommt es schnell zur Schimmelbildung. Zwar wird das Pulver nicht schlecht, wenn es schimmelt. Allerdings muss es dann vor der Nutzung sterilisiert werden, damit sich der Schimmel nicht in der Erde ausbreitet.

Trocknen

Füllen Sie die Reste aus dem Kaffeefilter in ein breites Gefäß, in welchem Sie das Material locker ausbreiten können. Das Unterteil eines Mini-Gewächshauses eignet sich ideal zum Trocknen. Stellen Sie das Gefäß auf eine sonnige Fensterbank und durchmischen Sie das Pulver täglich. Mit einer Gabel können Sie Klümpchen zerdrücken.

Eine weitere Möglichkeit bietet das Trocknen bei 50 bis 100 Grad Celsius im Backofen. Nach etwa 30 Minuten ist das Substrat trocken. Sie können Kaffeesatz auch auf einem Teller ausbreiten und diesen für fünf Minuten bei mittlerer Leistung in die Mikrowelle stellen.

Kaffeesatz als Dünger: Drei Trocknungsvarianten für Kaffeereste

Anwenden

Wenn Sie Jungpflanzen in den Garten setzen, können Sie einige Teelöffel Kaffeesatz mit in das Pflanzloch geben. Versorgen Sie Ihre Kübelpflanzen beim Umtopfen mit einem Gemisch aus Blumenerde und Kaffeesatz in geringen Mengen. Für Pflanzen in grobem Substrat empfiehlt sich eine Bewässerung mit einem wässrigen Auszug aus Kaffeesatz.

Geben Sie dazu das feinkrümelige Pulver in Wasser und lassen Sie den Ansatz einige Tage ziehen. Achten Sie darauf, dass sich nicht zu viel Kaffeepulver auf der Substratoberfläche ansammelt. Wenn das der Fall ist, sollten Sie es mit einer kleinen Harke in den Boden einarbeiten.

  • Lanzgeitdünger: ein- bis zweimal jährlich Kaffeesatz auf das Beet streuen
  • Sofortdünger: bei Bedarf Kaffeesatz erneut aufbrühen und abgekühlt gießen
  • Kompostieren: Kaffeesatz sollte nicht mehr als 20 Prozent des Kompostvolumens betragen

Wie oft und wie viel Kaffeesatz?

Was die Dosierung angeht, so sollten Sie selbst experimentieren. Je nach Kaffeesorte können die Inhaltsstoffe variieren und die Düngewirkung unterscheidet sich hinsichtlich Ihrer Pflanzen und der Umweltbedingungen. Beginnen Sie mit kleinen Mengen und beobachten Sie, wie Ihre Pflanzen darauf reagieren. Anschließend können Sie die Dosis langsam erhöhen, bis sich ein optimaler Zustand eingestellt hat.

Richtwerte zum Orientieren:

  • Kaffeesatz kann im Freiland vier mal pro Jahr angewendet werden
  • pro Düngung Inhalt eines Kaffeefilters (etwa 30 Gramm) in das Substrat einarbeiten
  • Zimmerpflanzen im Winter und Frühjahr mit Kaffeepulver düngen
  • zwei Teelöffel (etwas vier bis acht Gramm) Pulver reichen pro Pflanze aus

Inhaltsstoffe und Wirkung im Garten

Dass Kaffeesatz wertvoll für Rhododendren, Pfingstrosen und Farne ist, liegt in erster Linie an den Inhaltsstoffen und weniger am pH-Wert. Dieser unterliegt Schwankungen, die zwar durch Kaffeepulver beeinflusst, aber nicht dauerhaft besiegelt werden. Damit die Pflanzen von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren, müssen Sie die Rückstände in den Boden einarbeiten.

Inhaltsstoffe

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Kaffee ist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium

Im Kaffeesatz sind zahlreiche Nährstoffe, Spurenelemente und Gerbsäuren sowie Spuren von Koffein und bioaktiven Substanzen wie Antioxidantien enthalten. Das gilt in erster Linie für die Rückstände im Kaffeefilter. Mehr als zehn Prozent des Kaffeesatzes werden von stickstoffreichen Proteinen gebildet. Das durchschnittliche NPK-Verhältnis liegt bei 2-0,4-0,8. Bei der Zubereitung in der Espressokanne gehen die meisten Inhaltsstoffe in den Kaffee über.

Wirkung von Kaffeesatz:

  • Stickstoff: regt das Blattwachstum an
  • Phosphor: fördert Blütenbildung und Fruchtreife
  • Kalium: unterstützt Zellaufbau und gibt der Pflanze Stabilität

Kaffeesatz ist ein organischer Dünger, dessen NPK-Verhältnis für zahlreiche Pflanzen vorteilhaft ist. Durch die stickstoffbetonte Nährstoffzusammensetzung eignet sich der im Kaffeefilter zurückbleibende Satz ideal als Zusatzdünger. Er bietet eine gute Ergänzung zum Kompost, der häufig stickstoffarme Konzentrationen aufweist, und stellt eine perfekte Alternative zu handelsüblichen Düngern dar.

Veränderungen des pH-Werts

Kaffeesatz hat meist einen pH-Wert zwischen 6,4 bis 6,8 und liegt somit im schwach sauren bis fast neutralen Bereich. Damit ist er als Dünger für die meisten Pflanzen unproblematisch. Forscher der Washington State University haben herausgefunden, dass der pH-Wert in Abhängigkeit von der Sorte stark schwankt. Laut ihren Ergebnissen gibt es Sorten mit Werten zwischen 4,6 und 5,26 und solche, deren Werte mit 7,7 oder 8,4 bereist in das alkalische Milieu tendieren.

Dass der Boden nach einer längeren Anwendung von Kaffeesatz sauer wird, konnten die Wissenschaftler nicht bestätigen. In den Experimenten stellte sich heraus, dass der pH-Wert des mit Kaffeesatz behandelten Substrats in den ersten zwei bis drei Wochen anstieg und im Anschluss allmählich abnahm. Das deutet darauf hin, dass der Wert im Zuge der mikrobiellen Aktivität schwankt und nicht dauerhaft gleich bleibt.

Tipps

Achten Sie auf den Säuregrad des Kaffees. Daraus lässt sich bereits ableiten, in welchem Milieu sich die Rückstände im Filter befinden. Mischen Sie Kaffeesatz und Eierschalen, die sie vorher fein mahlen. Die Schalen sind kalkhaltig.

So profitieren Pflanzen von Nährstoffen

Nach der Einschätzung von Gartenexperten erzielt Kaffeesatz als oberste Substratschicht bei Kübelpflanzen keine oder eine stark verzögerte Wirkung. Das liegt daran, dass die pulverförmige Substanz keine pflanzenverfügbaren Nährstoffe bietet. Diese sind in den feinen Partikeln gebunden und müssen erst durch Mikroorganismen im Boden freigesetzt werden.

Daher ist es wichtig, dass Sie Kaffeesatz in die Erde einarbeiten. Die besten Düngeergebnisse erzielen Sie bei einer Anwendung im Garten. Hier dient Kaffeesatz dem Aufbau des Bodens, denn im Rahmen der Zersetzung entstehen humusbildende Stoffe.

  • Bakterien und Pilze bauen chemische Bestandteile im Kaffeesatz ab
  • Regenwürmer ziehen Kaffeepartikel in den Boden, wodurch Struktur verbessert wird
  • beim Abbau des Kaffeepulvers entstehen Huminstoffe

Hintergrund

Warum frischer Kaffeesatz nicht düngt

Das C/N-Verhältnis steht für die Gewichtsanteile von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N), die in Böden vorkommen. Es wird als eine Zahl angegeben und dient als wichtiger Indikator für die Verfügbarkeit von Stickstoff für Pflanzen.

Je kleiner die Zahl ist, desto enger ist das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis und desto mehr Stickstoff steht den Pflanzen zur Verfügung. Frischer Kaffeesatz hat ein suboptimales Verhältnis, denn die Werte sind sehr hoch und schwanken zwischen 25 und 26. Deswegen bringt frischer Kaffeesatz, der auf die Erde gestreut wird, keinen spürbaren Erfolg.

Die Pflanzen können den verfügbaren Stickstoff im Boden nicht aufnehmen. Im Laufe eines Jahres wird das Kaffeepulver durch Mikroorganismen zersetzt und das C/N-Verhältnis verändert sich. Es sinkt auf 21, 13 und weiter auf elf oder sogar neun, sodass die Pflanzen erst nach einem Jahr von direkt aufgetragenem Kaffeesatz profitieren. Dieser verhält sich in dieser Hinsicht wie frisches Mähgut.

Anwendungsbeispiele

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Eine Überdüngung im Garten ist unwahrscheinlich

Wenn Sie Kaffeesatz richtig anwenden, können Sie es vielfältig im Garten einsetzen. Eine Überdüngung ist nahezu unmöglich. Vielmehr leiden die Pflanzen unter suboptimalen Bodenstrukturen oder einem ungünstigen Wasser-Luft-Haushalt, wenn Sie zu viel Kaffeepulver verabreichen.

So unterschiedlich wirkt Kaffeesatz:

  • Samen von Zuckerrüben keimen besser
  • besseres Wachstum bei Kohl und Sojapflanzen
  • Samenwachstum von Luzerne, Weiß- und Rotklee wird gehemmt
  • Geranien, Farn-Spargel und Dreimasterblumen zeigen ein verkümmertes Wachstum

Rasen

Viele Gräser bevorzugen ein leicht saures Milieu mit einem pH-Wert von 5,5. Eine Düngung mit Kaffeesatz kann das Wachstum Ihres Rasens verbessern. Streuen Sie das getrocknete Pulver gleichmäßig auf die Fläche und arbeiten es in die Grasnarbe ein. Eine anschließende Bewässerung sorgt dafür, dass die Partikel in Bodenporen geschwemmt werden.

Auf diese Weise können Mikroorganismen ihre Arbeit verrichten und das Material zersetzen. Alternativ empfiehlt sich eine Bewässerung mit einer verdünnten Kaffeelösung. Frisch aufgebrühter Kaffee wird mit Wasser im Verhältnis 1:5 gemischt und anschließend mit der Gießkanne (13,99€ bei Amazon*) verteilt.

Tipps

Kontrollieren Sie vorher, welche Arten sich in Ihrem Rasen befinden. Nicht alle Gräser vertragen Kaffeesatz. Das Italienische Raygras wächst häufig in Parkrasen und zeigt bei einer regelmäßigen Düngung mit Kaffeesatz Wachstumsstörungen.

Zitruspflanzen

Die mediterranen Gewächse bekommen Ende April eine Grunddüngung mit Langzeitwirkung, um während der gesamten Wachstumsperiode zu profitieren. Zitruspflanzen benötigen hauptsächlich Stickstoff. Für die Blüten- und Fruchtentwicklung ist Phosphat wichtig. Allerdings reagieren alle Citrus-Arten empfindlich auf phosphorbetonte Dünger.

Ideal ist es, wenn die Konzentrationen an Stickstoff und Kalium etwa gleich hoch sind und der Phosphatgehalt niedriger ist. Kaffeesatz eignet sich nicht als alleiniger Dünger, sondern sollte ergänzend als Langzeitdünger verabreicht werden. Es fördert ein üppiges Wachstum und sorgt für sattgrüne Blätter.

Eine abgestimmte Düngung:

  • nur während der Wachstumsphase zwischen April und September düngen
  • Bäumchen an hellen und warmen Standorten haben einen höheren Nährstoffbedarf
  • Kübelpflanzen an schattigen und kühlen Standorten nur mäßig düngen

Kompost

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Auch für den Kompost ist Kaffee eine Wohltat

Im Laufe von mehreren Monaten zersetzen spezielle Bakterien und Pilze, die im Kompost leben, sämtliche chemischen Bestandteile des Kaffeesatzes. Regenwürmer nutzen die feinen Partikel als Nahrungsquelle. Achten Sie auf ein möglichst vielseitiges Ausgangsmaterial, um eine Vielzahl von Mikroorganismen zu fördern.

Idealerweise sollte ein Kompost nicht mehr als zehn bis 20 Prozent Kaffeesatz beinhalten. Konzentrationen von mehr als 30 Prozent können sich negativ auf den Makrolebensraum auswirken. Sie müssen allerdings nicht befürchten, dass sich ein saurer Kompost entwickelt. Der pH-Wert schwankt ständig durch die Aktivität der Mikroorganismen.

Mulchen

Kaffeesatz besteht aus feinen Partikeln und hat im getrockneten Zustand eine krümelige Struktur. Wenn es sich mit Feuchtigkeit vollsaugt, neigt es leicht zum Verdichten. In dieser Form bildet Kaffeesatz eine Barriere gegen Feuchtigkeit und isoliert den Boden vor Luftzirkulationen. Wenn Sie Kaffeesatz zum Mulchen verwenden, sollten Sie das Pulver nur in dünnen Schichten und nicht mehr als einen Zentimeter dick auftragen. Bedecken Sie diese Schicht mit groben organischen Materialien wie Holzspänen.

Frischer Kaffeesatz ist ungeeignet:

  • Boden kann nicht atmen
  • aerobe Mikroorganismen bekommen keinen Sauerstoff
  • Schimmelbildung wird gefördert

Pilzzucht

Essbare Pilze lassen sich in einem mit Kaffeesatz befüllten Blumentopf züchten. Das Substrat sollte nicht älter als zwei bis drei Tage sein, da sich bei längerer Lagerung Schimmelsporen auf der Oberfläche ansiedeln. Kleine Mengen Kaffeesatz reichen aus, damit sich das zugesetzte Pilzmyzel vollständig im frischen Substrat ausbreiten kann. Diese Durchwachsungsphase dauert etwa 14 bis 28 Tage.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist im Kaffeesatz enthalten?

Kaffeesatz enthält zahlreiche Stoffe, die beim Aufbrühen nicht mit in den Kaffee gelangen. In den Resten sind verschiedene Antioxidantien wie Coffein, Chlorogensäuren und die stickstoffhaltigen und gelblichbraunen Melanoidine enthalten.

Das Pulver ist reich an Gerbsäuren und stickstoffreichen Proteinen. Nicht wasserlösliche Polysaccharide, welche die Zellwände der Kaffeebohne bilden, bleiben ebenfalls erhalten.

Neben den für die Pflanzen wichtigen Nährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält der Kaffeesatz ätherische Öle, die für das typische Aroma verantwortlich sind. Diese haben antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften und wirken abschreckend auf Pflanzenschädlinge.

Kann Kaffeesatz den pH-Wert des Bodens absenken?

Linda Chalker-Scott von der Washington State University hat recherchiert, dass durch Beigaben von Kaffeesatz in Blumenerde kein Absinken in den sauren pH-Wert stattfindet. Vielmehr erhöht sich der Wert in der folgenden Zeit. Forscher vermuten, dass dieser Anstieg durch mikrobielle Aktivitäten hervorgerufen wird. Erst nachdem die Organismen das Material zersetzt haben, sinkt der pH.

Kann ich Kaffeesatz uneingeschränkt kompostieren?

Noch gibt es keine wissenschaftlich belegten Angaben darüber, wie viel Kaffeesatz ein Komposthaufen verträgt. Je abwechslungsreicher das Ausgangsmaterial ist, desto besser arbeitet Ihr Kompost. Grundsätzlich sind zehn bis 20 Prozent Kaffeepulver nicht schädlich für Ihren Kompost. Die Rückstände des Kaffees enthalten Kohlenhydrate, die von den Mikroorganismen zersetzt und abgebaut werden.

Wie lässt sich Kaffeesatz noch verwenden?

Encafé ist ein Blumentopf aus Kaffeesatz und natürlichem Wachs. Er dient als Pflanztopf, der mit dem Gewächs in die Erde gesetzt wird. Hier zersetzt er sich und wirkt als natürlicher Dünger. Die Aromastoffe schützen die Pflanzenwurzeln vor einem Befall durch Schädlingen wie Fadenwürmer.

Text: Christine Riel

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