Narzissen

Im Frühlingsgarten strahlen Narzissen mit der Sonne um die Wette. Damit die goldgelbe Blütenschönheit über viele Jahre stets aufs Neue von der schönsten Zeit des Jahres kündet, liegt die gärtnerische Messlatte nicht hoch. Welche Maßnahmen die Kultivierung dominieren, erfahren Sie hier.

Osterglocken
Narzissen eignen sich auch gut als Schnittblumen, aber Vorsicht: Sie sind giftig!

Narzissen richtig pflanzen

Narzissen vollbringen das frühe Blütenwunder, weil die Blume einer Zwiebel entsprießt. Grundvoraussetzung für den Prozess ist die fachgerechte Pflanzung zur richtigen Zeit. In diesen Schritten gelingt es:

  • Im September/Oktober am sonnigen bis halbschattigen Standort die Erde gründlich auflockern
  • Im Abstand von 15-20 cm kleine Pflanzgruben anlegen, mit einer dünnen Sandschicht am Boden
  • Den Aushub verbessern mit Kompost, Guano und Hornspänen
  • Jeweils eine Zwiebel mit aufwärts gerichteter Spitze einsetzen
  • Die ideale Pflanztiefe entspricht dem zwei- bis dreifachen Radius der Zwiebel

Setzen Sie die Blume in kleinen Tuffs mit 5-9 Exemplaren und gießen anschließend großzügig an.
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Pflegetipps

Das übersichtliche Pflegeprogramm von Narzissen umfasst diese Empfehlungen:

  • Die Blume bei Trockenheit gießen
  • Von März bis Ende der Blütezeit organisch düngen
  • Im Topf alle 14 Tage Flüssigdünger für Blühpflanzen ins Gießwasser geben
  • Verwelkte Blütenköpfe ausputzen

Hat die Blume ihr Blütenfestival für diese Saison beendet, geben Sie der Zwiebel ausreichend Zeit, um die restlichen Nährstoffe aus den Blättern einzuziehen. Erst dann schneiden Sie das Laub bodennah ab. Bitte nicht die Handschuhe vergessen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Standortes ihr sonniges Gemüt, leuchten Narzissen der Frühlingssonne in ihrer ganzen Pracht entgegen. Im Halbschatten setzt sich die Blume ebenfalls eindrucksvoll in Szene. Damit heftige Frühjahrsstürme die Stängel nicht knicken, empfehlen wir eine windgeschützte Lage.
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Der richtige Pflanzabstand

Wo sich mehrere Narzissen versammeln, bilden sie kleine Inseln frühlingshafter Opulenz. Setzen Sie die Blume daher in kleinen Tuffs mit 5-9 Exemplaren in einem Pflanzabstand von 15-20 Zentimetern.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Narzissen fühlen sich in normaler Gartenerde heimisch. Die folgenden Attribute sind von Vorteil:

  • Nährstoffreich und humos
  • Frisch-feucht, mit gutem Wasserabzug
  • Neutraler bis leicht saurer pH-Wert

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Was ist die beste Pflanzzeit?

Damit Narzissen ihre Aufgabe als Frühlingsbote termingerecht erfüllen, kommt es auf die richtige Pflanzzeit an. Setzen Sie die Zwiebeln im September oder Oktober in die Erde, sind die leuchtend gelben und weißen Trompetenblüten rechtzeitig zur Stelle.
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Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit von Narzissen erstreckt sich von Februar bis Mai. Eine einzelne Blume verfügt indes nicht über einen solch langen Atem. Kombinieren Sie Sorten mit früher, mittlerer und später Blüte, geht die Frühlingspracht nahtlos ineinander über. Das folgende Arrangement möge der Inspiration dienen:

  • February Gold: Blütezeit von Mitte Februar bis Anfang April
  • Ice Follies: Blütezeit von März bis April
  • Golden Ducat: Blütezeit im April
  • Thalia: Blütezeit von April bis Mai

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Narzissen richtig schneiden

Es gibt gleich mehrere Anlässe, um Narzissen zu schneiden. Der folgende Kurz-Überblick gibt Ihnen zugleich Tipps zur richtigen Vorgehensweise:

  • Narzissen als Vasenschmuck schneiden, wenn sich die Knospen kurz zuvor öffneten
  • Verwelkte Blütenköpfe schneiden, um eine Samenbildung zu vermeiden
  • Nach der Blüte das Laub erst dann schneiden, wenn es vollkommen verdorrt ist

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Narzissen gießen

Narzissen bevorzugen eine wechselnde Bodenfeuchte mit zwischenzeitlichen Abtrockungsperioden. Gießen Sie die Blume so:

  • Trocknet die Erdoberfläche an, wird gegossen
  • Die Blume nicht beregnen, sondern unmittelbar an die Wurzeln gießen
  • Im Kübel täglich per Daumenprobe den Feuchtigkeitsgehalt der Erde prüfen

Lassen Sie im Topfuntersetzer kein Wasser über längere Zeit stehen, da Staunässe zwangsläufig zu Zwiebelfäulnis führt.
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Narzissen richtig düngen

Narzissen zählen zu den Schwachzehrern, sodass sich ihr Nährstoffbedarf in überschaubaren Grenzen bewegt. Düngen Sie die Blume im Beet mit Kompost, Guano oder Brennnesseljauche im März und April. Im Pflanzgefäß applizieren Sie einen Flüssigdünger während der Blütezeit im Abstand von 14 Tagen.
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Krankheiten

Während sich gewerbliche Züchter mit etlichen Virenkrankheiten an Narzissen herumschlagen müssen, beschränkt sich die Gefahr für die Blume im Hobbygarten auf die Zwiebelbasalfäule. Diese Pilzinfektion bedeutet indes das Aus, weil das unterirdische Überdauerungsorgan unrettbar verfault. Achten Sie auf vergilbte Narzissenblätter mitten in der Saison als untrügliches Symptom. Entsorgen Sie die infizierte Blume umgehend, um eine Ausbreitung zu verhindern.
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Schädlinge

Wichtigster Schädling für die Blume sind die Kleine und Große Narzissenfliege. Die Weibchen legen im Juni ihre Eier in unmittelbarer Nähe der Zwiebel ab. Im Verlauf des Sommers bohren sich die Larven in die Blumenzwiebel und vertilgen sie von innen heraus. Da ein Befall kaum rechtzeitig zu diagnostizieren ist, bemerken Sie das Desaster erst im folgenden Frühjahr. Die Blätter treiben verkümmert aus und die Blüte bleibt mickrig. Damit sich die kleinen Bieter nicht erneut vermehren, entsorgen Sie die Zwiebel und mischen die Erde mit ungelöschtem Kalk.
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Überwintern

Frisch gepflanzte Narzissenzwiebeln sollten im ersten Winter mit Laub, Stroh und Reisig geschützt werden. Hat sich die Blume im Beet etabliert, bedarf es keiner besonderen Vorkehrungen für die Überwinterung. Im Gegenteil ist der winterliche Kältereiz unverzichtbar für die Blüteninduktion. Kultivieren Sie die Blume im Topf, umwickeln Sie das Gefäß vor dem ersten Frost mit Noppenfolie und bedecken das Substrat mit Laub, Stroh oder Sägemehl.
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Narzissen vermehren

Zahlreiche Narzissen-Arten, wie die Dichter-Narzisse, die Trompeten-Narzisse oder die Cyclamenblütige Narzisse neigen zum Verwildern, sodass sie sich aus eigener Kraft zügig vermehren. Um diesen Prozess zu beschleunigen, gehen Sie so vor:

  • Im September/Oktober eine gut etablierte Narzissenzwiebel aus der Erde heben
  • Mit einem scharfen Messer eine oder mehrere Tochterzwiebeln abtrennen
  • Am neuen Standort in sonniger bis halbschattiger Lage in die Erde setzen und gut angießen
  • Bevor Sie die Mutterpflanze wieder einpflanzen, reichern Sie die Erde an mit Kompost und Hornmehl

Die Aussaat von Samen erweist sich demgegenüber als deutlich aufwändiger. Da es sich um Kaltkeimer handelt, ist eine Stratifikation erforderlich. Darüber hinaus ziehen bis zu 4 Jahre ins Land, bis sich die erste Blume präsentiert.
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Wie pflanze ich richtig um?

Umpflanzen von Narzissen ist problemlos zu realisieren und durchaus erwünscht. Spätestens im fünften Jahr leistet diese Maßnahme einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung von Vitalität und Blühfreudigkeit dieser Blume. So gelingt der Plan:

  • Nach der Blüte oder im September/Oktober die Zwiebel mit der Grabegabel oder den Händen ausgraben
  • Mit einem scharfen, desinfizierten Messer die Tochterzwiebeln abschneiden
  • Sowohl am bisherigen als auch am neuen Standort die Erde anreichern mit Kompost

Setzen Sie die Blume in eine Tiefe, die dem doppelten bis dreifachen Durchmesser der Zwiebel entspricht und gießen an.
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Narzissen im Topf

Im Topf versprühen Narzissen ihren Charme am sonnigen Standort bereits ab Februar, wenn Sie die Zwiebeln im September des Vorjahres pflanzen. Verwenden Sie als Substrat Blumenerde auf Kompostbasis und geben eine Handvoll Sand oder Perlite hinzu. Die Pflanztiefe entspricht mindestens dem doppelten Durchmesser der Zwiebel. Unverzichtbar ist eine Drainage über dem Wasserablauf. Bis Ende Dezember/Anfang Januar bewahren Sie den Topf im kühlen, frostfreien Keller auf und lassen das Substrat nicht austrocknen. Ab Januar pflegen Sie die Blume so:

  • Platzieren auf der sonnigen bis halbschattigen Fensterbank bei Temperaturen um 15 Grad
  • Allmählich die Gießmenge steigern, sobald der Austrieb beginnt
  • Mit Beginn der Blütezeit alle 14 Tage flüssig düngen

Am Ende der Blütezeit schneiden Sie Stängel und Blätter ab, wenn sie vollkommen verdorrt sind. Übersommern Sie die Zwiebeln trocken im kühlen, dunklen Keller oder pflanzen sie in die Gartenerde.
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Ist Narzissen giftig?

Als Teil der Amaryllisfamilie enthält die Narzisse Alkaloide und andere Giftstoffe, die für Mensch und Tier äußerst bedenklich sind. Fatalerweise ähnelt die Blumenzwiebel einer Küchenzwiebel, sodass es aufgrund eines unabsichtlichen Verzehrs zu lebensbedrohlichen Vergiftungen kam. In Reichweite von Kindern und Haustieren gilt erhöhte Aufmerksamkeit oder sie verzichten ganz auf die Kultivierung dieser Blume. Das Tragen von Handschuhen bei jeglichem Kontakt ist oberste Gärtnerspflicht.
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Narzissen blüht nicht

Lässt die Blume ihre Blütenpracht vermissen, tut sie auf diese Weise ihren Unmut kund. Es gilt, den dafür verantwortlichen Engpass innerhalb der Kultivierung zu entdecken und zu beheben. Die folgenden Ursachen bewirken einen Ausfall der Blüte:

  • Nährstoffmangel: einen sofort wirkenden Flüssigdünger verabreichen
  • Überdüngung: für dieses Jahr die Gabe von Dünger einstellen
  • Überalterung: ausgraben, teilen und in frische Erde setzen
  • Zu wenig Licht: Standortwechsel an eine sonnige Lage

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Braune Blätter

Färben sich die Blätter einer Narzisse unmittelbar nach dem Austrieb oder während der Blütezeit braun, verbergen sich die folgenden Ursachen dahinter:

  • Erfrierung aufgrund starker Bodenfröste: schützen mit Gartenvlies
  • Trockenheit: häufiger gießen
  • Staunässe: am feuchten Standort auf kleinen Hügel pflanzen
  • Wühlmausfraß: Zwiebeln im Wühlmauskorb setzen

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Gelbe Blätter

Färbt sich das prächtige Laub einer Narzisse inmitten der Blütezeit gelb, deutet dieses Schadbild auf die Zwiebelbasalfäule hin. Diese Pilzinfektion verursacht Fäulnis innerhalb des Überdauerungsorgans, sodass die Versorgung der oberirdischen Pflanzenteile ins Stocken gerät. Die Blätter färben sich gelb und die gesamte Blume stirbt ab. Entsorgen Sie die infizierte Narzisse unverzüglich im Hausmüll, um einer Ausbreitung vorzubeugen.
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Die schönsten Sorten

  • Acropolis: gefüllte Blüten in strahlendem Weiß, mit orangefarbenem Herzen und traumhaftem Duft
  • Arctic Gold: gelbgoldene Trompeten-Narzisse, die Inkarnation einer Oster-Glocke mit extra langer Blütezeit von März bis Mai
  • Cherry Spot: die angesagte Narzisse mit weißen Blütenblättern und orangeroter Nebenkrone
  • February Gold: die früheste Blume unter den Narzissen, die ihre goldgelben Blüten ab Februar entfaltet
  • Manly: ihre zartgelbe Farbgebung täuscht über die robuste Konstitution hinweg
  • Rip van Winkel: mit zierlichen 15 cm Wuchshöhe bezaubert die gefüllte Blume von April bis Mai in Beet und Kübel
Text: Paula Jansen
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