Darf man Hornissen vertreiben?

Hornissen sind die größte bei uns heimische Wespenart und häufig im Garten oder auf der Terrasse anzutreffen. Sie dürfen die Tiere weder fangen noch töten, da sie unter Naturschutz stehen. Dennoch haben Sie einige Möglichkeiten, sie mit sanften Mitteln zu vertreiben.

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Hornisse sind nicht immer willkommen

Das Wichtigste in Kürze

  • Hornissen dürfen weder getötet noch gefangen werden.
  • Starke Gerüche wie Nelkenöl, Zitronen, Knoblauch oder Kaffee sollen Hornissen fernhalten.
  • Auch um stark duftende Pflanzen wie Lavendel, Tomaten, Basilikum und Pfefferminze machen Hornissen einen Bogen.
  • Hornissen können mithilfe von reifem Obst an einen anderen Platz gelockt werden.

Vorsicht, Bußgeld! Hornissen töten nicht erlaubt

„Hornissen sind seltener geworden und vom Aussterben bedroht. Da sie den Menschen kaum angreifen, sind sie keineswegs so gefährlich, wie man gewöhnlich annimmt.“ (aus: „Krankheiten der Biene“ von Enoch Zander)

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Schon allein aufgrund ihrer Größe jagen Hornissen vielen Menschen Angst ein, zumal so manchem der alte Spruch „Fünf Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Menschen (…)“ noch im Kopf herumspukt. Kein Wunder also, dass das Hornissennest weichen soll oder Menschen panisch versuchen, die Tiere aus ihrem Garten zu vertreiben. Doch Vorsicht: Gemäß den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes sind Hornissen gesetzlich geschützt und dürfen weder gefangen noch getötet werden. Das bedeutet nicht nur, dass Sie das Einzeltier am Kaffeetisch nicht mit dem Schuhabsatz erschlagen dürfen, auch das Entfernen von Hornissennestern ist verboten. Im Falle einer Zuwiderhandlung können die Behörden Sie mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 EUR belegen.

Hornissen legal vertreiben – Diese Möglichkeiten haben Sie

Allerdings dürfen Sie Hornissen aus Ihrer Wohnung oder aus Ihrem Garten vertreiben, solange die Tiere dabei keinen Schaden nehmen. Hierfür stehen Ihnen einige einfache Möglichkeiten und Mittel zur Verfügung, die wir Ihnen an dieser Stelle vorstellen. Zudem brauchen Sie vor Hornissen keine Angst zu haben: Die Tiere sind friedlich und gehen Konfrontationen eher aus dem Weg als Sie anzugreifen. Außerdem ist ein Hornissenstich zwar schmerzhaft, aber auch nicht giftiger oder gefährlicher als jeder andere Insektenstich.

Lockstoffe vermeiden und beseitigen

Hornissen werden durch bestimmte Gerüche angelockt. Halten Sie diese Düfte unter Verschluss bzw. beseitigen Sie die entsprechenden Verursacher, dann verirren sich die Tiere erst gar nicht in Ihren Garten. Besonders unwiderstehlich finden Hornissen diese Gerüche:

  • Saftreiche Bäume: Im Gegensatz zu ihren insektenfressenden Larven ernähren sich erwachsene Hornissen zu einem großen Teil von Baum- und Pflanzensäften. Insbesondere der süße Baumsaft besonders saftreicher Arten wie etwa Flieder, Weiden, Eschen oder Birken lockt die Tiere an, sodass diese sich in der Nähe dieser Nahrungsquellen besonders häufig niederlassen.
  • Fallobst: Dasselbe gilt für süße Äpfel, Birnen und anderes Fallobst, welches in den Sommermonaten nicht nur hungrige Hornissen anzieht. Sammeln Sie vor allem Steinobst, aber auch Trauben und Äpfel rechtzeitig ab, damit diese erst gar keine Insekten anziehen. Geerntetes Obst und andere süße Speisen bewahren Sie am besten unter einer Glasabdeckung auf, damit deren Duft weder Hornissen noch Wespen anlockt.

Außerdem steuern die auch nachts aktiven Hornissen wie so viele Insekten in der Dunkelheit jede Lichtquelle an. Vermeiden Sie daher, im Garten dauerhaft Licht brennen zu haben. Dazu gehört auch, auf die seit einiger Zeit so beliebten Solarlampen zu verzichten.

Tipps

Anstatt schöne und gesunde Bäume zu fällen, können Sie deren Stämme auch mit einem für Hornissen unattraktiven Duft einreiben. Hierzu eignet sich beispielsweise Nelkenöl sehr gut. Diese Maßnahme ist dann sinnvoll, wenn Hornissen jedes Jahr aufs Neue wiederkehren und Sie sie dauerhaft loswerden wollen.

Hornissen mit Duftstoffen vertreiben

So wie sich Hornissen von manchen Düften angezogen fühlen, werden sie von anderen abgestoßen. Die Tiere lassen sich sehr gut mit folgenden Gerüchen vertreiben:

Mittel Anwendung
Nelkenöl in Duftschalen träufeln und auf Terrasse oder Fensterbank aufstellen
Gewürznelken zerstoßen und zusammen mit Zitronenschalen oder -öl an gefährdeten Plätzen aufstellen
Räucherstäbchen auf der Fensterbank oder dem Kaffeetisch abbrennen
Räucherschale an gefährdeten Stellen aufstellen
Kaffee entweder heißen, duftenden Kaffee trinken oder Kaffeepulver anzünden und abbrennen
Zitronen aufschneiden und strategisch günstig verteilen
Zitronenöl in Duftschalen träufeln und auf Terrasse oder Fensterbank aufstellen
Knoblauch aufschneiden und strategisch günstig verteilen

Die genannten Mittel eignen sich sehr gut, um Hornissen aus der Wohnung oder der gedeckten Kaffeetafel auf der sommerlichen Terrasse fernzuhalten. Natürlich stellen sie kein Allheilmittel dar, weil so manches hungrige Tierchen die köstlichen Düfte anziehender als die unangenehmen abstoßender findet. Doch vor allem Nelkenöl erweist sich immer wieder als gut wirksam, auch gegen andere Wespenarten wie beispielsweise die ungleich lästigere Gemeine Wespe (Vespula vulgaris).

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Verbrennendes Kaffeepulver soll Hornissen, Wespen und auch Mücken fernhalten

Manche Pflanzen helfen gegen Hornissen

Auch manche, für uns sehr angenehm duftende Pflanzen eignen sich wunderbar, um Hornissen zu vertreiben oder fernzuhalten. Setzen Sie diese an strategisch günstige Stellen in den Garten (beispielsweise neben dem Flieder) oder stellen Sie sie, in Töpfe gepflanzt, rund um die Terrasse oder auf die Fensterbank. Sofern sich nicht gerade das Hornissennest in unmittelbarer Nähe befindet, werden die Tiere einen großen Bogen um die fraglichen Gewächse machen. Am besten eignen sich die folgenden Arten:

  • Basilikum (bot. Ocimum basilicum)
  • Lavendel (bot. Lavandula angustifolia)
  • Pfefferminze und andere Minzen (bot. Mentha × piperita)
  • Tomaten (bot. Solanum lycopersicum)
  • Weihrauchpflanze (bot. Plectranthus coleoides)
  • Zitronenmelisse (bot. Melissa officinalis)

All diese Pflanzen lassen sich unkompliziert in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen kultivieren und sogar in der Küche sowie für weitere Zwecke nutzen. Ein Säckchen mit getrocknetem Lavendel beispielsweise sorgt für einen angenehm blumigen Duft im Kleiderschrank und hält Kleidermotten fern.

Ablenken statt vertreiben

Befindet sich ein Hornissennest im Garten und sollen die Tiere nicht ständig auf die Terrasse fliegen, dann können Sie sie bei Bedarf auch mit einfachen Mitteln ablenken. Platzieren Sie an einem strategisch günstigen Platz unweit des Nestes – und möglichst fernab von stark frequentierten Orten wie etwa einem Kinderspielplatz – leckeres Lockfutter in Form von reifem Obst. Insbesondere Äpfel, Birnen, Weintrauben und Steinobst (etwa Pfirsiche und Nektarinen, Pflaumen oder Kirschen) lockt Hornissen an. Damit der süße Duft intensiver verströmt, schneiden Sie die Früchte am besten auf und legen sie auf flache Schalen.

Vorsicht bei Rauch und Wasser

So mancher Ratgeber schlägt vor, Hornissen mit Rauch oder Wasser zu vertreiben. So wird etwa der Vorschlag gemacht, in der Nähe des Nestes qualmintensiv zu grillen oder das Nest mit einem Gartenschlauch abzuspritzen. Nehmen Sie von solchen Ideen bitte Abstand, denn einerseits fügen sowohl Feuer als auch Wasser den Tieren erheblichen Schaden zu und andererseits könnte das Hornissenvolk eine solche Maßnahme ihrerseits mit einem wütenden Angriff quittieren. Dasselbe kann passieren, wenn Sie einzelne Tiere direkt mit Wasser bespritzen oder beräuchern. Es spricht jedoch nichts dagegen, Räucherstäbchen anzuzünden und auf dem Tisch zu platzieren.

Exkurs

Lohnt sich ein elektrischer Insektenvertreiber?

Elektrische Insektenvertreiber sind batteriebetriebene Geräte, die auf Knopfdruck einen hochfrequenten Ton abgeben und auf diese Weise Insekten vertreiben sollen. Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass diese Geräte bei Hornissen und vielen anderen Insekten ihren Zweck nicht oder nicht zufriedenstellend erfüllen und Sie sich diese Ausgabe daher sparen können.

Wie bekommt man Hornissen aus der Wohnung?

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Hornissen auf Futtersuche verirren sich auch mal im Haus

Vor allem im Frühjahr verirren sich Hornissen häufiger in die Wohnung, denn zu dieser Zeit ist die Hornissenkönigin gerade emsig auf der Suche sowohl nach Futter als auch nach einem geeigneten Platz für ihr Nest. Aber auch im Laufe des Sommers kann sich das eine oder andere Tier verfliegen, etwa, weil es in dieser Richtung einen unwiderstehlichen Duft wahrnimmt oder in der Dunkelheit von einer Lichtquelle angelockt wird. Verhindern Sie solche Irrflüge, indem Sie Fenster und Türen mit einem Insektengitter versehen und auf den Fensterbänken bei Hornissen unbeliebte Pflanzen kultivieren. Ist die Hornisse aber erst einmal in den eigenen vier Wänden, werden Sie sie wie folgt wieder los.

Hornissen einfangen – So geht’s

Grundsätzlich ist das Einfangen von Hornissen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht erlaubt, weshalb Sie eigentlich gar nicht Hand anlegen dürften. Manchmal jedoch geht es nicht anders und das Tierchen muss zeitnah wieder hinaus. Achten Sie darauf, ihm kein Leid anzutun und es anschließend wieder ins Freie zu entlassen. Hingegen ist das Aufsaugen mit dem Staubsauger, die Jagd mit der Fliegenklatsche oder einem anderen Hilfsmittel mit dem Ziel, das Insekt zu töten, streng verboten.

Mit Glas und Pappe

Dieser alte Trick hat sich schon bei vielen Gelegenheiten bewährt und hilft dabei, verirrte Hornissen unbeschadet einzufangen und anschließend wieder ins Freie zu entlassen. Und so funktioniert es:

  • Nehmen Sie ein durchsichtiges Glas oder einen entsprechenden Kunststoffbecher.
  • Außerdem brauchen Sie ein Stück Pappe oder dickes Papier, mit dem Sie den Glasboden bedecken können.
  • Halten Sie alles bereit und warten Sie, bis sich die Hornisse auf einer für Sie gut erreichbaren Oberfläche niedergelassen hat.
  • Nähern Sie sich jetzt langsam und mit vorsichtigen Bewegungen.
  • Haben Sie die Stelle erreicht, stülpen Sie das Glas mit der Öffnung schnell über das Insekt.
  • Schieben Sie nun die Pappe bzw. das Papier unter die Öffnung hindurch, sodass diese nun bedeckt ist.
  • Tragen Sie das Glas mitsamt Pappe und Hornisse nach draußen.
  • Entlassen Sie das Tier in die Freiheit.

Lichtfalle

Verirrt sich die Hornisse hingegen ins Wohnzimmer, wenn es draußen dunkel ist, scheuchen Sie sie mit diesem Trick wieder ins Freie: Schalten Sie alle Lichtquellen in der Wohnung, öffnen Sie die Fenster vollständig und schalten Sie vor diesen – aber von draußen – eine Lampe an. Das Tier wird dem Licht folgen und so von allein wieder hinausfinden. Naturgemäß funktioniert dies in einer ebenerdig gelegenen Wohnung oder einer mit Balkon am besten.

Exkurs

Vorsicht: Wespenfallen locken auch Hornissen an

Im Fachhandel sind Wespenfallen erhältlich, die zumeist mit einem Lockstoff arbeiten und auch Hornissen – schließlich handelt es sich bei diesen ebenfalls um eine Wespenart – anlocken. Für Privatnutzer verboten sind hingegen elektrische Fallen, die die Tiere mittels UV-Licht anziehen und anschließend mit einem elektrischen Stromschlag töten. Werden Sie mit einem solchen Gerät im Garten erwischt, kann ein sehr hohes Bußgeld gegen Sie verhängt werden. Dasselbe gilt übrigens auch, wenn Sie es lediglich auf „normale“ Wespen abgesehen haben: Auch diese stehen unter Naturschutz und dürfen weder getötet noch anderweitig bekämpft werden.

Damit es gar nicht erst so weit kommt: Nestbau verhindern

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Ein Hornissennestbau kann verhindert werden, wenn er noch in seinen Anfängen steckt

Am besten lässt sich einer sommerlichen Hornissenplage jedoch Einhalt gebieten, wenn Sie den Nestbau bereits im Frühjahr verhindern. Ein bereits gebautes Nest dürfen Sie ohne behördliche Erlaubnis nicht entfernen, die Königin an dessen Bau hindern allerdings schon. Behalten Sie daher ab April gefährdete Stellen wie etwa Baumhöhlen, Rolladenkästen, Holzhäuschen im Garten etc. genau im Auge: Fliegt dort immer wieder eine einzelne Hornisse ein und aus, so handelt es sich wahrscheinlich um die nestbauende Königin. Warten Sie, bis diese herausfliegt und verschließen Sie den Flugbereich mit einem dichtmaschigen Insektennetz, Bauschaum oder einem anderen undurchlässigen Material.

Hornissennest beseitigen – Darf man das selber machen?

Sofern Sie kein Imker sind, dürfen Sie ein Hornissennest nicht selbst beseitigen. Ohnehin brauchen Sie für ein solches Vorhaben eine behördliche Erlaubnis, die Sie beispielsweise bei der Unteren Naturschutzbehörde Ihrer Region beantragen können. Sie wird jedoch nur in Ausnahmefällen und wenn eine tatsächliche Gefährdung durch die Hornissen vorliegt, gewährt. Wird Ihnen die Erlaubnis erteilt, beauftragen Sie die örtliche Feuerwehr, einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer oder eben einen Imker mit dieser Aufgabe. Die dadurch entstehenden Kosten tragen Sie selbst.

Hornissenschwarm umsiedeln – Geht das?

Das Nest mitsamt den darin wohnenden Hornissen wird auch bei einer behördlich genehmigten Entfernung nicht vernichtet, sondern lediglich umgesiedelt. Was Sie selbst versuchen können, etwa, weil die Hornissen ihr Nest in der Nähe der Terrasse gebaut haben, ist, die Tiere selbst zum Umzug zu bewegen. Hängen Sie hierfür einen Hornissenkasten in der Nähe des Nestes auf und präparieren Sie diesen mit Lockstoffen. Mit ein wenig Glück (und sofern es noch früh genug im Jahr ist und der Bau des alten Nestes noch nicht allzu weit fortgeschritten!) lassen sich die Hornissen dort nieder und können an einen etwas günstigeren Ort verbracht werden.

Exkurs

Hornissen nicht einsprayen

So mancher ängstliche Zeitgenosse ist versucht, die Hornisse mit Insektenspray oder Haarspray zu besprühen und sie so zu vertreiben oder zu töten. Dies ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten und sollte daher unterbleiben – zumal insbesondere Haarspray die Flügel der Tiere so verklebt, dass diese nicht mehr fliegen können und deshalb elendig verhungern.

Häufig gestellte Fragen

Sind Hornissen aggressiv?

Hornissen sind zwar groß und sehen gefährlich aus, sind es aber nicht. In der Regel meiden die Tiere den Menschen und ergreifen eher die Flucht als dass sie angreifen. Anders sieht es aus, wenn sie sich bedroht fühlen und keine andere Wahl als den Angriff sehen: Etwa, weil Sie ihr Nest ausräuchern, überhaupt in der Nähe des Nestes sich befinden (und womöglich in der Flugbahn herumstehen) oder hektische Bewegungen machen.

Wie gefährlich ist ein Hornissenstich?

Ein Hornissenstich ist schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als der einer Biene oder Wespe.

Sind Hornissen giftig?

Hornissengift ist auch nicht giftiger als das einer Wespe. Ganz im Gegenteil: Das meiste Gift wird sogar bei einem Bienenstich – diese Tiere sind viel kleiner – übertragen.

Tipps

Hornissen sind sogar sehr nützliche Tiere, die Ihnen allerlei Lästlinge vom Hals halten. So ist die Wespenpopulation in einem Garten mit Hornissennest beispielsweise viel niedriger als dort, wo es keine Hornissen gibt. Hängen Sie daher in einem Gartenbaum einen Nistkasten (19,00€ bei Amazon*) für die Riesenwespen auf und tun Sie den Tieren etwas Gutes.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: MegSopki/Shutterstock, Gottfried Carls/Shutterstock, Kopiyka/Shutterstock, Augenstern/Shutterstock
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