Wo Wespen unterm Dach Schaden anrichten

Hausdächer bieten Wespen ideale Bedingungen für den Nestbau. Hat sich eine Kolonie im Dachstuhlbereich angesiedelt, ist nicht nur die Nähe der nicht ungefährlichen Tiere problematisch. Auch die Bausubstanz kann über die Saison durchaus Schaden nehmen.

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Wespen können unterm Dach Schaden anrichten, müssen aber nicht

Für den Dachbereich relevant sind nur bestimmte Wespenarten

Wespen, die sich in Menschennähe und bevorzugt in dunklen, geschützten Hohlräumen ihre Nester bauen, sind in der Regel nur Deutsche und Gemeine Wespen und Hornissen. Alle drei Arten gehören zur Unterfamilie der Echten Wespen. Vor allem die Deutschen und die Gemeinen Wespen sind auch diejenigen, die sich wenig schüchtern an unseren Essenstischen im Freien bedienen und dabei ziemlich nerven können.

Wenn eine dieser Arten eine Nische im Dachstuhl für den Nestbau für sich entdeckt hat, ist das also schon einmal doppelt problematisch. Ein Staat kann auf bis zu 7000 Tiere anwachsen – und gerade im Massenverbund können die Stechinsekten ganz schön ungemütlich werden, für Insektengiftallergiker und Kinder gegebenenfalls sogar tödlich. Schon allein deswegen sollte eine Nestentfernung durch einen Spezialisten erwogen werden.

Mögliche Schäden an der Bausubstanz

Darüber hinaus richten die Wespen beim Nestbau durchaus Schaden an der Bausubstanz an. Gefährdet sind vor allem folgende Materialien:

  • Holzbalken
  • Dämmmaterial

Wespen sind emsige Baumeister und besitzen sehr kräftige Beißwerkzeuge. Mit diesen nagen sie zum einen Baumaterial für ihre Wabenkonstuktionen ab und verschaffen sich zum anderen Zugang zu erst einmal verwehrten Hohlräumen. Durch Holz und Dämmmaterial können sie sich problemlos arbeiten. Putz, Beton und Stein ist aber zu hart für sie.

Der Schaden entsteht also vor allem durch das Abtragen vom Holzgebälk und Dämmungen unter dem Dach. Dass ein Dachstuhl ernsthaft instabil und seine tragende Funktion beeinträchtigt wird, ist allerdings nicht zu befürchten. Dazu ist die Masse an Abtragungen dann doch viel zu gering. Problematisch kann es bei durchbissenen Dämmungen und dadurch entstehenden Kältebrücken werden.

Geeignete Maßnahmen

Besonders alte Häuser sind besonders anfällig für eine Wespenbesiedlung unterm Dach. Denn hier gibt es zum einen viel und tendenziell schon morsches, also für die Wespen leichter abzutragendes Holz. Zum anderen bieten ihnen Risse im Putz und handgearbeitete, lückenhaft gestaffelte Dachziegel leichten Zugang zu Dachböden.

Besonders bei alten Häusern ist es zur Vorbeugung deshalb empfehlenswert, das Gemäuer und das Dach regelmäßig zu pflegen und etwaige Schwachstellen rechtzeitig vor dem Frühjahr zu schließen.

Ein bereits vorhandenes Wespennest sollte möglichst von einem Fachmann umgesiedelt werden. Das Verschließen von Zugängen ist nicht nur wegen des Artenschutzes der Wespen strafbar, sondern erhöht den Schaden gegebenenfalls noch, weil die Tiere sich dann andere Wege freinagen.

Im Herbst, wenn das Nest verwaist, sollten Sie die Stelle gründlich mit Essigwasser reinigen und schadhafte Stellen ausbessern. So verhindern Sie auch, dass hier im Folgejahr wieder eine Königin ihren Staat gründet.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: ArchonCodex/Shutterstock

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