Wenn Wespen uns im Haus besuchen

Schon im Freien sind Viele nicht unbedingt erfreut über Wespenbesuch. Doch im Haus haben die Stechinsekten nun wirklich nichts zu suchen. Je nach Lage sollten Sie sich allerdings auch dann immer ruhig und besonnen verhalten - den Tieren und Ihnen selbst zuliebe.

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Ab und an kann sich schonmal eine Wespe im Haus verirren

Wie Wespen ins Haus geraten können

Wespen können auf verschiedene Weise zu uns ins Haus gelangen – und zwar entweder unbeabsichtigt oder vollkommen planmäßig. Hier reden wir vor allem von folgenden Fällen:

  • Verirren einzelner Tiere durch offenstehende Türen und Fenster
  • Nestbau in Winkeln im und am Haus

Einzelne Wespe im Haus

Viele Insektenarten verirren sich gerade im Sommer, wenn Fenster und Terrassentüren offenstehen, schnell einzeln ins Haus. So auch Wespen. Vor allem großflächig verglaste Räume wie Wintergärten sind kritisch, da die Komplexaugen der Insekten mehr auf das Erkennen von Farben und Bewegungen spezialisiert sind als auf eine scharfe Bildwiedergabe. Eine Wespe, die sich nach drinnen verirrt hat, wird deshalb verzweifelt versuchen, durch geschlossene Fensterscheiben wieder nach draußen zu fliegen.

In einem solchen Fall sollten Sie versuchen, die Wespe mit einem Trinkglas oder einem Kescher einzufangen und behutsam nach draußen zu geleiten.

Vorbeugend ist es ratsam, Insektengaze in die Fenster zu kleben. Sie halten Wespen und auch Stechmücken ab und behindern dennoch nicht das nötige Lüften. Auf keinen Fall sollten Sie die Wespe einfach erschlagen. Zum einen stehen einige Wespenarten unter Artenschutz und zum anderen erhöhen Sie dadurch das Risiko, gestochen zu werden. Außerdem stoßen sterbende Wespen Pheromone (Botenstoffe) aus, die andere Wespen anlocken.

Wespennest im und am Haus

Vor allem zwei Arten der Kurzkopfwespen, die Deutsche und die Gemeine Wespe, bauen ihre Nester gern in Menschennähe und nutzen dazu auch mit Vorliebe deren Wohnräumlichkeiten. Dunkle Nischen im Gebälk von Dachstühlen oder Rollladenkästen sind absolute Favoriten, weil hier ideale, geschützte Bedingungen für den Staatenaufbau herrschen.

Dieser Fall ist freilich etwas problematischer als eine einzelne Wespe im Wohn- oder Schlafzimmer. Denn die Kolonien der genannten Arten werden an die 7000 Individuen stark und sind nur schwer zu bekämpfen. Erstens steht in vielen Fällen wiederum der Artenschutz einer unmittelbaren Bekämpfung entgegen und zweitens die noch einmal viel größere Stichgefahr. Gerade im Massenverbund können Wespen für Allergiker ein tödliches Risiko darstellen.

Ist ein Wespennest einmal vorhanden, ist zunächst einmal zu klären, ob naturschutzrechtlich eine Entfernung genehmigt werden kann. Das wird immer individuell beurteilt. Gibt es von der Behörde grünes Licht, kann ein Spezialist zur Entfernung oder Umsiedlung des Nests beauftragt werden.

Vorbeugend ist es sinnvoll, alle möglichen Zugänge zu Dachböden und Rollladenkästen zu verschließen – also Risse in der Fassade, poröse Dichtungen und Unregelmäßigkeiten in der Dachziegelverlegung. Auch kann es helfen, mögliche Niststellen mit für Wespen unangenhemen Gerüchen zu versehen – etwa indem man Holzbalken mit Nelken- oder Lavendelöl einreibt, angeschnittene Knoblauchzehen auslegt oder eine Weihrauchpflanze direkt neben dem Fensterrahmen in einer Hängeampel aufhängt.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: richard.joo/Shutterstock

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