Wie sich Wespen im Mauerwerk vertreiben lassen

Wespen such sich zum Nisten gern geschützte Nischen. Kleine Lücken in Natursteinmauern oder Isolationshohlräume sind für sie ideale Brutplätze. Uns Menschen kann ihre Besiedlung aber doch stören. Sie zu vertreiben, ist allerdings nicht immer empfehlenswert.

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Wespen im Mauerwerk können kritisch sein, müssen es aber nicht

Problematische und unproblematische Besiedlungen

Ob eine Einnistung von Wespen in Mauerwerk kritisch für Mensch oder Bausubstanz ist, hängt von der jeweiligen Lage ab. Die verschiedenen Wespenarten, die bei uns vorkommen, benötigen unterschiedliche Nistbedingungen und siedeln sich daher auch in unterschiedlichen Arten von Mauerwerk an. Was sie zum Beispiel als willkommene Unterschlupfe erachten, sind:

  • Lücken in Natursteinmauern
  • Hohlräume zwischen Grundmauerwerk und Außenverkleidung

Für kleinere Lücken zwischen groben, gar nicht oder nur halbwegs vermörtelten Natursteinmauern sind vor allem solitär lebende Wespenarten zu erwärmen. Dazu gehören zum Beispiel Lehm- oder Töpferwespen. In Natursteinmauerspalten finden sie ideale Platz- und Schutzbedingungen für ihre vergleichsweise kleinen Nester vor, die nur aus einer Handvoll Brutkammern bestehen.

In diesem Fall ist am besten einfach die Brutphase abzuwarten, die sowieso nur vom Frühjahr bis Herbst andauert. Die Steinmauer nimmt vom Nest in der Regel keinen wesentlichen Schaden und die wenigen Tiere einer solitären, menschenscheuen Wespe sollten auch nicht großartig stören.

Anders verhält es sich bei den sozialen Wespenarten, namentlich vor allem bei Deutschen und Gemeinen Wespen. Diese Arten sind es auch, die die meisten von uns als typische Wespen kennen, da sie im Gegensatz zum großen restlichen Wespenartenanteil die Nähe des Menschen suchen. Diese sozialen Wespen bilden große Staaten und benötigen für ihre Nester auch entsprechend mehr Platz. Da sie auch sogenannte Dunkelhöhlennister sind, bieten ihnen die zur Isolation vorgesehenen Hohlräume zwischen Grundmauerwerk und Außenverkleidung von Wohnhäusern beste Nistbedingungen.

Wenn Wespen hier nisten, ist das schon problematischer. Denn wenn das Nest groß ist und die Wespen stören, ist es schwierig, an es heranzukommen. Zwar werden Isoliermaterial und Mauerwerk eher unwesentlich geschädigt und nach einer Saison ist die Kolonie verschwunden. Wenn das alte Nest in dem Hohlraum verbleibt, werden sich auch kaum andere Wespen im Folgejahr dort ansiedeln.

Was sie nicht tun sollten, ist, Einfluglöcher zu verschließen. Die Wespen werden dadurch unnötig gequält und werden außerdem versuchen, sich einen Ausweg durch das Isolationsmaterial zu fressen – der Materialschaden nimmt dadurch also eher zu, außerdem verschließen Sie womöglich für die Mauerkonstruktion wichtige Lüftungsöffnungen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: BK_graphic/Shutterstock

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