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Wespen-Nestbau verhindern: So geht’s richtig

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Wespen, obwohl nützlich für das Ökosystem, können in der Nähe von Wohnräumen zu Problemen führen. Dieser Artikel bietet verschiedene Strategien, um den Nestbau von Wespen an unerwünschten Stellen zu verhindern und gleichzeitig ihre wichtige Rolle in der Natur zu respektieren.

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Wespen können beizeiten noch davon überzeugt werden, besser woanders zu nisten

Zugänge verschließen und Nistplätze reduzieren

Um Wespen von vornherein den Zugang zu potenziellen Nistplätzen zu verwehren, sollten Sie frühzeitig aktiv werden. Eine gründliche Inspektion der Außenbereiche Ihres Hauses im Frühjahr ist dabei der erste Schritt. Achten Sie besonders auf Ritzen und Lücken im Mauerwerk, an Dachvorsprüngen und rund um Fenster und Türen. Auch Rollladenkästen sind beliebte Nistplätze für Wespen.

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Sobald Sie potenzielle Nistplätze identifiziert haben, können Sie diese durch folgende Maßnahmen unzugänglich machen:

  • Ritzen und Löcher abdichten: Verwenden Sie dazu Materialien wie Gips, Bauschaum oder Silikon, um Wespen das Eindringen zu erschweren.
  • Rollladenkästen sichern: Bürstendichtungen eignen sich hervorragend, um den Spalt zwischen Rollladen und Fensterrahmen abzudichten und so den Zugang für Wespen zu verhindern.
  • Insektenschutzgitter anbringen: Fliegengitter an Fenstern und Lüftungsschlitzen halten Wespen effektiv fern und ermöglichen gleichzeitig eine gute Luftzirkulation.
  • Alte Nester entfernen: Wespen orientieren sich am Geruch und könnten an Stellen, an denen sich bereits Nester befanden, erneut Nistplätze errichten. Entfernen Sie daher alte Nester sorgfältig und reinigen Sie die Stelle gründlich.

Wespen mit Gerüchen fernhalten

Wespen reagieren empfindlich auf bestimmte Gerüche und lassen sich davon wirksam abschrecken. Nutzen Sie diese Eigenschaft, um den Nestbau an unerwünschten Stellen zu verhindern.

Hier einige Optionen, die Sie ausprobieren können:

  • Ätherische Öle: Düfte wie Lavendel, Nelken oder Basilikum wirken auf Wespen abschreckend. Sie können die Öle entweder direkt auftragen oder Duftsäckchen in der Nähe potenzieller Nistplätze platzieren.
  • Intensive Küchenkräuter: Auch der Geruch von Knoblauch und Zwiebeln kann Wespen fernhalten. Verteilen Sie einfach ein paar Knoblauchzehen oder halbierte Zwiebeln in den betroffenen Bereichen.
  • Duftpflanzen: Integrieren Sie Pflanzen wie Basilikum, Tomaten oder Pfefferminze in Ihren Garten. Diese verströmen einen Duft, der Wespen nicht zusagt.
  • Hausmittel: Auch Weihrauch und Essig können helfen, Wespen fernzuhalten. Stellen Sie dazu Schalen mit diesen Substanzen in der Nähe potenzieller Nistplätze auf.
  • Räucherstäbchen und -kerzen: Verwenden Sie Räucherstäbchen oder -kerzen mit Lavendel- oder Citronella-Duft, um einen zusätzlichen Schutz zu schaffen.

Nahrungsquellen und Nistmaterial reduzieren

Ein naturnaher Garten bietet vielen Insekten und Tieren einen Lebensraum. Um jedoch die Ansiedlung von Wespen in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Wohnbereich zu vermeiden, sollten Sie potenzielle Nahrungsquellen und Nistmaterial reduzieren.

Hier einige Tipps:

  • Totholz entfernen: Wespen nutzen Totholz als Baumaterial für ihre Nester. Entfernen Sie daher regelmäßig Totholz aus Ihrem Garten, um die Attraktivität des Standorts zu verringern.
  • Kompost abdecken: Wespen ernähren sich nicht nur von Nektar, sondern auch von tierischen Proteinen, die sie im Kompost finden. Decken Sie Ihren Komposthaufen daher immer gut ab.
  • Obstbäume schützen: Reifes und verfaultes Obst lockt Wespen an. Schützen Sie Ihre Obstbäume mit Netzen und sammeln Sie Fallobst regelmäßig auf.
  • Mülleimer verschließen: Achten Sie darauf, dass Ihre Mülleimer, sowohl im Haus als auch im Garten, stets gut verschlossen sind, um Wespen keine Nahrungsquelle zu bieten.

Wespennester-Attrappen als Abschreckung

Eine weitere Möglichkeit, Wespen auf natürliche Weise fernzuhalten, ist der Einsatz von Wespennester-Attrappen. Diese nutzen das Territorialverhalten der Wespen aus, da diese in der Regel die Nähe von bestehenden Nestern meiden, um Konflikte zu vermeiden.

So verwenden Sie Wespennester-Attrappen effektiv:

  1. Auswahl: Wählen Sie eine Attrappe, die in Form und Größe einem echten Wespennest ähnelt.
  2. Vorbereitung: Füllen Sie die Attrappe mit Material wie Stoffresten oder Papier aus, um ihr eine realistische Form zu geben.
  3. Platzierung: Hängen Sie die Attrappe an einem strategisch günstigen Ort auf, beispielsweise in der Nähe von Sitzplätzen, unter Dachvorsprüngen oder in Gartenlauben.
  4. Anzahl: Eine Attrappe deckt in der Regel eine Fläche von etwa 10 m² ab. Verwenden Sie mehrere Attrappen, wenn Sie einen größeren Bereich schützen möchten.
  5. Timing: Hängen Sie die Attrappen am besten im Frühjahr auf, wenn die Wespenköniginnen mit dem Nestbau beginnen.

Alternative Nisthilfen anbieten

Wespen sind auf der Suche nach geeignetem Material für den Nestbau. Indem Sie ihnen alternative Nisthilfen anbieten, können Sie sie von Ihrem Haus fernhalten.

Hier einige Möglichkeiten:

  • Vogelhäuser: Einfache Vogelhäuser aus Holz können auch Wespen als Nistplatz dienen. Achten Sie darauf, dass das Vogelhaus leicht zu öffnen ist, um eine Reinigung zu ermöglichen.
  • Markhaltige Pflanzenstängel: Solitärwespen nutzen gerne Pflanzenstängel mit einem weichen Mark als Nistplatz. Binden Sie diese Stängel zu einem Bündel zusammen und hängen Sie sie an einem geschützten Ort in Ihrem Garten auf.

Frühzeitig aktiv werden

Die beste Zeit, um den Nestbau von Wespen zu verhindern, ist das Frühjahr. In dieser Zeit suchen die Wespenköniginnen nach geeigneten Nistplätzen.

Um frühzeitig vorzubeugen, sollten Sie folgende Schritte befolgen:

  1. Inspektion: Überprüfen Sie im Frühjahr sorgfältig die Außenbereiche Ihres Hauses auf potenzielle Nistplätze.
  2. Zugänge verschließen: Dichten Sie alle Lücken und Öffnungen ab, um den Wespen den Zugang zu verwehren.
  3. Fliegengitter anbringen: Installieren Sie Fliegengitter an Fenstern und Lüftungsschlitzen, um das Eindringen der Wespen zu verhindern.
  4. Gartenpflege: Kontrollieren Sie dichtes Gebüsch und beseitigen Sie potenzielle Nistplätze im Garten.

Was tun bei einem Wespennest?

Sollten Sie trotz aller Vorkehrungen ein Wespennest entdecken, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und keine unüberlegten Handlungen zu begehen.

Hier einige Handlungsempfehlungen:

  1. Ruhe bewahren: Vermeiden Sie hektische Bewegungen oder das direkte Berühren des Nestes, um die Wespen nicht zu reizen.
  2. Abstand halten: Halten Sie einen Sicherheitsabstand zum Nest ein.
  3. Fachleute kontaktieren: Wenden Sie sich an einen Wespenberater, die Feuerwehr oder einen Schädlingsbekämpfer, um das Nest entfernen oder umsiedeln zu lassen.
  4. Dringlichkeit prüfen: Wenn das Nest keine unmittelbare Gefahr darstellt, können Sie es möglicherweise belassen.

Wespennester: Entfernen oder Umsiedeln?

Die Entscheidung, ob ein Wespennest entfernt oder umgesiedelt werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Lage des Nestes, der Gefährdung für Menschen und dem Zeitpunkt der Entdeckung.

Entscheidungshilfe:

  • Lage des Nestes: Befindet sich das Nest in der Nähe von Wohnbereichen oder häufig genutzten Bereichen, könnte eine Umsiedlung sinnvoll sein.
  • Gefährdung: Stellt das Nest eine Gefahr für Menschen dar, insbesondere für Allergiker oder Kinder, sollte eine Umsiedlung in Betracht gezogen werden.
  • Zeitpunkt der Entdeckung: Ein Nest im Frühsommer umzusiedeln, ist einfacher als zu einem späteren Zeitpunkt.

Umsiedlung:

  • Fachleute kontaktieren: Wenden Sie sich an Experten, die sich mit der Umsiedlung von Wespennestern auskennen.
  • Kein Eigenversuch: Überlassen Sie die Umsiedlung den Fachleuten.
  • Kosten und Dauer: Die Kosten für eine Umsiedlung sind in der Regel geringer als für eine Entfernung. Die Dauer beträgt etwa eine Stunde.
  • Neuer Standort: Das umgesiedelte Nest sollte sich in sicherer Entfernung an einem wenig frequentierten Ort befinden.

Entfernung:

In seltenen Fällen, wenn eine Umsiedlung nicht möglich ist, muss das Wespennest entfernt werden. Beauftragen Sie auch in diesem Fall einen Fachmann mit der Entfernung.

Bilder: Ivan Marjanovic / Shutterstock